Diabetes

Bremer Studie: Neue Erkenntnisse für Behandlung von Diabetes

 

Bremen (4. Februar 2009) - Eine Entdeckung von Wissenschaftlern der Universität Bremen könnte dabei helfen, neue Therapien gegen die Volkskrankheit Diabetes zu entwickeln. Dr. Kathrin Mädler und ihr Forscherteam vom Inselzellforschungslabor am Centre for Biomolecular Interactions des Fachbereichs Biologie/Chemie haben bei Diabetespatienten den entzündlichen Faktor namens CXCL10 aufgedeckt, der an der Zerstörung der insulinproduzierenden Beta-Zellen entscheidend beteiligt ist. Ihre Studie ist jetzt in der Februarausgabe des renommierten fachwissenschaftlichen US-Magazins "Cell Metabolism" nachzulesen. Die Zeitschrift veröffentlicht regelmäßig neue wissenschaftliche Erkenntnisse im Bereich der Biologie.

Heilung nur nach Kombination

 

Diabetiker profitieren langfristig von der gemeinsamen Transplantation von Niere und Bauchspeicheldrüse / Heidelberger Wissenschaftler weisen erstmals Vorteile nach

 

Heidelberg (3. Februar 2009) - Diabetiker profitieren langfristig davon, wenn ihnen gleichzeitig eine Niere und eine Bauchspeicheldrüse (Pankreas) transplantiert werden. Die kombinierte Organübertragung ist bereits fünf Jahre nach der Transplantation einer einzelnen Spenderniere überlegen; die Überlebenszeit der Empfänger und des verpflanzten Organs ist bei der kombinierten Transplantation bedeutend länger. Offensichtlich hat die "Heilung" des Diabetes durch die Transplantation eines insulin-produzierenden Pankreas erhebliche Vorteile. Die Transplantation einer Niere nach Lebendspende durch einen Angehörigen oder Freund hat wiederum eine bessere Prognose als nach der Spende durch einen Verstorbenen. Beide sind jedoch der kombinierten Transplantation unterlegen.

IQWiG: Glitazone sind noch nicht ausreichend untersucht

Keine Langzeitstudien zu Rosiglitazon

Pioglitazon könnte Risiko für vaskuläre Folgekomplikationen senken aber für Herzinsuffizienz erhöhen

 

Berlin (26. Januar 2009) - Bislang ist wissenschaftlich nicht belegt, dass Glitazone bei Menschen mit Typ-2-Diabetes die Sterblichkeit oder Komplikationen, die durch Schäden an den Blutgefäßen verursacht werden, besser vermindern als alternative Therapien. Weil Langzeitstudien fehlen, sind verlässliche Aussagen zum langfristigen Nutzen oder Schaden dieser oralen Antidiabetika derzeit nur eingeschränkt möglich. Bei einem der beiden derzeit zugelassenen Wirkstoffe (Pioglitazon) gibt es zwar Hinweise, dass Patienten profitieren könnten. Allerdings liefern dieselben Studien auch Hinweise auf mögliche Nachteile, u.a. auf ein erhöhtes Risiko für Herzschwäche. Zu diesem Ergebnis kommt der am 26. Januar 2009 publizierte Abschlussbericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Verstopfung, Blähungen oder Durchfall:

Diabetes kann Ursache für Magen-Darm-Beschwerden sein

 

Bochum (22. Januar 2009) – Menschen mit Diabetes haben häufiger Magen-Darm-Probleme als Gesunde. Ursache ist oft eine „autonome Neuropathie“ – eine Störung des Nervensystems, verursacht durch den Diabetes. Magen-Darm-Probleme sollten behandelt werden, wenn sie belasten und länger als vier Wochen auftreten. Für Menschen mit Diabetes ist dies besonders wichtig, so die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG): Die Störungen mindern nicht nur die Lebensqualität der Erkrankten, sondern können auch dazu führen, dass sich der Blutzucker schlecht einstellen lässt. Wie Ärzte gastrointestinale Probleme ihrer Diabetes-Patienten diagnostizieren und erfolgreich therapieren können, ist eines der Themen in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Der Diabetologe“.

Lebensalter und Lebensqualität erhöhen:

Gesundheits-Risiken frühzeitig erkennen

 

Bochum (19. Januar 2009) – Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes Typ 2 sind auch unter Gesunden weit verbreitet. Dies zeigt die Auswertung aktueller Daten männlicher Führungskräfte in Hamburg, die an einem Gesundheits-Vorsorgeprogramm teilnahmen: Jeder zweite Teilnehmer hat ein erhöhtes Risiko, in den nächsten Jahren an einem Diabetes Typ 2 zu erkranken. Rechtzeitige Ernährungsumstellung und die Kontrolle des Körpergewichts können einen Diabetes in diesem Stadium noch verhindern, erklärt die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG). Die Experten raten allen Erwachsenen an entsprechenden Programmen teilzunehmen, auch wenn sie Sport treiben und sich gesund fühlen.

