Medizin

Breitbandantibiotika begünstigen Wachstum resistenter Bakterien

Entwicklung von Hautinfektionen

Berlin (1. Mai 2019) – Bakterielle Infektionen der Haut und des Weichgewebes gehören weltweit zu den häufigsten Infektionen des Menschen. Dazu gehören beispielsweise Erysipel (Wundrose), Phlegmone und Abszesse. Sie sind in vielen Ländern der zweithäufigste Anlass für eine Verordnung von Antibiotika. Die Haut bietet auf etwa 1,5 m2 eine große Angriffsfläche für die verschiedensten Infektionserreger. Gleichzeitig ist die gesunde Haut mit Billionen Bakterien, Milben und Pilzen besiedelt. Der Lebensraum dieser Mikroorganismen oder deren Gene werden als Mikrobiom der Haut bezeichnet.

50. Tagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft

Neue Therapiestrategien bei Hautkrebs in Deutschland

Berlin (1. Mai 2019) – Aktuelle Statistiken des Robert Koch Institutes zeigen, dass die Neuerkrankungszahlen von Hautkrebs in Deutschland jährlich weiter ansteigen. Dies gilt sowohl für den sogenannten schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) als auch für den hellen Hautkrebs (Plattenepithelkarzinom und Basalzellkarzinom). Dennoch bleibt die Sterberate (Mortalitätsrate) beim malignen Melanom der Haut stabil. Beim sogenannten hellen Hautkrebs ist die Sterblichkeit sogar gesunken. Beides ist ein Indiz dafür, dass die Hauttumore frühzeitiger und damit in einem prognostisch günstigeren Stadium entdeckt werden. Zudem konnten insbesondere beim schwarzen Hautkrebs, aber auch beim hellen Hautkrebs, in den vergangenen zwei Jahren weitere therapeutische Fortschritte erzielt werden.

Bahnbrechende Daten sprechen für die TAVI

Neuer Goldstandard bei der Behandlung der Aortenklappenstenose

Mannheim (26. April 2019) – Große Studien, die in den letzten Wochen erschienen sind, bescheinigen dem minimalinvasiven, kathetergestützten Aortenklappenersatz eine deutliche Überlegenheit gegenüber dem chirurgischen Verfahren. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e. V. (DGK) spricht sich während Ihrer Jahrestagung für eine Anpassung der Leitlinien und der regulatorischen Vorschriften zum Aortenklappenersatz aus.

RKI-Ratgeber zur Borreliose

Berlin (25. April 2019) - Das Robert Koch-Institut hat seinen Ratgeber zur Lyme-Borreliose grundlegend überarbeitet und im Epidemiologischen Bulletin 17/2019 veröffentlicht. Die Herausgabe der RKI-Ratgeber erfolgt auf der Grundlage des Infektionsschutzgesetzes § 4, Zielgruppe ist die Fachöffentlichkeit.

CREDENCE-Studie

SGLT2-Hemmer verlangsamen das Fortschreiten der chronischen Nierenkrankheit

Berlin (15. April 2019) - Die aktuell publizierte CREDENCE-Studie [1] stellt in vielerlei Hinsicht eine Sensation dar: Sie wurde vorzeitig abgebrochen, weil sich bereits vor dem geplanten Studienende eine signifikante Überlegenheit des Prüfmedikaments abzeichnete. Sie ist somit nicht nur eine der wenigen nephrologischen Studien der letzten Dekaden, die positiv ausfielen, sie gibt darüber hinaus Evidenz dafür, dass SGLT2-Hemmer das Fortschreiten der chronischen Nierenkrankheit (CKD) zusätzlich zur Standardtherapie mit RAAS-Inhibitoren wirksam aufhalten. Seit Jahren wird nach Therapien gesucht, um die Krankheitsprogredienz zu verlangsamen und Betroffenen ein möglichst langes Leben ohne Dialyse zu ermöglichen.

Abbau des verbalen Gedächtnisses

Gibt es eine Fernseh-bedingte Demenz?

