Pflege

Sekundärprävention nach Herzinfarkt

Neue Erkenntnisse zur Therapie mit Omega-3-Fettsäuren

 

Mannheim (22. April 2006) - Im Rahmen der 72. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) diskutieren Experten unter dem Vorsitz von Prof. Katus und Prof. Schuler über „Aktuelle Strategien zur Sekundärprävention nach Herzinfarkt“. Im Vordergrund steht dabei die medikamentöse Therapie mit Omega-3-Fettsäuren, deren Stellenwert durch neue Auswertungen und Ergebnisse bekräftigt wurde.

Der Nutzen einer medikamentösen Therapie mit Omega-3-Fettsäuren in der Sekundärprävention nach Herzinfarkt ist durch Studien belegt und gilt als Evidenz  basiert.


 

Neue Ergebnisse aus der GISSI-Präventionsstudie

 

Die GISSI-P-Studie hat erstmalig den positiven Effekt einer medikamentösen Therapie mit hochkonzentrierten und hochgereinigten Omega-3-Fettsäuren als Ethylester in der Sekundärprävention nach Herzinfarkt wissenschaftlich belegt. M. D. Marchioli, Leiter der Studie, stellte in Mannheim die Ergebnisse neuer Subgruppenanalysen vor: Die Wirksamkeit von Omega-3-Säurenethylester 90 (z. B. Zodin®) ist unabhängig von Geschlecht, Alter, Post-Ml-Ischämie, elektrische Instabilität und Rauchgewohnheiten.

 

Darüber hinaus hat die Analyse ebenfalls gezeigt, daß besonders Patienten mit linksventrikulärer Dysfunktion, Bluthochdruck, Diabetes, Claudicatio intermittens sowie erhöhter Herzfrequenz, erhöhten Fibrinogenwerten und Leukozytenanzahl von Omega-3-Säurenethylester 90 profitieren. Dies zeigte sich in der Reduktion der Gesamtmortalität sowie insbesondere in der Reduktion des Risikos für Plötzlichen Herztod. Diese Ergebnisse zeigen die Relevanz der Therapie mit Omega-3­Säurenethylester 90 - bei nahezu keiner Cholesterin senkenden Wirkung - in der medikamentösen Sekundärprävention nach Herzinfarkt.

 

Erweiterung der Standardtherapie gefordert

 

Prof. Strödter, Oberarzt am Universitätsklinikum Gießen, plädierte dafür, daß Omega-3-Säurenethylester 90 auf Grund der guten Ergebnisse der GISSI-P-Studie und dabei vor allem wegen der schnell einsetzenden Prognoseverbesserung als fünfte Substanz zur Standardtherapie in der Sekundärprävention nach Herzinfarkt aufgenommen werden sollte. Er stellte heraus, daß der gezeigte positive Effekt des Omega-3-Säurenethlyester 90 additiv zu den anderen Sekundärpräventiva ist. Auch die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) (Evidenz-Klasse IB) und die Amerikanische Herzgesellschaft (AHA) haben den Einsatz von Omega-3-Fettsäuren in ihren Leitlinien empfohlen.

 

Antiarrhythmische Effekte von Omega-3 Fettsäuren belegt

 

Klinische und nicht-klinische Daten zeigten, daß eine Therapie mit Omega-3-Fettsäuren das Risiko für den Plötzlichen Herztod reduzieren kann. In diesem Zusammenhang werden antiarrhythmische Effekte als Ursache diskutiert. Arbeiten von Prof. Dhein, Facharzt für Pharmakologie und Toxikologie in Leipzig, konnten die antiarrhythmische Wirkung der Omega-3-Fettsäuren (Docosahexaensäure (DHA), Eicosapentaensäure (EPA) und Alpha-Linolensäure (ALA)) nachweisen. Untersuchungen an isolierten Kaninchenherzen haben gezeigt, daß sie direkte elektrophysiologische Effekte mit verschiedenen Profilen aufweisen: So konnte unter anderem gezeigt werden, daß durch EPA und DHA konzentrationsabhängig die Reizschwelle zur Auslösung ventrikulärer Extrasystolen angehoben wurde, nicht jedoch durch ALA. Auf Basis dieser Ergebnisse folgert Dhein, daß die Omega-3-Fettsäuren, kombiniert verabreicht, Klasse-I- und Klasse-III-antiarrhythmische Effekte bewirken.

