Gesundheitspolitik

IQWiG: Gutartige Prostatavergrößerung

Wahl der Therapie erfordert sorgfältige Abwägung

 

Es gibt viele Behandlungsmöglichkeiten – neue chirurgische Techniken werden zu stark angepriesen

 

Berlin (17.Oktober 2008) - Vielen Männern sind ihre Prostatabeschwerden nur mehr oder weniger lästig. Manche Männer aber zwingen die Symptome ihrer vergrößerten Prostata zum Beispiel nachts so häufig zur Toilette, dass sie schon lange nicht mehr richtig durchschlafen können. Der Grund für ihre Beschwerden ist meist eine gutartige Prostatavergrößerung, in der Medizin "Benigne Prostatahyperplasie" (BPH) genannt. Einer von fünf Männern über fünfzig hat Prostatabeschwerden; bei den 70-jährigen Männern ist es sogar die Mehrheit.

Kosten-Nutzen-Bewertung: IQWiG publiziert überarbeitete Version des Methodenentwurfs

 

Alle Stellungnahmen sowie technische Anhänge online verfügbar

Institut geht auf häufige Argumente von Kritikern ein

 

Berlin (14. Oktober 2008) - Eine redaktionell überarbeitete Fassung seines Methodenentwurfs zur Bewertung von Kosten-Nutzen-Verhältnissen bei Arzneimitteln hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) am 14. Oktober 2008 publiziert. Version 1.1 klärt vor allem Missverständnisse auf und reagiert auf Nachfragen, die der im Januar 2008 vorgelegte Entwurf (Version 1.0) aufgeworfen hatte. Vollständig online verfügbar sind nun auch sämtliche beim Institut eingegangenen Stellungnahmen, ihre Würdigung sowie drei technische Anhänge, die zentrale Aspekte der praktischen Umsetzung der Methodik der Effizienzgrenzen beleuchten.
Mit der Veröffentlichung will das IQWiG die derzeit in Fachkreisen wie auch in den Medien lebhaft geführte Diskussion um die Angemessenheit von Kosten medizinischer Leistungen konstruktiv unterstützen.

Mindestfallzahlen bei Frühgeborenen

Hinweise auf Zusammenhang zwischen Sterblichkeit und Leistungsmenge

 

Studien lassen aber keine Aussage zur Ergebnisqualität insgesamt zu / Nur spärliche Daten zu Folgekomplikationen

 

Berlin (14. Oktober 2008) - Bei der medizinischen Versorgung von Früh- und Neugeborenen mit einem Geburtsgewicht von unter 1.500 g gibt es Hinweise, dass die Sterblichkeit mit steigender Fallzahl einer Klinik sinkt. Dass die höhere Leistungsmenge Ursache für die geringere Sterberate ist, lässt sich aus den derzeit verfügbaren Studiendaten jedoch nicht ableiten. Da zudem ausreichende Daten zu Folgeerkrankungen fehlen, ist eine Aussage über die Bedeutung der Fallzahl für die Ergebnisqualität insgesamt nicht möglich. Zu diesem Ergebnis kommt der am 14. Oktober 2008 publizierte Abschlussbericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Vorbericht zu PET und PET/CT bei Lymphdrüsenkrebs publiziert

 

Nutzen bei Bestimmung des Tumorstadiums und Nachweis von Rezidiven ungeklärt

 

Berlin (13. Oktober 2008) - Welchen Stellenwert die Positronen-Emissionstomographie (PET) allein oder in Kombination mit der Computertomographie (CT) bei der Diagnose von malignen Lymphomen (Lymphdrüsenkrebs) hat, ist Gegenstand einer Untersuchung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Am 13. Oktober 2008 haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die vorläufigen Ergebnisse dazu vorgelegt. Damit beginnt eine Frist von 4 Wochen (10.11.2008), innerhalb derer interessierte Personen und Institutionen schriftliche Stellungnahmen abgeben können.

