IntensivPflege

COVID-19

Intensiv- und Notfallmediziner legen klinisch-ethische Entscheidungs-Empfehlungen vor

Berlin (26. März 2020) -- Deutschlands Intensivmediziner bereiten sich auf die schwerste aller Entscheidungen vor: Welchen Patienten im Fall der Fälle intensivmedizinisch behandeln und welchen palliativmedizinisch versorgen, wenn die Intensivbetten knapp werden? Noch ist es nicht so weit. „Aber sollten wir in die schwierige Situation kommen, zwischen Patienten entscheiden zu müssen, dann wollen wir gewappnet sein“, sagt Professor Uwe Janssens, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und Chefarzt am St.-Antonius-Hospital in Eschweiler. „Wir wollen am Ende dieses schwierigen, schmerzlichen Prozesses sagen können: Es war eine fundierte, gerechte Entscheidung.“

Marburger Forscher entwickeln einfaches Beatmungsgerät

Marburg (25. März 2020) -- Weltweit gibt es zu wenige hochleistungsfähige Beatmungsgeräte, um gleichzeitig viele schwere COVID-19-Fälle zu versorgen. Auch wenn die Kliniken in Deutschland gut vorbereitet sind, könnte sich ein Engpass ergeben, wenn die jetzt getroffenen Maßnahmen des Bundes und der Länder nicht greifen und es zu einer hohen Zahl von schweren Krankheitsfällen kommt. Das in Marburg entwickelte Gerät kann zur Kompensation fehlender Beatmungsplätze in der Corona-Pandemie eingesetzt werden.

Mainzer Sportmediziner warnt vor Panikmache und schlägt ein relativ robustes Verfahren zur Ermittlung des Bedarfs an Intensivbetten vor

Alternative Bedarfsvorhersage für COVID-19-Intensivbetten vorgelegt

Mainz (19. März 2020) -- Der Mainzer Sportmediziner Prof. Dr. Dr. Perikles Simon warnt vor überzogenen Prognosen der Fall- und Todeszahlen infolge der aktuellen Corona-Pandemie. Die Exponentialrechnungen, die den Vorhersagen zugrunde liegen, seien mit einem gewaltigen Manko behaftet. „Es liegt in der Natur der Exponentialrechnungen, dass diese Rechnungen mit exponentiellen Fehlern behaftet sind“, so Simon. „Wenn man sich bei den Eingangsbedingungen, mit denen die Formeln gespeist werden, ein bisschen irrt, enthält die Rechnung einen sich exponentiell fortpflanzenden Fehler.“ Simon reagiert mit dieser Stellungnahme auf die jüngsten Veröffentlichungen von Epidemiologen des Imperial College London zur COVID-19-Pandemie. Demnach würden in Großbritannien und den USA die Gesundheitssysteme zusammenbrechen und in den USA über 2 Millionen Menschen sterben, wenn nichts unternommen wird und sich das Virus unkontrolliert ausbreitet.

Corona-Pandemie

Website zur deutschlandweiten Abfrage freier Beatmungsplätze startet heute

Berlin (18. März 2020) -- Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), das Robert Koch-Institut (RKI) und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) schalten heute gemeinsam das DIVI Intensivregister frei – eine Website, über die freie Beatmungsplätze in allen Kliniken Deutschlands registriert und abgefragt werden können. „Die Möglichkeiten einer maschinellen Beatmung von COVID-19 Patienten hat sich in schwer betroffenen Ländern wie China und Italien als das Nadelöhr in der aktuellen Pandemiesituation gezeigt“, erklärt Professor Christian Karagiannidis, Sprecher der DIVI-Sektion „Lunge – Respiratorisches Versagen“ und Leiter des ECMO-Zentrums der Lungenklinik Köln-Merheim. „So haben wir zur Vernetzung der Krankenhäuser und ihrer Intensivstationen jetzt ein System entwickelt, um deutschlandweit die Kapazitäten auf den Intensivstationen tagesaktuell darzustellen.“

Intensivmediziner veröffentlichen Empfehlungen zur intensivmedizinischen Therapie von COVID-19-Patienten

DGIIN: Anzahl der Intensivpatienten wird steigen

Berlin (13. März 2020) – Im Rahmen der COVID-19-Epidemie geht die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) von einem weiteren Anstieg an intensivpflichtigen Patienten aus. Bei der Behandlung dieser Patienten sind besondere Aspekte zu beachten. Unter Federführung der DGIIN haben Experten mehrerer Fachgesellschaften aktuelle Empfehlungen zur intensivmedizinischen Therapie von Patienten mit COVID-19 veröffentlicht.

DGIIN fordert praxistaugliche Regelungen im Umgang mit COVID-19

Quarantäne für Medizinisches Personal darf Patientenversorgung nicht gefährden

Berlin (10. März 2020) – Die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) begrüßt ausdrücklich die vom Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlichte Ergänzung zum Nationalen Pandemieplan zu COVID-19. Die Fachgesellschaft kritisiert hingegen die Regelungen für medizinisches Personal, das engen ungeschützten Kontakt (≤2 Meter) zu einem bestätigten COVID-19-Fall im Rahmen der Pflege oder medizinischen Untersuchung hatte. Das RKI empfiehlt hier bei Kontakt ohne verwendete Schutzausrüstung eine häusliche Quarantäne. Diese Vorgabe ist aus Sicht der DGIIN nicht praktikabel und würde bei strikter Beachtung zu einem Kollaps der Gesundheitsversorgung durch Krankenhäuser und Arztpraxen führen.

