HNO

Doppelblind mit Hörgeräten?

Experten fordern neue Designs bei audiologischen Studien für Hörsysteme

 

Oldenburg (11. November 2010) - Etwa 15 Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Schwerhörigkeit. Nur drei Millionen von ihnen benutzen ein Hörsystem wie z.B. ein Hörgerät oder Cochlea-Implantat. Aber wie groß ist der Vorteil, den man bei der Verwendung eines Hörsystems hat? Um dies beurteilen zu können, müssen die Wirksamkeit und der Nutzen der Hörsysteme genau nachgewiesen werden – während der Entwicklungsphase der Geräte und später individuell am Patienten. Wie aber misst man die Wirksamkeit von technischen Hörhilfen, insbesondere unter Berücksichtigung realistischer Alltagssituationen? Und wie kann die Aussagekraft dieser Studien mittels standardisierter und objektiver Verfahren erhöht werden? Mit der Beantwortung dieser Fragen beschäftigten sich Anfang November Experten aus Hörforschung und Hörsystementwicklung beim 1. Internationalen Workshop „Audiologische Studien für Hörsysteme“ im Oldenburger Haus des Hörens.

 

Gleichgewichtssimulator hilft, Stürze zu vermeiden

 

Jena (18. Mai 2010) -  Störungen der Gleichgewichtsregulation sind vor allem für ältere Menschen ein Problem: Nicht nur lassen mit den Jahren Hör- und Sehvermögen nach, auch die empfindlichen Gleichgewichtsorgane im Ohr verlieren ihre Leistungsfähigkeit. Die Folge sind häufigere Stürze, die gerade im Alter oft für die Betroffenen sehr gefährlich sind. Um die Störungen des Gleichgewichts besser aufspüren zu können verwenden die HNO-Spezialisten am Universitätsklinikum Jena seit kurzem ein spezielles computergestütztes Gleichgewichtsanalysesystem, einen sogenannten Posturographen.

Engagement für Gutes Hören

Internationaler Hörgeräteakustiker-Kongress in Nürnberg 2009

 

Hans-Peter Bursig, Geschäftsführender Vorstand der Vereinigung der Hörgeräte-Industrie e. V. (VHI), und Martin Blecker, Vorsitzender der Europäischen Union der Hörgeräteakustiker e. V. (EUHA), eröffneten den 54. Internationalen Hörgeräteakustiker Kongress.Nürnberg (23. Oktober 2009) - Mit 95 Ausstellern, 23 Referenten, über 50 Journalisten und täglich ca. 2.400 Besuchern aus insgesamt 70 Ländern ging am 23.10.2009 der 54. Internationale Hörgeräteakustiker-Kongress erfolgreich zu Ende. Veranstalter war die Europäische Union der Hörgeräteakustiker e. V. (EUHA).

„23 Vorträge ausgewiesener Experten haben das Fachpublikum über die aktuellen Entwicklungen in Medizin, Audiologie und Hörgeräteakustik drei Tage lang informiert“, berichtet Martin Blecker von der Europäischen Union der Hörgeräteakustiker (EUHA). Zudem präsentierte die Hörgeräte-Industrie auf der begleitenden Messe ihre aktuellen Innovationen.

Musiktherapie bei "Tinnitus-Rauschen"

 

Heidelberg (7. September 2009) - Ergebnisse einer vom Deutschen Zentrum für Musiktherapie durchgeführten Pilotstudie belegen die Wirkung von Musiktherapie bei "Tinnitus-Rauschen". In Zusammenarbeit mit der Fakultät für Musiktherapie der SRH Hochschule Heidelberg wurde, unter Berücksichtigung der Klangqualität und möglicher kardiovaskulärer Einflussfaktoren, die Behandlungsmethode der "Musiktherapie bei chronisch-tonalem Tinnitus nach dem Heidelberger Modell" auf die Diagnose "Tinnitus-Rauschen" ausgeweitet. 21 der 23 untersuchten Probanden erreichten eine zuverlässige Reduktion der Symptome.

High Fidelity und das menschliche Hörvermögen

Was hören wir wirklich?