Qualität der REHA nach OP entscheidend für Prognose

 

Bad Oeynhausen (19. Dezember 2008) - Menschen, die am Herzen operiert sind und die falsche Anschlussheilbehandlung wählen, haben kaum Aussicht auf langfristige Genesung. Bei bis zu 40 Prozent der Patienten führen unbehandelte Störungen des Glukosestoffwechsels oder ein verkannter Diabetes zur schnellen Progression der Erkrankung. Nach dem Infarkt ist oft vor dem Infarkt. Nicht selten landen die Betroffenen dann in Kürze erneut auf dem OP-Tisch. Noch schlechter sieht die Prognose für herzkranke Diabetiker aus, bei denen medizinisch unzureichend -auch vor und während einer Operation- interveniert wird. So liegt die Wahrscheinlichkeit für ein wiederkehrendes Ereignis bei Patienten mit Diabetes um ein Vielfaches höher, wenn die Stoffwechselproblematik unberücksichtigt bleibt. Das Risiko für Komplikationen steigt, werden Faktoren wie Blutzucker, Blutdruck und Fette nicht rechtzeitig und adäquat behandelt. Hier gibt es über Fachgrenzen hinaus in Akut- und Rehabilitationsmedizin noch immer große Versorgungslücken.

Möglicher Zusammenhang zwischen Schlaf-Wach-Rhythmus und Diabetes entdeckt

Neue Genvariante beeinflusst den Blutzuckerspiegel über den Melatoninhaushalt

 

Neuherberg (15. Januar 2009) - Einem internationalen Forscherteam mit deutscher Beteiligung unter anderem durch das Helmholtz Zentrum München ist es gelungen, eine neue Genvariante zu identifizieren, die mit höheren Blutzuckerspiegeln und einem erhöhten Typ 2 Diabetes-Risiko verbunden ist.
Das Gen beeinflusst die Insulinfreisetzung indirekt über den Melatoninspiegel, was auf einen bislang unbekannten Zusammenhang zwischen Schlaf-Wach-Rhythmus und Blutzuckerspiegel hindeutet. Der Befund könnte neue Behandlungsmöglichkeiten eröffnen, die weit über die bisher weitgehend symptomatischen Therapieansätze von Diabetes hinausgehen.

Dringender Bedarf an sozialer und psychologischer Unterstützung für junge Menschen mit Diabetes

 

Mainz (10. Dezember 2008) - Eine globale Befragung, bei der Kinder mit Diabetes untersucht wurden, ergab, dass die aktuellen Gesundheitssysteme keine angemessene soziale und psychologische Unterstützung für junge Menschen mit Diabetes bieten. Die derzeit fehlende Unterstützung führt oft zu einer schlechten Behandlung der Erkrankung, die wiederum langfristig Folgeerkrankungen hervorruft.

Eine globale Befragung, bei der Kinder mit Diabetes untersucht wurden, ergab, dass die aktuellen Gesundheitssysteme keine angemessene soziale und psychologische Unterstützung für junge Menschen mit Diabetes bieten. Die derzeit fehlende Unterstützung führt oft zu einer schlechten Behandlung der Erkrankung, die wiederum langfristig Folgeerkrankungen hervorruft.

DDG widerspricht Aussagen von IQWiG-Chef Professor Sawicki:

 

Vermeidung von Folgeerkrankungen des Diabetes bleibt wichtiges Ziel in der Diabetes-Therapie

 

Bochum (18. November 2008) – Menschen mit Diabetes Typ 2 müssen ihren zu hohen Blutzuckerspiegel senken, um Folgeerkrankungen des Diabetes vorzubeugen. Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) widerspricht damit den öffentlichen Äußerungen von Professor Dr. med. Peter Sawicki, Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Dieser stellte eine medikamentöse Behandlung insbesondere älterer Patienten als unnötig und sogar schädlich dar.

Das Original – jetzt noch besser:

Der neue FlexPen® – geringerer Kraftaufwand bei der Injektion nötig

 

Insulin-PensBerlin/Mainz (7. November 2008) – Anfang November 2008 führt Novo Nordisk in Deutschland einen neuen FlexPen® ein. Im Vergleich zu seinem Vorgänger konnte der Kraftaufwand für die Injektion wesentlich reduziert werden. Die neue, besonders deutliche Farbkodierung – entsprechend dem enthaltenen Insulin – sorgt für noch mehr Sicherheit. Wie der bisherige FlexPen® zeichnet sich auch der neue FlexPen® durch eine sehr hohe Dosiergenauigkeit aus.

 

In den 1980er Jahren wurde von Novo für Menschen mit Diabetes die weltweit erste Injektionshilfe als Ersatz für die Spritze entwickelt und seitdem stetig verbessert. Heute ist der FlexPen® der am häufigsten eingesetzte vorgefüllte Insulinpen.(1) Ziel der Produktentwicklung ist es, den Bedürfnissen von Menschen mit Diabetes immer gerechter zu werden und ihre Lebensqualität zu verbessern.

 

EASD 2008

Humanes-GLP-1 Analogon Liraglutid:

Neue Studienergebnisse unterstreichen viel versprechendes Produktprofil bei Typ 2 Diabetes

 

Berlin/Mainz (7. November 2008) - Auf der 44. Jahrestagung der European Association for the Study of Diabetes (EASD) 2008 präsentierte Studiendaten zu Liraglutid komplettieren das Bild einer viel versprechenden neuen Therapieoption für Typ 2 Patienten, so die Einschätzung von Experten in Rom. Nach Ansicht von Professor Dr. Bernard Zinman, Toronto, Kanada, belegt das umfangreiche LEADStudienprogramm überzeugend, dass das humane-GLP-1 Analogon Liraglutid eine effektive neue Behandlung bei Typ 2 Diabetes ist. Sowohl als Monotherapie als auch in Kombination mit oralen Antidiabetika bewirkt Liraglutid eine effektive Blutzuckerkontrolle, führt zur Gewichtsabnahme, senkt den systolischen Blutdruck und verbessert die Betazellfunktion, fasste Zinman die Ergebnisse zusammen.