Diakoniewerk Bethel fordert rasche Umsetzung

des Konzepts „Pflegeassistenten für Demenzkranke“

 

Berlin (2. Oktober 2008)  -  Die Bundesregierung hat mit der Pflegereform zum 1. Juli 2008 die Leistungen für demenziell erkrankte Menschen verbessert, unabhängig davon, ob diese zuhause oder in einer Pflegeeinrichtung versorgt werden. Für die Betreiber von Senioreneinrichtungen bedeutet dies, dass zusätzliche Betreuungsassistenten eingestellt werden können, die von der Pflegeversicherung finanziert werden. Für je 25 Demenzkranke soll es künftig eine zusätzliche Betreuungskraft geben.

Bundesregierung überdenkt Hilfsmittelparagraphen

 

Aktionsbündnis "meine Wahl!" fordert Versorgungskontinuität und mahnt Mitspracherecht für Patientenvertreter an

 

Berlin (2. Oktober 2008) - Die Umsetzungsschwierigkeiten beim GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz (GKV-WSG) im Hilfsmittelbereich haben die Regierungsfraktionen von CDU/CSU und SPD dazu veranlasst, Änderungsanträge zur letzten Gesundheitsreform in den Bundestag einzubringen. Aus Sicht des Aktionsbündnisses "meine Wahl!" sind vor allem die Abkehr von der Ausschreibungspflicht und das vorgesehene Beitrittsrecht zu Versorgungsverträgen wichtige Schritte in die richtige Richtung. Fraglich ist allerdings, ob diese Korrekturen ausreichen, um das Wahl- und Mitspracherecht von Hilfsmittelnutzern in Zukunft de facto zu sichern. Auch besteht bei Patienten große Unsicherheit, ob ab dem 1. Januar 2009 die kontinuierliche Versorgung mit Hilfsmitteln in allen Fällen gewährleistet ist. Aus Sicht des Aktionsbündnisses ist zudem die Einbindung von Patientenvertretern bei der Erarbeitung verbindlicher Qualitätsstandards für die Hilfsmittelversorgung unerlässlich. Über die aktuellen Änderungsanträge zum GKV-WSG könnte der Bundestag bereits Mitte Oktober entscheiden.

Evangelische Krankenhäuser fordern Nachhaltigkeit in der Gesundheitspolitik

Kein weiterer Personalabbau - Patient steht im Mittelpunkt

 

Berlin (24. September 2008) - Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter evangelische Krankenhäuser gehen morgen für bessere Arbeitsbedingungen auf die Straße. Sie demonstrieren vor allem gegen weiteren Personalabbau, der eindeutig zu Lasten der Patienten geht. Dies nicht zuletzt, weil er die Mitarbeitenden unter wachsenden Druck durch nicht mehr hinnehmbare Arbeitsverdichtung bringt. Obwohl der Ernst der Lage parteiübergreifend längst bekannt ist - und von den christlichen Krankenhäusern immer wieder dargelegt wurde - fehlt bisher der politische Wille der Bundesregierung, hier wirkungsvolle Maßnahmen zu ergreifen. Das aktuell diskutierte 3-Milliarden-Paket ist nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.

IQWiG: Vorbericht zu Clopidogrel in Kombination mit ASS erschienen

Nutzen bei akutem Koronarsyndrom belegt: Herzinfarkt-Risiko sinkt

 

Berlin (23. September 2008) - Um Blutgerinnseln besser vorzubeugen, kann Patienten mit akutem Koronarsyndrom (AKS) zusätzlich zu Acetylsalicylsäure (ASS) auch der Wirkstoff Clopidogrel verordnet werden. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat nun untersucht, ob die Kombination mit Clopidogrel für diese Patienten tatsächlich einen höheren Nutzen hat als die alleinige Gabe von ASS. Am 23. September 2008 haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre vorläufigen Ergebnisse vorgelegt. Damit beginnt eine Frist von vier Wochen (22. Oktober), in der interessierte Personen und Institutionen schriftliche Stellungnahmen zum Vorbericht "Clopidogrel plus Acetylsalicylsäure bei akutem Koronarsyndrom" abgeben können.

