Diabetes

Hohe Blutzuckerwerte oder gefährliche Unterzuckerungen vermeiden

Insulinpumpen sinnvoll bei Diabetes Typ 1 einsetzen

 

Berlin (14. August 2009) – Eine Insulinpumpe hat Vorteile für Menschen mit Diabetes Typ 1, deren Stoffwechsel sich mit der intensivierten konventionellen Insulintherapie (ICT) nicht ausreichend einstellen lässt. Bevor Krankenkassen eine Pumpe genehmigen, müssen Ärzte und Patienten den bisherigen Verlauf der Diabetes-Erkrankung und -Therapie umfangreich dokumentieren. Oft sind Formfehler der Grund, weshalb Pumpen nicht genehmigt werden – obwohl Ärzte sie für sinnvoll halten. diabetesDE und die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) raten daher Patienten, Eltern und Ärzten, die Anträge sehr sorgfältig und umfassend auszufüllen. Wann der Einsatz der Pumpe nötig ist und wie Ärzte diese Therapie für ihre Patienten beantragen, ist Schwerpunktthema der Fachzeitschrift „Der Diabetologe“.

Die Europäische Kommission (EMEA) erteilt JANUVIA® (Sitagliptin, MSD) die Zulassung zur eingeschränkten Monotherapie bei Typ-II-Diabetes

 

Haar (11. August 2009 – MSD wurde am 11. August 2009 von der Europäischen Arzneimittelagentur die Zulassung zur eingeschränkten Monotherapie von Typ-II Diabetes mit JANUVIA® (Sitagliptin, MSD) erteilt. Damit ist JANUVIA® der einzige DPP-4-Hemmer*, der für die eingeschränkte Monotherapie in der Europäischen Union zugelassen ist. Sitagliptin kann damit zur Verbesserung der Blutzuckerkontrolle verschrieben werden wenn durch Diät und Bewegung allein keine ausreichende Blutzuckerkontrolle erzielt werden kann und Metformin aufgrund von Nebenwirkungen oder Unverträglichkeit ungeeignet ist.

Steigende Anzahl der Neuerkrankungen an Typ-1-Diabetes in Europa bei Kindern unter 15 Jahren

Prognose für das Jahr 2020: Zirka 24.400 Fälle von Typ-1-Diabetes in Europa bei Kindern unter 15 Jahren

 

München (11. August 2009) - Die aktuellen Ergebnisse der EURODIAB-Studie zeigen, dass die Neuerkrankungen an Typ-1-Diabetes bei Kindern unter 15 Jahren in Europa kontinuierlich steigen. Für Deutschland flossen Daten aus Baden-Württemberg und Düsseldorf ein. Auch hier stieg die Anzahl der Neuerkrankungen von 1989 bis 2003 pro Jahr um 3,7 beziehungsweise 4,7 Prozent. Aufgrund dieser Daten sieht die Prognose für die kommenden Jahre bis 2020 nicht gerade positiv aus: Schätzt man für das Jahr 2005 zirka 15.000 Fälle von Typ-1-Diabetes bei Kindern unter 15 Jahren in Europa, gehen die Forscher für das Jahr 2020 von 24.400 Fällen aus. Angesichts dieser übermäßigen Zunahme von Typ-1-Diabetes weist das Institut für Diabetesforschung der Forschergruppe Diabetes e.V. auf die Notwendigkeit von Ursachenforschung hin.

Fazit des IQWiG zu kurz wirksamen Insulinanaloga fehlerhaft

Chronisch kranken Kindern und Jugendlichen mit Diabetes Typ 1 droht schlechtere Behandlung

 

Berlin (6. August 2009) – Kurz wirksame Insuline ermöglichen Kindern und Jugendlichen mit Diabetes Typ 1 ein fast normales Leben. Sie erhalten bisher entweder kurz wirksames Humaninsulin oder künstlich hergestelltes Insulin. Das heutige breite Therapieangebot hat messbare gesundheitliche Vorteile. Trotzdem könnte eines der Medikamente – die kurz wirksamen Insulinanaloga – schon bald nicht mehr von den Gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden, warnen diabetesDE und die Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Diabetelogie (AGPD) der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG). Grund dafür ist ein kürzlich veröffentlichter Vorbericht des Instituts für Gesundheitswesen (IQWiG), in dem es den Zusatznutzen dieser Insulinart für Kinder und Jugendliche verneint. Die Diabetes-Experten fordern, dass das Institut in seinem Abschlussbericht den tatsächlichen Bedarf chronisch kranker junger Patienten berücksichtigt und das Therapieangebot erhalten bleibt.

Neue Daten zur Inkretin-basierten Therapie bei Typ 2 Diabetes

Bad Homburg (29. Juli 2009)) - Die Therapie mit dem Inkretin-Mimetikum Exenatide (Byetta®) birgt kein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse im Vergleich zu Plazebo oder Insulin – dies zeigt die Metaanalyse1 mehrerer Exenatide-Studien bei Menschen mit Typ 2 Diabetes. Die Auswertung einer retrospektiven Kohortenstudie2 zeigt darüber hinaus, dass Exenatide im Vergleich zu anderen Antidiabetika nicht mit einem erhöhten Risiko für das Entstehen einer akuten Pankreatitis verbunden ist. Diese Daten wurden mit denen einer Phase III-Studie zur langwirksamen Formulierung von Exenatide auf dem 69. Jahrestreffen der American Diabetes Association (ADA) in New Orleans im Juni 2009 vorgestellt.