Berlin (12. April 2019) - Das verbale Gedächtnis ist dafür zuständig, sprachliche Botschaften zu erfassen und sie zu verarbeiten. Es ist somit zentral wichtig für die Aufnahme und das Verwenden von Informationen, die uns in Worten übermittelt werden. Eine Studie zeigte, dass tägliches Fernsehen von mehr als 3,5 Stunden pro Tag bei Menschen im Alter von 50 Jahren und höher zu einem Abbau des verbalen Gedächtnisses führt. Sie zeigte auch, dass das nicht nur damit zusammenhängt, dass man beim Fernsehen sitzt und sich nicht ausreichend bewegt. Die kognitive Einschränkung entspricht auch nur zum Teil denen von Demenzkranken. Möglicherweise zeigt sich hier ein neues Krankheitsbild: die TV-bedingte Demenz.

Schwere Infektionen: Leichtes Spiel für gefährliche Erreger 

Fehlendes Expertenwissen kostet Menschenleben

Köln (12. April 2019) – Für gesunde Menschen stellen sie kein Risiko dar, für Abwehrgeschwächte oder frisch Operierte sind sie jedoch brandgefährlich: Staphylococcus aureus und andere Erreger, die vor allem als Verursacher von Krankenhausinfektionen gefürchtet sind. Eine hohe Sterblichkeitsrate weist etwa die durch Staphylocccus aureus verursachte Blutstrominfektion auf. Schätzungsweise 30.000 Menschen erkranken in Deutschland jedes Jahr allein an dieser Infektion, etwa 25 Prozent der Betroffenen versterben. Studien zeigen, dass eine Behandlung durch Infektionsspezialisten viele Patienten mit schweren Infektionen retten könnte. Doch diese Spezialisten sind im deutschen Gesundheitssystem nicht regelhaft vorgesehen und in vielen Kliniken nicht verfügbar. Auch eine Facharztausbildung zum Infektiologen gibt es in Deutschland nicht. In einem aktuellen Beitrag im Deutschen Ärzteblatt fordern Experten der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI), der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) und der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH), die infektiologische Versorgung und Ausbildung in Deutschland schnellstmöglich zu verbessern.

NCT 171018 6978Kuenstliche IntelligenzKünstliche Intelligenz schlägt Hautärzte bei der Diagnose von schwarzem Hautkrebs

Heidelberg (11. April 2019) - Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), der Universitäts-Hautklinik und des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg haben einen Algorithmus programmiert, der verdächtige Hautveränderungen digital beurteilen kann. In einer Studie traten 157 Hautärzte von zwölf Universitätskliniken aus Deutschland gegen die künstliche Intelligenz an: Sowohl die Ärzte als auch der Algorithmus beurteilten 100 Bilder danach, ob es sich um ein Muttermal oder einen schwarzen Hautkrebs handelt. Am Ende war die künstliche Intelligenz präziser als die klinische Diagnostik.

5. Auflage

Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische KHK grundlegend überarbeitet

Berlin (11. April 2019) - Die koronare Herzkrankheit (KHK) gehört zu den wichtigen Volkskrankheiten. Ziel der NVL Chronische KHK ist, die Versorgung der betroffenen Patienten zu verbessern. Die multidisziplinär zusammengesetzte Leitliniengruppe mit Vertretern aus 16 Fachgesellschaften und Organisationen hat neue Erkenntnisse aus Forschung und Versorgung geprüft, diskutiert und konsentiert. Bearbeitet wurden die Themen Therapieplanung, nicht-medikamentöse und medikamentöse Therapie sowie Rehabilitation und Versorgungskoordination. Details zur methodischen Vorgehensweise wie Evidenzbewertung oder Interessenkonfliktmanagement werden zeitgleich im Leitlinienreport veröffentlicht.

