Kardiologie

Positionspapier der Deutschen Hochdruckliga

Empfehlungen zur Risikoeinstufung von Hypertonikern im Rahmen der SARS-CoV-2-Pandemie

Berlin (15. Mai 2020) -- Laut Deutscher Hochdruckliga gibt es aktuell* keine Evidenz dafür, dass Hochdruckpatienten ohne schwere Endorganschäden/ bluthochdruckbedingten Folgeerkrankungen mehr geschützt werden müssten (zum Beispiel durch ein Beschäftigungsverbot) als die altersgleiche Allgemeinbevölkerung, wenn der Blutdruck gut eingestellt ist. Für sie gelten die allgemeinen Empfehlungen des RKI (Hygienemaßnahmen, Abstandsgebot, Impfempfehlungen (www.rki.de).

Digitaler Diagnose-Helfer

Smartwatch erkennt schwere Durchblutungsstörungen des Herzens

Mainz (29. April 2020) -- Elektronische Armbanduhren, sogenannte Smartwatches, verschiedener Hersteller können bereits seit langem Elektrokardiogramme (EKGs) aufzeichnen und Warnungen bei unregelmäßigem Herzrhythmus versenden. Nun entdeckte ein Ärzteteam der Cardiopraxis Mainz sowie des Zentrums für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz, dass sich mithilfe einer bestimmten Smartwatch neben Herzrhythmus- auch Herzdurchblutungsstörungen erkennen lassen. Das berichten sie in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „European Heart Journal“. Ihre Entdeckung könnte mit dazu führen, dass weltweit Herzinfarkte verhindert werden.

Aktuelle Studie zeigt

Blutdruckmedikamente sind kein Risikofaktor für schwere Covid-19-Verläufe

Berlin (29. April 2020) -- Eine aktuelle Studie aus China [1] erbrachte den Nachweis, dass Patientinnen und Patienten, die blutdrucksenkende Medikamente einnehmen, keine schlechtere Prognose als andere Menschen haben, wenn sie an Covid-19 erkranken. Die Möglichkeit einer Beeinflussung des Covid-19-Verlaufs durch Blutdrucksenker wurde von den Experten schon vorher als unwahrscheinlich und höchst spekulativ eingestuft. „Die neuen Daten können Behandlern und Patienten eine hohe Sicherheit geben, denn es handelt sich schließlich um die Auswertung einer großen Patientenzahl mit einem eindeutigen Ergebnis.“

Eisenmangel bei chronischer Herzinsuffizienz –
eklatante Unterversorgung bezüglich Diagnostik und Therapie

  • In aktuellen Studien(1,2) wurden die wenigsten Patienten mit Herzinsuffizienz auf einen Eisenmangel hin untersucht und bei Therapiebedarf die wenigsten davon mit i.v. Eisencarboxymaltose* behandelt.
  • Für die Betroffenen stellt diese Unterbehandlung ein erhebliches Risiko dar. Denn ein Eisenmangel kann die Leistungsfähigkeit(3,4) und die Lebensqualität(5,6) beeinträchtigen und geht mit einer schlechteren Prognose(3,7,8) einher.
  • Weiter zeigte eine retrospektive Analyse von Daten, dass herzinsuffiziente Patienten mit Eisenmangel, die i.v. Eisen erhielten, eine signifikant höhere Ein-Jahres-Überlebenswahr-scheinlichkeit hatten als unbehandelte Patienten (p < 0,01, NYHA-Klassen gepoolt).(2)

München (24. April 2020) -- Rund jeder zweite Patient mit chronischer Herzinsuffizienz (HI) leidet gleichzeitig an einem Eisenmangel mit oder ohne Anämie(8). Unbehandelt kann ein Eisenmangel die Leistungsfähigkeit(3,4), HI-Symptomatik(8) und Lebensqualität(5,6) verschlechtern, zudem geht er mit einer erhöhten Hospitalisierungs-Rate(3) und Mortalität(8) einher. Die ESC-Leitlinien(9) empfehlen, alle Patienten mit neu diagnostizierter HI auf einen Eisenmangel hin zu untersuchen und bei symptomatischen Patienten mit reduzierter Ejektionsfraktion und Eisenmangel eine intravenöse (i.v.) Behandlung mit i.v. Eisencarboxymaltose (ferinject®*,(10)) in Betracht zu ziehen. Ziel des Ausgleichs eines Eisendefizits ist es, die Symptome der HI zu lindern sowie die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität zu verbessern (Empfehlungsgrad IIa, Evidenzgrad A).(9) Diese Empfehlungen werden im Praxisalltag aber offenbar nur selten berücksichtigt(1).