Ariclaim® in der Behandlung der schmerzhaften diabetischen Polyneuropathie

Ingelheim am Rhein/Bad Homburg (28. Juli 2009) - „Als ob mir jemand mit einem brennenden Streichholz über die Haut fährt“, erinnert sich die Patientin Frau H. an ihre schmerzhafte diabetische Polyneuropathie (DPNP): „Die Schmerzen haben mir den Schlaf geraubt, ich bin selbst nachts nicht mehr zur Ruhe gekommen.“ Inzwischen wird die Patientin erfolgreich mit Duloxetin (Ariclaim®) behandelt, wie sie selber und auch ihr Arzt, der in Wiesbaden niedergelassene Schmerztherapeut Dr. Uwe Kern, im Rahmen eines von Boehringer Ingelheim und Lilly Deutschland veranstalteten Presse-Workshops berichten. Patienten mit schmerzhafter diabetischer Polyneuropathie sind meist im höheren Lebensalter und haben oftmals komorbide Erkrankungen. Für diese Patienten ist der selektive Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSNRI) Duloxetin mit seiner hohen analgetischen Wirksamkeit und der allgemein günstigen Verträglichkeit eine gute Option. „Ich bin sehr dankbar für den Erfolg. Ich bin jetzt den ganzen Tag weitgehend schmerzfrei und kann fast jede Nacht wieder durchschlafen“, so die Patientin.

Neue Bewertung von Disease-Management-Programmen:

Versorgungsqualität bei Diabetikern deutlich verbessert

 

Neuherberg (21. Juli 2009) - Durch Einführung von Disease-Management-Programmen (DMP) der gesetzlichen Krankenkassen hat sich die Versorgungsqualität bei Typ-2-Diabetikern deutlich verbessert. Das zeigt eine soeben veröffentlichte Studie des Instituts für Gesundheitsökonomie und Management im Gesundheitswesen am Helmholtz Zentrum München. Die Untersuchung beruht auf Daten einer bevölkerungsrepräsentativen Stichprobe von DMP-Teilnehmern bzw. von nicht in das DMP eingeschriebenen Diabetikern aus der KORA-Bevölkerungsstudie.

DGHO Vorsitzender beruhigt:

Keine Steigerung des Krebsrisikos durch Insulin Lantus

 

Berlin (15. Juli 2009) - Der Vorsitzende der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie e.V. Prof. Gerhard Ehninger hat im Zusammenhang mit Berichten über ein möglicherweise erhöhtes Krebsrisiko durch das künstliche Insulin Lantus (Inhaltsstoff Glargin) vor Panikmache gewarnt. „Patienten, die damit behandelt werden, können sicher sein und sollten unbedingt dabei bleiben“, sagte der Internist und Onkologe. Eine Umstellung berge große Risiken, warnte Ehninger in Berlin und kritisierte den Mitautor der deutschen Studie, Prof. Peter Sawicki, als "Taschentrick-Spieler".

Sanofi-Aventis: IQWiG verunsichert Patienten in unvertretbarer Weise

 

Frankfurt (27. Juni 2009) – Sanofi-Aventis weist die Unterstellungen des Instituts für Wirtschaftlich-keit und Qualität im Gesundheitswesen (IQWIG) im Zusammenhang mit den Veröffentlichungen zur Sicherheit von Lantus (Insulin Glargin) in der Zeitschrift Diabetologia von gestern entschieden zurück.

Die internationalen klinischen Studien und Therapieleitlinien bestätigen die Überlegenheit von Insulin Glargin im Vergleich zu Humaninsulin. Unterzuckerungen, die häufigste Nebenwirkung der Insulintherapie, treten bei Insulin Glargin deutlich seltener auf, wie auch in der zusammenfassenden Bewertung des Editors eingeräumt wird. Große klinische Studien (ACCORD, VADT) haben gezeigt, dass mit schweren Unterzuckerungen eine erhöhte Sterblichkeit einhergeht.

Insulinanalogon Glargin steigert möglicherweise das Krebsrisiko

Daten von rund 130.000 in der AOK versicherten Diabetes-Patienten ausgewertet
Wissenschaftler von IQWiG und WIdO publizieren gemeinsame Analyse

 

IQWiGBerlin (26. Juni 2009)Wenn Patienten mit Diabetes anstelle von Humaninsulin das langwirksame Analoginsulin Glargin verwenden, erhöht dies möglicherweise das Risiko, an Krebs zu erkranken. Wissenschaftler des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) haben zusammen mit Mitarbeitern des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) die Daten von fast 130.000 deutschen Patienten mit Diabetes analysiert, die zwischen Januar 2001 und Juni 2005 mit Humaninsulin oder den Analoginsulinen Lispro (Handelsname Humalog), Aspart (Novorapid) oder Glargin (Lantus) behandelt worden waren.

IQWiG: Vorläufige Ergebnisse zur Blutzuckerselbstmessung

Studien liefern keine Belege für Nutzen bei Patienten mit Typ-2-Diabetes, die kein Insulin spritzen

IQWiGBerlin (23. Juni 2009) - Wer Insulin spritzt, sollte seinen Blutzucker regelmäßig selbst kontrollieren, um das Insulin bedarfsgerecht dosieren zu können - das ist bei Patienten wie auch bei Ärzten und Wissenschaftlern seit langem unstrittig. Unklar ist jedoch, ob auch Menschen mit Typ-2-Diabetes, die ohne Insulin auskommen, von einer Zuckerselbstkontrolle profitieren. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bewertet deshalb derzeit im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) den für Patientinnen und Patienten relevanten Nutzen der Urin- und Blutzuckerselbstmessung bei der Behandlung des Typ-2-Diabetes ohne Insulin. Am 23. Juni 2009 hat das Institut seine vorläufigen Ergebnisse vorgelegt. Bis zum 21. Juli können interessierte Personen und Institutionen schriftliche Stellungnahmen zum Vorbericht einreichen.

