Medizin

Onkologie

Rückgang fortgeschrittener Stadien und der Sterblichkeit bei Brustkrebs
nach Einführung des Mammographie-Screenings

Lübeck (20. November 2019) -- Studie zeigt positive Effekte des Mammographie-Screenings - Im Jahr 2005 wurde in Deutschland für Frauen im Alter von 50-69 Jahren ein flächendeckendes Mammographie-Screening zur frühen Brustkrebsentdeckung eingeführt. Bislang war unklar, ob dieses Screening die Brustkrebssterblichkeit senkt.

Bundesarbeitsgemeinschaft der Träger psychiatrischer Fachkrankenhäuser (BAG Psychiatrie)

Neue Richtlinie zur Personalausstattung in der Psychiatrie und Psychosomatik (PPP-RL) fördert Rückschritt statt Fortschritt

München (20. November 2019) -- „Die aktuelle Personal-Richtlinie (PPP-RL) des GBA mit ihren Umsetzungsvorschriften ist ein erschreckender Rückschritt in eine institutionell geprägte Psychiatrie. Die Erkenntnisse aus den bundesweiten Modellprojekten, die für eine individuelle, bedarfsorientierte und flexible Behandlung von Menschen mit psychischen Erkrankungen sprechen, werden vollständig ignoriert. Das muss dringend korrigiert werden!“ (Dr. Margitta Borrmann-Hassenbach Vorsitzende und Martina Wenzel-Jankowski, Vorstand BAG Psychiatrie)

Aktuelle Studienergebnisse zu Rheuma und Übergewicht

Zu viele Kilos hemmen die Wirkung von Medikamenten

Berlin (20. November 2019) – Menschen mit starkem Übergewicht erkranken nicht nur häufiger an einer rheumatoiden Arthritis, bei ihnen wirken auch viele Rheumamedikamente weniger gut. Nach einer aktuellen Analyse von Daten des Patientenregisters „RABBIT“, die heute in der Fachzeitschrift Rheumatology veröffentlicht wird, sind darunter auch einige Biologika, die gezielt Entzündungsprozesse stoppen sollen. Botenstoffe aus den überflüssigen Fettzellen scheinen für die schlechtere Wirkung der Medikamente verantwortlich zu sein. Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh) rät übergewichtigen Patienten deshalb, begleitend zu einer Therapie mit einer Ernährungsumstellung zu beginnen und Gewicht abzunehmen. Darüber hinaus betont die DGRh die wichtige Rolle einer angemessenen Versorgung von Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen.

Robert Koch-Institut

Antibiotikaresistenzen in Deutschland

Berlin (19. November 2019) -- Von 18. bis 24. November ist Welt-Antibiotikawoche. Sie zielt jedes Jahr im November darauf ab, das globale Bewusstsein für Antibiotikaresistenzen zu schärfen und die weitere Entstehung und Verbreitung von Antibiotikaresistenzen zu vermeiden. Jeder Einsatz von Antibiotika fördert die Bildung von Resistenzen: Empfindliche Bakterien werden abgetötet – die resistenten jedoch überleben und vermehren sich weiter. Antibiotikaresistente Erreger treten daher oft dort auf, wo viele Antibiotika eingesetzt werden, in Kliniken, Arztpraxen, aber auch in der Landwirtschaft.

Robert Koch-Institut

Neue Schätzung zur Krankheitslast durch Krankenhaus-Infektionen

Berlin (15. November 2019) -- Das Robert Koch-Institut hat zusammen mit Partnern aus Berlin und Stockholm eine aktuelle Schätzung zur Krankheitslast durch im Krankenhaus erworbene (nosokomiale) Infektionen vorgelegt.

NCT 180307 0701klFamiliäres Brustkrebsrisiko

Ab wann ist eine Brustkrebsfrüherkennung sinnvoll?

