Parkinson

Parkinson-Krankheit und Risiko Straßenverkehr

Wer darf noch ein Auto steuern?

 

Berlin (28. Juli 2015) - Das Autofahren ist für viele Menschen mit Morbus Parkinson ein wichtiges Stück ihrer Unabhängigkeit. Allerdings führt die Erkrankung zu körperlichen, psychischen und kognitiven Beeinträchtigungen, die das Autofahren gefährlich machen können – für sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer. Wer darf also noch fahren, wer nicht mehr? Vor allem Männer hängen an ihrem Führerschein. Erster Ansprechpartner ist immer der behandelnde Arzt. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Neurologie hin. „Über die Fahreignung wird immer im Einzelfall entschieden. Es gibt keine allgemein gültigen Richtlinien“, sagt Privatdozent Dr. Carsten Buhmann, Ärztlicher Leiter des Bereichs Neurologie am Ambulanzzentrum des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Der Neurologe hat aber festgestellt: Nach einer Tiefen Hirnstimulation (THS) fahren Parkinsonpatienten im Fahrsimulator besser Auto.

Neuartiger Hirnschrittmacher

Therapie verbessert Lebensqualität bei Morbus Parkinson

 

Köln (29. Mai 2015) - Die Therapie des Morbus Parkinson besteht aktuell vor allem aus Medikamenten. Diese ist sie bei vielen Patienten nicht ausreichend und die Lebensqualität verschlechtert sich zunehmend. Eine neue Studie in sechs europäischen Zentren unter Führung des Neurologen Prof. Dr. Lars Timmermann von der Uniklinik Köln berichtet nun erstmalig über Ergebnisse eines neuartigen Hirnschrittmachers: Die behandelten Parkinson-Patienten zeigten eine erhebliche Verbesserung ihrer Beweglichkeit und Lebensqualität, brauchten weniger Medikamente und hatten weniger Probleme im Alltag. Die Ergebnisse wurden heute in Lancet Neurology veröffentlicht.

Parkinson-Patientin lebt mit einem Schrittmacher im Gehirn

„Mir wurde ein zweites Leben geschenkt!“

 

Hamburg (14. April 2015) - Die unheilbare Nervenkrankheit zwingt Petra A. schon Anfang 40 in die Frührente. Es geht ihr immer schlechter, fast verhungert sie. Doch eine Operation – und die aufopfernde Pflege ihrer Eltern – holen sie zurück ins Leben.

Sie springt vom Stuhl auf, schnappt sich den Besen und fegt energisch die Küche. „Von einer Sekunde auf die andere war ich wieder ganz da in meinem Leben und hab‘ mich nur gewundert, dass ich schon 45 bin“, erinnert sich die heute 46-jährige Petra A. aus der Nähe von Oldenburg. Die fünf Jahre davor – wie ein schwarzes Loch, keine Erinnerung, kein Bewusstsein mehr. Sie ist gerade mal 33, arbeitet als Verwaltungsfachangestellte in der Gemeindeverwaltung. Wie aus heiterem Himmel kann sie nicht mehr richtig schreiben. Eine fast einjährige Odyssee von Arzt zu Arzt beginnt, eine qualvolle Zeit der Ungewissheit, der Ängste – und dutzender von Untersuchungen. Der Parkinson verschlechtert sich, das für ihn so typische „Zahnrad-Phänomen“ macht fließende Bewegungen für die sportlich-schlanke, junge Frau unmöglich. Erst in der Medizinischen Hochschule Hannover führt die diagnostische Spurensuche zum Erfolg: „Idiopathischer Parkinson“.

Mehr Präzision – weniger Nebenwirkungen

Neurophysiologen wollen Hirnschrittmacher bei Parkinson gezielter einsetzen

 

Tübingen (19. März 2015) – Die Tiefe Hirnstimulation (THS) durch elektrische Impulse eines Schrittmachers ist ein bewährtes Mittel gegen Bewegungsstörungen bei Parkinson. Neurophysiologen haben nun gezeigt, wie sie die THS entscheidend verbessern können. Anstelle einer gleichmäßigen Dauerstimulation sollen die Impulse nur noch dann abgegeben werden, wenn die kranken Nervenzellen auch tatsächlich aktiv sind. Auf der Pressekonferenz zur Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie (DGKN) am 19. März 2015 in Tübingen berichteten Experten über die ersten Ergebnisse und künftige Möglichkeiten adaptiver Hirnschrittmacher.