„Fine Star“-Gewinner stehen fest 

Bayer-Preis würdigt innovative Kinderdiabetes-Projekte

 

Mobile Diabetes Schulung Schleswig-Holstein auf Platz eins, gefolgt von Jugendlichen-Projekt des Altonaer Kinderkrankenhauses und Elterninitiative „Zuckerstachel e.V.“. Ausschreibung des mit insgesamt 17.500 Euro dotierten „Fine Star“ auch in 2009 geplant.

 

Wiesbaden (31. Oktober 2008) – Kinder mit Diabetes brauchen besondere Unterstützung denn bei keiner Patientengruppe sind die Therapieanforderungen so individuell und die psychischen und sozialen Auswirkungen der lebenslangen Erkrankung so vielschichtig. Nur ca. 90 kinderdiabetologische Zentren stehen bundesweit für die Betreuung der hierzulande 25.000 betroffenen Kinder und Jugendlichen unter 19 Jahren zur Verfügung. Vielerorts kann eine alters- und fachspezifische Betreuung deshalb nicht gewährleistet werden. Doch auch Kreativität und Eigeninitiative können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Versorgungslücken zu schließen und zuckerkranken Kindern das Leben mit ihrer Krankheit zu erleichtern.

Mutiertes Gen schützt vor Übergewicht und Diabetes

 

Die New Zealand obese-Maus nimmt unter einer fettreichen Diät schnell an Gewicht zu und entwickelt eine Adipositas (Fettsucht), wobei der Körperfettanteil auf über 40 Prozent steigen kann. Der Mausstamm ist ein Modell für das menschliche Metabolische Syndrom und dessen Folgeerkrankungen.Potsdam-Rehbrücke (20. Oktober 2008) - Einem Wissenschaftlerteam vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) ist es unter der Leitung von Hadi Al-Hasani und Hans-Georg Joost gelungen, erstmals eine natürliche Mutation im Tbc1d1-Gen zu identifizieren, die Mäuse trotz fettreicher Kost schlank bleiben lässt und zudem vor Diabetes schützt. Hierdurch konnten die Forscher einen tiefen Einblick in die Funktionsweise des Gens gewinnen. Die Aufklärung der Genfunktion schafft eine Basis für die Entwicklung neuer Therapie- und Präventionsansätze, denn auch beim Menschen kann das betreffende Gen mit Übergewicht und Diabetes in Verbindung gebracht werden. Die Forscher veröffentlichten ihre Daten heute in der angesehenen Fachzeitschrift Nature Genetics (Chadt, A. et al.; 2008).

Kostenlose Untersuchung auf Typ 1 Diabetes-Risikogene

Die TEDDY Studie

 

München (20. Oktober 2008) - TEDDY ist die Abkürzung für "The Environmental Determinants of Diabetes in the Young". Die TEDDY Studie hat sich also zum Ziel gesetzt, den Einfluss von Umweltfaktoren auf die Entstehung von Typ 1 Diabetes zu erforschen. Sie ist eine vom National Institute of Health (NIH) geförderte, internationale Beobachtungsstudie, an der insgesamt sechs Zentren aus vier Ländern teilnehmen: Deutschland, Finnland, Schweden und USA (Georgia/Florida, Colorado, Washington).

Neue Daten zur diabetischen Retinopathie

DIRECT-Studie bestärkt Einsatz von Candesartan bei hypertensiven Diabetikern

 

Aachen (11. September 2008) – Auf dem Kongress der European Association of the Study of Diabetes (EASD) in Rom wurden heute die Daten des DIRECT-Studienprogramms vorgestellt. Die Ergebnisse zeigen, dass der AT1-Rezeptor-blocker Candesartan eine günstige Wirkung auf die diabe-tische Retinopathie hat. So reduzierte Candesartan blutdruck-unabhängig die Inzidenz einer diabetischen Retinopathie bei Typ-1-Diabetikern und hatte einen positiven Einfluss auf die Regression einer diabetischen Retinopathie bei Typ-2-Diabetikern. Die Ergebnisse zur diabetischen Retinopathie werden in der Fachpublikation The Lancet veröffentlicht.

Leibniz-Gemeinschaft gründet Forschungszentrum für Diabetes und Stoffwechselerkrankungen

 

Berlin (7. Oktober 2008) - Die Leibniz-Gemeinschaft hat das Forschungszentrum für Diabetes und Stoffwechselerkrankungen gegründet. Es wird von drei führenden Diabetologen in Deutschland koordiniert: Prof. Michael Roden, Deutsches Diabetes-Zentrum in Düsseldorf, Prof. Hans-Georg Joost, Deutsches Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke, und Prof. Hans-Ulrich Häring, Universitätsklinikum Tübingen. Die Kombination der Forschung an den drei Standorten deckt nach Ansicht der Experten das gesamte Feld des Typ-2-Diabetes ab. Diese Form der Erkrankung ist mit rund sechs Millionen Fällen in Deutschland die häufigste und zählt aus volkswirtschaftlicher Sicht zu den teuersten chronischen Leiden.