 

Nichtmedikamentöse Therapie auch bedeutend in der Sekundärprävention nach Herzinfarkt

 

Auch die nichtmedikamentöse Sekundärprävention nach Herzinfarkt, also die Lebensstilmodifikation, ist prognostisch von entscheidender Bedeutung. Prof. Gohlke, Chefarzt am Herz-Zentrum Bad Krozingen, stellte hierzu Ergebnisse einer neuen Metaanalyse vor. So konnte gezeigt werden, daß Nikotinverzicht, mediterrane Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivitäten und Gewichtsreduktion die Prognose deutlich verbessern können. Eine Lebensstiländerung ist also eine weitere wichtige, wirksame und nebenwirkungsarme Therapiemöglichkeit.

 


Quelle: Satelliten-Symposium der Firma Trommsdorf Arzneimittel im Rahmen der 72. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK)  am 22. April 2006 in Mannheim zum Thema „Zodin – Aktuelle Strategien zur Sekundärprävention nach Herzinfarkt“ (medical relations) (tB).

 

Überaktive Blase

Hohe Patientenzufriedenheit mit transdermalem System

 

Frankfurt am Main (29. März 2006) - Als Syndrom der überaktiven Blase (OverActive Bladder = OAB) wird ein Symptomkomplex aus imperativem Harndrang mit oder ohne Dranginkontinenz, erhöhter Miktionsfrequenz (Pollakisurie) und zumeist auch nächtlichem Wasserlassen (Nykturie) definiert. Grundsätzlich kann die auf einer Detrusorinstabilität oder Detrusorhyperreflexie beruhende Dranginkontinenz medikamentös erfolgreich behandelt werden. Als Mittel der Wahl gelten heute Anticholinergika, die durch Blockade der Muskarinrezeptoren eine Hemmung der Detrusoraktivität bewirken.

Damit die Chemotherapie nicht zur Qual wird

Was die Ärzte heute gegen Übelkeit und Erbrechen tun können

 

Berlin (24. März 2006) - Sie gehören zu den Nebenwirkungen, vor denen sich Krebskranke bei einer Chemotherapie ganz besonders fürchten: Starke Übelkeit und häufiges Erbrechen. Besonders belastend sind die verzögert auftretenden Beschwerden, die den Patienten über mehrere Tage quälen können. Erschwerend kommt hinzu, dass gerade diese Nebenwirkungen von vielen Ärzten unterschätzt werden; möglicherweise weil sie bei einer ambulanten Therapie erst zuhause auftreten.

Weil es unter die Haut geht

Experten empfehlen Einmalverwendung von Insulinpen-Nadeln

 

Der Gebrauch einer Pennadel hinterläßt Spuren: verbogene Spitze mit GewebeanhaftungenDresden (28. Februar 2006) - Moderne Insulinpen-Nadeln sind Einwegprodukte und speziell auf die Bedürfnisse der Menschen mit Diabetes abgestimmt. Dennoch verwenden vor allem in Deutschland die meisten insulinpflichtigen Diabetiker Injektionsnadeln für ihren Pen mehrfach. Wenigen ist bewußt, welches Risiko sie dabei eingehen.

Die Nadeln können stumpf werden, sich verbiegen oder verstopfen. Hautreste und Bakterien bleiben an ihnen hängen. Die Folgen: kleine Verletzungen und Gewebeveränderungen, die Gefahr von Infektionen sowie Ungenauigkeiten bei der Insulinzufuhr, die unerwünschte und unkalkulierbare Blutzucker-schwankungen verursachen können. Dies will die Aktion „Weil es unter die Haut geht“ ändern. Gegründet vom Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe e.V. (VDBD) und den Unternehmen BD, Novo Nordisk und Ypsomed, hat sich die Initiative zum Ziel gesetzt, über den richtigen und hygienischen Umgang mit Insulin-Injektionsnadeln aufzuklären. Nur die Einmalverwendung von Pen-Nadeln gewährleistet eine aus medizinischer Sicht hygienische, sichere und wirksame Insulinversorgung. Diese wichtige Rolle der Pen-Nadeln für eine optimale Insulinbehandlung wird noch immer von vielen Betroffenen unterschätzt.

Therapeutische Konsequenzen: Mono - Poly oder Stratego?

Wie neuropathisch sind chronische Schmerzen?

 

Von Prof. Dr. Dr. Thomas R. Tölle, München

 

Frankfurt am Main (23. März 2006) - Nach der Definition der Internationalen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (IASP) wird von neuropathischem Schmerz dann gesprochen, wenn eine Läsion oder Dysfunktion des zentralen oder peripheren Nervensystems die Ursache der Schmerzen darstellt. Die Klassifikation neuropathischer Schmerzen beruht unter anderem auf einer Einteilung nach der Krankheitsentität, der Beschreibung der anatomischen Verteilung sowie dem Nachweis pathohistologischer Veränderungen.