Heimdialyseversorgung in Pflegeeinrichtungen

Wie Pflegegesetz und Telemedizin neue Perspektiven bieten

Unterschleißheim (10. April 2019) – Um die stationäre Heimdialyseversorgung in Deutschland steht es schlecht: Durch die demografische Entwicklung steigt der Anteil dialyse-pflichtiger Patienten in Pflegeeinrichtungen zukünftig überproportional.1 Dialyse-pflichtigen Patienten, die in eine stationäre Pflegeeinrichtung kommen, steht die Therapieoption Heimdialyse in Form einer Peritonealdialyse (PD) oftmals nicht zur Verfügung. Auf dem Baxter Satellitensymposium „Heimdialyseversorgung in Pflegeeinrichtungen – Wunsch oder Wirklichkeit?“ im Rahmen des Deutschen Pflegetages diskutierten Experten aus den Bereichen Wissenschaft, Medizin und Recht darüber, wie durch das seit 01.01.2019 geltende Pflegepersonal-Stärkungs-gesetz (PpSG) die stationäre medizinische Versorgung für pflegebedürftige Patienten verbessert werden kann.

logo dzhiDeutsches Zentrum für Herzinsuffizienz:

Weniger Angst und mehr Lebensqualität bei ICD-Patienten nach Internetschulung

Würzburg (9. April 2019) – Ein implantierter Defibrillator kann Leben retten, aber auch Ängste auslösen – eine Würzburger Studie zeigt, wie Patienten im Web lernen, damit besser zu leben. Psychologen der Universität Würzburg haben gemeinsam mit Kardiologen vom Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) eine moderne, unkomplizierte und vor allem nachhaltige Lösung gefunden, wie man das Leben von Herzkranken, bei denen der Defi zu erheblichen psychischen Problemen geführt hat, langfristig verbessern und Ängste, aber auch die häufig damit einhergehende Depression nachweislich reduzieren kann: ein sechswöchiges, moderiertes Internet-Training mit Hilfe zur Selbsthilfe.

Charite OP Aufklärung mit ComicsHerzkatheteruntersuchung

Warum ein Comic Patienten besser auf eine OP vorbereitet

Berlin (9. April 2019) – Vor einer Operation müssen Patienten umfassend über den geplanten Eingriff aufgeklärt werden. Oftmals fühlen sich die Betroffenen aufgrund der Komplexität der Inhalte aber eher überfordert als gut informiert. Forschende der Charité – Universitätsmedizin Berlin konnten jetzt am Beispiel der Herzkatheteruntersuchung zeigen, dass ein Comic hier helfen kann: Es erhöht das Verständnis und reduziert das Angstgefühl der Patienten. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Annals of Internal Medicine* veröffentlicht.

Bedeutung des SehensHauptstadtsymposium „Forum Oculus 2019“

Kontinuierliche und individualisierte Behandlung mit Aflibercept (Eylea®) kann die Krankheits- und Therapielast für Patienten mit nAMD mindern

  • Phase-IV-Studie ALTAIR: Der Behandlungsansatz „Treat-and-extend“ (T&E) mit Aflibercept wird dem chronischen Charakter der neovaskulären altersabhängigen Makuladegeneration (nAMD) gerecht und ermöglicht zugleich eine gute Planbarkeit
  • Kohortenstudie PERSEUS: Nachhaltiger Therapieerfolg bei nAMD ist nicht nur in klinischen Studien möglich, sondern auch im Praxisalltag mit Aflibercept

Berlin (29. März 2019) – Der Einsatz moderner Angiogenese-Inhibitoren wie Aflibercept (Eylea®) ist heute Therapiestandard bei neovaskulärer altersabhängiger Makuladegeneration (nAMD). Die Daten aus kontrollierten Studien sind mittlerweile durch umfangreiche Erfahrungen aus der praktischen Anwendung ergänzt worden. So konnte die Kohortenstudie PERSEUS zeigen, dass es im Praxisalltag entscheidend auf eine konsequente und kontinuierliche Behandlung ankommt, um dem chronischen Charakter der Erkrankung gerecht zu werden.1 

Bepanthen SensidermAtopische Dermatitis

Bepanthen® Sensiderm stellt die Hautbarriere wieder her

  • Aktuelle Studie am Hautmodell simuliert atopische Dermatitis und untersucht die Wirkung von Bepanthen® Sensiderm Creme
  • Ergebnis: Das Topikum kann strukturelle Schädigungen der Hautschutzbarriere erheblich reduzieren und die Barrierefunktion wiederherstellen
  • Die Creme enthält Lipide in hautähnlicher Struktur (Ceramide) sowie Dexpanthenol