Auch zweiter IQWiG-Vorbericht zur Bluthochdrucktherapie ist Patienten nicht vermittelbar

 

Wedel (18. September 2008) - AstraZeneca Deutschland ist von dem heute veröffentlichten und überarbeiteten Vorbericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zur Bluthochdrucktherapie enttäuscht. "Wir haben kein Verständnis, dass das IQWiG entgegen der Empfehlung unabhängiger Mediziner auf die individuell notwendige Therapie der Patienten nicht eingeht und einseitig Diuretika als Ersttherapie empfiehlt", sagte Dr. med. Kai Richter, Medizinischer Direktor und Mitglied der Geschäftsleitung, AstraZeneca Deutschland. "Eine praxisrelevante Bewertung, die dem Patienten helfen soll, muss die Vielfalt der medikamentösen Therapie mit allen Wirkstoffklassen anerkennen."

IQWiG: Blutdrucksenker im Vergleich: Vorläufige Ergebnisse liegen vor

Bewährte Diuretika sind die Wirkstoffe mit dem am besten belegten Nutzen

 

Berlin (18. September 2008) - Eine Senkung von erhöhtem Blutdruck kann Komplikationen wie Schlaganfällen, Nieren- oder Herzschäden vorbeugen und das Leben verlängern. Wie Studien zeigen, ist dies vor allem mit Hilfe von Medikamenten möglich. Ungeklärt ist aber die Frage, ob es dabei Unterschiede zwischen den blutdrucksenkenden Wirkstoffen gibt. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat deshalb vergleichend untersucht, welche Vor- und Nachteile die bisher zur Blutdrucksenkung eingesetzten Medikamente, sogenannte Antihypertensiva, haben können. Die Nutzenbewertung des IQWiG soll die Frage beantworten, mit welchem Blutdrucksenker die Therapie begonnen werden sollte. Ob dabei zunächst nur ein Wirkstoff oder gleich mehrere eingesetzt werden sollten, ist indes nicht Gegenstand dieses Berichts.

Aktionsbündnis „Rettung der Krankenhäuser“ kündigt Großdemonstration in Berlin an

Politik muss drohende Finanzierungskatastrophe verhindern

 

Berlin (16. September 2008) -  Das Aktionsbündnis "Rettung der Krankenhäuser" hat die Politik erneut zu sofortigen gesetzlichen Schritten aufgefordert, um die den Kliniken drohende Finanzierungskatastrophe aufzuhalten. Wenige Tage vor der großen Demonstration am 25. September 2008 am Brandenburger Tor in Berlin, wo Beschäftigte aus dem ganzen Bundesgebiet ihrer Forderung nach einer soliden Krankenhausfinanzierung Nachdruck verleihen wollen, machten Vertreter des Aktionsbündnisses auf einer Pressekonferenz noch einmal deutlich: Die Kürzungen im Gesundheitsbereich müssen gestoppt werden, damit die hochwertige Patientenversorgung auch künftig gesichert bleibt und die Beschäftigten unter angemessenen Bedingungen ihrer verantwortungsvollen Arbeit nachgehen können.

Bahr: Wahltaktik entscheidet über Zukunft des Gesundheitsfonds

 

Darmstadt (28. August 2008) – Die Furcht von SPD und CDU, für einen missglückten Start des Gesundheitsfonds vom Wähler abgestraft zu werden, wird die Einführung des umstrittenen Fonds zum 1. Januar 2009 verhindern. Diese Auffassung hat der FDP-Gesundheitspolitiker Daniel Bahr vertreten.

Genehmigt: Mehr Leistungen für Menschen mit dementiellen Erkrankungen in Heimen

Richtlinie zur Qualifikation von zusätzlichen Betreuungskräften in Kraft getreten

 

Berlin (27. August 2008) - Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat den Weg frei gemacht, damit Heimbewohner mit dementiellen Erkrankungen zusätzliche Leistungen erhalten können. Eine entsprechende Richtlinie wurde am Montag vom BMG genehmigt.

"Endlich! Die schwierige Situation von Menschen mit dementiellen Erkrankungen ist schon lange bekannt. Es war ein Fehler, diese Menschen nicht gleich von Beginn an in der Pflegeversicherung zu berücksichtigen. Durch die mit der Pflegereform beschlossenen Leistungsverbesserungen wurde dieses in der ambulanten wie der stationären Pflege zumindest teilweise korrigiert. Durch die Genehmigung wird der Weg frei gemacht für die zusätzliche Betreuung in Heimen. Das begrüßen wir außerordentlich", so Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa), der bundesweit mehr als 5.700 private Pflegeeinrichtungen vertritt.

