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Liprolog® 200 E/ml KwikPen

Halbes Volumen – Möglichkeit zur Vermeidung von Lipohypertrophien

Berlin (26. April 2019) –  Die richtige Spritztechnik ist ein wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Diabetestherapie bei Patienten mit insulinpflichtigem Diabetes mellitus. Wird diese nicht richtig durchgeführt, kann das negative Auswirkungen auf die Blutzuckereinstellung haben. Um Komplikationen wie das Auftreten von Lipohypertrophien an Injektionsstellen zu minimieren, wird den Patienten u. a. der effektive Wechsel von Spritzstellen empfohlen. Der Einsatz eines hochkonzentrierten Mahlzeiteninsulins wie Liprolog® 200 E/ml KwikPen kann Menschen mit Diabetes die korrekte Umsetzung eines Rotationschemas erleichtern. 


90° oder 45° Winkel, Hautfalte ja oder nein, Oberschenkel oder Bauchregion, ausreichend Abstand zwischen den einzelnen Injektionsstellen lassen – die richtige Spritztechnik ist nicht einfach. Vor allem Patienten mit Diabetes Typ 2, die erst im Laufe ihrer Krankheit auf die Insulintherapie umstellen müssen, stehen vor einer großen Herausforderung. Um Patienten die Unsicherheit zu nehmen, ist die richtige Spritztechnik ein wichtiger Teil der Diabetes-Schulungen. Denn eine nicht richtig ausgeführte Insulininjektion kann sich negativ auf die Diabetestherapie auswirken. [1,2]

Eine häufige Komplikation bei der Insulintherapie ist das Auftreten von Lipohypertrophien, auch Spritzhügel genannt. Diese Vermehrung des subkutanen Fettgewebes entsteht vor allem bei der wiederholten Injektion von Insulin in dieselben Hautareale und bei der Mehrfachbenutzung der Nadeln [3]. Das Insulin wird im lipohypertrophischen Gewebe sehr viel schlechter resorbiert als im gesunden Gewebe [2] und so kann das Auftreten von Lipohypertrophien mit erhöhten postprandialen Werten korrelieren [3]. Um dies zu verhindern, wird Patienten die regelmäßige Rotation der Einstichstellen empfohlen [1]. Dabei ist auf einen ausreichenden Abstand der Injektionsstellen zueinander zu achten [1].


Therapie kann korrekte Durchführung erleichtern

Eine Möglichkeit, Patienten die korrekte Durchführung des Rotationsschemas zu erleichtern, kann der Einsatz eines hochkonzentrierten Mahlzeiteninsulins wie Liprolog® 200 E/ml KwikPen+ sein. Durch die Verringerung des Injektionsvolumens kann das Dosissplitting entfallen, das bei Patienten mit hohen Einzeldosen empfohlen wird. So halbiert sich die Anzahl der Injektionen und es steht für die Injektion mehr Hautfläche zur Verfügung, wodurch eine Platzierung der Einstichstellen mit genügendem Abstand zu einander einfacher wird. 

Durch die Reduzierung des Volumens wird außerdem die Injektionsstelle selbst kleinflächiger. Eine Studie hat gezeigt, dass sich das Insulindepot nach dem Spritzen flächig parallel zur Hautoberfläche ausbreitet und diese laterale Ausbreitung mit zunehmendem Volumen zunimmt [4]. Das bedeutet für Patienten mit hohen Dosen, dass sie noch größere Spritzabstände einhalten müssen, um Überlappungen der Insulindepots zu vermeiden. Bei Patienten mit einem hochkonzentrierten Mahlzeiteninsulin wie Liprolog® 200 E/ml KwikPen+ ist durch die kleinflächigeren Insulindepots eine Überlappung durch zu enges Setzen der Einstiche unwahrscheinlicher. Dies könnte die effektive Rotation erleichtern und der Entstehung von Lipohypertrophien vorbeugen. 