 

Berlin (9. Juni 2009) - Innovationen dienen dem menschlichen Fortschritt, indem die Grenzen des bisher Existierenden immer stärker ausgeweitet werden. Doch dass nicht immer die Grenzen des Natürlichen überschritten werden müssen, sondern dass Innovationen auch die Grenzen des Natürlichen effektiv nutzen, zeigt der Miterfinder von MP3, Prof. Karlheinz Brandenburg, in seinem Vortrag "High Fidelity und das menschliche Hörvermögen: Was hören wir wirklich?". Im Rahmen der Vortragsreihe "Wissenschaft - Innovation - Niedersachsen" präsentiert der Forschungs- und Entwicklungscluster Auditory Valley heute zum dritten Mal in Folge Spitzenleistungen auf dem Gebiet der Hörforschung und -rehabilitation.

Wie das Ohr zwischen Lärm und Flüstern unterscheidet

 

Wissenschaftler aus Göttingen haben herausgefunden, welche zellulären Mechanismen der Verarbeitung unterschiedlicher Schallstärken zu Grunde liegen

 

Abb.: Mikroskopieaufnahme von Haarzellen im Innenohr. Eine Haarzelle mit ihren Kontakten zu nachgeschalteten Nervenfasern ist schematisch hervorgehoben. Photo: T. MoserGöttingen (18. Februar 2009) - Das menschliche Gehör ist in der Lage, ein immenses Lautstärkespektrum wahrzunehmen. Der Lärm eines startenden Jumbojets beispielsweise drückt eine Million Mal stärker auf unser Trommelfell, als das Summen einer Mücke. Dennoch können wir alle Lautstärken, die dazwischen liegen, nicht nur hören, sondern auch auseinanderhalten. Wie bringt es das Ohr fertig, eine so weite Palette von Lautstärken abzudecken? Göttinger Wissenschaftler am Bernstein Zentrum für Computational Neuroscience haben sich unter der Leitung von Prof. Dr. Tobias Moser (Innenohr-Labor an der Universitätsmedizin Göttingen) den Mechanismus dahinter genauer angesehen. Das Geheimnis liegt offenbar darin, wie die kleinen Haarzellen im Innenohr Signale an die nachgeschalteten Nervenfasern weitergeben. Die Ergebnisse der Arbeit werden in der Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlicht.

Myrtol standardisiert effektiv beim sinubronchialen Syndrom

 

Bei Entzündung der Schleimhaut kommt es zum Verlust der Zilien. Der Sekret-Transport wird verlangsamt oder kommt völlig zum Erliegen.Hamburg (13. Februar 2009) - Bei mehr als sechs Millionen Patienten diagnostizieren Ärzte in Deutschland jedes Jahr eine akute und bei drei Millionen Patienten eine chronische Sinusitis. Nicht selten ist eine Entzündung der Nasennebenhöhlen die Keimzelle eines sinubronchialen Syndroms. Nämlich dann, wenn sich die pathologisch vermehrte Sekretproduktion über die „hintere Nase“ drainiert, sich im unteren Rachenbereich sammelt und über den geöffneten Larynx in das Tracheobronchialsystem gelangt. Sekretoloytika wie Myrtol standardisiert (GeloMyrtol® forte), die erwiesenermaßen bei Sinusitis und Bronchitis effektiv sind, haben auch eine Schlüsselrolle bei der Behandlung des sinubronchialen Syndroms. So zeigten zwei Studien an rund 120 Patienten: Myrtol standardisiert erzielt in dieser Indikation bei gut 90 Prozent der Patienten eine Symptomfreiheit. Dieses Fazit zogen die Experten, Dr. Thorsten Zehlicke (Hamburg) und Martina Ehmen (Hohenlockstedt) auf einer Pressekonferenz von Pohl-Boskamp am 13. Februar 2009 in Hamburg.