Leibniz-Gemeinschaft gründet Forschungszentrum für Diabetes und Stoffwechselerkrankungen

 

Bonn (7. Oktober 2008) - Die Leibniz-Gemeinschaft hat das Forschungszentrum für Diabetes und Stoffwechselerkrankungen gegründet. Es wird von drei führenden Diabetologen in Deutschland koordiniert: Prof. Michael Roden, Deutsches Diabetes-Zentrum in Düsseldorf, Prof. Hans-Georg Joost, Deutsches Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke, und Prof. Hans-Ulrich Häring, Universitätsklinikum Tübingen. Die Kombination der Forschung an den drei Standorten deckt nach Ansicht der Experten das gesamte Feld des Typ-2-Diabetes ab. Diese Form der Erkrankung ist mit rund sechs Millionen Fällen in Deutschland die häufigste und zählt aus volkswirtschaftlicher Sicht zu den teuersten chronischen Leiden.

Diabetischer Fuß

Neu entdecktes Protein weckt Hoffnung auf geringeres Amputationsrisiko

 

Heidenheim (1. Oktober 2008) - Die Entdeckung britischer Forscher an der Universität von Bristol könnte neue Therapiemöglichkeiten zur Prävention von Beinamputationen bei Diabetikern eröffnen (Caporali, A. et al. (2008) Circulation Research 103 (2): 15-26).

Eine Diabeteserkrankung geht häufig mit ernsthaften Komplikationen wie beispielsweise einem diabetischen Fuß einher. Allein in Deutschland ist jeder Vierte der über 4 Millionen erkrankten Menschen als Risikopatient für die Entstehung eines diabetischen Fußes anzusehen (Quelle: www.ot-forum.de). Ursache ist ein Verschluss der Gefäße, der eine verminderte Sauerstoffversorgung und Heilungsfähigkeit der betroffenen Areale zur Folge hat. Aus physikalischen Gründen sind Beine und Füße am häufigsten betroffen. Nachdem das schlecht durchblutete Gewebe nicht in der Lage ist, neue Gefäße zu bilden, bleibt die Heilung aus. Eine Amputation ist oft die einzige Option.

Antithrombotische Therapie bei Diabetes sinnvoll und notwendig

 

Bochum (26. September 2008) - Menschen mit Diabetes haben ein hohes Risiko für Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems. Mehr als drei Viertel versterben an Folgen von Durchblutungsstörungen in den Gefäßen - am häufigsten treten Herzinfarkt oder Schlaganfall auf. Um diese Gefahr zu senken, sollte die antithrombotische Therapie fester Bestandteil in der Behandlung von Menschen mit Diabetes Typ 2 und älteren Typ-1-Patienten sein, betont die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG). Warum Durchblutungsstörungen häufiger bei Diabetes-Patienten auftreten und welche medikamentösen Therapien vorbeugend Risiken senken können, ist das Leitthema der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Der Diabetologe".

Diabetische Retinopathie: Erblindung und Sehbehinderung verhindern

Weit verbreitete Begleiterkrankung des Diabetes mellitus

 

Von PD Dr. Klaus-Dieter Lemmen, Chefarzt der Abteilung Augenheilkunde am St. Martinus-Krankenhaus Düsseldorf

 

Düsseldorf (25. September 2008) - Die diabetische Retinopathie ist die häufigste Gefäßkomplikation des Diabetes mellitus und darüber hinaus die häufigste Ursache für Erblindung der Altersgruppe zwischen 20 und 65 Jahren in den Industrienationen. In Deutschland sind etwa sechs bis acht Millionen Menschen an Diabetes mellitus erkrankt[1], jedes Jahr wird bei rund 126.000 von ihnen eine Sehbehinderung als Folge ihrer Grunderkrankung diagnostiziert. Im gleichen Zeitraum kommt es bei 1.700 Diabetikern zu einer Erblindung.[2] Fünf bis zehn Jahre nach Krankheitsbeginn ist bereits knapp die Hälfte aller Diabetiker von diabetischen Netzhautveränderungen betroffen, nach 15 bis 20 Jahren sind es sogar bis zu 90 Prozent. Weil ein Typ-1-Diabetes aufgrund seiner auffälligen Symptomatik meist frühzeitig erkannt wird, ist die Netzhaut zum Zeitpunkt der Diagnose meist noch nicht geschädigt. Bei Typ-2-Diabetikern kann es aufgrund des symptomarmen Frühstadiums jedoch etliche Jahre dauern, bis die Grunderkrankung erkannt wird. Daher liegt zum Zeitpunkt der Diagnosestellung bei etwa 30 Prozent von ihnen bereits eine diabetische Retinopathie vor.[3] Angesichts der wachsenden Zahl der Diabetesneuerkrankungen ist auch mit einer steigenden Rate von Sehbehinderungen und Erblindungen infolge von diabetischer Retinopathie zu rechnen.

Neue Daten für Candesartan bei Diabetischer Retinopathie

Mögliche Rolle des AT1-Blockers in der Prävention und Therapie*

 

Düsseldorf (25. September 2008) – Die Ergebnisse des DIRECT Studienprogramms (DIabetic REtinopathy Candesartan Trials), wurden auf der diesjährigen Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Diabetes-Forschung (European Association for the Study of Diabetes, EASD) in Rom erstmalig vorgestellt.(1) Obwohl die primären Endpunkte nicht erreicht worden sind, konnte Candesartan das Auftreten der diabetischen Retinopathie bei Typ 1-Diabetikern mit einem deutlichen Trend (p=0,0508) verringern. Bei Typ 2-Diabetikern, die an einer beginnenden Retinopathie litten, konnte Candesartan eine Umkehr des Krankheitsverlaufs (Regression) bewirken (sekundärer Endpunkt, p=0,009).