Das erste humane-GLP-1 Analogon

Zulassung von Victoza® zur Therapie des Typ 2 Diabetes

 

Liraglutid MolekülketteFrankfurt am Main (18. Juni 2009) – Die europäische Kommission hat das humane-GLP-1 Analogon Liraglutid (Victoza®) zur Therapie des Typ 2 Diabetes zugelassen. Bereits am 23. April 2009 hat das humane-GLP-1 Analogon ein positives Votum der Europäischen Zulassungsbehörde EMEA erhalten. „Wir sind sehr erfreut über die Zulassung von Liraglutid, das nun für viele Menschen mit Diabetes Typ 2 in Europa zur Verfügung stehen wird“, sagt Mads Krogsgaard Thomsen, im Vorstand von Novo Nordisk für Wissenschaft und Medizin verantwortlich. Liraglutid senkt mit seinem physiologischen Therapieprinzip signifikant den HbA1c-Wert ohne das Hypoglykämierisiko zu erhöhen. Gemeinsam mit weiteren Vorteilen des Wirk­stoffs führt dies zu einem Quantensprung in der Behandlung von Menschen mit Diabetes Typ 2, so das Fazit der Experten bei der Einführungspresse­konferenz in Frankfurt.

Nierenschäden als Folge des Diabetes sind vermeidbar

 

Berlin/Bochum (18. Juni 2009) - Erkranken als Folge eines Diabetes mellitus die Nieren, hat dies einen großen Einfluss auf Lebenszeit und Lebensqualität von Menschen mit Diabetes. Leiden Betroffene an der sogenannten diabetischen Nephropathie, drohen ihnen nicht nur Nierenversagen und Dialyse. Auch das vorzeitige Sterberisiko ist erhöht. Neue Forschungserkenntnisse könnten zukünftig Therapien ermöglichen, die bis ins hohe Alter die Nierenfunktion erhält. Schon heute gibt es Wege, die Niere zu schützen. Darauf weisen diabetesDE und die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) anlässlich einer aktuellen Veröffentlichung hin.

Neues Injektionsgerät zur Insulinabgabe

Innovationspreis des Industrieclubs Sachsen

Dresden (18. Juni 2009) - Volkskrankheit Diabetes: von der Stoffwechsel- und Regulationsstörung sind allein in Deutschland mehr als sechs Millionen Menschen betroffen. Bis heute kann man Diabetes mellitus nur durch die Umstellung der Lebensweise, der Verabreichung von Insulin oder zur Insulinausschüttung anregender Medikamente behandeln. Dr. René Richter, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Feinwerktechnik und Elektronik-Design der TU Dresden, hat dafür im Rahmen seiner Dissertation ein neuartiges Injektionsgerät entwickelt.

Autoantikörpertests - ein wichtiges Werkzeug in der Diagnostik von Typ 1 Diabetes

 

teddyMünchen (9. Juni 2009) - Nicht selten hört die Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München von Familien, die an der TEDDY oder TEENDIAB Studie teilnehmen, dass sie wegen der regelmäßigen Autoantikörpertests mitmachen. Was macht diese Tests so wertvoll? Was können diese Bluttests den Studienteilnehmern und Forschern mitteilen? Darauf gibt die Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München Antwort.

Typ 1 Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung, bei der die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört werden. Ein erster Hinweis auf den möglichen Ausbruch der Erkrankung ist der Nachweis von Inselautoantikörpern. Die Antikörper richten sich gegen Bestandteile der Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Diese Reaktion des Immunsystems nennt man Inselautoimmunität. Die Phase der Inselautoimmunität bis hin zur möglichen Diagnose von Typ 1 Diabetes kann sich über einen Zeitraum von Monaten bis Jahren erstrecken. Vier verschiedene Autoantikörper werden für die Prognose und Diagnostik verwendet: Insulinautoantikörper (IAA), Glutamatdecarboxylaseautoantikörper (GADA), Tyrosinphosphataseautoantikörper (IA2A) und Zink-Transporter 8 Autoantikörper (ZnT8).

Nutzen von Gliniden ist nicht belegt

Bislang nur Kurzzeiteffekte untersucht / IQWiG fordert Langzeitstudien

 

Berlin (4. Juni 2009) - Der Nutzen von Gliniden bei der Behandlung des Typ-2-Diabetes ist wissenschaftlich nicht belegt. Auch im Vergleich mit weiteren in Tablettenform verfügbaren Antidiabetika wie Metformin und Sulfonylharnstoffen schneiden Glinide nicht besser ab. Somit fehlt auch ein Beleg für einen Zusatznutzen. Obwohl Repaglinid seit 10 Jahren und Nateglinid seit 8 Jahren in Deutschland zugelassen sind, gibt es bislang keine relevanten Studien, die länger als 14 Monate dauerten. Zu diesem Ergebnis kommt der Abschlussbericht, den das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) am 4. Juni 2009 vorgelegt hat.