 

DPR gegen den Einsatz von Lanzeitarbeitslosen in Pflegeheimen

Für eine differenzierte Erhebung des Pflegebedarfs

 

Berlin (21. August 2008) – Der Deutsche Pflegerat (DPR) wendet sich strikt gegen die jüngsten Überlegungen der Bundesagentur für Arbeit, Arbeitslose für den Einsatz in Pflegeheimen einzustellen. „Solche Planspiele sind nicht neu“, so die Präsidentin des DPR, Marie-Luise Müller. „Der jüngste Vorschlag der Bundesagentur für Arbeit wiederholt ein Konzept, das bereits in der Vergangenheit unter ähnlichen Vorzeichen gescheitert ist.“ Auch damals sollten die sogenannten 1 Euro Jobs Betreuungsdefizite im Pflegebereich ausgleichen. Dies ist jedoch nicht geschehen. Haupthindernis war zumeist die fehlende Qualifikation und Motivation der eingesetzten Personen. „Die im Vorschlag der Bundesagentur enthaltenen 160 Stunden für Schulung und Praktika reichen bei weitem nicht aus, um für die Pflege und Betreuung von Demenzkranken zu qualifizieren. Es zeugt nicht gerade von Sachkenntnis, wenn man meint, dass man die Situation von Demenzkranken mit Vorlesen, Basteln und Spazierengehen angemessen verbessern könne,“ so Müller weiter.

Transparenz und zusätzliche Betreuung für eine bessere Versorgung in Pflegeheimen

 

Berlin (20. August 2008) -  „Wir setzen auf die Pflege-Ampel, damit jeder auf den ersten Blick sehen kann, ob eine Pflegeeinrichtung unter dem Strich mehr oder weniger gut ist. Denn wer Grün, Gelb oder sogar Rot sieht, weiß Bescheid. Diese Klarheit sind wir den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen schuldig, denn die Entscheidung für oder gegen eine Pflegeeinrichtung ist oftmals eine der wichtigsten Entscheidungen im Leben der Betroffenen“, so K.-Dieter Voß, Vorstand des GKV-Spitzenverbands.

Malteser: Langzeitarbeitslose in der Pflege unproblematisch

Standespolitik der Verbände eine "Frechheit"

 

Köln (20. August 2008) - Als 'Frechheit' bezeichnet Norbert Klöcker, Leiter Ausbildung der Malteser in Deutschland, die überzogene Kritik von Verbänden und Politikern an den Plänen der Bundesgesundheits-Ministerin Ulla Schmidt, Langzeitarbeitslose für die Betreuung Demenzkranker einzusetzen.

"Es geht nicht um eine besondere medizinisch-pflegerische Qualifikation, es geht darum, die Kommunikationsmöglichkeiten demenziell Erkrankter zu verstehen und sich darauf einzustellen. Das verständnisvolle Miteinander und die Unterstützung eines Demenzerkrankten bei der Bewältigung des Alltags sind erlernbar. Langzeitarbeitslose sind hierfür genau so geeignet wie andere Menschen, die sich beruflich neu orientieren oder Pflegehilfskräfte, die sich weiterbilden wollen. Da zählt die Einstellung, kein momentaner persönlicher Status", so Klöcker.

Betreuung bei Demenz entscheidet über Lebensqualität

Institut für Pflegewissenschaft der Universität Witten/Herdecke: Initiative der Bundesagentur für Arbeit darf kein Schnellschuss sein

 

Witten / Herdecke (20. August 2008) - In der Diskussion um den möglichen Einsatz von Laien in der Betreuung von Demenzkranken warnen Expertinnen des Wittener Instituts für Pflegewissenschaft vor einem übereilten Vorgehen. Die Wissenschaftlerinnen weisen in Übereinstimmung mit zahlreichen Forschungsergebnissen darauf hin, dass die Betreuung von Menschen mit Demenz fundiertes fachliches Wissen erfordert. Gerade die Qualität der Betreuung ist entscheidend für die Lebensqualität der Demenzkranken. Bei einem unangemessenen Umgang reagieren Demenzkranke oft mit Aggression oder Apathie. Sie kommunizieren auf ihre eigene Art und reagieren sehr sensibel. Neben der Demenz leiden sie oft an anderen chronischen Erkrankungen, an Mobilitätseinschränkungen und Essstörungen. Ein nicht fachgemäßer Umgang kann zu lebensgefährlichen Situationen führen.