Treibt ein Vitamin B1-Mangel die Folgeschäden des Diabetes voran?

 

Rom, Italien (11. September 2008) - Ein Mangel an Vitamin B1 (Thiamin) könnte eine Schlüsselrolle bei der Entstehung der Folgeschäden des Diabetes spielen. Das berichteten Forscher auf dem Kongress der Europäischen Diabetes-Gesellschaft in Rom (7.-11.9.08).

"Sowohl Typ-1- als auch Typ-2-Diabetiker haben deutlich erniedrigte Thiamin-Konzentrationen im Blutplasma", sagten James Larking und Prof. Paul Thornalley von der Universität Warwick, England. Ursache der extremen Thiamin-Defizite ist - nach den neuen Erkenntnissen - ein diabetesbedingter Defekt der Niere: "Hohe Zucker-Konzentrationen unterdrücken die Bildung eines Thiamin-Transporters in der Niere", erklärte Larkin. Dieses Molekül hat die Aufgabe, das für den Körper so wertvolle Vitamin zurück in den Blutkreislauf zu schleusen. Fehlen Thiamin-Transporter, geht das Vitamin in großen Mengen über den Urin verloren.

Einmonatsspritze gegen Diabetes scheint möglich

 

Zürich, Schweiz (9. September 2008) - Eine Einmonatsspritze gegen Diabetes Typ 2 scheint möglich zu werden. Erste Zwischenergebnisse einer Nachfolgestudie der Universität Zürich und des Universitätsspitals bestätigen die Erfolgsaussichten der neuen Therapie, die im April 2007 vorgestellt worden war. Die neuen Resultate wurden von Prof. Marc Donath am 8. September 2008 am internationalen Diabetes-Kongress in Rom präsentiert, wo er als erster Schweizer mit dem Novartis-Preis für Diabetes ausgezeichnet wird.

IQWiG

Typ-2-Diabetes: Wo liegen die Vor- und Nachteile von Exenatide-Injektionen?

 

Berlin (27. August 2008) - Bei Typ-2-Diabetes können mit Exenatide in Kombination mit oralen Antidiabetika Blutzucker-Therapieziele ähnlich gut erreicht werden wie mit Insulin. Außerdem kann Exenatide helfen, etwas Körpergewicht zu verlieren. Unerwünschte Wirkungen treten jedoch häufig auf.
Wer Typ-2-Diabetes hat, produziert nicht mehr genug
Insulin oder hat eine Resistenz gegen sein körpereigenes Insulin entwickelt, sodass es nicht mehr richtig wirken kann. Die Folge sind zu hohe Blutzuckerwerte, was als Hyperglykämie bezeichnet wird. Typische Anzeichen einer Überzuckerung sind unter anderem Durst, häufiges Wasserlassen, Müdigkeit und Juckreiz. Das größere Problem ist allerdings, dass ein stark erhöhter Blutzucker über die Jahre die Gefäße verletzt und dadurch wichtige Organe wie etwa die Augen und die Nieren schädigt.

Befragung(1) zur Accu-Chek Insulinpumpe zeigt:

Anwender sind sehr zufrieden

 

Accu-Chek Spirit – so individuell wie die Diabetes-Therapie

 

Mannheim (22. August 2008) - Menschen mit Diabetes, Ärzte und medizinisches Fachpersonal haben die Produkte der Accu-Chek-Familie getestet und sind sich einig: Sie bieten eine hohe Zuverlässigkeit, einfache Bedienung und lassen dabei viel Spielraum für den individuellen Einsatz. Das bedeutet Erleichterung für Menschen mit Diabetes und Unterstützung von Arzt und medizinischem Fachpersonal in der Betreuung der Patienten. Die ergänzenden Produkte des Accu-Chek Informations-Managements unterstützen die Insulinpumpen-Therapie zusätzlich und helfen, die Zusammenhänge zwischen Insulin- und Blutzuckerverlauf verständlich darzustellen.

Diabetes Typ 1: Spritzen für den kleinen Paul -

Ein neuer Verein hilft

 

Eine regelmäßige Blutzuckermessung ist unerlässlich. Photo: UK UlmUlm (22. August 2008) - Die Rechtsanwältin Dr. Anja Bratke hat zusammen mit anderen betroffenen Eltern den Verein "Diabetes Kinder Ulm und Umgebung e.V." gegründet, denn ihr viereinhalbjähriger Sohn Paul hat Diabetes Typ 1. Bei dieser genetisch bedingten Stoffwechselerkrankung zerstört das körpereigene Immunsystem im Rahmen einer Entzündungsreaktion die Insulin produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse - zeitlebens ist er auf die künstliche Zufuhr von Insulin angewiesen.

Als Pauls Krankheit im Alter von 18 Monaten von Professor Dr. Martin Wabitsch, er ist Leiter der Sektion Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Ulm, und seinem Team erkannt wurde, erlebte Dr. Bratke hier viel praktische Hilfe in Form von Beratungen und Schulungen. Doch außerhalb des Klinikums - im Alltag - fehlten der besorgten Mutter entsprechende Angebote. Sie war allein mit all den schwierigen Fragen rund um die Gesundheit ihres Sohnes. Deshalb hat sich der Verein insbesondere den Erfahrungsaustausch mit anderen betroffenen Eltern zum Ziel gesetzt. Regelmäßig kommen die Mitglieder zusammen, organisieren Schulungen und geben gegenseitige moralische Unterstützung. Paul ist während dieser Treffen plötzlich ein ganz normales Kind, denn seine Spielkameraden brauchen ja auch regelmäßig eine Spritze ...