Funktionsweise der erfolgreichen Therapiemethode für Parkinsonpatienten

Neue Erkenntnisse zur Tiefen Hirnstimulation

 

Tübingen (18. März 2015) - Tübinger Neurowissenschaftler kommen in einer neuen Studie der noch unvollständig verstandenen Funktionsweise der Tiefen Hirnstimulation (Deep Brain Stimulation – DBS) auf die Spur. DBS wird seit den 90er Jahren vor allem bei Parkinson-Patienten als eine der erfolgreichsten Behandlungsmöglichkeiten eingesetzt. Dabei werden Patienten Elektroden implantiert, die einen tiefliegenden Hirnbereich erreichen. Zur Therapie können elektrische Impulse verabreicht werden, die bei den meisten Patienten deutlich die Parkinson-Symptome Tremor (Zittern) und Rigor (Steifigkeit) vermindern und die Lebensqualität verbessern. Allein in Deutschland verfügen inzwischen mehr als 6.000 Patienten über einen solchen „Hirnschrittmacher“, die Operation wird zudem mehrere hundert Male im Jahr durchgeführt.

Abb.: Exergame-Training „Light Race“ mit der XBOX Kinect, Quelle: Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH) / Fotograf: Ingo RappersNeuer Reha-Ansatz hilft bei Parkinson und im Alter

Mit der Spielkonsole wieder standhaft

 

Tübingen (17. Februar 2015) – Videospiele mit Bewegungssteuerung sind ein neuer Therapieansatz zur Sturzprävention bei Menschen mit Parkinson. Mit drei Trainingseinheiten pro Woche sollen diese Fitness-Spiele, sogenannten Exergames, Bewegungsabläufe verbessern und die Freude am Rehabilitations-Training erhöhen. Experten sehen in den Spielen eine flexible und motivierende Ergänzung zur klassischen Physiotherapie. Über Möglichkeiten und Grenzen der Videospiele informierte Dr. med. Matthis Synofzik auf einer Pressekonferenz, die im Rahmen der 59. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN) in Tübingen.

Körperliche Aktivität schützt die Nerven

Bewegungsmuffel erkranken häufiger an Parkinson

 

Berlin (11. Februar 2015) – Körperliche Aktivität ist gut für die Gesundheit, senkt das Risiko für Schlaganfall und Demenz – kann aber noch viel mehr: Bewegung schützt vor der Parkinson-Krankheit. Wissenschaftler des renommierten Karolinska Instituts in Stockholm fanden heraus, dass tägliche moderate körperliche Aktivität das Risiko für Parkinson verringert. Am deutlichsten ist dieser Effekt bei den Männern. „Wir haben nun starke Gründe anzunehmen, dass körperliche Aktivität die Wahrscheinlichkeit für eine Parkinsonerkrankung senkt – ähnlich wie das für die Alzheimerkrankheit schon bekannt ist“, erklärt Prof. Dr. Günther Deuschl von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). 

Gastrointestinale Störungen bei Morbus Parkinson

Herausforderung für Klinik und Praxis in der individualisierten Therapie

 

München (17. Januar 2015) - Gastrointestinale (GI) Störungen zählen zu den häufigsten nicht-motorischen Symptomen bei Morbus Parkinson und können den Alltag der Patienten erheblich belasten. Dennoch werden GI-Symptome bislang weder konsequent überprüft noch therapiert, erläuterte der Essener Professor Dr. med. Dirk Woitalla. Aus seiner Sicht ist hier erhöhte Aufmerksamkeit gefragt: „Die klinischen Auswirkungen von GI-Störungen haben erheblichen Einfluss auf Verlauf, Therapie und Management des Morbus Parkinson.“ Im Rahmen eines Pressegesprächs in München wies er darauf hin, dass insbesondere die Wirkung oral verabreichter Dopaminergika bei GI-Störungen verringert sein kann. Anhand konkreter Fallbeispiele aus seiner Düsseldorfer Praxis zeigte Dr. med. Michael Lorrain, welche Vorteile eine GI-unabhängige dopaminerge Stimulation für die Patienten haben kann. In einer Online-Befragung unter Leitung von Dr. med. Peter Themann, Hetzdorf, äußerten sich Betroffene und Angehörige zur Problematik von GI-Störungen und den Einfluss auf die Lebensqualität.