Düsseldorf (26. März 2019) – Bei einer atopischen Dermatitis kommt es durch genetische Faktoren in Kombination mit Umwelteinflüssen zu einer veränderten epidermalen Struktur und einer reduzierten Funktion der Hautbarriere. Die Haut ist trocken und rau. Durch die Barrieredefekte können Allergene leichter eindringen und Entzündungsprozesse aktivieren, die mit Juckreiz verbunden sind. Kratzen schädigt die Hautbarriere weiter und befeuert den Teufelskreis.

Kurzdarmsyndrom

Patienten trotz parenteraler Ernährung eine Verbesserung der Lebensqualität ermöglichen

Berlin (21. März 2019) – Das Kurzdarmsyndrom ist ein seltenes und komplexes Krankheitsbild, an dem Schätzungen zufolge deutschlandweit nur etwa 2.800 Menschen leiden.1 Mit der starken Reduktion der resorptiven Kapazität des Darmes geht eine stark defizitäre Nährstoffbilanz einher. Für Betroffene besteht somit ein unmittelbarer Bedarf einer parenteralen Ernährung. Jedoch ist diese oftmals mit einer starken Einschränkung des Alltags und der Lebensqualität verbunden. Im Rahmen eines Pressegesprächs geben Experten Einblick in Theorie und Praxis des Kurzdarmsyndroms.

5 Staphylococcus aureus KlL&R Expertenrunde zu SSI: Hygiene und Wundantiseptik

Über die Wirksamkeit der Waffen im Kampf gegen postoperative Wundinfektionen

 

Rengsdorf, Deutschland / Wien, Österreich (15. März 2019) – Postoperative Wundinfektionen (Surgical Site Infections, SSI) sind in Deutschland mit aktuell 22,4% eine der häufigsten Arten nosokomialer Infektionen (NI).1,2 Dies ist nicht allein auf die zunehmende Resistenz von Erregern gegen die Behandlung mit Antibiotika3 zurückzuführen. Auch Hygienemängel2 können als Gründe ins Feld geführt werden. Diese Entwicklungen hat die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut im April 2018 zum Anlass genommen, ihre Empfehlungen zur Prävention postoperativer Wundinfektionen (SSI) zu aktualisieren.4 Einen weiteren Aspekt im Kampf gegen SSI und Antibiotikaresistenzen greift 2018 ebenfalls ein internationales Expertengremium unter der Leitung von Prof. Dr. med. Axel Kramer vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Universitätsmedizin Greifswald auf, indem es in seiner „Aktualisierung des Expertenkonsensus Wundantiseptik 2018“ auf die Vorteile moderner Wundantiseptika eingeht.5 Im Zuge der von L&R initiierten Expertenrunde beleuchteten neben Prof. Axel Kramer auch Dipl.-Ing. Thomas Menitz, COO und Senior Executive Vice President von L&R, Tina Leeb, Abteilungsleitung R&D, Schwerpunkt Mikrobiologie, sowie Roland Knieler, Managing Director von Knieler & Team, am 15. März 2019 die Möglichkeiten zur Vermeidung von postoperativen Wundinfektionen und diskutierten die Frage, wo Hygiene beginnt.

Pulmonal arterielle Hypertonie (PAH):

