Medizin

Abschlussbericht zu Biologika bei Rheuma

Evidenzlage deutlich verbessert – noch immer fehlen aber Direktvergleiche

  • Biologika werden immer noch zu kurz und zu oft gegen Placebos getestet, was Vergleiche untereinander erschwert. Dennoch gibt es, auch dank Zusatzangaben der Hersteller, neue Erkenntnisse
  • Nur wenige Unterschiede zwischen den Wirkstoffen nachweisbar

Köln (17. September 2019) -- Im Sommer 2018 legte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) seinen Vorbericht zur Nutzenbewertung von biotechnologisch hergestellten Wirkstoffen – sogenannten Biologika – in der Rheuma-Therapie vor und bat um Stellungnahmen. Jetzt wurde der umfangreiche Abschlussbericht veröffentlicht. Danach fehlen nach wie vor Langzeituntersuchungen und vor allem Studien, in denen mindestens zwei der neun zu bewertenden Wirkstoffe gegeneinander getestet wurden – und das, obwohl Biologika seit nunmehr fast zwei Jahrzehnten auf dem Markt sind und an potenziellen Studienteilnehmern kein Mangel herrscht. Dennoch gibt es wichtige neue Erkenntnisse, nicht zuletzt, weil Hersteller dem IQWiG auf Anfrage weitere Auswertungen älterer Studien übermittelt haben.

IQWiG

HTA im europäischen Verbund:
Osteoporose-Screening ohne Nutzenbeleg

  • HTA im europäischen Verbund - Osteoporose-Screening ohne Nutzenbeleg
  • Erstmals bewertet ein IQWiG-Team für das europäische Netzwerk EUnetHTA federführend eine Gesundheitstechnologie. Demnach ist der Nutzen eines Osteoporose-Screenings nicht belegt

Köln (17. September 2019) -- Voneinander lernen und voneinander profitieren: Das ist die Grundidee des European Network for Health Technology Assessment (EUnetHTA). Ziel der Kooperation ist es, grenzüberschreitend die wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit der europäischen HTA-Agenturen zu fördern (HTA = Health Technology Assessment = Gesundheitstechnologie-Bewertung). Dabei geht es auch darum, unnötige doppelte Arbeit zu vermeiden. Denn nicht zu jeder diagnostischen oder therapeutischen Intervention muss in jedem Land ein eigener HTA-Bericht erstellt werden. HTA-Berichte aus anderen europäischen Ländern oder auch gemeinsam von einzelnen HTA-Agenturen erstellte Bewertungen können gegebenenfalls auch in anderen Ländern als Grundlage für Erstattungsentscheidungen verwendet werden. Die EU-Kommission strebt an, hierfür bald gesetzliche Grundlagen zu schaffen.

NeonatologieRKI

Kolonisationsscreening in neonatologischen Intensivstationen

Berlin (12. September 2019) -- Seit 2012 empfiehlt die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention ein wöchentliches Kolonisationsscreening in neonatologischen Intensivstationen. Im Epidemiologischen Bulletin ist in der Ausgabe 37/2019 ein Beitrag über die Ergebnisse einer Befragung von neonatologischen Intensivstationen zur Umsetzung dieser Empfehlung erschienen. Diese erste Übersicht zur Praxis des Kolonisationsscreenings in neonatologischen Intensivstationen in Deutschland zeigt Möglichkeiten der kontinuierlichen Verbesserung. Die Autorinnen und Autoren des Beitrags aus dem Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg, und der Universitätskinderklinik Lübeck diskutieren auch den Nutzen des Screenings im Hinblick auf die Late-onset Sepsis, eine schwer­wiegende Kompli­kation auf neonatologischen Intensivstationen mit erheblicher Morbidität, Mortalität und negativen Langzeitfolgen für die Entwicklungsprognose von intensivmedizinisch behandelten Früh- und Neugeborenen.

nahrungsmittelallergienNahrungsmittelallergien

Erkenntnisse zur Entstehung der Nahrungsmittel-induzierten Darmentzündung

Langen (12. September 2019) -- Allergien und ihre Behandlung sind ein Forschungsschwerpunkt im Paul-Ehrlich-Institut (PEI). Nun haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des PEI die Nahrungsmittelallergie-induzierte Darmentzündung (Allergische Enteritis) ins Visier genommen, die bisher wenig erforscht ist, und aktuelle Forschungsergebnisse publiziert.