Heidelberg (15. November 2019) -- Wissenschaftler haben die Daten von über fünf Millionen schwedischer Frauen ausgewertet, um herauszufinden, ab welchem Alter familiär vorbelastete Frauen mit der Früherkennung beginnen sollten. Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg konnten zeigen, wie stark das Risiko für Brustkrebs in verschiedenen Lebensaltern davon abhängt, welche und wie viele Verwandte in welchem Alter bereits an Brustkrebs erkrankt sind. Die Ergebnisse der Studie geben Ärzten und Verwandten von Brustkrebspatientinnen eine Orientierungshilfe, wann sie mit der Brustkrebsfrüherkennung beginnen sollten.

Gesellschaftlicher Lebensstil als Ursache für Adipositas bei Kindern

Neue S3-Leitlinie fordert präventive Maßnahmen

Ulm (14. November 2019) -- Egal ob Säuglinge, Kleinkinder oder Jugendliche – die Zahl der Minderjährigen, die von Übergewicht betroffen sind, hat in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen. Eine neue S3-Leitlinie zeigt nun: die Ursachen für Adipositas finden sich vor allem im Lebensstil unserer Gesellschaft. Die an der Erstellung der Leitlinie beteiligten Wissenschaftler*innen fordern daher, im Kampf gegen die Pfunde vermehrt auf verhältnispräventive statt auf verhaltenspräventive Maßnahmen zu setzen. Federführend wurde die Leitlinie von Prof. Dr. Martin Wabitsch zusammen mit Dr. Anja Moss geschrieben. Prof. Wabitsch leitet die Sektion Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie des Universitätsklinikums Ulm.

Robert Koch-Institut

Mehr Menschen mit HIV, weniger HIV-Neuinfektionen

Berlin (14. November 2019) -- Das Robert Koch-Institut hat anlässlich des kommenden Welt-AIDS-Tages im Epidemiologischen Bulletin eine umfassende Darstellung der HIV/AIDS-Situation in Deutschland veröffentlicht. Im Jahr 2018 haben sich geschätzt 2.400 Personen in Deutschland mit HIV infiziert, 2017 waren es 2.500 Neuinfektionen. Der Ausbau von zielgruppenspezifischen Testangeboten und ein früherer Behandlungsbeginn zeigen offenbar auch in Deutschland Erfolge.

Hörgeräte verdreifachen den Therapieerfolg der Heidelberger Neuro-Musiktherapie

Besseres Hören – bessere Effekte der Musiktherapie bei Tinnitus!

Heidelberg (13. November 2019) -- Seit über 10 Jahren wird die Neuro-Musiktherapie bei Tinnitus angeboten. Dieses Konzept erreicht bei ca. 75% der bislang rund 1.000 behandelten Patienten eine bis zu 5 Jahre nach Ende der Therapie stabile und klinisch relevante Reduktion der Tinnitussymptomatik. Bei rund 25% ist keine Verbesserung erreicht worden – eine mögliche Ursache könnte eine unbehandelte Schwerhörigkeit sein.

IQWiG

DMP COPD: Vorläufige Ergebnisse aus Leitlinien-Recherche zeigen Aktualisierungsbedarf

  • Aktualisierungsbedarf bei mehreren Versorgungsaspekten

Köln (12. November 2019) -- Disease-Management-Programme (DMP) werden regelmäßig dem jeweiligen Stand des medizinischen Wissens angepasst. Deshalb hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) aktuelle evidenzbasierte Leitlinien zur chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) recherchiert, deren Empfehlungen zu Kernaussagen zusammengefasst und überprüft, ob sich daraus ein Aktualisierungsbedarf für die richtlinienbezogenen Vorgaben des DMP COPD ergibt.