Frühere Diagnose und Kombinationstherapie gefordert

München (14. März 2019) – Obwohl der Verlauf der lebensbedrohlichen PAH mittlerweile medikamentös positiv beeinflussbar ist, wird die Erkrankung oft immer noch zu spät entdeckt. Dies geht mit einem Verlust an Lebenszeit und -qualität einher. „Mit dem heute möglichen Therapiemanagement könnte die Morbidität und Mortalität der PAH noch niedriger liegen“, so Prof. Dr. med. Marius M. Hoeper, MHH, Hannover anlässlich des Symposiums von Actelion beim 60. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) in München. Weiterhin gelte es die Diagnose einer PAH so früh wie möglich zu stellen und bei Anfangssymptomen wie Dyspnoe und rascher Erschöpfbarkeit noch genauer hinzuschauen, wie Prof. Dr. med. Hanno Leuchte, Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität München betonte. „Risikopatienten wie z.B. Patienten mit systemischer Sklerose (SSc) sollten ein regelmäßiges Screening erhalten, um eine assoziierte PAH frühzeitig zu detektieren und zu behandeln“, erläuterte PD Dr. med. Tobias Lange, Universitätsklinikum Regensburg. Experten sind sich einig, dass eine raschere Diagnose, die regelmäßige Risikoeinstratifizierung [1,2] der Patienten hinsichtlich der zu erwartenden 1-Jahres-Mortalität und der frühzeitige und konsequente Einsatz der verfügbaren Therapieoptionen Standard des PAH-Managements werden müssen, um das Outcome weiter zu verbessern. Dies schließt die Kombination von zwei oder drei Wirkstoffklassen, wie sie in den Leitlinien [2] empfohlen wird, mit ein. Infrage kommen hierfür z.B. Phosphodiesterase(PDE)5-Hemmer, Stimulatoren der löslichen Guanylatzyklase, duale orale Endothelin-Rezeptor-Antagonisten (ERA) wie Macitentan und der orale Prostacyclin-Rezeptor-Agonist Selexipag.

Kongress der DGP 2019

Mit neuen Therapiekonzepten NSCLC-Patienten individuell behandeln

Grenzach-Wyhlen (14. März 2019) – Ganz im Zeichen personalisierter Medizin beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) stand das Symposium der Roche Pharma AG auf dem diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V. (DGP) in München. Bereits heute kann mit Tecentriq® ▼(Atezolizumab) und Alecensa® ▼(Alectinib) die First-Line-Therapie des NSCLC deutlich individualisiert werden. So führt die Hinzunahme von Tecentriq zu Avastin® (Bevacizumab) und Chemotherapie bei NSCLC-Patienten mit nicht-plattenepithelialer Histologie zu einem signifikanten und klinisch bedeutsamen Überlebensvorteil.1 Besonders deutlich profitieren Patienten mit Lebermetastasen und Patienten mit EGFR-Mutation, letztere nach Versagen entsprechender zielgerichteter Therapien.2,3 Die Kombinationstherapie ist nun in der EU für die First-Line-Therapie zugelassen.4 Beim ALK-positiven NSCLC hat sich Alecensa innerhalb kürzester Zeit als neuer Standard für die First-Line etabliert: Hier verlängert Alecensa das progressionsfreie Überleben (PFS) der Patienten auf fast drei Jahre.5-7 Eine vielversprechende personalisierte Therapie stellt zudem die in fortgeschrittener Entwicklung befindliche Prüfsubstanz Entrectinib für Patienten mit NTRK- und ROS1-positivem NSCLC in Aussicht.

Neuro-Musiktherapie

Mit Tönen gegen das Tönen – Musiktherapie bei akutem Tinnitus

  • Studienergebnisse von Heidelberger Forschern bestätigen, dass die Behandlung durch Neuro-Musiktherapie auch im Akutstadium eines Tinnitus Erfolg verspricht

Heidelberg (12. März 2019) - Tinnitus ist die Wahrnehmung eines störenden Tones oder eines unangenehmen Rauschens ohne äußere Schallquelle. Von einem akuten Tinnitus spricht man, wenn der Tinnitus noch nicht länger als drei Monate besteht. Ohrgeräusche gehören mittlerweile zu den häufigsten Symptomen im HNO-medizinischen Bereich. Für die Behandlung des akuten Tinnitus gibt es derzeit nur wenige wissenschaftlich überprüfte Therapiemöglichkeiten. Das Therapiespektrum wurde nun um die Neuro-Musiktherapie erweitert.

Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK)

Vorhofflimmern rechtzeitig erkennen dank Smartwatch

Berlin (12. März 2019) - Vorhofflimmern kann von kommerziell erhältlichen Smartwatches korrekt erkannt werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Wissenschaftlern des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) an der Universitätsmedizin Greifswald und Wissenschaftlern des Universitätsspitals Basel. Zukünftig könnten elektronische Armbanduhren daher eingesetzt werden, um den Herzrhythmus von Patienten mit einem erhöhten Risiko bequem und regelmäßig zu überwachen. Vorhofflimmern könnte so früher entdeckt und dadurch das Risiko für einen Schlaganfall deutlich reduziert werden.

63. Jahrestagung der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung

Ein Jahr Blutungsprophylaxe mit Hemlibra: 
Bispezifischer Antikörper eröffnet neue Dimension bei der Behandlung von Hämophilie A

  • Hocheffizienter Blutungsschutz in HAVEN-Studienprogramm bestätigt
  • HAVEN 3: Drei von vier Kindern erleiden keine einzige behandlungsbedürftige Blutung
  • Positives Sicherheitsprofil: Chirurgische Eingriffe unter Hemlibra-Prophylaxe gut handhabbar

Berlin (1. März 2019) - Der bispezifische monoklonale Antikörper Hemlibra®▼(Emicizumab) ermöglicht Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Hämophilie A eine hoch effektive Blutungsprophylaxe. Nach aktuellen Daten aus dem HAVEN-Studienprogramm lässt sich die Blutungskontrolle bei Patienten mit Hämophilie A ohne Inhibitoren gegen Gerinnungsfaktor VIII im Vergleich zur Prophylaxe mit einem Faktor VIII-Präparat signifikant und klinisch relevant verbessern. Dabei hat Hemlibra in den HAVEN-Studien den Vorteil einer anwenderfreundlichen subkutanen Injektion in ein, zwei und vierwöchentlichem Intervall unter Beweis gestellt. In Übereinstimmung mit den HAVEN-Studien, haben im ersten Jahr klinische Erfahrungen das gute Sicherheitsprofil der Antikörper-Prophylaxe bestätigt. Vor diesem Hintergrund haben HämophilieBehandler bei der 63. Jahrestagung der Gesellschaft für Thrombose und Hämatoseforschung (GTH) positive Bilanz gezogen: „Emicizumab kann die Routineprophylaxe von Patienten mit Hämophilie A unabhängig von der Anwesenheit von Inhibitoren deutlich verbessern,“ kommentierte Prof. Dr. Johannes Oldenburg, Leiter klinische Prüfung der HAVEN 1-Studie und Leiter des Hämophilie-Zentrums am Universitätsklinikum Bonn.  

sobi bewegtHämophilie: Auf die Gelenkgesundheit kommt es an

  • Moderne Therapien können die Gesundheit und Funktion der Gelenke erhalten und so langfristig ein aktives Leben ermöglichen

München (28. Februar 2019) -- Geschnitten, gestürzt, gestoßen: Bei gesunden Menschen blutet es kurz, dann ist alles wieder gut. Für Patienten mit Hämophilie, im Volksmund Bluterkrankheit, sieht das anders aus. Ihre Blutgerinnung ist gestört, durch einen Mangel an Gerinnungsfaktoren bluten sie einfach weiter. Besonders die Gelenke sind betroffen und schon eine Gelenkblutung kann zu einer langfristigen Schädigung des betroffenen Gelenks führen, die eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität mit sich bringt. Erste Therapien gibt es bereits seit mehr als 50 Jahren. Seit 2015 stehen moderne, länger wirksame Therapien, sogenannte Halbwertszeit-verlängerte Faktorpräparate, zur Verfügung. Sie erleichtern eine individuell angepasste Behandlung und können so nicht nur vor Gelenkblutungen schützen, sondern auch die Gelenkgesundheit erhalten und die Lebensqualität verbessern.

