Ethik

Du bist ja so peinlich!

 

Marburg (13. April 2011) - Wenn man sich für andere schämt, sind vergleichbare Gehirnareale aktiv, wie wenn man den Schmerz anderer nachempfindet. Das ist das Resultat einer aktuellen Studie zu den neuronalen Grundlagen des Fremdschämens, die Wissenschaftler der Philipps-Universität in der aktuellen Ausgabe des Online-Wissenschaftsmagazins „PLoS One“ veröffentlichten, die am kommenden Mittwoch erscheint. Die Autoren um Dr. Sören Krach und Frieder Paulus berichten darin über Ergebnisse, die sie mittels Verhaltensexperimenten und funktionaler Magnet-Resonanzbildgebung (fMRT) erzielt haben.

 

Japan: "Menschen, die einfach Zuwendung brauchen - Ansprache und neuen Mut"

Diese Form der Hilfe wird noch sehr lange Zeit nötig sein

Tokyo, Japan (1. April 2011) - Das Erdbeben ist heute drei Wochen her. Die Hilfsgüter und Sachspenden sind jetzt überall verteilt, so dass die Menschen weiterleben können. Manche Gruppen, Nachbarschaften, Familien haben sich entschlossen, in andere Orte umzuziehen, um dort Wohnung, Schule und Arbeitsmöglichkeiten zu nutzen und für zumindest einige Jahre dort zu leben.

„Wo warst du, Gott?“

Gebetstext für den heutigen Sonntag „Reminiszere“

Hannover (20. März 2011) - Der Gottesdienst am heutigen Sonntag stand in vielen Gemeinden auch im Zeichen der Erdbeben- und Nuklearkatastrophe in Japan. Dieser zweite Sonntag der Passionszeit heißt „Reminiscere“. Er ist benannt nach einem Vers aus Psalm 25: „Gedenke (lat. Reminiscere) Herr, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von Ewigkeit her gewesen sind“ (Psalm 25,6). Das Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat eine Fürbitte für Japan formuliert, sie hat folgenden Wortlaut:

Beängstigende Wirklichkeit

Elisabeth Hübler-Umemoto schreibt aus Tokio nach Deutschland

 

Elisabeth Hübler-Umemoto ist evangelische Auslandspfarrerin in Tokio. Die Stimmung in Japan nach der Erdbebenkatastrophe und ihre Gedanken dazu schildert sie in eindrücklichen Worten. Photo: EKDTokyo, Japan (21. März 2011) - Elisabeth Hübler-Umemoto ist evangelische Auslandspfarrerin in Tokio. Die Stimmung in Japan nach der Erdbebenkatastrophe und ihre Gedanken dazu schildert sie in eindrücklichen Worten:

 

Was früher ein Hintergrundgefühl war, ist jetzt eine beängstigende Wirklichkeit: Je nach dem, wo ich bin, wird für mich die Sache so oder so ausgehen. Beim Erdbeben in der Autoschlange in einer Unterführung und oben das Meer, war eine im Hintergrund mitschwingende Möglichkeit, die man verdrängen muss, sonst kann man nicht in einem Erdbebenland leben.

 

 Toshihito Aisawa, 9 Jahre, der seine gesamte Familie verloren hat und jetzt mit einem Schild, auf dem ihre Namen geschrieben sind von Notunterkunft zu Notunterkunft geht. Er traut sich nicht, die Menschen anzusprechen und hält nur stumm sein Schild hoch. 'Morgen komme ich wieder her', steht auf dem Schild"Morgen komme ich wieder her"

 

Toyo, Japan (17. März 2011) - Die Pfarrerin der "Evangelischen Gemeinde Deutscher Sprache in Tokio-Yokohama", Elisabeth Hübler-Umemoto, schreibt im Tagebuchstil von der Stimmung und der momentanen Lage nach Deutschland:

 

16. März 2011, Nachmittag

 

Tief angerührt hat uns das Bild des kleinen Toshihito Aisawa, 9 Jahre, der seine gesamte Familie verloren hat und jetzt mit einem Schild, auf dem ihre Namen geschrieben sind von Notunterkunft zu Notunterkunft geht. Er traut sich nicht, die Menschen anzusprechen und hält nur stumm sein Schild hoch. "Morgen komme ich wieder her", steht auf dem Schild.* Nicht überall ist schon Trinkwasser eingetroffen. Man behilft sich mit Regenwasser. Inzwischen schneit es in weiten Teilen des Erdbebengebiets und Minustemperaturen sind für die Nacht angesagt.