Experten diskutieren im Rahmen des 50. Hamburger Hämophilie Symposions über aktuelle Veränderungen in der Versorgung von Hämophilie-Patienten

Das GSAV im klinischen Alltag und aus Sicht von Beteiligten:
Eine Standortbestimmung

Berlin/Hamburg (8. November 2019) – Mit Inkrafttreten des GSAV im August diesen Jahres ändern sich Versorgungsstruktur und Vertriebswege im Bereich der Hämophilie-Behandlung. Was verändert sich durch das neue System für Patienten, Behandler und Apotheker im klinischen Alltag? Wie wird die Patientenversorgung jetzt und auch in Zukunft sichergestellt? Über die Herausforderungen, die mit diesen Veränderungen einhergehen, sprechen Experten und Patientenvertreter gemeinsam mit dem Unternehmen Takeda, das mit Shire, jetzt Teil der Takeda Group, auf mehr als 70 Jahre Erfahrung in der Hämatologie zurückblickt.

IQWiG

Früherkennung von Eierstockkrebs:
Haltlose Vorwürfe der Frauenärzte

Köln (7. November 2019) -- Die Kritik des Berufsverbands der Frauenärzte und der gynäkologischen Fachgesellschaft an der IQWiG-Gesundheitsinformation zur Früherkennung von Eierstockkrebs entbehrt jeder Grundlage. Ist eine Ultraschalluntersuchung zur Früherkennung von Eierstockkrebs sinnvoll? Über diese Frage ist zwischen der Bertelsmann-Stiftung und dem IQWiG auf der einen Seite sowie dem Berufsverband und der Fachgesellschaft der Frauenärzte auf der anderen Seite ein Streit entbrannt. Die Frauenärzte werfen dem IQWiG vor, unter gesundheitsinformation.de auf Grundlage veralteter Studien eine kritische Haltung zu der Frage einzunehmen, ob Ultraschalluntersuchungen zur Früherkennung von Eierstockkrebs sinnvoll sind. Dieser Vorwurf entbehrt jeder Grundlage.

IQWiG

Lungenkrebs-Operationen:
Bessere Überlebenschancen bei höheren Fallzahlen

Köln (6. November 2019) -- Bei der chirurgischen Behandlung des Lungenkarzinoms wirkt sich die häufigere Durchführung solcher Eingriffe positiv auf das Ergebnis aus – die Überlebenschancen steigen.

Mythen und Fakten rund um die Blutgruppe

Blutgruppentyp entscheidet nicht über Charakter oder Diäterfolg

München (6. November 2019) – Nenne mir deine Blutgruppe und ich sage dir, was für ein Mensch du bist. In Japan ist die Blutgruppendeutung so verbreitet wie hierzulande Horoskope. In den USA landete ein Naturheilkundler vor Jahren einen Bestseller mit einem Buch über „Blutgruppendiät" – eine Methode, die auch in Deutschland Anhänger fand. Was an diesen Mythen dran ist und welche Rolle die Blutgruppe trotzdem spielt, erläutern Experten der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI).

Chirurgie: Orthopädische Schrauben aus Magnesium

Die lösliche Schraube

Dübendorf, Schweiz (5. November 2019) -- Wo Knochen bersten, müssen Chirurgen die Bruchstücke mit Implantaten zusammenfügen. Orthopädische Schrauben aus Magnesium, die sich mit der Zeit im Körper auflösen, ersparen Patienten eine weitere Operation nach der Heilung und mindern das Infektionsrisiko. Was mit derartigen Implantaten im Körper passiert, ist indes weitgehend unbekannt. Empa-Forscher analysieren die Korrosionsmechanismen von Magnesium, um optimale Legierungen und orthopädische Schrauben mit funktionalisierten Oberflächen zu entwickeln.

IQWiG LogoIQWiG

Suizidale Krisen bei unipolarer Depression:
Kognitive Verhaltenstherapie kann helfen

  • Bestimmte Formen der kognitiven Verhaltenstherapie mindern depressive Symptome, Suizidgedanken und -versuche. Zu anderen nichtmedikamentösen Maßnahmen fehlen Daten


Köln (31. Oktober 2019) -- Rund zehn Prozent der Erwachsenen in Deutschland leben mit depressiven Symptomen und sind im Vergleich zum Bevölkerungsdurchschnitt um das 20-Fache stärker suizidgefährdet. Im Auftrag des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat eine Arbeitsgruppe der Technischen Universität (TU) Berlin untersucht, ob verschiedene ambulante, nichtmedikamentöse Maßnahmen, etwa Kriseninterventionsprogramme oder psychosoziale Interventionen, Erwachsene mit unipolarer Depression dabei unterstützen, suizidale Krisen besser zu bewältigen.