Deutsche Alzheimer Gesellschaft zum Einsatz zusätzlicher Betreuungskräfte für Demenzkranke in Heimen

Zusätzliche Betreuungskräfte in Heimen müssen menschlich geeignet und fachlich qualifiziert sein

 

Berlin (20. August 2008) - Die „Richtlinie zur Qualifikation und den Aufgaben von zusätzlichen Betreuungskräften in Pflegeheimen“ wurde am 19. August 2008 vom Spitzenverband Bund der Krankenkassen (hat sich umbenannt in GKV-Spitzenverband, siehe auch https://www.gkv-spitzenverband.de ) verabschiedet. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft begrüßt die im Rahmen der Pflegereform vorgesehene Stärkung der sozialen Betreuung Demenzkranker in Pflegeheimen und fordert eine Umsetzung, die tatsächlich zu einer besseren Versorgung Demenzkranker führt.

Weniger Arbeitslose wichtiger als qualifizierte Betreuung demenzkranker Menschen?

 

Berlin (19. August  2008) - Das neue Pflegeweiterentwicklungsgesetz sieht Verbesserungen in der Betreuung und Versorgung demenzkranker Menschen vor. Damit wird einer der häufigsten Kritikpunkte an der Pflegeversicherung aufgegriffen. „Mit der Initiative der Bundesagentur für Arbeit, ab Herbst eine große Zahl Langzeitarbeitsloser für die Betreuung demenzkranker Menschen zu schulen,  wird die Verbesserung der Arbeitslosenstatistik über die berechtigten Ansprüche der Pflegebedürftigen gestellt“, meint Gudrun Gille, Vorsitzende des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe e.V. „Für die Betreuung und Begleitung von demenzkranken Menschen ist eine qualifizierte pflegefachliche Versorgung erforderlich!“ so Gille weiter. „Um auf die Besonderheiten im Alltag der Pflegebedürftigen und die daraus resultierenden Probleme dieser Menschen und ihrer Angehörigen eingehen zu können, bedarf es spezieller Fachkenntnisse und Erfahrungen.“ Hier bestehe der größte Handlungsbedarf.

Langzeitarbeitslose in die Pflege:

"Ein Schritt in die richtige Richtung, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind."

 

Köln (19. August 2008) - Das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) begrüßt grundsätzlich die mit dem Pflege-Weiterentwicklungsgesetz geschaffene Möglichkeit, zusätzliche Betreuungskräfte im stationären Bereich einzusetzen. Die Pläne der Bundesagentur für Arbeit (BA), dafür ab September 2008 mehrere tausend Langzeitarbeitslose in die Pflegeheime zu vermitteln, waren vergangenes Wochenende in Medienberichten teilweise sehr negativ kommentiert worden. "Ich bin dagegen, diese von vorneherein zu verdammen, solange noch nicht geklärt ist, wie das Vorhaben konkret ausgestaltet sein wird", sagt dazu KDA-Geschäftsführer Dr. Peter Michell-Auli. Dem KDA liegt bisher lediglich ein Vorentwurf der Richtlinie für die Qualifikation und die Aufgaben zusätzlicher Betreuungskräfte vor.

Paritätischer:

160 Stunden Pflegequalifikation sind grob fahrlässig

 

Berlin (19. August 2008) - Der Paritätische übt heftige Kritik an der Richtlinie zur Qualifizierung zusätzlicher Betreuungskräfte für Demenzkranke in Pflegeheimen, die heute durch den Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung beschlossen werden soll. Der Verband fordert das Bundesgesundheitsministerium als Aufsichtsbehörde auf, die Richtlinie in der vorliegenden Form abzulehnen.

Langzeitarbeitslose als Betreuer im Pflegeheim: Sparen um (fast) jeden Preis?