Diabetes-Patienten profitieren von Fußbehandlungs-Einrichtungen

 

Bochum (26. Mai 2009) - Bis zu 15 Prozent aller Menschen mit Diabetes leiden am sogenannten diabetischen Fußsyndrom. Rund 70 Prozent aller Amputationen in Deutschland - bis zu 40 000 im Jahr - gehen auf diese Erkrankung zurück. Damit Betroffene eine möglichst frühe und umfassende Behandlung erhalten, etabliert die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) seit fünf Jahren ein bundesweites Netz an spezialisierten Einrichtungen zur Fußbehandlung. Wie erste bundesweite Evaluierungen nun zeigen, ist das Konzept erfolgreich: Bei einem Großteil der Behandelten entwickelt sich die Fußerkrankung innerhalb eines halben Jahres entscheidend zum Besseren.

Die Tücken der Blutzuckereinstellung

Welche Möglichkeiten bietet die moderne Therapie des Typ-2-Diabetes?

 

Leipzig (21. Mai 2009) –  Sind bei der Therapie des Typ-2-Diabetes nur die Betazellen entscheidend? Welche Gefahren bringen Hypo- und Hyperglykämien mit sich? Und kann man überhaupt abnehmen, wenn man orale Antidiabetika einnimmt? Diese und weitere spannende Fragen rund um die Inkretinbasierte Therapie wurden auf dem Symposium der BERLIN-CHEMIE AG am 21. Mai im Rahmen der 44. Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft erörtert. Unter dem Vorsitz von Professor Andreas Pfeiffer, Berlin/ Nuthetal und Professor Wolfgang E. Schmidt, Bochum, referierten renommierte Experten über „Die Tücken der Blutzuckereinstellung“ und welche Möglichkeiten die moderne Therapie des Typ-2-Diabetes bietet.

Postprandiale Hyperglykämie – eigenständiger Risikofaktor für kardiovaskuläre Komplikationen bei Typ 2-Diabetes

 

Leipzig (21. Mai 2009) – Die hohe kardiovaskuläre Gefährdung von Menschen mit Typ 2 Diabetes wird wesentlich mitbestimmt durch wiederholte postprandiale Hyperglykämien. Diese Erkenntnis hat nicht zuletzt dazu geführt, dass die Inter­nationale Diabetes Vereinigung (IDF) eigenständige Leitlinien zum Management der postprandialen Hyperglykämie erarbeitet hat. Bei der Diabetestherapie sollte man sich demnach nicht ausschließlich am Nüchtern­blutzucker und am HbA1c orientieren, sondern auch die postprandiale Situation berücksichtigen, so hieß es bei der 44. Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft in Leipzig(1).

Was Kinder mit Diabetes stark macht

Ein förderndes familiäres und soziales Umfeld, gute medizinische Rahmenbedingungen sowie soziokulturelle und sozialpolitische Unterstützung sind wesentliche Erfolgsfaktoren

 

Von Dr. Simone von Sengbusch, Mobile Diabetesschulung Schleswig‑Holstein

 

Leipzig (20. Mai 2009) ‑ Wie „ein Blitz aus heiterem Himmel" ‑ so trifft die Diagnose Diabetes die meisten Familien. Eltern beschreiben den Moment als Schock, geprägt von Lähmung, Zorn, Schuldgefühlen, Trauer und von vielen Fragen: Wird sich unser Kind normal entwickeln? Muss ich aufhören zu arbeiten? Haben wir etwas falsch gemacht? Finanzielle Nachteile, Spannungen in der Partnerschaft, Schuldgefühle oder ‑zuweisungen und der eingeschränkte Zugang zu modernen Therapieformen stellen betroffene Familien vor echte Zerreißproben.

Gemeinsame Entwicklung neuer Therapien

Bristol-Myers Squibb und AstraZeneca kooperieren im Kampf gegen Typ-2-Diabetes

 

Leipzig (20. Mai 2009) – Mit der gemeinsamen Entwicklung und Vermarktung neuer Therapien möchten Bristol-Myers Squibb und AstraZeneca künftig dazu beitragen, die Perspektiven von Patienten mit Typ-2-Diabetes weltweit zu verbessern. Über ihr gemeinsames Engagement informierten die beiden Unternehmen auf einer Pressekonferenz im Rahmen der 44. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft in Leipzig. Welche Herausforderungen bei der Therapie der sich epidemisch ausbreitenden Erkrankung bestehen, erläuterten Prof. Dr. Diethelm Tschöpe, Bad Oeynhausen, und Prof. Dr. Stephan Jacob, Villingen-Schwenningen.

Hautsache Diabetes

Was hat Diabetes mit Hautproblemen zu tun?

 

fusspflegeLeipzig (20. Mai 2009) - Die Haut verändert sich im Lauf des Lebens. Mit den Jahren offenbart sie ihr wahres Ich: Ihre Zellproduktion läuft deutlich langsamer ab. Auch deren Lebensdauer verkürzt sich. In Kindertagen sind sie durchschnittlich 100 Tage aktiv. Mit den Zeichen der Zeit leben Zellen maximal 45 Tage. Auch Feuchtigkeitsspeicher sind nicht mehr so prall gefüllt - aus Linien werden Falten. Das durchlebt jeder Mensch. Bei Diabetes ist die Haut zudem meist sehr trocken und pflegebedürftig. Erhöhte Blutzuckerwerte sind die Ursache. Sie führen dazu, dass sie Feuchtigkeit schlecht speichern kann. Das Hautbild ist trocken und empfindlich, ihre Schutzbarriere geschwächt.