Amputationen lösen die Probleme nicht

Warnung vor vorschnellen Amputationen bei Diabetikern

 

Heidelberg (20. August 2008) - Nach Meinung von Dr. Wolfram Wenz, Leitender Oberarzt des Bereiches Infantile Cerebralparese und Fußdeformitäten an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg, löst die Amputation von Gliedmaßnahmen das Fuß-Problem von Diabetikern und auch bei älteren Menschen nicht. Im Gegenteil sei die erste Amputation eines Gliedes oft der Anfang vom Ende.
Diese These hat er in einem Vortrag vor Fachkollegen der Klinik mit eindrucksvollen Zahlen belegt: Ca. 36 Prozent der Diabetiker sterben ein Jahr nach der Amputation, rund die Hälfte innerhalb von drei Jahren und ca. 66 Prozent innerhalb von fünf Jahren. Bei 50 Prozent der Beinamputierten musste innerhalb der nächsten vier Jahre auch am anderen Bein amputiert werden. Außerdem landen nach Oberschenkelamputationen 50 Prozent dieser Patienten in einem Pflegeheim, bei Unterschenkel-Amputierten sind danach 30 Prozent nicht mehr gehfähig. Von einer Verbesserung oder Erleichterung der Situation dieser Patienten könne man vor diesem Hintergrund also guten Gewissens nicht sprechen. Deshalb müsse man weniger amputieren.

Vorbeugen lohnt sich:

Impfung halbiert die Zahl der Grippe-Toten bei Diabetikern

 

Mühltal (19. August 2008)) - Wer an Diabetes leidet, sollte die jährliche Grippe-Impfung nicht versäumen. Dies schlussfolgern die Autoren einer holländischen Studie, in der der Nutzen der Impfung für Menschen mit Diabetes genauer unter die Lupe genommen wurde: Sie verhinderte während einer Grippeepidemie bei Patienten mit Diabetes mehr als die Hälfte aller Krankheits-Komplikationen, Krankenhauseinweisungen und Todesfälle. Diabetiker zählen neben Menschen mit chronischen Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen und über 60-Jährigen zu den Risikogruppen für schwere Lungenentzündungen durch Grippe-Viren und Pneumokokken-Bakterien. Trotz der offiziellen Empfehlungen für diese Personengruppen wird der Impfschutz gegen Pneumokokken-Erkrankungen und Grippe oft nicht in Anspruch genommen. "Wir hoffen, dass die Veröffentlichung dieser Studienergebnisse mehr Menschen mit Diabetes ermutigt, das Angebot zur Vorbeugung zu nutzen", so Dr. Eva-Maria Fach, die erste Vorsitzende des Bundesverbandes niedergelassener Diabetologen e. V. (BVND).

 

Neue Standards in der Diabetes-Therapie:

Internationale Standardisierung der Kontrolle des langfristigen Blutzucker-Wertes

 

Bochum (14. August 2008) – Die langfristige Kontrolle des Blutzuckers ist ein wichtiges Ziel der Diabetes-Therapie. Allerdings können die Messergebnisse – je nach Methode und Labor – unterschiedlich sein. Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) hat sich internationalen Empfehlungen zur Standardisierung des Verfahrens angeschlossen und empfiehlt eine neue verbesserte Nachweismethode.

ELSID-Studie: Diabetiker im DMP leben länger

Erste Endergebnisse der Studie zeigen Unterschiede bei der Sterblichkeit von Teilnehmern und Nicht-Teilnehmern strukturierter Behandlungsprogramme

 

Berlin / Heidelberg (12. August 2008) - Bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2, die an einem strukturierten Behandlungsprogramm (Disease-Management-Programm, kurz DMP) teilnehmen, gibt es deutlich weniger Todesfälle als bei Patienten, die nicht in ein solches Programm eingeschrieben sind. Das belegen Ergebnisse der bundesweit ersten kontrollierten Studie zum Vergleich zwischen DMP-Teilnehmern und Patienten in der Regelversorgung, die von der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung am Universitätsklinikum Heidelberg in Kooperation mit dem AOK-Bundesverband durchgeführt wird. Die Daten der Patienten waren über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren beobachtet worden.

Basisschulung reicht bei Diabetes nicht immer aus

DDG fordert mehr problemspezifische Schulungen

 

Bochum (7. August 2008) – Die meisten Menschen mit Diabetes leiden darüber hinaus an Folge- oder Begleiterkrankungen. Um das Risiko schwerer Folgen wie Unterzucker oder Amputationen von Gliedmaßen zu senken, fordert die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) mehr problemspezifische Schulungen für Patienten. Diese ermöglichen Betroffenen auch mit Begleit- und Folgeerkrankungen des Diabetes besser umzugehen und weiteren Komplikationen vorzubeugen.

Kompetenznetz Diabetes gegründet

Vernetzte Forschung verbessert Versorgung der Patienten

 

Bochum (4. August 2008) – Im neu gegründeten Kompetenznetz Diabetes sind bisher sieben deutsche Forschungsverbunde zusammengeschlossen. Sie werden in den nächsten Jahren Entstehungsbedingungen, Prävention und Behandlung des Diabetes erforschen, um Patienten zukünftig besser zu versorgen. Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) begrüßt die Gründung des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Experten-Netzwerkes.

