Pflege

dgatp logoPositionspapier der Deutschen Fachgesellschaft Aktivierend-therapeutische Pflege e.V. (DGATP)

Beziehungsarbeit in Bezug zu den Pflegepersonaluntergrenzen

Berlin (15. August 2019) -- Die Aktivierend-therapeutische Pflege (ATP) ist ein ressourcenorientierter pflegerischer Ansatz mit den Handlungsschwerpunkten: Aspekte der Beziehungsarbeit, Bewegung und daraus folgend die Selbstversorgung. Aus Anlass der Diskussion um die Pflegepersonaluntergrenzen (PPUG) möchte die Deutsche Fachgesellschaft Aktivierend-therapeutische Pflege e.V. aus ihrer Perspektive Position zum zentralen Handlungsschwerpunkt der Beziehungsarbeit einnehmen. Zum einen spart die aktuelle Diskussion die Beziehungsarbeit durch Pflegende aus, obwohl sie ein Schlüsselelement der pflegerischen Unterstützung ist. Zum anderen wurde zur Ermittlung der PPUG ausschließlich auf quantitative Daten wie z.B. Abrechnungsdaten aus den Krankenhäusern verwiesen ohne zu berücksichtigen welche qualitativ hochwertigen Interventionen im Bereich Beziehungsarbeit erbracht werden.

Intensivpflege

Mediziner fordern verbesserte Versorgung für außerklinisch künstlich beatmete Patienten

Berlin (13. August 2019) -- Gewinnmaximierung auf Kosten schwerkranker Patienten: Statt von der künstlichen Beatmung schnellstmöglich entwöhnt zu werden, werden Betroffene oft so lange wie möglich an Maschinen angeschlossen. Der Grund ist oft finanzieller Natur. Für die Versorgung eines Beatmungspatienten im eigenen Zuhause erhalten Anbieter pro Monat bis zu 25.000 Euro, spezialisierte Pflegeeinrichtungen verlangen von Angehörigen bis zu 3.000 Euro pro Monat. Diese Entwicklung will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit dem heute öffentlich gemachten Entwurf zum „Reha- und Intensivpflege-Stärkungsgesetz“ stoppen.

DZHIDischarge Heart Failure Nurse

„Entlass-Schwester“ koordiniert die Nachsorge

Würzburg (7. August 2019) -- Mit fast 400.000 Fällen pro Jahr ist die Herzinsuffizienz die häufigste Diagnose, die hierzulande zu Krankenhauseinweisungen führt. Das Risiko erneut hospitalisiert zu werden ist trotz therapeutischer Fortschritte extrem hoch. Um dem entgegen zu wirken und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern, startet am Uniklinikum Würzburg jetzt ein Pilotprojekt namens Discharge Heart Failure Nurse. Eine speziell ausgebildete Herzinsuffizienz-Pflegekraft schult die Patienten und managt sowohl die Entlassung als auch die Zuweisung zum Haus- und Facharzt für die poststationäre Weiterversorgung. Das Projekt wird von der Deutschen Stiftung für chronisch Kranke gefördert.

DDG empfiehlt Zweitmeinung per Telemedizin

Neues Versorgungskonzept beim Diabetischen Fußsyndrom DDG empfiehlt Zweitmeinung per Telemedizin

Berlin (12. August 2019) – Jeder vierte Diabetespatient bekommt im Laufe seines Lebens ein Diabetisches Fußsyndrom (DFS). Häufig werden Anzeichen der Erkrankung zu spät erkannt – dann bleibt Betroffenen unter Umständen nur die Entscheidung zur Amputation. Um Symptome rechtzeitig zu diagnostizieren und die richtige Behandlung einzuleiten, empfiehlt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) eine Beratung mit DFS-Experten – auch per Telemedizin. Durch diese Videosprechstunden können behandelnde Ärzte eine Zweitmeinung einholen und so möglicherweise den Verlust der Extremität oder des Fußes vermeiden.

IQWiG

Vakuumtherapie:
Hinweis auf Nutzen bei primärer Wundheilung

  • OP-Wunden schließen sich häufiger und schneller, Infektionen sind seltener / 23 % der Daten weiter unter Verschluss

Köln (7. Juli 2019) -- Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat seinen zweiten Abschlussbericht zur Nutzenbewertung der Vakuumversiegelungstherapie (VVS) bei Wunden vorgelegt. Gegenstand ist die intendierte primäre Wundheilung, also die Behandlung von Wunden, wie sie typischerweise bei einer Operation entstehen. Das Institut bescheinigt der VVS-Methode hier einen Hinweis auf einen höheren Nutzen im Vergleich zur herkömmlichen Wundversorgung. Bei beiden Bewertungen hat das Institut das Ergebnis herabgestuft, weil Studiendaten fehlen und die Aussagesicherheit deshalb vermindert ist. Denn die fehlenden Daten könnten den Nutzen oder den Schaden größer oder kleiner erscheinen lassen (Publikationsbias).