„44. Jahrestagung der Deutschen Diabetes‑Gesellschaft" in Leipzig

Symposien der Abbott Diabetes Akademie

 

Symposium . Photo Abbott Diabetes CareLeipzig (20./21. Mai 2009) - Die Nationale Verzehr Studie II lieferte alarmierende Ergebnisse über den Gewichtsstatus und die Essgewohnheiten der Deutschen: 66 % der Männer und 51 % der Frauen sind übergewichtig und haben einen BMI über 25 kg /m2. 30 bis 40 % der Übergewichtigen entwickeln im Laufe ihres Lebens einen Diabetes. Für Betroffene ist neben der regelmäßigen Selbstkontrolle der Blutzuckerwerte mit einem passenden Messsystem von Abbott Diabetes Care (FreeStyle Lite®, FreeStyle FREEDOM Lite oder Precision Xceed) die Gewichtsreduktion ein weiterer wichtiger Schritt in der Therapie. Dies muss bei jeder Diabetesschulung berücksichtigt werden. Auf der 44. Jahrestagung der Deutschen Diabetes‑Gesellschaft in Leipzig referierten Fachexperten zu den therapierelevanten Schwerpunktthemen im Rahmen der Abbott Diabetes Akademie Symposien „Diabetes und Adipositas" und „Adipositas. Diabetesmanagement. Compliance." am 20. und 21. Mai. In diesen beiden Veranstaltungen berichteten hochkarätige Experten über neue Forschungsergebnisse. Darüber hinaus stellten sie den anwesenden diabetologisch tätigen Ärzten und DiabetesberaterInnen praxisrelevante Therapiekonzepte vor, die im Alltag sofort eingesetzt werden können.

Die Rolle der Pharmakoökonomie in der Diabetologie

 

Von Prof. Dr. Oliver Schöffski, MPH, Nürnberg

 

Leipzig (20. Mai 2009) - Der Nachweis des Nutzens wird von vielen Akteuren im deutschen Gesundheitswesen als vorrangig angesehen, die Relevanz gesundheitsökonomischer Bewertungen hingegen als sekundär. Das IQWiG beispielsweise leitet daraus eine sequentielle Vorgehensweise ab: Zuerst muss der Nutzen einer Maßnahme belegt werden. Erst wenn ein Zusatznutzen im Vergleich zur besten verfügbaren Alternative als gegeben angesehen werden kann, kommt als zweite Stufe die Kosten-Nutzen-Bewertung in Betracht.

Analyse von Krankenkassen‑Routinedaten:

Neue pharmakoökonomische Ergebnisse

 

Von Dr. Peter K. Schädlich, Berlin

 

Leipzig (20. Mai 2009) - Aktuell gibt es über 7 Millionen behandelte Diabetiker in Deutschland, davon 90 % mit Typ-2- und 10 % mit Typ-1-Diabetes. Im Jahr 2006 entfielen 28 % aller zu Lasten der GKV verordneten Insulin-Tagesdosen auf Basalinsuline und davon wiederum 43 % auf Basalinsulinanaloga (Insulin glargin, Insulindetemir). Zur personenbezogenen Inanspruchnahme von Versorgungsleistungen bei insulinpflichtigen Typ-2-Diabetikern ist jedoch wenig bekannt.

Ziel der vorliegenden Analyse* von IGES war es daher, Ressourcenverbräuche und Kosten von Insulin glargin im Vergleich zu Insulindetemir unter den Bedingungen der alltäglichen Versorgung von Diabetikern zu vergleichen. Hierzu wurden pseudonymisierte Krankenkassen-Routinedaten herangezogen, um die Inanspruchnahme des Gesundheitssystems und die Kosten der ambulanten Arzneimittelverordnungen, der Antidiabetika, der Blutzuckerselbstkontrolle und der antihypoglykämischen Behandlung zu quantifizieren. Der jeweilige Vergleich erfolgte im Matched-Pair-Verfahren nach Bereinigung von Unterschieden zwischen den Untersuchungsgruppen wie etwa Soziodemographie, Diabetes-Typ und Komorbidität.

Langwirksame Insulinanaloga:

Stellenwert und aktuelle Studien

 

Von Prof. Dr. med. Matthias Blüher, Leipzig

 

Leipzig (20. Mai 2009) - Diabetes mellitus Typ 2 ist eine chronisch progrediente Erkrankung, die durch vererbte und erworbene Insulinresistenz und Insulinsekretionsstörung charakterisiert ist. Um die bei Typ 2 Diabetikern deutlich erhöhte Morbidität und Mortalität an makro- und mikroangiopathischen Folgeerkrankungen zu senken, ist eine optimale antihyperglykämische Therapie essentiell. Vor dem Hintergrund der UKPDS 10 Jahres- [1] und ADVANCE-Daten [2] sowie im Einklang mit der European Diabetes Policy Group und den globalen IDF-Guidelines wurde im Oktober 2008 eine neue Leitlinie zur medikamentösen antihyperglykämischen Therapie des Diabetes mellitus Typ 2 durch die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) veröffentlicht [3]. In dieser Leitlinie wird ein HbA1c-Zielbereich von < 6,5 % empfohlen, wobei dieser Zielbereich auch bei Typ 2 Diabetikern sehr frühzeitig angestrebt wird. Eine leitliniengerechte Therapie beinhaltet deshalb eine frühe Therapieintensivierung, wenn nach 3-6 Monaten das Therapieziel HbA1c < 6,5 % nicht erreicht oder gehalten werden konnte. Dabei hebt die neue Leitlinie hervor, dass bei einem HbA1c-Wert > 7,5 % sofort und vorrangig mit dem Einsatz eines Basalinsulins begonnen werden sollte, um langfristige Phasen einer inadäquaten Blutzuckereinstellung zu vermeiden.