Parkinson

Weltweit größte Meta-Analyse identifiziert sechs neue Risikofaktoren

 

Tübingen (25. September 2014) - Tübinger Neurowissenschaftler haben gemeinsam mit internationalen Kollegen sechs bisher unbekannte genetische Risikofaktoren für die Parkinson-Erkrankung identifiziert. Die Basis der in „Nature Genetics“ veröffentlichten weltweit größten Meta-Analyse bildeten sieben Millionen genetische Variationen auf dem gesamten menschlichen Chromosomensatz. Dafür untersuchten die Forscher DNA-Proben von 19.061 Parkinson-Patienten und 100.833 gesunden Personen europäischer Abstammung. Die Ergebnisse zeigen, dass sich das Risiko, an Parkinson zu erkranken, bei Vorhandensein mehrerer ungünstiger Genvarianten bis auf ein Dreifaches erhöhen kann.

DGN-Kongress 2014: Rasagilin verlässlicher Therapiepartner im Krankheitsverlauf

Individuelle Konzepte in der Parkinson-Therapie: Bedeutung von MAO-B-Hemmern

 

München (17. September 2014) - Wie kann der individuelle Verlauf einer Parkinson-Erkrankung mehr Berücksichtigung auf dem Weg zur „personalisierten“ Pharmakotherapie finden? Welche Rolle können Monoaminooxidase (MAO)-B-Hemmer, wie zum Beispiel Rasagilin (Azilect®), hierbei spielen? Anhand von aktuellen Studiendaten und Falldarstellungen gingen Prof. Dr. Lars Timmermann, Köln, und Prof. Dr. Jens Volkmann, Würzburg, diesen Fragen im Rahmen des 87. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) nach. MAO-B-Hemmer erlauben im Vergleich mit L-Dopa und Dopamin-Agonisten einen langfristig klinisch sinnvollen und für den Patienten gut verträglichen Start der Parkinson-Medikation, so das Fazit der Experten. Zudem könne am Beispiel von Rasagilin gezeigt werden, dass MAO-B-Hemmer auch im weiteren Therapieverlauf effektive und unkomplizierte Kombinationspartner sind.

Clarium_Packshot_60_200_Retardtabletten.jpgMorbus Parkinson: Der Patient im Fokus

Mehr Tagesfrische, mehr Lebensqualität

 

München (17. September 2014) - Parkinsonpatienten, vor allem wenn sie noch berufstätig sind oder im Rentenalter einen aktiven Lebensstil pflegen, ist der Erhalt der Tagesfrische (Vigilanz) besonders wichtig. Mit Piribedil (Clarium®) steht ein Dopaminagonist zur Verfügung, der sich nicht nur positiv auf die Motorik, sondern auch auf die Tagesfrische auswirken kann. Dies trägt erheblich zur Lebensqualität der Betroffenen bei.(1)

Parkinson: Tiefe Hirnstimulation. Photo: Medtronic„Wie erstarrt – Chancen durch frühe Therapie bei Parkinson“

Mit der Tiefen Hirnstimulation die Uhr anhalten

 

Düsseldorf (17. Mai 2014) - Der Mann steht mit dem Schlüssel in der Hand vor seiner Haustür. Seine Hand zittert so stark, dass er mit dem Schlüssel unmöglich das Schloss treffen kann – dies ist eine der typischen Erfahrungen der von der Parkinson-Erkrankung betroffenen Menschen. Es ist der verzweifelte Verlust der Kontrolle über einfachste Handgriffe wie Schuhe zubinden, Kaffee einschenken oder Mails schreiben. Parkinson ist keine typische Alterserkrankung: Rund 250.000 Menschen in Deutschland sind betroffen, ungefähr fünf Prozent von ihnen trifft die Diagnose vor dem Alter von 40 Jahren. „Viele Patienten haben nicht nur mit diesem plötzlichen Erstarren, dem Zittern und der verwaschenen Aussprache zu kämpfen, sondern ganz erheblich mit Vorurteilen“, weiß Dr. Michael Lorrain, Neurologe der Nervenarztpraxis Gerresheim. Über viele Betroffene wird auf der Arbeit getuschelt, oftmals werden sie des Alkoholmissbrauchs verdächtigt und immer kommt mit der schockierenden Diagnose das bewusste Miterleben der Krankheitssymptome. Vielfach helfen Medikamente, den Verlauf zu verlangsamen. Auch die Tiefe Hirnstimulation kann die Uhr anhalten. „Eine sehr bedeutende, aktuelle Studie zeigte, was wir Behandler bereits länger an unseren Patienten beobachtet haben: Die Tiefe Hirnstimulation kann in frühen Stadien der Erkrankung die sich verschlimmernden Symptome noch um Jahre hinauszögern“, berichtet Dr. Michael Lorrain. „Die EARLYSTIM-Studie hat zu einer Umkehr in der Behandlung von Parkinson geführt“, sagt er.