Neuerkrankungsraten von Typ 1 Diabetes im Ländervergleich

Deutliche Unterschiede zwischen Finnland und Deutschland

 

Logo der TeddyStudie.München (4. August 2008) - Die Neuerkrankungsrate von Typ 1 Diabetes steigt jährlich um 3-5 Prozent an. Jedoch gibt es deutliche Unterschiede, wenn man zum Beispiel die Länder USA, Finnland, Schweden und Deutschland vergleicht. Bei Kindern bis vierzehn Jahren liegen folgende Neuerkrankungsraten vor:
In Finnland findet sich die höchste Rate der einbezogenen Länder: Dort entwickeln jährlich von 100.000 Menschen zirka 60 einen Typ 1 Diabetes. Danach folgt das zweite skandinavische Land: In Schweden erkanken jährlich pro 100.000 Menschen etwa 40 an einem Typ 1 Diabetes. In den USA ist die Rate etwas geringer. Von 100.000 Menschen gibt es dort zirka 25 neu entdeckte Typ 1 Diabetiker. Am wenigsten Neuerkrankungen gibt es in Deutschland. Hier entwickeln etwa 15 Personen pro 100.000 einen Typ 1 Diabetes.

Übergewicht bei Diabetes Typ 2 erfolgreich verringern

 

Bochum (24. Juli 2008) - Sind Menschen mit Diabetes Typ 2 übergewichtig, besteht ein erhöhtes Risiko für Folge- und Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder Gefäßerkrankungen. Um das Gewicht zu verringern, reichen in der Regel Medikamente nicht aus. Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) hat deshalb in Zusammenarbeit mit drei anderen Fachgesellschaften die bestehende Leitlinie zur kombinierten Ernährungs-, Bewegungs-, Verhaltens- und medikamentöse Therapie ergänzt. Sie empfehlen eine Ernährungstherapie in vier Stufen.

Rund 85 Prozent der Menschen mit Diabetes Typ 2 sind übergewichtig oder sogar adipös. Die WHO empfiehlt in diesem Fall, das Gewicht um 10 bis 20 Prozent des Ausgangsgewichts zu verringern. "Ein Ziel, das allein mit Medikamenten schwer zu erreichen ist. Betroffene sollten ihren Lebensstil ändern, das heißt regelmäßiges Ausdauer- und Krafttraining und energiearme Kost", betont Professor Dr. med. Alfred Wirth, Ärztlicher Direktor der Teutoburger-Wald-Klinik, Bad-Rothenfelde.

Zulassung für JANUMET® (Sitagliptin/Metformin) zur Behandlung des Typ-2-Diabetes in der Europäischen Union

 

Haar (23. Juli 2008) – JANUMET® (Sitagliptin/Metformin, MSD) hat von der Europäischen Kommission die Zulassung zur Behandlung des Typ-2-Diabetes erhalten. Durch die starke Wirksamkeit von Sitagliptin, einem DPP-4 (Dipeptidyl-Peptidase-4)- Inhibitor, und Metformin hilft JANUMET® vielen Patienten, ihren Blutzuckerspiegel bis zum Zielwert zu senken. Ebenso wie unter einer alleinigen Metformintherapie kam es auch unter einer Behandlung mit JANUMET® nicht zu einer Gewichtszunahme oder einem erhöhten Hypoglykämierisiko. Das neue orale Antidiabetikum zielt auf alle drei Hauptdefekte des Diabetes: Betazelldysfunktion, Insulinresistenz und Überproduktion von Blutzucker durch die Leber.

Deutscher Diabetiker Tag fordert zum selbstbestimmten Leben mit Diabetes auf

 

Kassel (22. Juli 2008) - Unter dem Motto: „Selbstbestimmtes Leben mit Diabetes – für alle!? findet am 20. September 2008 in der Stadthalle Kassel der Deutsche Diabetiker Tag statt. Zum wiederholten Mal organisiert der Bundesverband des Deutschen Diabetiker Bundes (DDB) als Veranstalter ein hochkarätiges Programm mit über 20 Vorträgen und Workshops. Zahlreiche Aussteller bieten Betroffenen, Angehörigen, Interessierten und Fachbesuchern Beratung und Tipps zum täglichen Umgang mit dem Diabetes. Experten informieren über Präventions- und neue Behandlungsmöglichkeiten. Thema der Podiumsrunde ist die zukünftige Diabetesversorgung in Deutschland. Diskutiert wird, ob die Gesundheitsreform auch an chronische Kranke gedacht hat. „Kernforderung des DDB ist es, die Versorgung für Menschen mit Diabetes nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft zu sichern“ erklärt Heinz Windisch, Bundesvorsitzender des DDB und Präsident der Deutschen Diabetes Union. Gleichzeitig distanziert sich der Verband von der Sparpolitik der Bundesregierung.

Ergebnisse ACCORD- und ADVANCE-Studien:

Blutzucker bei Typ-2-Diabetes ohne Nebenwirkungen senken

 

Bochum (21. Juli 2008) - Den Blutzucker langfristig zu normalisieren, bleibt ein zentrales Ziel in der Behandlung des Typ-2-Diabetes mellitus. Nur so lassen sich Spätfolgen der Erkrankung verhindern. Oberste Priorität in der Therapie hat jedoch die Vermeidung von Risiken und Nebenwirkungen der Blutzucker senkenden Medikamente. Dies teilt die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) nach Auswertung der Ergebnisse zweier Studien mit, die in den letzten Wochen viele Patienten und auch Ärzte verunsichert haben.