IQWiG

Neugeborenenscreening auf spinale Muskelatrophie:
Frühere Diagnose und Therapie bringen Nutzen

  • Vorteile für Kinder mit infantiler SMA durch bessere motorische Entwicklung und späteren Eintritt von Dauerbeatmung oder Tod

Köln (31. Oktober 2019) – Im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) untersucht das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) derzeit, ob ein Test von Neugeborenen in Deutschland auf die 5q-assoziierte spinale Muskelatrophie (SMA) in Kombination mit einer früheren Diagnose und Behandlung sinnvoll wäre. Nach vorläufiger Auswertung der Studienlage sieht das Institut einen Anhaltspunkt für einen Nutzen des Neugeborenenscreenings im Vergleich zu keinem Screening: Je früher die Diagnose gestellt wird und die Therapie nach Auftreten der ersten Symptome startet, desto stärker können Kinder mit frühem Krankheitsbeginn (infantile SMA) davon profitieren. Die Vorteile zeigen sich in einer besseren motorischen Entwicklung und hinsichtlich des kombinierten Endpunkts „Zeit bis Tod oder dauerhafter Beatmung“.

Haben Fußballprofis ein erhöhtes Demenzrisiko?

Berlin (30. Oktober 2019) -- Eine aktuell im „The New England Journal“ publizierte retrospektive Kohortenstudie [1] untersuchte die durch neurogenerative Erkrankungen verursachte Sterblichkeitsrate bei ehemaligen Fußballprofis. Im Vergleich zur nicht-fußballspielenden Kontrollgruppe waren bei den Fußballern signifikant häufiger Fälle von Morbus Alzheimer, Parkinson sowie anderen Demenzerkrankungen aufgetreten. Die kardiovaskuläre Sterblichkeit war bei den Fußballern jedoch geringer. Die Studie wirft zahlreiche Fragen auf: Gibt es tatsächlich einen kausalen Zusammenhang? Und was könnte ein solches erhöhtes Risiko medizinisch erklären?

Abwehr von Krankheitskeimen

Kann man Keime riechen?

Kaiserslautern (25. Oktober 2019) -- Mäuse meiden erkrankte Artgenossen. Dabei spielt ein spezielles Riechorgan eine Rolle, mit denen sie infizierte Tiere erkennen können. Eine Studie deckt nun einen neuen Mechanismus auf, den der Geruchssinn und das Immunsystem gemeinsam zur Erkennung und Verhinderung von Infektionen nutzen. Was ist aber mit uns Menschen? Können auch wir drohende Infektionen riechen?

Klinischer Einsatz klassischer Psychedelika

Achtsamkeitsmeditation verstärkt positive Effekte von Psilocybin

Zürich, Schweiz (24. Oktober 2019) -- Seit einigen Jahren zeichnet sich ein wachsendes Interesse am klinischen Einsatz klassischer Psychedelika ab. Im Fokus steht vor allem deren therapeutisches Potenzial bei Depressionen und Angststörungen. Forschende der Universität Zürich zeigen nun, dass Achtsamkeitsmeditation die positiven Effekte einer Einzeldosis Psilocybin, das in Pilzen vorkommt, verstärken kann – auch längerfristig.

Neue, überarbeitete Auflage

Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische Herzinsuffizienz veröffentlicht

Berlin (22. Oktober 2019) -- Heute erscheint die überarbeitete 3. Auflage der Nationalen VersorgungsLeitlinie (NVL) Chronische Herzinsuffizienz. Sie ist auf den Internetseiten des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ) frei verfügbar.