Versorgungsalltag und Modellsimulation:

Zwei aktuelle Kostenvergleiche

 

Von Franz-Werner Dippel, Berlin

 

Leipzig (20. Mai 2009) - 2007 betrugen die Arzneimittelausgaben für Insuline 1,1 Mrd. Euro (1). Angesichts solcher Dimensionen sowie einer wachsenden Anzahl Diabetiker, gewinnen pharmakoökonomische Analysen zunehmend an Bedeutung. In zwei aktuellen Kostenanalysen wurde die Wirtschaftlichkeit von Insulin glargin (Lantus®) im Vergleich zu Insulin detemir bei insulinpflichtigen Typ‑2‑Diabetikern untersucht.

Klein im Format, groß in der Leistung

Neues Blutzuckermesssystem Accu-Chek Aviva Nano

 

AccuChek Aviva Nano. Photo: Roche DiagnosticsLeipzig (19. Mai 2009) - Klein, schwarz, glänzend und unglaublich leistungsstark – was da ins Auge sticht, ist kein neues Mobiltelefon und auch kein MP3-Player, sondern ein Blutzuckermesssystem der neuesten Generation. Mit Accu-Chek Aviva Nano, das nun sogar mit dem red dot product design award 2009 ausgezeichnet wurde, setzt Roche Diagnostics seinen innovativen Weg im Diabetes-Management fort. Denn durch die Kombination von Technik und Design ist regelmäßiges Blutzuckermessen ganz einfach und angenehm in den Alltag zu integrieren. Wenn Sie in Ihre Tasche schauen – was tragen Sie immer bei sich? Handy, Taschentücher, Portemonnaie? Auch in den Taschen von Menschen mit Diabetes sieht es nicht anders aus. Mit dem Unterschied, dass bei ihnen noch verschiedene Utensilien für das Diabetes-Selbstmanagement hinzukommen, darunter das Blutzuckermesssystem. Sebastian Liedtke, Design Manager bei Roche Diagnostics, sagt: „Mit Accu-Chek Aviva Nano bieten wir Menschen mit Diabetes einen idealen Begleiter im Alltag an. Leichter als 40 g, kleiner als 7 cm und designt in elegantem Schwarz ist das Blutzuckermesssystem ein technisch hoch entwickelter Augenschmeichler, den man gern dabei hat und auf den man sich verlassen kann. Die beste Voraussetzung für die regelmäßige Blutzucker-Selbstkontrolle.“

Neuentwicklungen in der Diabetes-Therapie:

Roche Diagnostics präsentierte die drei Top-Produkte des Jahres

 

Leipzig (19. Mai 2009) - Auf einer Presse-Vernissage von Roche Diagnostics am 19. Mai 2009 kamen Fachleute aus Wissenschaft, Praxis und Entwicklung zusammen. Anlässlich der 44. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft diskutierten sie die Produktinnovationen von Accu-Chek und deren Nutzen für Patienten. Innovatives Diabetes-Management orientiert sich an den Bedürfnissen der Patienten. Dabei spielten alltagstaugliche und leicht zu bedienende Medizingeräte eine essenzielle Rolle, erläuterte Alexander Steffen, Psycholinguist M. A. und Medizinpsychologe von User Interface Design (UID) auf der Presse-Vernissage von Roche Diagnostics. Auf Basis früherer Studienergebnisse von UID (1) analysierte Steffen Accu-Chek Aviva Nano, ein neues Blutzucker-Messgerät von Accu-Chek, das den red dot product design award 2009 gewonnen hat.

Neuer Insulin-Pen mit halben Einheiten

Kindergerechte Diabetestherapie mit dem BerliPen® Junior

 

BerliPen JuniorLeipzig (14. Mai 2009) – Kinder mit Diabetes benötigen eine flexible Insulin-Therapie. Ab August 2009 steht ein neues, starkes Duo der BERLIN-CHEMIE AG zur Verfügung: Das schnell wirksame Insulinanalogon Liprolog®, dass eine individuell variierbare Tages- und Mahlzeitengestaltung ermöglicht, kann nun auch in halben Einheiten mit dem neuen BerliPen® Junior appliziert werden. „Moderne Injektionshilfen sind von großer Wichtigkeit und erleichtern den Kindern die Behandlung“, stellte der Leipziger Prof. Dr. med. Wieland Kiess auf der Einführungspressekonferenz des Insulin-Pens fest. Der robuste BerliPen® Junior mit dem buntem Schriftzug „Junior“ überzeugt durch einfache und sichere Anwendung – und ist wahlweise in glänzendem Grün oder leuchtenden Orange erhältlich.

Umfangreiche Serviceangebote für Patienten und diabetologisch tätige Fachkräfte

Abbott Diabetes Care

 

Wiesbaden (28. April 2009) - Abbott Diabetes Care bietet als starker Partner für Menschen mit Diabetes und für medizinisches Fachpersonal neben innovativen Blutzucker‑ und kontinuierlichen Glukose‑Messsystemen vielfältige Serviceleistungen an.