„European Society of Hypertension“ rät

Blutdrucksenker nicht aus Angst vor Covid-19 absetzen!

Heidelberg (21. April 2020) -- Spekulationen zu Sars-Cov-2 verunsichern viele Patienten: Blutdrucksenker könnten demzufolge anfälliger für Coronavirus-Infektionen machen. Doch die „European Society of Hypertension“ widerspricht: Es gibt bislang keinen Beweis, dass blutdrucksenkende Medikamente mit einem höheren Infektionsrisiko einhergehen. Daher gibt es auch keinen Grund, diese Medikamente aus Angst vor Covid-19 abzusetzen – so die Kernaussage einer Stellungnahme der europäischen Fachgesellschaft. Die Deutsche Hochdruckliga DHL® schließt sich dieser Empfehlung an.

Deutsche Herzstiftung

Warnung vor voreiliger Chloroquin-Azithromycin-Kombinationstherapie gegen COVID-19:
Risiko bösartiger Rhythmusstörungen

  • Nach Trump-Äußerung: Deutsche Herzstiftung und Herzspezialisten warnen vor voreiligem Einsatz beider Wirkstoffe in Kombination. Ihr Nutzen ist bis heute nicht bewiesen, zudem besteht ein Risiko durch lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen.

Frankfurt am Main (25. März 2020) -- Die Deutsche Herzstiftung und Herzspezialisten warmen vor den jüngsten Äußerungen des US-amerikanischen Präsidenten ein sofortiger versuchsweiser Einsatz des Anti-Malariamittels Chloroquin Kombination mit dem Antibiotikum Azithromycin könne bei COVID-19-Erkrankten einen Durchbruch bringen.

DGK zu COVID-19

Behandlung mit Hemmstoffen des Renin-Angiotensin-Systems

Düsseldorf (16. März 2020) -- Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie informiert in einer Stellungnahme für Fachkreise über Zusammenhänge zwischen COVID-19 und der Behandlung mit Hemmstoffen des Renin-Angiotensin-Systems.

Therapieempfehlungen auf der Basis einer systematischen und kritischen Evaluation neuester wissenschaftlicher Ergebnisse

S3-Leitlinie zur Rehabilitation von Herz-Kreislaufpatienten
in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Frankfurt am Main (27. Februar 2020) -- Herzpatienten mit koronarer Herzkrankheit (KHK), chronischer Herzinsuffizienz, Herzklappenerkrankungen wird empfohlen, eine kardiologische Rehabilitation durchzuführen, da diese den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen und die Lebensqualität verbessern kann. Bei Patienten nach einem Herzinfarkt oder nach einer Bypass-Operation senkt die Teilnahme an einer kardiologischen Rehabilitation (KardReha) die Sterblichkeit deutlich. Bei Patienten mit systolischer Herzinsuffizienz (HFrEF) werden körperliche Belastbarkeit und Lebensqualität deutlich verbessert. Gemäß erster Studienergebnisse senkt eine KardReha auch bei Patienten nach Klappenkorrektur, insbesondere nach kathetergestütztem Aortenklappenersatz (TAVI), die Sterblichkeit deutlich.

Kleber für gebrochene Herzen

Dübendorf, Schweiz (18. Februar 2020) -- Ist der Herzmuskel geschädigt, stellt die Reparatur des stets aktiven Organs eine Herausforderung dar. Empa-Forschende entwickeln daher einen von der Natur inspirierten Gewebekleber, der Defekte im Muskelgewebe wieder perfekt zusammenfügen kann. Sie haben sich dazu die phänomenale Haftfähigkeit von Meeresmuscheln zunutze gemacht.

HerzstiftungWas bedeutet Eisenmangel für geschwächte Herzen und was bewirkt eine Eisentherapie?

Bedrohliche Herzschwäche: Kann Eisentherapie helfen?