Bayer LogoBepanthen® Wund- und Heilsalbe unterstützt Therapie bei aktinischen Keratosen

  • Therapie der aktinischen Keratose erfolgt häufig mit ablativen Laserverfahren1
  • Bepanthen® Wund- und Heilsalbe fördert die Wundheilung nach einer Lasertherapie stärker als Vaseline und wirkt antiinflammatorisch.2
  • Dieses Ergebnis steht im Einklang mit vielseitigen Untersuchungen an Hautmodellen.3

Leverkusen (9. September 2019) – Derzeit werden in Deutschland etwa 1,7 Millionen Menschen aufgrund einer aktinischen Keratose behandelt. Man geht davon aus, dass diese Zahl in den nächsten Jahren entsprechend der demografischen Entwicklung weiter ansteigen wird.1

Novartis logo47. Kongress der deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh)

Neue Daten zu Novartis Ilaris® zeigen Wirksamkeit bei Colchicinresistentem FMF und bei SJIA

  • Bei familiärem Mittelmeerfieber (FMF) reicht die Standardtherapie Colchicin bei 5 bis 10 % der Patienten nicht aus1; bei diesen Patienten zeigte Canakinumab (Ilaris®) eine hohe Wirksamkeit und gute Verträglichkeit.2,3
  • Patienten mit systemischer juveniler idiopathischer Arthritis (SJIA) können trotz Reduktion der Canakinumab-Dosis eine dauerhafte Krankheitskontrolle erreichen.4

Dresden/Nürnberg (9. September 2019) – Bei seltenen autoinflammatorischen Erkrankungen wie dem familiären Mittelmeerfieber (FMF) und systemischer juveniler idiopathischer Arthritis (SJIA) ist eine möglichst frühe Diagnose und gezielte Therapie wichtig, um Langzeitschäden und lebensgefährliche Risiken zu vermeiden. Für beide Erkrankungen, die auf einer übermäßigen Produktion des proinflammatorischen Zytokins Interleukin-1β (IL1β) beruhen, wurden im Rahmen des 47. Kongresses der deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) in Dresden jetzt aktuelle Daten vorgestellt.4,5

roeteln standardsPEI engagiert sich im Verbund mit WHO für zuverlässige Teststandards

Rötelndiagnostik

Langen (9. September 2019) -- Weltweit eingesetzte Referenzpräparate (Internationale Standards) sind unentbehrlich für zuverlässige diagnostische Tests. Eine internationale Expertengruppe hat den bisher verwendeten Internationalen Standard für die Diagnostik von Röteln unter die Lupe genommen. Über die Ergebnisse berichtet The Lancet Infectious Diseases in seiner Online-Ausgabe vom 06.09.2019.

Bionische Prothese mit Sensoren

Beinprothese mit Gespür verbessert die Gesundheit

Zürich, Schweiz (9. September 2019) -- Erstmals spüren zwei Personen mit Beinamputation oberhalb des Knies ihren künstlichen Fuss und ihr künstliches Bein in Echtzeit. Ermöglicht wird dies durch eine neuartige bionische Prothese mit Sensoren, die mit den Nerven im Oberschenkel verbunden sind. Dank dem Neurofeedback haben die Prothesenträger ein höheres Vertrauen in die künstliche Gliedmasse, das Gehen ist für sie körperlich und mental weniger anstrengend, und sie leiden weniger unter Phantomschmerzen.

Picato® (Ingenolmebutat)

Überprüfung des Risikos für die Entstehung von Hautkrebs

Bonn (6. September 2019) -- Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) überprüft Daten zur Auslösung von Hautkrebs bei Patienten, die Picato® (Ingenolmebutat), ein Gel zur Behandlung von aktinischen Keratosen, angewendet haben. Die aktinische Keratose ist eine Hauterkrankung, die durch zu viel Sonnenlicht verursacht wird. Auslöser für die Überprüfung waren Daten aus mehreren Studien, die eine höhere Anzahl von Hautkrebsfällen, einschließlich Plattenepithelkarzinomen, bei Patienten, die mit Picato® behandelt wurden, zeigten.

