Gesundheitspolitik

Hoppe: Rationierung zum Wahlkampfthema machen

Eröffnung des 111. Deutschen Ärztetages in Ulm

Berlin/Ulm (ots, 20. Mai 2008) - "Die Rationierung medizinischer Leistungen muss ein Wahlkampfthema werden, damit eine Diskussion nicht nur hinter vorgehaltener Hand, sondern in der Öffentlichkeit stattfindet", forderte Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundesärztekammer, bei der heutigen Eröffnung des 111. Deutschen Ärztetages in Ulm. "Ärztinnen und Ärzte müssen seit Jahren eine heimliche Rationierung im Gesundheitswesen ertragen und vor ihren Patienten dafür gerade stehen. Das aber wollen wir nicht mehr", sagte Hoppe. Die Politik dürfe sich nicht aus der Verantwortung stehlen und so tun, als gebe es diese Rationierung nicht. "Wir müssen offen über die Probleme im Gesundheitswesen sprechen und wir müssen den Menschen zeigen, wer für die Rationierung tatsächlich verantwortlich ist", sagte Hoppe unter dem Beifall der 250 Delegierten.

Berlin (6. Mai 2008) - Innovative Therapien erleichtern unzähligen Patienten das Leben mit ihrer Erkrankung. Aber immer häufiger kommt es zu Diskussionen um die Erstattung der Kosten. Ärzte müssen mitunter finanzielle Folgen fürchten, wenn sie moderne Therapien leitliniengemäß verordnen. Auf dem 3. Berliner Roche Forum haben sich Experten des Gesundheitswesens und Patienten vor diesem Hintergrund für eine breite und transparente gesellschaftliche Diskussion über die Leistungen des solidarischen Gesundheitswesens ausgesprochen.

3. Berliner Roche Forum:
Gesundheit braucht Innovation und Prioritäten

Berlin (25. April 2008) - Medizinischer Fortschritt soll in Zukunft zu vertretbaren Kosten finanzierbar sein. Das kann gelingen, wenn Innovationen aus der Diagnostik und der Therapie eine personalisierte Medizin möglich machen, die zielgenau wirkt und Nebenwirkungen vermeidet. Gleichwohl wird nach Expertenauffassung ein gesamt-gesellschaftlicher Diskurs über Prioritätensetzungen im deutschen Gesundheitswesen notwendig sein, wobei allerdings strittig bleibt, wer konkret über Prioritäten oder gar explizite Rationierung entscheiden soll.

Rabattverträge im rechtsfreien Raum - Pharmaindustrie fordert Einschreiten des Gesetzgebers

BPI: Rechtsunsicherheit endlich beseitigen!

 

Berlin (5. Mai 2008) - Als „unzumutbaren Zustand“ bezeichnete Dr. Bernd Wegener, Vorsitzender des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI) die aktuelle Situation um die Rabattverträge der gesetzlichen Krankenkassen mit Pharmaunternehmen. „Was hier abläuft, ist eines Rechtsstaates unwürdig. Krankenkassen als öffentliche Auftraggeber schließen in einem quasi rechtsfreien Raum Rabattverträge ohne internationale und nationale Wettbewerbs- und Vergaberegeln zu beachten. Und der Gesetzgeber, der dafür verantwortlich ist, schweigt ganz bewusst. Kleine und mittlere Unternehmen gehen in Konkurs, weil sie de facto aus dem Markt gedrängt werden. Der Gesetzgeber versagt in seiner rechtstaatlichen Pflicht, konsistente Wettbewerbsregeln vorzugeben und durchzusetzen“, sagte Wegener.

Kein Tarifvertrag mit Nebenwirkungen
Hebammenverband  fordert Erleichterungen für Krankenhäuser

Karlsruhe (8. April 2008) - Der neue Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst war längst überfällig. Der Abschluss liegt deutlich über der Inflationsrate, sodass die Beschäftigten seit langem mal wieder einen Reallohnzuwachs erhalten. Die Freude über den Tarifabschluss währte allerdings nur kurz, weil sie sofort von der Frage nach möglichen Auswirkungen für die Beschäftigten im Krankenhaus verdrängt wurde.