Ab jetzt zum „Fine Star“ bewerben

Das Motto 2009 des Bayer-Preises lautet „Fine macht stark“

 

  • Diabetesprofis, Selbsthilfegruppen und Elterninitiativen können sich um den mit insgesamt 17.500 Euro dotierten Preis bewerben
  • Gesucht werden kreative Betreuungskonzepte, die Kinder im Umgang mit dem Diabetes stark machen

 

finestarLeverkusen (21. April 2009) – Mit dem „Fine Star“ Preis von Bayer Vital Diabetes Care sollen auch in 2009 wieder Initiativen und Projekte ausgezeichnet werden, die sich auf besonders kreative Weise mit der Diagnose Kinderdiabetes auseinandersetzen. Das Motto des diesjährigen Wettbewerbs „Fine macht stark“ ist gleichzeitig Programm: Ausgezeichnet werden drei Konzepte, Aktionen oder Initiativen, die vorrangig darauf ausgerichtet sind, diabeteskranke Kinder und Jugendliche im Umgang mit ihrer Erkrankung zu stärken – sei es mental, psychisch oder physisch. Der Preis ist mit insgesamt 17.500 Euro dotiert. Einsendeschluss ist der 7. August 2009.

Bedeutung der Therapieziele bei Diabetes mellitus

 

Von Prof. Dr. med. Martin Pfohl

 

Wiesbaden (20. April 2009) - In Deutschland leiden ungefähr 6,5 Millionen Menschen an einem Diabetes mellitus. Sechs Prozent davon haben einen Typ-1-Diabetes, 94 % einen Typ-2-Diabetes. Prognosen gehen davon aus, dass die Prävalenz des Diabetes von heute 8 % bis zum Jahr 2020 auf ca. 9,5 % ansteigen wird. Daher ist die frühzeitige und effektive Behandlung der Grunderkrankung von größter gesundheitspolitischer und -ökonomischer Bedeutung. Aus der UKPDS und anderen großen Interventionsstudien geht hervor, dass durch eine gute Stoffwechselkontrolle die mikro- und makrovaskulären Folgeschäden des Diabetes mellitus reduziert werden können.

Ergebnisse aktueller pharmakoökonomischer Studien zur Wirtschaftlichkeit von Insulin glargin bei Typ-2-Diabetes mellitus

 

Von Prof. Dr. Oliver Schöffski, MPH

 

Wiesbaden (20. April 2009) - In Zeiten knapper werdender Mittel im Gesundheitswesen spielen ökonomische Fragestellungen eine immer bedeutendere Rolle. Im Gegensatz zu klinischen Studien, die durch eine weit reichende Standardisierung gekennzeichnet sind, existiert bei ökonomischen Studien eine ausgeprägte Vielfalt der Methoden. Diese ist für den außen stehenden Betrachter oft verwirrend und führt zu einer gewissen Skepsis bezüglich der Ergebnisse. In diesem Beitrag wird daher eine Systematisierung der Methoden zur Gewinnung und Bewertung von Versorgungsdaten vorgenommen. Die einzelnen Methoden werden dann zusätzlich mit Fallbeispielen aus dem Bereich der langwirksamen Basalinsulinanaloga verdeutlicht.

Wirtschaftlichkeit im Behandlungspfad Diabetes ‑ therapeutische Konsequenzen

 

Von Dr. med. Thorsten Siegmund

 

Wiesbaden (20. April 2009) - Wirtschaftlichkeit in der Therapie spielt in unserem Gesundheitssystem eine zunehmende Rolle. Entscheidend ist jedoch, welche Definition von Wirtschaftlichkeit angewandt wird. Vergleicht man Deutschland mit anderen EU-Staaten, so wird deutlich, dass in vielen Bereichen unseres Gesundheitssystems, gerade auch im „Behandlungspfad Diabetes", medizinische Therapieoptionen zunehmend schwieriger ausgeschöpft werden können. Der mit der Wirtschaftlichkeit einhergehende Begriff der Evidenz ist von höchster Relevanz, denn die Evidenz für einzelne Therapien bestimmt, was von den Instituten der einzelnen Länder, die eine Bewertung der Therapien durchführen, als nachweisbar sinnvoll, überlegen und letztlich als wirtschaftlich anerkannt wird.

Eindeutige Stellungnahme des IQWiG gefordert

Zusatznutzen von lang wirksamen Insulinanaloga bei Diabetes Typ 2 anerkennen

 

Bochum/Berlin (6. April 2009) – Lang wirksame Insulinanaloga sind bisher Teil des Therapieangebotes auch für Menschen mit Diabetes Typ 2. Sie haben den Vorteil, dass sie mehrheitlich einmal am Tag gespritzt werden können, um den Grundbedarf an Insulin zu decken. Studien haben außerdem ergeben, dass damit bedrohliche Unterzuckerungen seltener vorkommen. Die Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) und diabetesDE vertreten daher den Standpunkt, dass lang wirksame Insulinanaloga die Diabetes-Therapie insbesondere bei Patienten mit nächtlichen Unterzuckerungen verbessern und die Arzneimittelsicherheit erhöhen.

Patienten können aufatmen

IQWiG bestätigt im Abschlussbericht erstmals Zusatznutzen für langwirksame Insulinanaloga

 

novo nordiskMainz (24. März 2009) - Mit dem jetzt veröffentlichten Abschlussbericht zu lang wirksamen Insulinanaloga bei der Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 wurde zum ersten Mal modernen Insulinen ein Zusatznutzen bescheinigt: die Gefahr der Unterzuckerung wird durch die modernen Insuline vermindert.

