Chirurgie-Medizin

Studie der Bertelsmann-Stiftung

Weniger Operationsrisiken für Patienten in spezialisierten Krankenhäusern

Gütersloh (8. September 2016) - In deutschen Krankenhäusern kommt es zu vermeidbaren Komplikationen und Todesfällen, weil viele Kliniken zu wenig Erfahrung mit planbaren Operationen haben. Eine Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass die stärkere Spezialisierung von Krankenhäusern die Versorgungsqualität verbessert, ohne die Fahrzeiten für Patienten deutlich zu erhöhen.

Abb.: Der Kommunikations-Mix ist entscheidend: Ein OP-Team an der Arbeit. Foto: Pascal GuglerMehr sachbezogene Kommunikation im Operations-Team

Smalltalk im OP kann Patienten gefährden

 

Bern, Schweiz (13. Oktober 2015) - Mehr sachbezogene Kommunikation im Operations-Team senkt das Wundinfektions-Risiko für den Patienten. So lautet das Ergebnis einer soeben im British Journal of Surgery veröffentlichten Studie des Inselspitals Bern und der Universität Neuenburg (Schweiz). Auf Initiative der Universitätsklinik für Viszerale Chirurgie und Medizin des Inselspitals Bern haben Fachleute des Instituts für Arbeits- und Organisationspsychologie der Universität Neuenburg und des Instituts für Psychologie der Universität Bern von 2010 bis 2013 während 167 Operationen am offenen Bauch die Gespräche im Berner OP-Team beobachtet und analysiert. Die Analysedaten aus den Eingriffen, welche im Durchschnitt 4,6 Stunden dauerten, wurden danach mit den dokumentierten Wundinfektionen gemäss Standards der Fachorganisation Swiss NOSO verglichen.

Tipps und Tricks aus der Praxis für die Praxis: Schöne Narben – ist das möglich? Einflussfaktoren auf pathologische Wundheilung und Narbenbildung – kennen und berücksichtigen. Unphysiologische Narben stellen für den Patienten oft ein erhebliches ästhetisches und psychisches Problem dar. Um hier ein optimales Ergebnis zu erzielen, ist es wichtig, die Einflussfaktoren für eine pathologische Wundheilung und Narbenbildung (zum Beispiel genetische Vorbelastung und Lokalisation der Läsion) zu kennen und klinisch zu berücksichtigen. Unphysiologische Narben stellen für den Patienten oft ein erhebliches ästhetisches und psychisches Problem dar. Um hier ein optimales Ergebnis zu erzielen, ist es wichtig, die Einflussfaktoren für eine pathologische Wundheilung und Narbenbildung (zum Beispiel genetische Vorbelastung und Lokalisation der Läsion) zu kennen und klinisch zu berücksichtigen. Denn durch vorausschauende Narbenprophylaxe sowohl chirurgisch als auch medikamentös und frühzeitige Behandlung kann der Prozess der Narbenbildung positiv beeinflusst werden. Auch ältere Narben können korrigiert oder abgemildert werden. Quelle: Vortrag Dr. med. Dirk-J. Danneberg – Bundeskongress Chirurgie, 01.03.2015, Nürnberg. Photo: Tom MillerTipps und Tricks aus der Praxis für die Praxis

Schöne Narben – ist das möglich?

 

  • Einflussfaktoren auf pathologische Wundheilung und Narbenbildung – kennen und berücksichtigen

 

Nürnberg (1. März 2015) - Unphysiologische Narben stellen für den Patienten oft ein erhebliches ästhetisches und psychisches Problem dar. Um hier ein optimales Ergebnis zu erzielen, ist es wichtig, die Einflussfaktoren für eine pathologische Wundheilung und Narbenbildung (zum Beispiel genetische Vorbelastung und Lokalisation der Läsion) zu kennen und klinisch zu berücksichtigen. Denn durch vorausschauende Narbenprophylaxe sowohl chirurgisch als auch medikamentös und frühzeitige Behandlung kann der Prozess der Narbenbildung positiv beeinflusst werden. Auch ältere Narben können korrigiert oder abgemildert werden.

