Multiple Sklerose

Sabine Twork, Joachim Kugler (Hg.): Multiple=Multiple Sklerose
Das vorliegende Buch befasst sich mit der Krankheitsbewältigung bei Multipler Sklerose und versucht verschiedene Aspekte der Krankheits-bewältigung abzubilden. Die Blick-winkel aus Klinik, Niederlassung sowie Grundlagen-forschung werden durch Sichtweisen aus der Versorgungsforschung ergänzt. Die Autoren möchten zu einem größeren Verständnis sowie einer besseren Unterstützung der MS-Betroffenen in ihrer Krankheitsbewältigung beitragen.

 

Sabine Twork, Joachim Kugler (Hg.)

Multiple Sklerose

Krankheitsbewältigung - Therapiemotivation - Lebensqualität.

Erste Ergebnisse zum Coping-Training MS-COPE

Schluss mit der Angst vor dem nächsten Schub!

MS-Patienten atmen auf ‑ dank Antikörper Natalizumab

 

Berlin (13. September 2007) - Die Angst vor dem nächsten Schub und einem Leben im Rollstuhl ‑ darunter leiden Patienten mit Multipler Sklerose (MS) besonders. Denn hinter jedem neuen Schub verbirgt sich die Gefahr, dass Behinderungen zurück bleiben. „Auch unter der herkömmlichen Basistherapie haben viele meiner Patienten noch Schübe", berichtet PD Dr. med. Volker Limmroth, Klinikum Köln‑Merheim auf einer Pressekonferenz. „Gerade diesen MS‑Betroffenen mit einer hochaktiven Verlaufsform gibt der Antikörper Natalizumab wieder Hoffnung", führte Dr. med. Tjalf Ziemssen, Universitätsklinikum Dresden, weiter aus. Bis Juli 2007 wurden weltweit bereits 14.000 Menschen in der täglichen Praxis mit der Antikörpertherapie behandelt: Die überzeugenden Wirkergebnisse konnten hier bestätigt werden.

Fatigue bei MS:

Abnorme Energielosigkeit (Fatigue) bei Patienten mit Multipler Sklerose

 

Von Dipl.-Psych. C. Engel und Prof. Dr. U.K. Zettl,

Universität Rostock, Klinik für Neurologie und Poliklinik

Spezialambulanz für klinische Neuroimmunologie und MS

 

 

Einleitung

 

Fatigue, ein nicht zu beherrschendes Gefühl der Abgeschlagenheit, Erschöpfung, Ermüdung und Energielosigkeit, wurde lange Zeit nicht als ein Kernsymptom der Multiplen Sklerose (MS) erkannt. Doch es wird von vielen MS-Patienten als belastendes Symptom berichtet, welches zu körperlichen, mentalen und sozialen Beeinträchtigungen führt und damit die Lebensqualität deutlich reduziert. Fatigue kann dabei häufig unabhängig von dem körperlichen Behinderungsgrad (Paresen, Hirnnervenstörungen, Blasenstörungen etc.) auftreten.

 

Bis zu 90 % der MS-Patienten klagen im Verlauf der Erkrankung über Fatigue (2). Dabei gaben bis zu 55 % der Patienten an, dass es eines der Hauptsymptome ihrer MS-Erkrankung und damit ein wichtiger Einflussfaktor auf deren Lebensqualität ist5. In einer Untersuchung zur Arbeitsfähigkeit waren 66 % der MS-Patienten arbeitslos (1). 78 % von ihnen gaben an, dass sie dies aufgrund ihrer MS-Symptomatik seien. Neben Problemen in der Gehfähigkeit nannten sie als wichtigsten Grund für ihre Arbeitslosigkeit die Fatigue-Symptomatik. Zudem beobachteten bis zu 50 % der Befragten Fatigue als erstes Symptom der MS. Unmittelbar nach der Diagnosestellung wurde eine Häufigkeit von 63 % gefunden (3). Demnach hat die Fatigue-Symptomatik bereits bei neudiagnostizierten MS-Patienten einen hohen Stellenwert.

Pharmaforschung

Innovation für den Patienten

 

Von Dr. Hans‑Joachim Rothe

 

Leverkusen (4. Juni 2007) - Die Multiple Sklerose ist keineswegs eine seltene Erkrankung. Praktisch jeder kennt in seinem Umfeld Menschen, die an einer MS erkrankt sind oder waren. Dennoch ist die MS als Krankheit kaum im öffentlichen Bewusstsein verankert. Die Prävalenz der Erkrankung wird mit 138,5/100.000 Einwohner angegeben, die Inzidenz mit 4,5/100.000. Damit dürften in Deutschland mehr als 110.000 Menschen mit der Erkrankung leben. Jährlich kommen rund 3.600 Patienten neu hinzu.

Drei Jahre Frühtherapie

Benefit für den Patienten

 

Von Prof. Dr. Bernhard Hemmer

 

Leverkusen (4. Juni 2007) - Sehstörungen, Taubheit und Kribbeln in Gesicht, in Armen, Beinen und im Rumpfbereich und eine Schwäche in den Beinen, können ebenso das erste Zeichen einer Multiplen Sklerose (MS) sein wie Steifigkeit, Blasenstörungen, rasche Ermüdbarkeit oder kognitive Einschränkungen. Charakteristisch ist ein schubförmiger Verlauf der Erkrankung, der durch plötzliches Auftreten von Ausfallserscheinungen und meist spontanter Rückbildung gekennzeichnet ist. Allerdings entwickeln viele Patienten im Zeitverlauf Behinderungen, die sich nicht mehr zurückbilden.

Multiple Sklerose

Rationale der Frühtherapie

 

Von Priv.‑Doz. Dr. med. Karl Baum

 

Leverkusen (4. Juni 2007) - Die Zahl der Menschen mit Multipler Sklerose wird in Deutschland auf etwa 140.000 geschätzt. Die Erkrankung manifestiert sich am häufigsten um das 30. Lebensjahr herum, doch können auch Kinder und Jugendliche bereits erkranken und ebenso ist eine Krankheitsmanifestation in höheren Lebensjahren noch möglich.

BENEFIT-Studie bei Multipler Sklerose

Frühtherapie verzögert das Auftreten bleibender Behinderung

 

Leverkusen (4. Juni 2007) – Mit recht unterschiedlichen Symptomen kann sich die Multiple Sklerose (MS) manifestieren. Ob sich durch eine gezielte Behandlung bereits in der Frühphase der Erkrankung, nach einem ersten Schub der MS, Einfluss auf die spätere Progression der Patienten nehmen lässt, wird in der  BENEFIT-Studie (Betaferon®/Betaseron® in Newly Emerging Multiple Sclerosis For Initial Treatment) geprüft. „Da bekannt ist, dass die Krankheitsaktivität in den ersten drei Jahren nach dem Auftreten von Symptomen am höchsten ist, lag es nahe, von Vorteilen einer Frühtherapie auszugehen“, berichtete Privatdozent Dr. Karl Baum aus Hennigsdorf bei der Präsentation der aktuellen Studiendaten im Rahmen einer Pressekonferenz in Leverkusen.