IntensivPflege

„Künstliches Koma“ sichert Behandlung Schwerstverletzter

Neurointensivmediziner dosieren das Erwachen

 

Berlin (29. August 2012) – In Deutschland verletzen sich jährlich etwa 35.000 Menschen bei Verkehrs-, Arbeits- oder Freizeitunfällen schwer. Mehr als die Hälfte von ihnen erleidet dabei gravierende Schädel-Hirn-Verletzungen. Neurointensivmediziner versetzen diese Patienten häufig in ein sogenanntes „künstliches Koma“, eine verlängerte Narkose, die oft über Tage, selten über Wochen auf der Intensivstation fortgeführt wird. Diese Langzeitsedierung erlaubt es, den Intensivpatienten in dieser kritischen Phase zu behandeln, sie senkt mögliche Risiken für bleibende Schäden und fördert die Heilung, erläutert die Deutsche Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI). Neuesten Erkenntnissen zufolge seien die Ergebnisse dieser Behandlung noch besser, wenn die Sedierung insgesamt so flach und so kurz wie möglich gehalten werde, betont die Fachgesellschaft.

 

Sektion Ethik der DIVI veröffentlicht Positionspapier "Ethik in der Intensivmedizin"

Therapiezieländerung und Therapiebegrenzung in der Intensivmedizin  

 

Berlin (23. Juli 2012) - Aufgabe des Arztes ist es, unter Beachtung des Selbstbestimmungsrechtes des Patienten Leben zu erhalten, Gesundheit zu schützen und wieder herzustellen sowie Leiden zu lindern und Sterbenden bis zum Tod beizustehen. Der Medizin stehen dazu immer mehr und differenziertere Möglichkeiten zur Verfügung. Der Arzt hat im Rahmen seiner professionellen Verantwortung zu entscheiden, welche der vorhandenen Behandlungsmöglichkeiten indiziert sind.

Bereits die Alternative, etwas tun zu können oder es zu unterlassen, zwingt in der konkreten Situation dazu, diese Entscheidung zu treffen. Auch wer abwartet, trifft eine Entscheidung.

Optimierte Spritzenkennzeichnung für mehr Patientensicherheit

 

Berlin (23. Juli 2012) – Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hat ihre Empfehlung zur Kennzeichnung von Spritzen in der Intensiv- und Notfallmedizin noch einmal überarbeitet. Das wichtigste Ziel dieser Maßnahme ist eine weitere deutliche Verringerung von Medikationsfehlern

 

DIVI: Nur jede fünfte Intensivstation in Deutschland erfüllt die pflegefachlichen Strukturempfehlungen

Zu wenig Pflegepersonal auf Intensivstationen

 

Berlin (23. Juli 2012) – Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) sieht die Patientensicherheit und Versorgungsqualität auf Intensivstation in deutschen Kliniken gefährdet. Der Grund: zu wenig und zu schlecht ausgebildetes Personal.

Hilfe fehlt da, wo sie am nötigsten gebraucht wird. So das Ergebnis einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung: „Mehr als zwei Drittel aller Kliniken in Deutschland erfüllt nicht die von der DIVI empfohlenen Strukturanforderungen“, sagt der Sprecher der DIVI-Sektion „Pflegeforschung und Pflegequalität“ Tillmann Müller-Wolff. „So fehlt auf vielen Intensivstationen das nötige Fachpersonal.“ Legt man die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste zugrunde, erfüllt gar nur jede fünfte Intensivstation in Deutschland die pflegefachlichen Strukturempfehlungen.

Pflegethermometer 2012

Arbeitsverdichtung auf der Intensivstation kann schwerwiegende Folgen haben

 

Zwischenfälle wären bei besserer Personalausstattung vermeidbar

 

Köln (12. Juli 2012) - Das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip) hat heute die Ergebnisse des Pflege-Thermometers 2012 vorgestellt. Insgesamt wurden im Rahmen der Studie 535 Leitungskräfte von Intensivstationen zur Personalausstattung, Patientenversorgung, Patientensicherheit und zum Aufgabenbereich der Intensivpflege in ganz Deutschland befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass dort, wo ein besonderer Pflegepersonalmangel besteht, die Risiken für die Patienten auch besonders hoch sind. Sichtbar wird aber auch, dass es inzwischen üblich ist, dass Pflege und Medizin in der Intensivtherapie auf Augenhöhe arbeiten und wichtige Entscheidungen gemeinsam treffen.