Nachwuchs-Chirurgen im Dauerstress

Kürzere Arbeitszeiten schaden der Behandlungsqualität

 

Berlin (22. September 2014) – Arbeitszeiten von 60 bis 80 Stunden pro Woche sind für Klinikärzte keine Seltenheit. Ärzteverbände fordern deshalb immer wieder kürzere Arbeitszeiten und Freizeitausgleich für deutsche Ärzte. Auch junge Nachwuchschirurgen klagen über zu lange und arbeitsintensive Schichten. Doch Experten befürchten, dass die Qualität der Facharztausbildung bei kürzeren Schichten abnimmt und auch die Versorgung der Patienten leidet – das bestätigt eine amerikanische Studie. Um Assistenzärzte zu entlasten, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) eine klar strukturiertes Weiterbildungscurriculum und sinnvolle Aufgabenverteilung.

Wirksame Konzepte gegen Wundinfektionen

Antibakterielles Nahtmaterial kann Komplikationen kaum verringern

 

Berlin/Heidelberg (30. Juli 2014) – Wundinfektionen, die nach offenen Bauchoperationen bei bis zu 16 Prozent aller Patienten auftreten, können durch ein spezielles antibakterielles Nahtmaterial nicht signifikant verringert werden. Zu diesem Fazit kommt eine große, vom Studienzentrum der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (SDGC) durchgeführte Multicenter Studie, deren Ergebnisse vor Kurzem in der internationalen Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht wurden. Die Untersuchung zeigt zudem, dass Patienten mit ausgedehnteren Operationen ein erhöhtes Risiko haben, eine Wundinfektion zu erleiden. Zur Risikogruppe gehören auch Operierte mit bösartigen Tumoren, Niereninsuffizienz oder Blutarmut sowie Patienten mit Übergewicht. Die Studie ergab aber auch, dass die vorsorgliche Gabe von Antibiotika direkt vor der OP und die Erfahrung des Chirurgen mit entsprechenden manuellen Fertigkeiten postoperative Wundinfektionen positiv beeinflussen können.

Unfallchirurgie

Deutschlandweit erstes AltersTraumaZentrum DGU® zertifiziert

 

Berlin (28. Juli 2014) - Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. (DGU) hat deutschlandweit das erste Klinikum als AltersTraumaZentrum DGU® zertifiziert. „Mit dem Caritas-Krankenhaus St. Josef in Regensburg wurde eine Klinik ausgezeichnet, die mit der Behandlungseinheit CURA (Caritas Unfallmedizin Regensburg Alterstraumatologie) einen Versorgungsschwerpunkt speziell für ältere Unfallverletzte bereithält“, erklärt DGU-Präsident Prof. Bertil Bouillon.

Abb.: Bauchfolie verringert postoperative Wundinfektionen. Photo: Klinikum rechts der IsarSimple und kostengünstige Maßnahme

Bauchfolie bei der OP verringert postoperative Wundinfektionen

 

München (18. Juli 2014) - Die Idee ist einfach und kostengünstig, aber sehr effektiv: Wundinfektionen treten nach einer Operation deutlich seltener auf, wenn die Wundränder während der OP mit einer bakterienundurchlässigen Folie geschützt werden. Dies ergab eine aktuelle Studie der Klinik für Chirurgie am Klinikum rechts der Isar der TU München, die in der Fachzeitschrift Annals of Surgery veröffentlicht wird.  

