Medizin

DGIM: Nutzen überwiegt Schaden

Angst vor Nierenschäden sollte Kontrastmittelgabe nicht ausschließen

Wiesbaden (14. Oktober 2019) -- Ohne Kontrastmittel sind bildgebende medizinische Verfahren oft nur wenig aussagekräftig oder gar unmöglich. Umso beunruhigender ist es für Patienten, dass manche dieser Substanzen die Nieren schädigen können. Wie aktuelle Studien und Metaanalysen nahelegen, ist dieses Risiko jedoch lange Zeit stark überschätzt worden. Jüngere Daten weisen darauf hin, dass die Mehrzahl akuter Nierenschäden nach Röntgen gar nicht mit einer Kontrastmittel-Gabe in Verbindung stehen. Nicht voreilig auf Kontrastmittel zu verzichten - dazu raten Experten der DGIM: Der Nutzen einer aussagekräftigen Röntgen-Untersuchung muss immer gegen das – relativ geringe – Risiko einer akuten Nierenschädigung abgewogen werden.

Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin

Warnung auch vor E-Zigaretten

Berlin (9. Oktober 2019) -- E-Zigaretten sind für Menschen, die ganz mit dem Rauchen aufhören wollen, kein geeignetes Hilfsmittel. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP) hin. Wer von der herkömmlichen Tabakzigarette auf die E-Zigarette umsteige, ersetze lediglich eine Sucht durch eine andere. Einige Suchtforscher propagieren zwar, E-Zigaretten seien ein praktisches Instrument zur Rauch- und Nikotinentwöhnung. Jedoch zeigen aktuelle Erhebungen, dass sich ein langfristiger Nutzen der E-Zigaretten bei der Entwöhnung nicht belegen lässt. Dagegen bergen die elektrischen Ersatzprodukte Gesundheitsgefahren, deren Ausmaß bislang noch nicht vollständig abzuschätzen ist.

IQWiG

Lebertransplantationen:
Bessere Ergebnisse bei höheren Fallzahlen

  • In Krankenhäusern mit vielen Lebertransplantationen sind die Überlebenschancen größer. Studien zu Auswirkungen von konkret in die Versorgung eingeführten Mindestfallzahlen fehlen allerdings

Köln (2. Oktober 2019) -- Ist die Wahrscheinlichkeit eines Behandlungserfolgs bei planbaren Operationen davon abhängig, wie häufig das Krankenhaus bzw. das Ärzteteam den Eingriff durchführt? Um diese Frage geht es in acht Prüfaufträgen zu Mindestmengen, die der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) erteilt hat. Für die zweite untersuchte Indikation, die Lebertransplantation, liegt nun der IQWiG-Bericht vor.

IQWiG

Kein Anhaltspunkt für einen Nutzen von EMDR bei Angststörungen

  • Schwache Studien liefern unzureichende Daten

Köln (8. Oktober 2019) -- Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) wird bislang hauptsächlich in der Traumatherapie eingesetzt. Hier bezahlen die Krankenkassen die Behandlung. Traumatische Ereignisse sollen dabei mit Hilfe der Aktivierung beider Gehirnhälften, zum Beispiel durch das Verfolgen eines hin und her bewegten Fingers mit den Augen, aufgearbeitet werden. Im Auftrag des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat nun eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe der Universität Witten/Herdecke und der Fernuniversität Hagen untersucht, ob eine EMDR-Behandlung auch bei Angststörungen hilft. Die schlechte Studienlage lässt allerdings keine Aussagen zum Nutzen und Schaden von EMDR bei Angststörungen zu. Geeignete Studien zur gesundheitsökonomischen Bewertung fehlen ebenfalls.

GrippeKampagneRKI

Bericht zur Grippesaison 2018/19 veröffentlicht

Berlin (30. September 2019) – Das Robert Koch-Institut hat seinen Bericht zur Influenzasaison 2018/19 veröffentlicht. Die vergangene Grippewelle verlief vergleichsweise moderat: Die Arbeitsgemeinschaft Influenza des RKI verzeichnete rund 3,8 Millionen influenzabedingte Arztbesuche – in der ungewöhnlich starken Grippewelle 2017/18 wurden dagegen 9 Millionen influenzabedingte Arztbesuche registriert. Die Schätzung bundesweiten Influenza-assoziierten Todesfälle ist generell um ein Jahr verzögert, da die Daten nicht früher zur Verfügung stehen. Im aktuellen Saisonbericht ist erstmals die Zahl für die Saison 2017/18 veröffentlicht: Geschätzt 25.100 Menschen sind in Deutschland durch Influenza gestorben. Das ist die höchste Zahl der vergangenen 30 Jahre.