Ein Maßstab für die langfristige Senkung des Blutzuckers ist der HbA1c-Wert. Das ist der Anteil des roten Farbstoffs, der Zucker gebunden hat. Er liegt beim Gesunden bei unter sechs Prozent. Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes mellitus war ein HbA1c-Wert von sieben Prozent bisher das Ziel. In der ADVANCE-Studie und der ACCORD-Studie gelang es, den HbA1c-Wert der Teilnehmer auf einen Normwert von unter 6,5 Prozent zu senken. Diabetologen in aller Welt erhofften sich davon, noch besser diabetische Spätkomplikationen zu vermeiden - vor allem an den großen Gefäßen: Herzinfarkt und Schlaganfall sind die häufigsten Todesursachen von Diabetes-Patienten.

Aktuelle Ergebnisse zur Therapie des Typ-2-Diabetes

Vermeidung von Hypoglykämien wird wichtiger – neue Daten bestätigen die Sicherheit von Rosiglitazon

 

München (21. Juli 2008) - Der Einfluss der Blutzuckereinstellung bei Typ-2-Diabetikern auf mikrovaskuläre und makrovaskuläre Endpunkte war eines der Hauptthemen auf dem diesjährigen Kongress der American Diabetes Association (ADA) in San Francisco. Große Endpunktstudien haben gezeigt, dass makrovaskuläre Ereignisse durch eine intensive Blutzuckereinstellung nicht signifikant reduziert werden konnten, mikrovaskuläre aber sehr wohl. Hypoglykämien wurden in diesen Studien als möglicher Risikofaktor für Todesfälle identifiziert. Andere Studien-Ergebnisse haben gezeigt: Die Rate an Hypoglykämien ist unter der Einnahme von Rosiglitazon und Metformin (z. B. Avandamet®) geringer als bei einer Kombination aus Metformin und Sulfonylharnstoff (1).

Diabetes-Prüfpräparat Taspoglutid in klinische Studien der Phase III

 

Basel, Schweiz (18. Juli 2008) - Das Diabetes-Prüfpräparat Taspoglutid von Roche und Ipsen hat sich als allgemein gut verträglich und wirksam für die Behandlung von Patienten mit Typ-2-Diabetes erwiesen: Eine nur achtwöchige Behandlung führte zu einer wesentlichen Verbesserung der Blutzuckereinstellung und Gewichtsabnahme. Die Phase-II-Ergebnisse wurden auf der 66. Jahrestagung der American Diabetes Association (ADA), die vom 6. bis 10. Juni 2008 in San Francisco, USA, stattfand, präsentiert. Aufgrund der vielversprechenden Resultate, hat Roche beschlossen, Taspoglutid nunmehr in klinischen Studien der Phase III zu prüfen. Das Studienprogramm wird voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2008 beginnen.

Neuer unabhängiger Diabetes-Risikomarker identifiziert

 

Potsdam-Rehbrücke (18. Juli 2008) - Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) und des Universitätsklinikums Tübingen haben einen neuen unabhängigen Diabetes-Risikomarker identifiziert. Es handelt sich um das Protein Fetuin-A, das von der Leber gebildet und ins Blut abgegeben wird. Wie die Studie zeigt, weisen hohe Fetuin-A-Werte im Blut eindeutig auf ein erhöhtes Diabetesrisiko hin und dies unabhängig von Geschlecht, Alter, Taillenumfang, Body Mass Index (BMI) oder anderen bislang verwendeten Biomarkern. "Fetuin-A könnte in Zukunft als neuer, unabhängiger Risikomarker für die Diabetesprävention eine wichtige Rolle spielen", erklärt Studienleiter Matthias Schulze. Die Wissenschaftler veröffentlichten nun ihre Ergebnisse in der angesehenen Fachzeitschrift Diabetes (Stefan, N. et al., 2008).

Neu: Accu-Chek Safe-T-Pro

Einmal-Stechhilfen erleichtern den Praxisalltag

Accu-Chek Safe-T-Pro Einstichhilfe erleichtert den Alltag. Photo: Roche Diagnostics 

Mannheim (11. Juli 2008) - Die professionelle Blut-Gewinnung zur Blutzucker-Messung wird jetzt noch leichter: Roche Diagnostics bringt unter dem Namen Accu-Chek Safe-T-Pro zwei neue Einmal-Stechhilfen auf den Markt, die Ärzten und ihren Mitarbeitern in Klinik und Praxis die Arbeit erleichtern. Die sichere und hygienische Handhabung erfolgt in nur wenigen Arbeitsschritten und ist besonders einfach.

 

Sicherheit und Hygiene sind in der medizinischen Praxis unerlässlich. Das gilt besonders für Arbeitsgeräte, die Ärzte und ihre Mitarbeiter täglich verwenden. Seit 2008 gelten hier die neuen „Technischen Regeln für biologische Arbeitsstoffe“. Für professionelle Anwender, die sicher gehen wollen, den geänderten Anforderungen optimal gerecht zu werden, sind jetzt die neuen Accu-Chek Safe-T-Pro Einmal-Stechhilfen erhältlich.