Abb.: Links: Die neue Kamera zeigt mit Fluoreszenzfarbstoffen eingefärbte Strukturen an (hier: blaue und grüne Bereiche). Photo: Fraunhofer IPASelbst kleinste, leicht übersehbare Tumorreste während der Operation sichtbar machen

Spezialkamera spürt Tumore auf

 

München (4. November 2013) - Krebspatienten haben die besten Heilungschancen, wenn bösartiges Gewebe restlos entfernt wird. Doch oft sind die winzigen Krebsnester für Chirurgen kaum zu erkennen. Eine neue Kamera spürt versteckte Tumore während einer Operation auf. Tumoroperationen sind selbst für versierte, erfahrene Chirurgen eine große Herausforderung. Denn zum einen lassen sich die Ränder des Tumorgewebes nur sehr schwer von normalem Gewebe unterscheiden. Zum anderen sind verstreute Krebsnester und Frühkarzinome kaum zu erkennen. Beim Entfernen der Tumorherde ist der Arzt bislang allein auf sein geschultes Auge angewiesen. Eine Spezialkamera soll künftig selbst kleinste, leicht übersehbare Tumorreste während der Operation sichtbar machen und so Chirurgen bei den komplizierten Eingriffen unterstützen.

Ein einfacher Blutwert kann Leben retten

Marker weist Thrombosen nach Schädeloperationen nach

 

Halle-Wittenberg (6. August 2013) - Wenn sich Blutgerinnsel auflösen, entstehen im Körper Abbauprodukte, die so genannten D-Dimere. In der Medizin werden diese Abbauprodukte auch gemessen, um venöse Thrombosen ausfindig zu machen beziehungsweise diese auszuschließen. Nach Operationen wurde auf diese Bestimmung bisher verzichtet, da der D-Dimer-Wert – so die Annahme – immer nach Operationen ansteigt und damit nicht zuverlässig auf Thrombosen hindeuten kann. Forscher der halleschen Universitätsklinik und Poliklinik für Neurochirurgie (Direktor: Prof. Dr. Christian Strauss) vermuteten jedoch, dass es einen bestimmten postoperativen Schwellenwert gibt, der doch zuverlässig auf die lebensgefährlichen Thrombosen nach einer Schädeloperation hinweisen kann und sich vom „normalen“ D-Dimere-Anstieg nach Operationen unterscheidet. Die Ergebnisse ihrer Unterschuchung veröffentlichten die Forscher um Dr. Julian Prell heute in einem der weltweit führenden Neurochirurgie-Journale: „D-dimer plasma level: a reliable marker for venous thromboembolism after elective craniotomy“ in Journal of Neurosurgery, Charlottesville, Virginia (USA).

 

Schwere Schlaganfälle bei über 60-Jährigen

Öffnung der Schädeldecke halbiert Sterblichkeit

 

Düsseldorf (27. Mai 2013) – In Deutschland erleiden jährlich mindestens 5.000 Menschen einen besonders schweren Schlaganfall, einen Verschluss der mittleren Hirnarterie. Die Hälfte der Betroffenen ist über 60 Jahre alt, die meisten sterben an einer massiven Hirnschwellung. Die Multicenter-Studie DESTINY II zeigt nun: Öffnen Neurochirurgen die Schädeldecke, um den lebensbedrohlichen Druck im Schädelinneren zu senken, sinkt die Sterblichkeit der über 60-jährigen Patienten von 73 auf 33 Prozent. Allerdings können schwere Behinderungen und Pflegebedürftigkeit die Folge sein, erklärte Professor Dr. med. Andreas Unterberg auf der heutigen Pressekonferenz aus Anlass der 64. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie (DGNC). „Hier stellen sich grundsätzliche ethische Fragen, die wir diskutieren müssen“, so Unterberg. Die vollständigen Ergebnisse der DESTINY-II-Studie werden erstmals auf der European Stroke Conference vorgestellt, die am 28. Mai in London beginnt.

 

Systemfehler bei Transplantationen

Konkurrenzdruck und schlechte Organverteilung

 

München (23. April 2013) - Der Skandal um gefälschte Laborwerte bei Lebertransplantationen ist für den Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH), Professor Karl-Walter Jauch, nicht zuletzt auch zurückzuführen auf „Systemfehler“ in der deutschen Transplantationsmedizin. Dies betont Jauch im Vorfeld des 130. Chirurgenkongresses. Insbesondere sei die Konkurrenz um Organe zwischen den Kliniken in Deutschland zu hoch. Der DGCH-Vorsitzende fordert daher, die Zahl der Kliniken von 47 auf sechs übergeordnete Zentren zu verringern.