Einteilung der Spritzregion

Rotationsmuster können aus einzelnen Zonen oder Quadraten bestehen. Der Wechsel der Injektionsstellen kann entweder im Kreis oder in der Reihe verlaufen. Es besteht auch die Möglichkeit, diese nach Wochentagen aufzuteilen [1]. Es wird empfohlen, Patienten mit Diabetes schon zu Beginn der Insulintherapie auf ein leicht zu befolgendes Rotationsschema einzuweisen, wie die Spritzregionen in Quadranten aufzuteilen und diese im Uhrzeigersinn jede Woche wechseln zu lassen. [1]


Hohe Inzidenz von Lipohypertrophien

Dennoch scheint es Patienten schwer zu fallen, dieser Empfehlung zu folgen und das Rotationsschema einzuhalten. Eine weltweite Umfrage ergab, dass fast ein Drittel der befragten insulinpflichtigen Diabetiker an Lipohypertrophien leiden [5]. Gründe dafür können unterschiedlich sein. Schwierigkeiten, die korrekte Durchführung der Rotation in den Alltag zu integrieren, da z. B. durch Zeitmangel das Insulin immer wieder in Eile injiziert werden muss. Oder die Injektion in eine Lipohypertrophie erscheint attraktiver, da sie weniger schmerzhaft ist. Daher ist es wichtig, dass sich das medizinische Fachpersonal bei jedem Besuch davon überzeugt, dass die Spritzrotation eingehalten wurde, und die Patienten dementsprechend berät. [1]  

Eine regelmäßige Kontrolle der Spritzstellen empfehlen auch Experten der Deutschen Diabetes Gesellschaft [6]. Zusätzlich ist eine vierteljährliche bzw. halbjährliche Inspektion der Spritzregionen von insulinpflichtigen Diabetespatienten Teil des Disease-Management-Programmes (DMP) [7]. 

 

Grafik Lipodystrophien Spritzstellen


 

Anmerkung

+ Für erwachsene Patienten mit Diabetes mellitus, die täglich >20 Einheiten schnellwirksames Insulin benötigen.

 
 
Literatur

  1. Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e.V.: Leitfaden zur Injektion bei Diabetes mellitus, 2. bearbeitete Auflage November 2016
  2. Famulla S et al. Diabetes Care. 2016; 39(9): 1486-1492
  3. Blanco M et al. Diabetes & Metabolism 2013; 39: 445-453
  4. Leuenberger JP et al. Journal of Diabetes Science and Technology 2013;7(1): 227-237
  5. Frid A Mayo Clinic Proceedings 2016; 91(9): 1224-1230 
  6. Haak T et al. Diabetologie und Stoffwechsel 2018; 13 (Suppl 2): S120–S130
  7. DMP Praxis-Manual: Eine Arbeitshilfe für die strukturierten Behandlungsprogramme; Stand Januar 2019
    https://www.kvno.de/downloads/vertraege/dmp/Praxismanual_DMP_Nordrhein.pdf (letzter Abruf: 06.02.2019)



Antidiabetika und Engagement der BERLIN-CHEMIE AG

Die BERLIN-CHEMIE AG, die zur weltweit agierenden MENARINI-Gruppe gehört, wurde 1990 gegründet. Die Wurzeln des Berliner Unternehmens reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück – bereits in der fünften Generation werden hier Arzneimittel entwickelt und hergestellt, wobei Antidiabetika stets eine wichtige Rolle spielten. Das Produktportfolio in diesem Bereich umfasst orale Antidiabetika, Analog- und Humaninsuline, Applikationshilfen und Blutzuckermessgeräte. 

Mit einer Vielzahl von zusätzlichen Leistungen für die Praxis und die Patienten bietet die BERLIN-CHEMIE AG Hilfestellungen für den Praxisalltag. Insbesondere durch die Entwicklung von Diabetes-Schulungsprogrammen wie INPUT (dem ersten produktunabhängigen Schulungs- und Behandlungsprogramm für Menschen mit Insulinpumpentherapie), PRIMAS (Ein Schulungs- und Behandlungsprogramm für ein selbstbestimmtes Leben mit Typ-1-Diabetes), HyPOS (Hypoglykämie – Positives Selbstmanagement, Unterzuckerungen besser wahrnehmen, vermeiden und bewältigen), SGS (Strukturierte Geriatrische Schulung), DELFIN (Das Elternprogramm für Familien von Kindern mit Diabetes) und engagiert sich das Unternehmen für eine verbesserte Patientenversorgung.

Die BERLIN-CHEMIE AG ist sich als forschendes Pharmaunternehmen ihrer wissenschaftlichen und sozialen Verantwortung bewusst. Der SilverStar Förderpreis unterstützt seit 2011 Projekte und Initiativen, die zu einer verbesserten Versorgung und Erhöhung der Lebensqualität älterer Menschen mit Diabetes beitragen. Mit dem jährlich vergebenen Menarini Preis werden seit 2001 herausragende wissenschaftliche Projekte mit dem Forschungsschwerpunkt Diabetes gefördert.


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Quelle: Berlin-Chemie, 26.04.2019 (tB).