Frankfurt am Main (17. Februar 2020) -- Eisenmangel bei gesunden Menschen ist in der Regel gut behandelbar und bei ärztlicher Versorgung komplikationslos. Bei Menschen mit Herzschwäche hingegen ist der Mangel an Eisen im Blut ein häufiger Auslöser für einen Krankenhausaufenthalt. „Eisenmangel gilt heute als eine Begleitkrankheit der Herzschwäche und kann auch ohne jede Blutarmut vorliegen. Eine standardmäßige Überprüfung der Eisenwerte bei Herzschwäche ist deshalb wichtig“, sagt der Kardiologe Prof. Dr. med. Dietrich Andresen, Vorsitzender der Deutschen Herzstiftung, und warnt: „Ein chronisch niedriger Eisenwert im Blut kann die Herzinsuffizienz sogar dramatisch verstärken.“

Neue, überarbeitete Auflage

Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische Herzinsuffizienz veröffentlicht

Berlin (22. Oktober 2019) -- Heute erscheint die überarbeitete 3. Auflage der Nationalen VersorgungsLeitlinie (NVL) Chronische Herzinsuffizienz. Sie ist auf den Internetseiten des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ) frei verfügbar.

Kardiologie

Antidiabetikum erweist sich als hochwirksames Herzinsuffizienz-Medikament

Düsseldorf (5. September 2019) – Die eigentlich zur Therapie des Typ 2-Diabetes entwickelten SGLT 2-Hemmer reduzieren kardiovaskuläre Todesfälle, Krankenhausaufnahmen wegen einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz, die Gesamtsterblichkeit und verbessern die Lebensqualität bei chronischer Herzmuskelschwäche. Dies zeigt die aktuelle DAPA HF-Studie, die während des Kongresses der europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in Paris vorgestellt wurde.

E-Autos, Smartphones und Co.

Welche Geräte stören Funktionen von Herzschrittmachern und implantierten Defibrillatoren?

Düsseldorf (7. August 2019) – Können elektromagnetische Felder, die durch Geräte in unserem privaten und beruflichen Alltag entstehen, Herzrhythmusimplantate wie Herzschrittmacher und implantierte Defibrillatoren stören? Und wie gefährlich sind diese Einflüsse? Diese Fragen stellen Herzpatienten sich und ihren Ärzten häufig. Eine Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) und der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) fasst die aktuelle Studienlage zu dem Thema zusammen und spricht Empfehlungen für den Umgang mit unterschiedlichen elektronischen Geräten aus.

BfArM

Empfehlung für die Verwendung von Paclitaxel-beschichteten Stents (DES) und Ballons (DCB) in der Behandlung der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK)

Bonn (13. Juni 2019) -- Im Dezember 2018 wurde von Katsamos et al. im Journal of American Heart Association eine Meta-Analyse* randomisierter kontrollierter Studien veröffentlicht. Die Analyse konzentrierte sich auf Paclitaxel-beschichtete Ballons und Stents, die in Oberschenkel- und Kniekehlenarterien bei Patientinnen und Patienten mit intermittierender Claudicatio eingesetzt wurden. Die Autoren kamen zu dem Ergebnis, dass Patientinnen / Patienten, bei denen diese Produkte eingesetzt wurden, 2 bis 5 Jahre nach deren Anwendung eine statistisch signifikant erhöhte Sterbewahrscheinlichkeit (Gesamtmortalität) im Vergleich zu Patientinnen / Patienten aufwiesen, die mit unbeschichteten Ballons oder Bare-Metal-Stents behandelt wurden. Da die spezifische Ursache und der Mechanismus der erhöhten Mortalität auch nach Überprüfung der Meta-Analyse von Katsamos et al. momentan noch unbekannt ist, kann nach Auffassung des BfArM derzeit noch keine abschließende Empfehlung zur Verwendung der in Rede stehenden Produkte erfolgen. Hierzu sind weiterführende Datenanalysen notwendig, um insbesondere zusätzliche Langzeitdaten in die Auswertung zu integrieren.

FitnessGängige Vorstellungen zum Kochsalz widerlegt

Zu salzarme Kost bedeutet Gefahr für Herz und Gefäße

Berlin (2. Mai 2019) - Mit großen Lettern wird der Öffentlichkeit immer wieder geraten, ihren Salzverzehr massiv zu drosseln. Das aber kann gefährlich sein, wie eine aktuelle, im renommierten Fachblatt Lancet publizierte Analyse der Daten aus vier großen prospektiven Studien mit mehr als 133.000 Teilnehmern beweist. Demnach erhöht eine zu geringe Salzaufnahme eindeutig das Risiko für Herz-Kreislaufkomplikationen und auch Todesfälle. Das gilt für Menschen mit normalem wie auch mit hohem Blutdruck gleichermaßen. Nur Menschen mit Bluthochdruck (Hypertoniker), die sehr salzreich essen, profitieren nach dem Ergebnis der aktuellen Studie von einer Salzbeschränkung.