Am 19. März wurde der Abschlussbericht "Langwirksame Insulinanaloga zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2" A05-03 auf der Internetseite des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) veröffentlicht. Das IQWiG hat im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) untersucht, ob diese Medikamente im Vergleich mit humanem Verzögerungsinsulin Vorteile aufweisen. Nur wenn diese Vorteile durch Studien belegt sind, besteht die Möglichkeit der Erstattung der langwirksamen Insulinanaloga durch die gesetzlichen Krankenkassen.

Muskelreize lindern Nervenschmerzen bei Diabetes

 

Patient wird mit elektrischer Muskelstimulation behandelt. Photo: Universitätsklinikum HeidelbergHeidelberg (20. März 2009) - Diabetikern, die unter Nervenschmerzen und Missempfindungen an den Beinen leiden, kann ein neues Therapieverfahren mit elektrischer Muskelstimulation helfen. In einer Studie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg gaben 73 Prozent der Teilnehmer bereits nach vier Wochen an, dass sich ihre Beschwerden erheblich gebessert hätten. Die Studie, bei der die Therapie erstmals an einer größeren Patientengruppe erprobt wurde, ist jetzt in der Zeitschrift "Pain Medicine" veröffentlicht worden.
"Wenn der Blutzucker nicht optimal eingestellt ist, entwickelt ein großer Teil der Diabetiker eine Nervenschädigung (Polyneuropathie)", erklärt Privatdozent Dr. Per Humpert, Oberarzt der Abteilung Endokrinologie und Stoffwechsel am Universitätsklinikum Heidelberg. Etwa 30 Prozent aller Diabetiker sind betroffen. Die Beschwerden treten zunächst an den Füßen und Beinen, in sehr fortgeschrittenen Stadien manchmal auch an Händen und Armen, auf. Die Patienten klagen über brennende und stechende Schmerzen, die vor allem in Ruhe oder nachts auftreten, sowie über Kribbeln und Taubheitsgefühl.

IQWiG: Langwirksame Insulinanaloga bei Typ-2-Diabetes

Vorteil gegenüber Humaninsulin nicht belegt

Berlin (19. März 2009) Für einen Vorteil langwirksamer Insulinanaloga im Vergleich zu herkömmlichem Humaninsulin bei der Behandlung des Typ-2-Diabetes gibt es bislang keine Belege. Auch wenn inzwischen zu einem der beiden Wirkstoffe (Insulin Glargin) die Ergebnisse einer 5-Jahres-Studie vorliegen, sind der mögliche langfristige Nutzen und Schaden dieser Substanzgruppe noch immer nicht ausreichend untersucht. Zu diesem Ergebnis kommt der am 19. März 2009 veröffentlichte Abschlussbericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).
Der Abschlussbericht ist Teil eines umfassenden Auftragspakets des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), mit dem wichtige Therapiemöglichkeiten für Menschen mit Diabetes bewertet werden sollen. Bereits abgeschlossen sind die Expertisen zu kurzwirksamen Insulinanaloga bei Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2.

44. DDG-Tagung

Klinische und wissenschaftliche Diabetologie zusammenbringen

 

Bochum (23. Februar 2009) - Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Entstehung und Therapie des Diabetes mellitus sowie bewährte Therapiestandards sind die Themen der 44. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG). Unter dem Motto "Einheit und Zuversicht" findet die wichtigste Fachveranstaltung zum Krankheitsbild Diabetes im deutschsprachigen Raum vom 20. bis 23. Mai 2009 im Congress Center Leipzig statt. Jährlich nutzen rund 7.000 Teilnehmer, darunter Ärzte, Wissenschaftler und weitere Berufsgruppen, die Tagung zur Fortbildung und zum Erfahrungsaustausch. Vorträge aus der Diabetes-Forschung, zur Ernährung und über Spätkomplikationen des Diabetes sind deshalb Tagungsthemen.

Neue Wege zur Diabetes-Vorbeugung:

Auf der Suche nach Wirkstoffen, die die Zuckeraufnahme im Darm hemmen

 

Abb.: Mit Hilfe der SURFE2R Technologie von IonGate Biosciences suchen die Forscher nach natürlichen Substanzen, die die Zuckeraufnahme im Darm hemmen. Photo: IonGate BiosciencesMünchen (17. Februar 2009) - Ernährungsforscher, Gesundheitspolitiker und Mediziner haben ein gemeinsames gesundheitspolitisches Ziel: Sie wollen zwei Geißeln der Zivilisationsgesellschaft eindämmen - Übergewicht und Diabetes. Am Lehrstuhl für Ernährungsphysiologie der TU München (TUM) wurde nun ein Forschungsprojekt gestartet, das neue Wege zur Vorbeugung von Diabetes sucht. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert es im Rahmen seiner Projekte zur Biomedizinischen Ernährungsforschung in den nächsten drei Jahren mit insgesamt 1,1 Millionen Euro.

Der Lehrstuhl für Ernährungsphysiologie der TUM unter der Leitung von Frau Prof. Hannelore Daniel hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Die Wissenschaftler wollen in Kooperation mit Kollegen anderer Forschungseinrichtungen und Biotech-Firmen neue Wege zur Diabetes-Vorbeugung finden. Ihre Grundfrage: Welche physiologischen Möglichkeiten gibt es, die Blutzuckerregulation zu stabilisieren? Es geht also darum, neben der Veränderung des Ernährungsverhaltens neue Präventionsstrategien zu finden, um die Zuckerkrankheit zu vermeiden.