Ethik

Ethikrat verneint Anspruch auf staatliche Unterstützung bei Suizid

Berlin (1. Juni 2017) - Der Deutsche Ethikrat empfiehlt, der gebotenen Achtung individueller Entscheidungen über das eigene Lebensende keine staatliche Unterstützungsverpflichtung zur Seite zu stellen. Damit widerspricht der Ethikrat dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 2. März 2017.

Folgenhafter Eingriff ins Gehirn

Ethische Implikationen der Tiefen Hirnstimulation

Ulm (23. Januar 2017) - Wie sehr sich die ethisch-moralische Bewertung medizinischer Eingriffe über die Zeit hinweg verändert, demonstrierte Professor Heiner Fangerau im sehr gut besuchten Ulmer Stadthaus am Beispiel der Tiefen Hirnsimulation (THS). Im Rahmen der Unijubiläums-Vortragsreihe „Das Gehirn – ein außergewöhnliches Organ“ machte der Direktor des Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf deutlich, dass diese auch als Hirnschrittmacher bezeichnete neurologische Behandlungsmethode heute zwar durchaus erfolgreich eingesetzt werde. Allerdings blieben dabei gewisse ethische Probleme sowie ein „moralisches Unbehagen“ bestehen.

Ratsvorsitzender der EKD zum Jahreswechsel

Bedford-Strohm: Angst ist ein schlechter Ratgeber

Hannover (31 . Dezember 2016) - Ein neues Jahr liegt vor uns. Was es wohl bringen wird? Niemand kann das sagen. Prognosen, das haben wir 2016 erlebt, können danebenliegen. Astrologische Voraussagen treffen in den wenigsten Fällen ein. Die Zukunft, und selbst die allernächste, ist in vielerlei Hinsicht offen, von Unwägbarkeiten bestimmt. Manchmal ist dieses Nicht-Wissen schwer zu ertragen, vor allem dann, wenn man eher zur Sorge als zum unbefangenen Blick auf die Zukunft neigt.

„Organoide“

Wissenschaftler initiieren ersten ethischen Leitfaden für Organe aus dem Reagenzglas

Wien (19. Januar 2017) - Jürgen Knoblich, führender Stammzell-Experte und stellvertretender Direktor am IMBA (Institut für Molekulare Biotechnologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften), stellt in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins „Science“ zusammen mit Hans Clevers, dem früheren Präsidenten der niederländischen Akademie der Wissenschaften einen ersten ethischen Wegweiser für die Forschung an menschlichen Organmodellen vor. Darin spricht er sich auch für einen kritischen und verantwortungsvollen Umgang mit der neuartigen Technologie aus.

Änderungen im deutschen Arzneimittelgesetz

Studien mit Demenzkranken: Wichtige Aspekte fehlen in der Diskussion

Hagen (29. November 2016) - Gegen die Änderungen im deutschen Arzneimittelgesetz haben die Philosophen Prof. Dr. Thomas S. Hoffmann und Dr. Marcus Knaup von der FernUniversität in Hagen sowie die Gastwissenschaftlerin Prof. Dr. Valentina Kaneva aus Sofia große Bedenken. Durch sie werden medizinische Studien mit Menschen ermöglicht, die sich über die Tragweite ihrer Einwilligung zur Teilnahme vielleicht nicht oder nicht mehr im Klaren sind, etwa Demenzkranke (aber nicht nur sie). Der Schutz von „nicht einwilligungsfähigen“ Personen erscheint den Wissenschaftlern unzureichend. In der öffentlichen Diskussion vermissen sie zentrale Punkte: Wurde sie interessengeleitet gesteuert? Wem nützt die Gesetzesänderung überhaupt?