ASB kritisiert Pläne der Bundesregierung

 

Köln (19. August 2008) - Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) kritisiert die Pläne der Großen Koalition, Langzeitarbeitslose nach einer kurzen Schulung zur Betreuung von Demenzkranken einzusetzen. "Alte Menschen, die an einer demenziellen Veränderung leiden, sind schwer krank und brauchen dringend fachkundige Betreuung", so Gabriele Osing, Leiterin der Abteilung Soziale Dienste beim ASB-Bundesverband. Sie von Arbeitskräften betreuen zu lassen, die nur deshalb in einer Pflegeeinrichtung tätig sind, weil sie zuvor lange erwerbslos waren, sei fahrlässig und wirke sich negativ auf die von allen Seiten - auch von der Politik - geforderte Pflegequalität aus.

Zusätzliche Betreuungskräfte:

Eignung, Motivation und Konstanz sind notwendig für eine bessere Betreuung Demenzkranker

 

Demenzkranke und Angehörige warten dringend auf zusätzliche Betreuung

 

Berlin (18. August 2008) - Zu den Vorschlägen, zur Betreuung von Demenzkranken in Pflegeheimen Arbeitslose einzusetzen, erklärt Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa): „Wir begrüßen, dass nach Lösungen gesucht wird, wie die Menschen mit demenziellen Erkrankungen in Heimen schnell und unbürokratisch die neuen Leistungen erhalten können. Aufgrund der Pflegereform werden alleine die Mitgliedseinrichtungen des bpa ca. 5.000 neue Stellen für zusätzliche Betreuungskräfte schaffen. Bei Halbtagsbeschäftigung bedeutet das bis zu 10.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Wir begrüßen die Unterstützung der Arbeitsagenturen bei der Personalfindung, soweit sichergestellt ist, dass geeignete und motivierte Bewerber vorgeschlagen werden.“

Diakonie unterstützt grundsätzlich Initiative für zusätzliche Betreuungsassistenten

Allerdings findet die hier angedachte Form nicht uneingeschränkte Zustimmung

 

Berlin (18. August 2008) - Die Diakonie unterstützt grundsätzlich die Initiative der Bundesagentur für Arbeit , Langzeitarbeitslose zu Betreuungsassistenten in Altenheimen zu qualifizieren. „Ein zusätzliches Betreuungsangebot insbesondere für Menschen mit erheblich eingeschränkten Alltagskompetenzen könne dazu beitragen, die Lebensqualität zum Beispiel von Altenheimbewohnern mit Demenzerkrankungen zu verbessern“, betont Diakonie-Präsident Klaus-Dieter Kottnik. Zudem würden sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse für Langzeitarbeitslose geschaffen. „Allerdings findet die hier angedachte Form nicht unsere uneingeschränkte Zustimmung“, hebt Kottnik hervor.

Bundesagentur für Arbeit:

"Langzeitarbeitslose sollen Demenzkranke pflegen"

 

Nürnberg (18. August 2008) - In verschiedenen Medien wurde am Wochenende unter der Überschrift "Langzeitarbeitslose sollen Demenzkranke pflegen" berichtet, die Bundesagentur für Arbeit (BA) wolle mit einem neuen Förderprogramm Langzeitarbeitslose in Pflegeheime vermitteln. Dazu stellt die Bundesagentur folgende Informationen zur Verfügung, um die Diskussion zu versachlichen.

 

Allianz von Patienten und Ärzten gegen drohenden Versorgungs-Infarkt

"Eher eine U-Bahn in Venedig als den Verlust der flächendeckenden Patientenversorgung in den Arztpraxen!"

 

Erkrath (14. August 2008, ots) - "Das klassische durch Vertrauen geprägte Arzt-Patienten-Verhältnis bekommt eine neue und weitere Dimension", diagnostiziert Martin Grauduszus, Präsident der 'Freien Ärzteschaft' (FÄ). Schon jetzt hätten Tausende von Ärzten, Praxismitarbeitern und Patienten in ganz Deutschland ihre Entschlossenheit bekundet, dem Aufruf der 'Freien Ärzteschaft' zum Protest folgen zu wollen: "Am 19. September werden wir in Berlin gemeinsam gegen den drohenden Abbau und die Vernichtung einer menschlichen und zuwendungsorientierten Medizin protestieren und damit gleichzeitig für den Erhalt der wohnortnahen haus- und fachärztlichen Versorgung demonstrieren."