teva_logoFrühe und individuelle Behandlung von Fluktuationen

Europäischer Experten-Dialog: Unterschiede und Parallelen in der Parkinson-Therapie

 

Berlin (9. Mai 2014) - Auch wenn die symptomatische Therapie des Morbus Parkinson in Europa landesspezifische Besonderheiten aufweist: Die Behandlung sollte frühzeitig beginnen und individuell auf den Patienten abgestimmt werden. Hierbei seien im Verlauf vor allem Fluktuationen die besondere Herausforderung, erörterten Prof. M.D. Ph.D. Fabrizio Stocchi, Rom, und Prof. Dr. Alexander Storch, Dresden, bei einem europäischen Experten-Dialog der Teva Specialty Medicines im Rahmen des 8th World Congress on CONTROVERSIES IN NEUROLOGY (CONy). Zwar hat sich die Parkinson-Therapie in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten immens entwickelt, doch sei es für Parkinson-Erkrankte in Europa nicht überall gewährleistet, von einem spezialisierten Arzt behandelt zu werden. Nicht zuletzt aufgrund der alternden Gesellschaft ist es in der vielschichtigen Erhaltungstherapie bei der Wahl der Medikamente entscheidend, dass sie sich ergänzen und damit auch in Kombination wirksam und zudem gut verträglich sind. „Die Behandlung mit Rasagilin in Europa ist unter Parkinson-Spezialisten etabliert. In einigen Ländern kommt Selegilin häufig zum Einsatz, obwohl die wissenschaftliche Evidenz für Rasagilin stärker ist. Zudem ist es noch nicht überall bekannt, dass Rasagilin auch eine effektive Therapieoption bei Wirkfluktuationen sein kann“, resümierte Stocchi zum Einsatz von Rasagilin.

 

Sehstörungen bei Parkinson-Patienten besser erklärt

“Blind für blindes Sehen”

 

Luxemburg, Luxembourg (8. Mai 2014) - Neurowissenschaftlern des Centre Hospitalier de Luxembourg, der Universität Luxemburg und des Rush University Medical Center in Chicago/USA ist es erstmals gelungen, die geschädigten Nervenbahnen zu identifizieren, die den häufig vorkommenden Sehstörungen bei Parkinson-Kranken zugrunde liegen. Ihr neuartiges Konzept “Blind für blindes Sehen” wurde in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Brain veröffentlicht.

 

Früherkennung von M. Parkinson

Die Haut als Fenster zum Gehirn

 

Würzburg (5. Mai 2014) - Eine Parkinsonerkrankung zu diagnostizieren ist vor allem im Frühstadium der Krankheit schwer. Jetzt haben Neurologen der Uniklinik Würzburg einen Weg aufgezeigt, der sowohl der Früherkennung als auch der Forschung dienen könnte. Fündig wurden sie dafür in der Haut der Betroffenen. Eine 100-prozentige Sicherheit ist erst nach dem Tod möglich. Erst dann können Pathologen bei einer Untersuchung des Gehirns die typischen Ablagerungen des Proteins Alpha-Synuclein in Nervenzellen bestimmter Hirnregionen nachweisen und damit die eindeutige Diagnose treffen: Morbus Parkinson.

Familiäre Parkinson-Variante

„Molekularer Schalter“ bei Parkinson-Protein entdeckt

 

Kassel (21. Januar 2014) - Bei einer Variante von Parkinson spielt das Enzym LRRK2 eine zentrale Rolle. Wissenschaftler der Universität Kassel haben nun einen Mechanismus entdeckt, der die Aktivität von LRRK2 steuert. Das eröffnet neue Ansatzpunkte für die Entwicklung von Medikamenten gegen die bislang unheilbare Krankheit.