Elocta® bewegt Patienten mit Hämophilie A

Individuelle Therapie mit natürlichem Fc-Fusionsprotein kann die Gelenkgesundheit und Lebensqualität verbessern

München (28. Februar 2019) -- Gelenkblutungen sind eine der größten Herausforderungen für Patienten mit Hämophilie A, denn bereits eine Einblutung kann zu bleibenden Schäden am betroffenen Gelenk führen.1,2 Ein früher Prophylaxebeginn ist daher entscheidend, um die Gelenkgesundheit zu erhalten.3,4 Eine prophylaktische Behandlung mit Elocta® (Efmoroctocog alfa), einem natürlichen Faktor-VIII-Fc-Fusionsprotein mit verlängerter Halbwertszeit, kann langfristig vor Gelenkblutungen schützen und die Gelenkgesundheit selbst bei schweren Schäden verbessern.1,3,5,6  So kann die Aktivität gefördert und die Lebensqualität der Patienten gesteigert werden.7,8

Wenn Rheuma das Innenohr schädigt

Berlin (27. Februar 2019) -- Entzündlich rheumatische Erkrankungen, unter denen in Deutschland anderthalb Millionen Menschen leiden, greifen nicht nur die Gelenke an. Zu den wenig bekannten Folgen gehören auch Schäden am Innenohr. Bei einigen Rheuma-Formen kann es sogar zum plötzlichen Hörverlust kommen, wie ein Rheuma-Experte der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh) anlässlich des Welttags des Hörens erklärt.

Robert Koch InstitutRobert Koch-Institut

Auswertung von Antibiotika-Resistenz und -Verbrauch

Berlin (7. Februar 2019) - Mit der Anti­biotika-Resistenz-Surveil­lance (ARS) und der Antibiotika-Verbrauchs-Surveil­lance (AVS) sind zwei Surveillance­systeme im Sinne der Deut­schen Anti­biotika­resis­tenz­stra­tegie DART am RKI eta­bliert, seit 2008 bzw. 2014. Teil­nehmer sind bei ARS Labo­rato­rien und bei AVS Kran­ken­häuser. Kran­ken­häusern kommt eine beson­dere Be­deu­tung für die Um­setzung von Antibiotic Stewardship-Maß­nahmen zu. Sie sind nach § 23 Abs. 4 Infek­tions­schutz­gesetz auf­gefordert "[…] Art und Um­fang des Anti­biotika-Ver­brauchs fort­laufend in zu­sammen­gefasster Form [aufzu­zeichnen], unter Berück­sich­tigung der lokalen Resis­tenz­situation [zu bewerten] und sach­gerechte Schluss­folge­rungen [zu ziehen] […]". Die ge­for­derte Zu­sammen­schau der Daten zu Anti­biotika-Ver­brauch und -Resis­tenz ist eine Heraus­forderung. Sie ist mit den Daten aus AVS und ARS möglich, konnte jedoch bisher nicht stan­dar­disiert durch­geführt wer­den. Im Epi­demio­logischen Bul­letin 6/2019 stellen RKI-Wissen­schaft­ler ARVIA vor, die "ARS und AVS inte­grierte Ana­lyse". ARVIA steht nach einer Pilot­phase seit Anfang 2019 allen Kranken­häusern zur Ver­fügung.

Für Vergleich mit bisheriger risikobasierter Strategie fehlen aussagekräftige Studien

B-Streptokokken-Test für Schwangere:
Vorteil von universellem Screening weiter unklar

Köln (5. Februar 2019) - Streptokokken der serologischen Gruppe B sind weit verbreitete Bakterien, die aber meist unbemerkt bleiben. Das gilt auch für die knapp 20 % der Schwangeren, bei denen Scheide oder Anus besiedelt sind. Ein Risiko sind die Bakterien aber für die Babys: Stecken sie sich bei der Geburt an, kann das im schlimmsten Fall eine Blutvergiftung oder eine Hirnhautentzündung auslösen. Um dem vorzubeugen, bekommen Schwangere, bei denen bestimmte Risikofaktoren vorliegen, kurz vor der Geburt Antibiotika (Risiko-Strategie). Allerdings ist auch ein Test auf dem Markt, den man allen Schwangeren anbieten könnte (Test-Strategie). Damit könnte man auch diejenigen Schwangeren finden, die keinen Risikofaktor, aber dennoch B-Streptokokken aufweisen.