Bahnbrechende Daten sprechen für die TAVI

Neuer Goldstandard bei der Behandlung der Aortenklappenstenose

Mannheim (26. April 2019) – Große Studien, die in den letzten Wochen erschienen sind, bescheinigen dem minimalinvasiven, kathetergestützten Aortenklappenersatz eine deutliche Überlegenheit gegenüber dem chirurgischen Verfahren. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e. V. (DGK) spricht sich während Ihrer Jahrestagung für eine Anpassung der Leitlinien und der regulatorischen Vorschriften zum Aortenklappenersatz aus.

5. Auflage

Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische KHK grundlegend überarbeitet

Berlin (11. April 2019) - Die koronare Herzkrankheit (KHK) gehört zu den wichtigen Volkskrankheiten. Ziel der NVL Chronische KHK ist, die Versorgung der betroffenen Patienten zu verbessern. Die multidisziplinär zusammengesetzte Leitliniengruppe mit Vertretern aus 16 Fachgesellschaften und Organisationen hat neue Erkenntnisse aus Forschung und Versorgung geprüft, diskutiert und konsentiert. Bearbeitet wurden die Themen Therapieplanung, nicht-medikamentöse und medikamentöse Therapie sowie Rehabilitation und Versorgungskoordination. Details zur methodischen Vorgehensweise wie Evidenzbewertung oder Interessenkonfliktmanagement werden zeitgleich im Leitlinienreport veröffentlicht.

logo dzhiDeutsches Zentrum für Herzinsuffizienz:

Weniger Angst und mehr Lebensqualität bei ICD-Patienten nach Internetschulung

Würzburg (9. April 2019) – Ein implantierter Defibrillator kann Leben retten, aber auch Ängste auslösen – eine Würzburger Studie zeigt, wie Patienten im Web lernen, damit besser zu leben. Psychologen der Universität Würzburg haben gemeinsam mit Kardiologen vom Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) eine moderne, unkomplizierte und vor allem nachhaltige Lösung gefunden, wie man das Leben von Herzkranken, bei denen der Defi zu erheblichen psychischen Problemen geführt hat, langfristig verbessern und Ängste, aber auch die häufig damit einhergehende Depression nachweislich reduzieren kann: ein sechswöchiges, moderiertes Internet-Training mit Hilfe zur Selbsthilfe.

Charite OP Aufklärung mit ComicsHerzkatheteruntersuchung

Warum ein Comic Patienten besser auf eine OP vorbereitet

Berlin (9. April 2019) – Vor einer Operation müssen Patienten umfassend über den geplanten Eingriff aufgeklärt werden. Oftmals fühlen sich die Betroffenen aufgrund der Komplexität der Inhalte aber eher überfordert als gut informiert. Forschende der Charité – Universitätsmedizin Berlin konnten jetzt am Beispiel der Herzkatheteruntersuchung zeigen, dass ein Comic hier helfen kann: Es erhöht das Verständnis und reduziert das Angstgefühl der Patienten. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Annals of Internal Medicine* veröffentlicht.

Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK)

Vorhofflimmern rechtzeitig erkennen dank Smartwatch

Berlin (12. März 2019) - Vorhofflimmern kann von kommerziell erhältlichen Smartwatches korrekt erkannt werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Wissenschaftlern des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) an der Universitätsmedizin Greifswald und Wissenschaftlern des Universitätsspitals Basel. Zukünftig könnten elektronische Armbanduhren daher eingesetzt werden, um den Herzrhythmus von Patienten mit einem erhöhten Risiko bequem und regelmäßig zu überwachen. Vorhofflimmern könnte so früher entdeckt und dadurch das Risiko für einen Schlaganfall deutlich reduziert werden.

Sanofi LogoErgebnisse der Studie ODYSSEY OUTCOMES

Praluent® reduzierte signifikant das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse bei Patienten nach einem akuten Koronarsyndrom  

Frankfurt am Main (29. Januar 2019) - Patienten mit einem hohen kardiovaskulären Risiko, die Alirocumab (Praluent®) zusätzlich zu einer maximal tolerierten Statintherapie erhielten, erfuhren signifikant weniger schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse (major adverse cardiovascular events, MACE) im Vergleich zu Patienten unter maximal tolerierten Statinen alleine. Dies zeigten Daten der Studie ODYSSEY OUTCOMES mit knapp 19.000 Patienten. Besonders deutlich war der Benefit bei Patienten, die zu Studienbeginn LDL-C-Werte von 100 mg/dl (2,6 mmol/l) oder höher aufwiesen.1