Novartis logo47. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh)

Cosentyx® effektiv bei Biologika-naiven Patienten im Praxisalltag,
auch bei komorbiden und vorbehandelten Patienten wirksam

  • Komorbidität, etwa Depressionen oder kardiovaskuläre Erkrankungen, kommen im Praxisalltag bei Patienten mit Psoriasis-Arthritis (PsA) und ankylosierender Spondylitis (AS) häufig vor.
  • Cosentyx® (Secukinumab) ist bei PsA- und AS-Patienten unter Alltagsbedingungen gut wirksam und verträglich und reduziert Haut- und Gelenkbeschwerden.
  • Ein Großteil der Patienten der AQUILA-Studie verblieb im Behandlungsalltag über die gesamte Studiendauer von einem Jahr auf Secukinumab.

Nürnberg/Dresden (5. September 2019) — Aktuelle, im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) präsentierte Ergebnisse einer Interimsanalyse der nicht-interventionellen AQUILA-Studie zeigen, dass extraartikuläre Manifestationen und Komorbidität unter Patienten mit PsA und AS keine Seltenheit sind. Im Behandlungsalltag sind besonders Depressionen (15,4% PsA, 15,4% AS), koronare Herzerkrankung (3,5% bzw. 7,9%) und Uveitis (1,7% bzw. 6,4%) verbreitet. Mehr als jeder 10. AS-Patient leidet zudem auch unter Psoriasis.1 

Kardiologie

Antidiabetikum erweist sich als hochwirksames Herzinsuffizienz-Medikament

Düsseldorf (5. September 2019) – Die eigentlich zur Therapie des Typ 2-Diabetes entwickelten SGLT 2-Hemmer reduzieren kardiovaskuläre Todesfälle, Krankenhausaufnahmen wegen einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz, die Gesamtsterblichkeit und verbessern die Lebensqualität bei chronischer Herzmuskelschwäche. Dies zeigt die aktuelle DAPA HF-Studie, die während des Kongresses der europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in Paris vorgestellt wurde.

47. Kongress der DGRh, 33. Jahrestagung der DGORh, 29. Jahrestagung der GKJR

Axiale Spondyloarthritis und Morbus Bechterew:
Aktualisierte Leitlinie hilft, Menschen mit Rheuma unter Rückenschmerzpatienten schneller zu erkennen

Berlin/Dresden (5. September 2019) – Bei der axialen Spondyloarthritis (SpA), bekannt unter dem Namen Morbus Bechterew, handelt es sich um eine entzündliche Wirbelsäulenerkrankung aus dem rheumatischen Formenkreis. Aufgrund ihrer unspezifischen Symptome bleibt sie besonders in ihrer frühen Form häufig lange unerkannt. Die aktualisierte S3-Leitlinie „Axiale Spondyloarthritis inklusive Morbus Bechterew und Frühformen“ soll nun dazu beitragen, den Zeitraum bis zur Diagnose weiter zu verkürzen. Durch einen schnellen Therapiebeginn können die rheumatischen Symptome frühzeitig gelindert und die Verknöcherung der Wirbelsäule so lange wie möglich hinausgezögert werden. Einen Überblick über die aktualisierte Leitlinie und ihre Auswirkungen auf die Behandlung gaben Experten auf der heutigen Pressekonferenz in Dresden anlässlich des Rheuma-Kongresses.

NovoNordisk LogoHämophilie

Esperoct® – der neue langwirksame Faktor VIII für dauerhaft hohen Schutz bei Hämophilie A

Frankfurt (3. September 2019) – Gute Nachrichten für Menschen mit Hämophilie A: Ab sofort steht Esperoct® (Turoctocog alfa pegol), der neue langwirksame rekombinante Faktor VIII (rFVIII) von Novo Nordisk, zur Behandlung und Prophylaxe von Blutungen bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahre mit Hämophilie A (angeborener FVIII-Mangel) zur Verfügung.1 Durch die Glykopegylierung des rFVIII weist Turoctocog alfa pegol ein verbessertes pharmakokinetisches Profil mit einer verlängerten Halbwertszeit auf. Esperoct® stellt für Menschen mit Hämophilie A eine neue Therapieoption mit einem einfachen Therapieschema dar.