Wenig Wissen über Gesundheitsversorgung von Gehörlosen

 

Gehörlose Menschen sind in Deutschland medizinisch benachteiligt - Studie will Status quo aufdecken

 

Mainz (11. Februar 2009) - Ein medizinischer Notfall ist oftmals schon bedrohlich genug, aber für gehörlose Menschen kann er sich selbst in einem weniger schlimmen Fall zur Katastrophe auswachsen: Viele der Gehörlosen können sich verbal nicht detailliert ausdrücken, medizinischem Personal fehlt oft die Sensibilität im Umgang mit Gehörlosen und Dolmetscher sind in Notfällen kaum verfügbar. Aber auch in der normalen medizinischen Versorgung, vom Arztbesuch bis zur Teilnahme an Präventionskursen, sind Gehörlose in unserer Gesellschaft schlechter gestellt. "Wir haben in Deutschland eine Bevölkerungsgruppe, die besonderer sozialmedizinischer Aufmerksamkeit bedarf, da Benachteiligungen möglich sind", sagt Prof. Dr. Eva Münster vom Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin. "Es gibt nicht einmal quantitative sozialmedizinische Daten, wie es genau um die gesundheitliche und ärztliche Versorgung von Gehörlosen steht." Das Institut, das der neu eingerichteten Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz zugeordnet ist, hat deshalb eine Studie gestartet, um bei den Betroffenen den aktuellen Versorgungsstand zu ermitteln - mit dem Ziel, die Situation zu verbessern.

Gehörlose Menschen sind in Deutschland medizinisch benachteiligt -

Studie will Status quo aufdecken

 

Umfrage wendet sich mit Gebärdenvideos im Internet an Betroffene - Bisher wenig Wissen über die Gesundheitsversorgung von Gehörlosen

 

Mainz (11. Februar 2009) - Ein medizinischer Notfall ist oftmals schon bedrohlich genug, aber für gehörlose Menschen kann er sich selbst in einem weniger schlimmen Fall zur Katastrophe auswachsen: Viele der Gehörlosen können sich verbal nicht detailliert ausdrücken, medizinischem Personal fehlt oft die Sensibilität im Umgang mit Gehörlosen und Dolmetscher sind in Notfällen kaum verfügbar. Aber auch in der normalen medizinischen Versorgung, vom Arztbesuch bis zur Teilnahme an Präventionskursen, sind Gehörlose in unserer Gesellschaft schlechter gestellt. "Wir haben in Deutschland eine Bevölkerungsgruppe, die besonderer sozialmedizinischer Aufmerksamkeit bedarf, da Benachteiligungen möglich sind", sagt Prof. Dr. Eva Münster vom Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin. "Es gibt nicht einmal quantitative sozialmedizinische Daten, wie es genau um die gesundheitliche und ärztliche Versorgung von Gehörlosen steht." Das Institut, das der neu eingerichteten Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz zugeordnet ist, hat deshalb eine Studie gestartet, um bei den Betroffenen den aktuellen Versorgungsstand zu ermitteln - mit dem Ziel, die Situation zu verbessern.

Tinnitus im Computermodell

Wissenschaftler aus Berlin untersuchen, wie Hörschäden zu Tinnitus führen können

 

Berlin (12. September 2008) - Tinnitus - ein Pfeifen oder Rauschen im Ohr ohne entsprechenden akustischen Reiz - kann durch Hörverlust verursacht werden. Unter welchen Umständen aber ist dies der Fall? Welche Mechanismen liegen dem zu Grunde? Roland Schaette und Richard Kempter vom Bernstein Zentrum für Computational Neuroscience und der Humboldt-Universität zu Berlin haben mithilfe von Computersimulationen Antworten auf diese Fragen gefunden.

Wenn sich Neuronen taub stellen

Besser hören mit Schalldämpfer im Kopf

 

München (15. Juli 2008) - Einfach nur hören ist oft nicht gut genug: Die Schallortung ist - etwa für Räuber und Beute im Tierreich - ebenfalls von überragender Bedeutung. Aber auch bei uns gelingt das Richtungshören dank zweier Ohren und zweier Signale, dem Schalldruck und der Ankunftszeit des Schalls. Denn das schallzugewandte Ohr empfängt dasselbe Geräusch lauter und etwas früher als das schallabgewandte Ohr. Diese Signale werden über Neuronen vom Innenohr zur zuständigen Schaltzentrale im Gehirn transportiert und dort verrechnet.