Patient Blood Management

Präoperatives Anämiemanagement versus Transfusionsweltmeister –
Best Practice für mehr Patientensicherheit

  • Rund eine Million Blutkonserven pro Jahr im Vergleich zum Pro-Kopf-Verbrauch der Niederlande wären laut BARMER-Krankenhausreport 2019 in Deutschland vermeidbar.1 Dazu beitragen könnte unter anderem ein effektives präoperatives Anämiemanagement.1
  • Eine präoperative Anämie kommt bei ca. 39 % der Patienten, die sich einem chirurgischen Eingriff unterziehen, vor.2 Sie ist ein ungünstiger Prognosefaktor für das Behandlungsergebnis von geplanten, operativen Eingriffen2,3 und geht unter anderem mit einem erhöhten Transfusionsbedarf einher2.
  • Die häufigste Form der präoperativen Anämie ist die Eisenmangelanämie.4 Deren Diagnostik und Behandlung ist wichtiger Bestandteil des multidisziplinären Patient Blood
    Management (PBM)-Konzepts4,5 und wird in einer Reihe von Leitlinien empfohlen3,6-8.
  • Klinische Studiendaten zu Patienten mit präoperativer Eisenmangelanämie zeigen, dass eine intravenöse (i.v.) Therapie mit Eisencarboxymaltose (ferinject®)*,9 den Transfusionsbedarf senken kann10,11**,12.

Bremen (27. Februar 2020) -- Deutschland ist Transfusionsweltmeister – zu diesem Ergebnis kommt der BARMER-Krankenhaus-report 2019. Dabei könnten deutsche Krankenhäuser dem Report zufolge etwa eine Million Blutkonserven# jährlich einsparen.1 Wie das funktionieren kann? Das multimodale und multidisziplinäre Konzept des Patient Blood Managements spielt hier eine wichtige Rolle. Von zentraler Bedeutung ist dabei, eine Eisenmangelanämie frühzeitig zu diagnostizieren und zu therapieren. Denn es hat sich gezeigt: Durch präoperative i.v. Eisensubstitution lassen sich Transfusionen häufig einsparen.1 Wie durch ein konsequentes Anämiemanagement Bluttransfusionen vermieden und die Patientensicherheit erhöht werden können, erläuterten Prof. Dr. Dr. Kai Zacharowski, Frankfurt/Main, und Prof. Dr. Christoph Wiesenack, Freiburg, bei einem Meet-the-Experts von Vifor Pharma im Rahmen der Bremer Intensivtage 2020.

Vorbereitung auf eine Corona-Pandemie

Intensiv- und Notfallmediziner rufen Kliniken zur Meldung von ARDS-Behandlungskapazitäten auf

Berlin (26. Februar 2020) -- Die Experten der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) sind sich einig: Nach den Ereignissen der vergangenen Tage lässt sich eine Pandemie mit dem neuen Coronavirus (SARS-CoV-2/COVID-19) nicht mehr ausschließen. „In diesem Fall muss mit einem beträchtlichen Aufkommen intensivstationär zu versorgenden Patienten gerechnet werden, die das gesamte Behandlungsspektrum des akuten Lungenversagens erforderlich macht“, sagt Professor Christian Karagiannidis, Sprecher der DIVI-Sektion „Lunge – Respiratorisches Versagen“ sowie Leiter des ECMO-Zentrums der Lungenklinik Köln-Merheim. Zur bestmöglichen Vorbereitung ruft die Sektion Kliniken dazu auf, ab sofort tagesaktuell Behandlungskapazitäten zu melden. Zudem wird DIVI-Experte Karagiannidis aktuelle Entwicklungen direkt auf dem Twitter-Account der DIVI (https://www.divi.de/index.php?option=com_acymailing&ctrl=url&subid=42028&urlid=3216&mailid=326 ) mitteilen. Folgen Sie @Divi_eV.

Die langfristige Dimension

Kognitive Defizite nach Intensivbehandlung

Jena (22. Januar 2020) -- Wer selbst schon einmal intensivmedizinisch behandelt wurde oder wessen Angehörige auf der Intensivstation behandelt wurden, weiß, wie schwer dies ist, aber im besten Falle auch lebensrettend. Doch was kommt danach? Laut medizinischen Studien leiden bis zu 78% aller Patienten nach der Entlassung von einer Intensivstation an Einschränkungen der kognitiven Leistungsfähigkeit – häufig über viele Jahre. Das hat Einfluss auf die Alltagskompetenz und die Lebensqualität der Betroffenen. Was sind die Gründe dafür und lässt sich dem entgegenwirken? Dies ist ein Thema, zu dem Experten auf der ANIM - Arbeitstagung NeuroIntensivMedizin vom 30. Januar bis 1. Februar 2020 in Karlsruhe diskutieren werden.

Valerius Preis DIVIDIVI

Valerius-Preis würdigt herausragenden Fachartikel über Kinder als Besucher auf Erwachsenen-Intensivstationen

Hamburg/Berlin (5. Dezember 2019) -- Der mit 1.500 Euro dotierte Valerius-Preis der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) geht im Jahr 2019 an Maria Brauchle (Foto) aus Feldkirch in Österreich. Die Diplom-Gesundheits- und Krankenpflegerin mit zahlreichen Weiterbildungstiteln hat den besten Fachbeitrag aus nicht-ärztlichen Berufsgruppen veröffentlicht.

Geplante Gesetzesänderung zur Organspende

Intensivmediziner stellen neue Richtlinie zur Spendererkennung vor

Berlin (4. Dezember 2019) -- Wegen zu niedriger Spenderzahlen soll die Entnahme von Organen und Gewebe in Deutschland nach Willen der Politik neu geregelt werden. Eine Mehrheit der Intensiv- und Notfallmediziner spricht sich für eine Widerspruchslösung bei der Organspende aus. Die Fachgesellschaft hat 2.433 Mitglieder erreicht und befragt, darunter mehrheitlich Ärzte, Pfleger, Therapeuten und auch Seelsorger.