ipms ultraschall erleichtert die diagnose von mittelohrentzuendungenMikroelektromechanische Systeme

Ultraschall erleichtert die Diagnose von Mittelohrentzündungen

Dresden (2. September 2019) – Mittelohrentzündungen lassen sich künftig schnell und zuverlässig erkennen – ein neuartiger Ultraschallwandler von Fraunhofer-Forscherinnen und -Forschern macht es möglich. Ein US-amerikanisches Unternehmen und das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS arbeiten an der Entwicklung und Anwendung dieser Technologie. Integriert in ein Otoskop hilft sie Ärzten bei der Entscheidung, ob die Gabe von Antibiotika wirklich notwendig ist.

Levosert Hand offen7166Intrauterines Wirkstofffreisetzungssystem Levosert®

Signifikanter Preisvorteil und Doppelindikation

Köln (26. August 2019) – Das intrauterine Wirkstofffreisetzungssystem (IUS) Levosert® der Gedeon Richter Pharma GmbH ist eine besonders günstige Alternative in der Langzeitverhütung. Levosert® ist nicht nur ein effektives Kontrazeptivum, sondern auch bei starken Menstruationsblutungen indiziert.
Das Levonorgestrel (LNG)-freisetzende System Levosert® überzeugt mit seinem sehr günstigen Preis von rund 128 Euro. Umgerechnet auf den Monat liegen die Kosten für Anwenderinnen bei etwa 2,13 Euro über die gesamte 5-jährige Liegedauer.1 Für Ärzte bietet die 5er-Packung mit einem Apothekenverkaufspreis (AVP) von 516,20 Euro – das entspricht 103,24 Euro pro IUS – eine gleichermaßen günstige Verordnungsoption.

NekrotisierendeFasciitisNekrotisierende Fasziitis

Schnellere Diagnose für Erreger der nekrotisierenden Fasziitis

Braunschweig (26. August 2019) -- Schwere Infektionen durch „fleischfressende“ Bakterien machen zunehmend Schlagzeilen. Dahinter steckt das Krankheitsbild der nekrotisierenden Fasziitis (necrotizing soft tissue infections). Diese seltenen Infektionskrankheiten verursachen dramatische Gewebezerstörungen. Den Patienten müssen oft Gliedmaßen amputiert werden oder sie versterben, bevor eine passende Therapie gefunden wird. Der rasante Krankheitsverlauf, verschiedene bakterielle Erreger und deren zunehmende Antibiotikaresistenz machen eine Schnelldiagnostik nötig. Forscher des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) erlangten jetzt mithilfe modernster Methoden erstmals Einblicke in die Zusammensetzung der Erreger der oft durch bakterielle Mischinfektionen verursachten Krankheit. Zudem konnten sie die am Infektionsort ablaufenden Prozesse besser charakterisieren und Unterschiede in der Wirtsantwort in Abhängigkeit vom Erregerspektrum beobachten. Damit gelang es, potenzielle Biomarker für die durch Einzelerreger wie Streptococcus pyogenes oder bakterielle Mischinfektionen verursachte nekrotisierende Fasziitis zu identifizieren. Diese neuen Biomarker könnten zukünftig in der klinischen Anwendung eine schnellere Diagnostik der Erreger und damit eine zugeschnittene Therapie ermöglichen. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher jetzt im renommierten Fachjournal Nature Communications.

Schnellere Dünndarm Diagnose dank KamerapilleSchnellere Dünndarm-Diagnose dank Kamerapille

  • Größerer Bildausschnitt, schärfere Bilder und eine effizientere Bildauswertung – das verspricht eine vom Fraunhofer IZM entwickelte Endoskopie-Kapsel zur detaillierten Untersuchung des Dünndarms

Berlin (23. August 2019) -- 2001 wurde der menschliche Dünndarm zum ersten Mal mit einer Kapselendoskopie untersucht: Der Patient schluckte eine Pille, in der sich eine Mikrokamera verbarg. Bei ihrer Reise durch den Körper schoss die Kamera Tausende von Fotos vom Dünndarm, der mit seinen verschlungenen sechs Metern Länge bis dahin unerreichbar für eine Untersuchung war. Heute ist eine bildgebende Analyse des Dünndarms mit Hilfe der Kapselendoskopie etabliert, und es gibt verschiedene Kapsel-Technologien auf dem Markt.