Unberechenbarer Partner

GKV-Spitzenverband blockiert Verhandlungen 

 

Berlin (12. Juli 2012) - Anlässlich der vierten Verhandlungsrunde zur Überarbeitung der Pflege-Transparenzvereinbarung für die stationäre Pflege (PTVS) zu den Themen Bewertungssystematik und Stichprobe zeigen sich Bundesverbände der Träger der Pflegeeinrichtungen überrascht von der wenige Tage zuvor vom GKV-Spitzenverband (GKV-SV) herausgegebenen Pressemitteilung. Einseitig wird darin das Scheitern der Verhandlungen festgestellt und die Anrufung der Schiedsstelle Qualitätssicherung nach § 113b SGB XI mitgeteilt. Der GKV-SV erweist sich mit der Anrufung der Schiedsstelle über die Presse zum wiederholten Male als unberechenbarer Vertragspartner. Wer zuerst die Presse informiert statt seiner Verhandlungspartner, signalisiert mit diesem Vorgehen seine Verhandlungsunwilligkeit. Damit zeigt der GKV-SV erneut, dass er die ihm übertragene Aufgabe entweder nicht ernst nimmt oder nicht fähig bzw. willens ist, diese Aufgaben zu erfüllen.

 

Blutkonserve. Photo: Uniklinikum TübingenWie können Blutverluste am besten ausgeglichen werden?

 

Tübingen (9. Mai 2012) - Alle zwei Jahre wählt die europäische Vereinigung der Anästhesisten (European Society of Anesthesiology, ESA) drei Forschungsgruppen aus, um eine klinische Untersuchung unter dem Dach eines europaweiten Forschungsverbundes, dem Clinical Trial Network (CTN), durchzuführen. 2012 ist es der Tübinger Universitätsklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin gelungen, die Förderung für eine klinische Beobachtungsstudie zu erhalten. Mit Hilfe dieser Studie soll das europaweite Vorgehen bei der Transfusion von Fremdblut und der Gabe von Blutkomponenten und Blutprodukten erfasst und verglichen werden.

CIRS-AINS Spezial

„Problemfelder bei der Verwendung von Perfusoren“

 

Nürberg (25. April 2012) - Die Verwendung von Perfusoren in der Medizin ermöglicht die genaue Dosierung hochwirksamer Medikamente, insbesondere von Katecholaminen und von anderen kreislaufwirksamen Pharmaka. Medikamente mit kurzer Halbwertszeit können teilweise nur mit Perfusoren appliziert werden, da andernfalls ein gleichmäßiger Wirkspiegel nicht erreicht werden kann.

 

"Gerätepass" von BDA und DGAI zur persönlichen Dokumentation Ihrer Geräteeinweisungen

 

Nürnberg (12. April 2012) - Dieser "Gerätepass" wird Ihnen von DGAI und BDA zur persönlichen Dokumentation von Geräteeinweisungen angeboten. Die Verbände empfehlen allen in der Akutmedizin tätigen Personen, die die betreffenden Geräte anwenden, diesen oder einen ähnlichen Gerätepass zu führen.

DGFDGF

Warnung vor „Schnäppchenangeboten“ in der Intensivpflege

 

Berlin (6. März 2012) - Die Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste zeigt sich tief besorgt um die zukünftige pflegerische Versorgung der Intensivpatienten. Das veröffentlichte Ausbildungsangebot des Klinikverbundes Südwest, bei dem Absolventen in einem grundständigen Lehrgang zur sogenannten Intensivfachkraft ausgebildet werden sollen, zeigt die Konzeptionslosigkeit mancher Klinikträger zum Fachkräftemangel auf den Intensivstationen.

 

Wachkoma-Patienten teilweise kontaktfähiger als vermutet

 

Darmstadt/Freiburg (9. Januar 2012) – In Deutschland leben etwa 5000 Wachkoma-Patienten. Die korrekte Diagnose des genauen Bewusstseinszustands ist jedoch eine klinische Herausforderung. Denn erfolgt sie ohne spezielle Bewusstseinsskalen, liegt die Rate der Fehldiagnosen bei rund 40 Prozent. Aktuelle Studien mithilfe hochauflösender Elektroenzephalografie (EEG) und funktioneller Kernspintomografie (fMRT) zeigen zudem, dass Ärzte die Reaktionsfähigkeit häufig falsch einschätzen, so die Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN). Jeder fünfte weist etwa in speziellen EEG-Verfahren Hinweise für bewusste Reaktionen auf, die Standardverfahren nicht erkennen. Die DGKN fordert daher, funktionelle Bildgebungsverfahren sowie spezielle elektrophysiologische Verfahren bei der Beurteilung von Wachkoma-Patienten häufiger einzusetzen.