Qualitätssicherung

Personalausstattung in psychiatrischen und psychosomatischen stationären Einrichtungen:
Details zu den verbindlichen Mindestvorgaben sind nun veröffentlicht

Berlin (22. Oktober 2019) – Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die am 19. September abschließend beratene Erstfassung der Richtlinie über die personelle Ausstattung der stationären Einrichtungen der Psychiatrie und Psychosomatik (PPP-RL) nun auf seinen Internetseiten veröffentlicht. Voraussetzung hierfür war der Abschluss der redaktionellen und rechtlichen Konsistenzprüfung der insgesamt beschlossenen Regelungsdetails.

Häufige Wadenkrämpfe – was hilft?

Berlin (22. Oktober 2019) -- Wadenkrämpfe können die Lebens- und Schlafqualität stark beeinträchtigen. Leider hilft wenig – und altbewährte Maßnahmen wie Dehnen und Magnesium haben nicht bei allen Patienten Erfolg. Bei Menschen, die unter häufigen, langanhaltenden und stark schmerzenden Wadenkrämpfen leiden, können Chininpräparate zum Einsatz kommen. In einer aktuellen Studie erwiesen sie sich als wirksam und nebenwirkungsarm.

TuberculosisRKI

Bericht zur Tuberkulose in Deutschland

Berlin (22. Oktober 2019) -- Das RKI hat den neuen Bericht zur Epidemiologie der Tuberkulose in Deutschland veröffentlicht, mit detaillierten Analysen der Meldedaten, etwa nach Organbeteiligung und Resistenzlage. Im Jahr 2018 wurden insgesamt 5.429 Tuberkulosen registriert. Damit sind die Erkrankungszahlen nach der deutlichen Zunahme im Jahr 2015 und der weitgehend unveränderten Situation in 2016 seit 2017 wieder rückläufig, wenn auch auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Entscheidend für eine erfolgreiche Tuberkulosekontrolle ist neben einem adäquat ausgestatteten öffentlichen Gesundheitsdienst und gut ausgebildeten Ärzten auch eine gut etablierte Tuberkulose-Surveillance, die anhand der übermittelten Daten aktuelle Entwicklungen im epidemiologischen Geschehen frühzeitig und im Kontext ihrer möglichen Einflussfaktoren erkennt.

Teaser InfAZ Staphylococcus aureus 17 10 2019Robert Koch-Institut

MRSA in Deutschland

Berlin (17. Oktober 2019) -- Die detaillierte Analyse von Erregern, insbesondere die Er­stellung eines so genannten mikrobiellen genetischen Fingerabdrucks, ist unverzichtbar, um Ausbruchsgeschehen zu erkennen und evolutionäre Entwicklungen darzustellen. Die über die Routine hinausreichende Diagnostik und Feintypisierung von Erregern ist eine der Aufgaben der Nationalen Referenzzentren und Konsiliarlaboratorien. Im Epidemiologischen Bulletin 42/2019 berichtet das Nationale Referenzzentrum für Staphylokokken und Enterokokken über Häufigkeit, Eigenschaften und Verbreitung von MRSA in Deutschland.

DGIM: Nutzen überwiegt Schaden

Angst vor Nierenschäden sollte Kontrastmittelgabe nicht ausschließen

Wiesbaden (14. Oktober 2019) -- Ohne Kontrastmittel sind bildgebende medizinische Verfahren oft nur wenig aussagekräftig oder gar unmöglich. Umso beunruhigender ist es für Patienten, dass manche dieser Substanzen die Nieren schädigen können. Wie aktuelle Studien und Metaanalysen nahelegen, ist dieses Risiko jedoch lange Zeit stark überschätzt worden. Jüngere Daten weisen darauf hin, dass die Mehrzahl akuter Nierenschäden nach Röntgen gar nicht mit einer Kontrastmittel-Gabe in Verbindung stehen. Nicht voreilig auf Kontrastmittel zu verzichten - dazu raten Experten der DGIM: Der Nutzen einer aussagekräftigen Röntgen-Untersuchung muss immer gegen das – relativ geringe – Risiko einer akuten Nierenschädigung abgewogen werden.