STIKO

Neue Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission

Berlin (22. August 2019) -- Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat ihre neuen Impfempfehlungen im Epidemiologischen Bulletin 34/2019 veröffentlicht. Die wesentliche Neuerung ist bereits in der Ausgabe 50/2018 veröffentlicht worden: Die STIKO empfiehlt allen Personen ab 60 Jahre die Gürtelrose-Schutzimpfung mit einem sogenannten Totimpfstoff als Standardimpfung. Personen mit einer Grundkrankheit oder Immunschwäche sollen sich bereits ab 50 Jahren impfen lassen (Indikationsimpfung).

Schadensminimierung bei Gefangenen in Europa

Ansteckungsraten in Gefängnissen können reduziert werden

  • HIV/AIDS und Hepatitiden eindämmen

Frankfurt am Main (22. August 2019) -- Infektionskrankheiten sind unter Gefangenen überrepräsentativ häufig verbreitet. Gefängnisse gelten als Katalysatoren für die Übertragung von HIV/AIDS und Hepatitis B/C. Oft geht dieses Problem mit der Drogenabhängigkeit der Gefangenen einher. Deshalb untersuchte Prof. Dr. Heino Stöver, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Suchtforschung (ISFF) der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS), mit seinem Team Ansätze der Schadensminimierung (Harm Reduction) in Gefängnissen. Das Forschungsteilprojekt „Harm reduction and continuity of care in prisons“ des ISFF war eines von acht Arbeitspaketen des Projekts „The Joint Action on HIV and Co-infection Prevention and Harm Reduction (HA-REACT)“ der Europäischen Union. „Die Projektergebnisse werden von vielen Justizministerien, Gefängnisbehörden und Nicht-Regierungsorganisationen für eine Reform der gesundheitlichen Versorgungsstrukturen von Gefangenen genutzt“, freut sich Projektleiter Stöver.

Lungenärzte begrüßen Gesetzesentwurf zur Versorgung von Beatmungspatienten

Weg vom Beatmungsgerät

Berlin (21. August 2019) – Mit dem Gesetzesentwurf zum „Reha- und Intensivpflege-Stärkungsgesetz“ will Gesundheitsminister Jens Spahn die Versorgung der Betroffenen deutlich verbessern und die Fehlentwicklungen und Fehlanreize der letzten Jahre korrigieren. Der Gesetzesentwurf folgt weitestgehend den Forderungen der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP). Die DGP hatte sich für eine nachhaltige Änderung der Versorgungsstruktur von intensivpflegebedürftigen Langzeitbeatmeten sowohl im stationären und als auch im ambulanten Sektor stark gemacht, um unnötige Beatmungen zu vermeiden, die dem Patienten entscheidende Lebensqualität nimmt und das Gesundheitssystem wirtschaftlich stark belastet. Den neuen Gesetzesentwurf begrüßen die DGP sowie der Verband pneumologischer Kliniken e.V. (VPK) und fordern seine schnelle Umsetzung.

Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh)

Risiko Lebendimpfstoff -
Worauf Rheumapatienten bei Impfungen achten müssen

Berlin (16. August 2019) -- Impfungen sind für Rheuma-Patienten besonders wichtig, weil die Krankheit selbst und deren Behandlung die Immunabwehr gegen Bakterien und Viren schwächen. Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) begrüßt deshalb, dass ein Expertenteam auf Initiative der Ständigen Impfkommission (STIKO) Anwendungshinweise für Menschen mit Autoimmunerkrankungen veröffentlicht hat, zu denen auch Rheuma und andere chronisch-entzündliche Erkrankungen gehören.

Neue Leitlinie zu Virusinfektionen bei Organ- und allogen Stammzelltransplantierten

Freiburg (15. August 2019) – Patienten, die eine Organ- oder allogene Stammzelltransplantation erhalten haben, sind durch die in der Folge notwendige Immunsuppression besonders anfällig für virale Infektionen, die bei ihnen zudem oft schwerer verlaufen. Die Gesellschaft für Virologie (GfV) und die Deutsche Vereinigung zur Bekämpfung von Viruskrankheiten (DVV) haben in Kooperation mit 18 weiteren wissenschaftlich-medizinischen Fachgesellschaften den aktuellen Erkenntnisstand zu Diagnose, Prävention und Behandlung von Virusinfektionen bei Organ- und Stammzelltransplantierten nun in einer Leitlinie zusammengefasst. Die Empfehlungen richten sich an sämtliche stationär und ambulant tätigen Ärzte, die an der Versorgung von Patienten vor und nach Organ- und allogenen Stammzelltransplantationen beteiligt sind.

G-BA: Disease-​Management-Programme

Depressionen können zukünftig in Disease-​Management-Programmen behandelt werden

Berlin (15. August 2019) – Patientinnen und Patienten, die an wiederkehrenden oder lang andauernden Depressionen leiden, können zukünftig in einem strukturierten Behandlungsprogramm (Disease-​Management-Programm, DMP) behandelt werden. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am Donnerstag in Berlin die Details zur inhaltlichen Ausgestaltung des neuen DMP beschlossen. Hierbei geht es um die Festlegung der Zielgruppe des Behandlungsangebots, die Therapieziele und -​planung sowie Empfehlungen für die therapeutischen Maßnahmen. Patientinnen und Patienten können sich in das Programm einschreiben lassen, nachdem die gesetzlichen Krankenkassen mit Ärztinnen und Ärzten und/oder Krankenhäusern Verträge zur praktischen Umsetzung des DMP abgeschlossen haben.

Blut ist dicker als Wasser – und strömt daher anders

Bremen (9. August 2019) -- Die Art und Weise, wie Blut durch die Gefäße strömt, spielt eine wesentliche Rolle bei der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, etwa Thrombosen und Arteriosklerose. Allerdings sind die physikalischen Grundlagen des Blutstroms kaum bekannt. Blut ist heterogener als Wasser und wird von einer Pumpe, dem Herzen, angetrieben, es pulsiert. Bisherige Experimente zum Strömungsverhalten basieren aber in der Regel auf Wasser, das sich gleichförmig bewegt. Ein interdisziplinäres Team aus der Physik, den Ingenieurswissenschaften und der Medizin will diese Wissenslücke nun schließen – mit dabei ist das Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) der Universität Bremen.

GonokokkenRKI

Gonorrhö im Epidemiologischen Bulletin

Berlin (8. August 2019) -- Die Resistenzentwicklung bei Neisseria gonorrhoeae und die damit verbundene Gefahr eines kaum therapierbaren, hochresistenten Erregers ist ein globales Problem. Im Epidemiologischen Bulletin 32/33 2019 wird über eine urogenitale Gonorrhö mit einer besonders problematischen Resistenzeigenschaft berichtet, einer "high-level-Azithromycin-Resistenz". Das Resümee der Autorinnen und Autoren, unter anderem vom Konsiliarlabor (KL) für Gonokokken am Vivantes Klinikum Neukölln und vom Robert Koch-Institut: "Unerlässlich ist eine Testung der Antibiotika-Empfindlichkeit, um vorhandene Resistenzen aufzuspüren … Eine Therapieerfolgskontrolle sollte stets erfolgen. … Fälle von ungewöhnlicher Resistenz und Therapieversagen sollten daher zeitnah an das KL für Gonokokken und das RKI gemeldet werden." Konsiliarlabor und RKI arbeiten seit 2013 im Gonokokken-Resistenz-Netzwerks GORENET gemeinsam mit Laboren aus ganz Deutschland zusammen, um die Resistenzsituation der Gonorrhö in Deutschland möglichst aussagekräftig abzubilden.

E-Autos, Smartphones und Co.

Welche Geräte stören Funktionen von Herzschrittmachern und implantierten Defibrillatoren?

Düsseldorf (7. August 2019) – Können elektromagnetische Felder, die durch Geräte in unserem privaten und beruflichen Alltag entstehen, Herzrhythmusimplantate wie Herzschrittmacher und implantierte Defibrillatoren stören? Und wie gefährlich sind diese Einflüsse? Diese Fragen stellen Herzpatienten sich und ihren Ärzten häufig. Eine Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) und der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) fasst die aktuelle Studienlage zu dem Thema zusammen und spricht Empfehlungen für den Umgang mit unterschiedlichen elektronischen Geräten aus.