Chirurgie-Medizin

Gut für ältere Patienten

In Zukunft Teamwork von Unfallchirurgen und Altersmedizinern verpflichtend

  • G-BA-Richtlinie zur Versorgung der hüftgelenknahen Femurfraktur

Berlin (10. März 2020) -- Ältere Patienten mit einer hüftgelenknahen Femurfraktur, auch Oberschenkelhalsbruch genannt, sollen in Zukunft nur noch gemeinsam von Orthopäden und Unfallchirurgen und Altersmedizinern versorgt werden. Das besagt eine neue Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) und die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) begrüßen diesen Beschluss dem Grunde nach.

Prof. Thomas BussePersonalknappheit laut Befragung der Frankfurt University of Applied Sciences von OP- und Anästhesie-Pflegekräften hauptverantwortlich

OP-Barometer 2019 –
Stress im OP-Bereich lässt Patientengefährdung steigen

Frankfurt am Main (27. Januar 2020) -- Ebenso wie in stationären Bereichen der Krankenhäuser ist das Thema Personalknappheit auch ein zunehmendes Problem in OP-Bereichen deutscher Krankenhäuser. Dies ist eine zentrale Aussage des OP-Barometers 2019, dessen Ergebnisse jetzt vorliegen. Das OP-Barometer ist eine Befragung von Pflegekräften aus der OP- und Anästhesiepflege, die 2019 bereits zum siebten Mal durchgeführt wurde und die – mit diesmal 1.633 Befragten – als größte dieser Art in Deutschland gilt. Durchgeführt wird sie vom Zentrum für Gesundheitswirtschaft und -recht (ZGWR) an der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS).

Chirurgie: Orthopädische Schrauben aus Magnesium

Die lösliche Schraube

Dübendorf, Schweiz (5. November 2019) -- Wo Knochen bersten, müssen Chirurgen die Bruchstücke mit Implantaten zusammenfügen. Orthopädische Schrauben aus Magnesium, die sich mit der Zeit im Körper auflösen, ersparen Patienten eine weitere Operation nach der Heilung und mindern das Infektionsrisiko. Was mit derartigen Implantaten im Körper passiert, ist indes weitgehend unbekannt. Empa-Forscher analysieren die Korrosionsmechanismen von Magnesium, um optimale Legierungen und orthopädische Schrauben mit funktionalisierten Oberflächen zu entwickeln.

IQWiG

Lebertransplantationen:
Bessere Ergebnisse bei höheren Fallzahlen

  • In Krankenhäusern mit vielen Lebertransplantationen sind die Überlebenschancen größer. Studien zu Auswirkungen von konkret in die Versorgung eingeführten Mindestfallzahlen fehlen allerdings

Köln (2. Oktober 2019) -- Ist die Wahrscheinlichkeit eines Behandlungserfolgs bei planbaren Operationen davon abhängig, wie häufig das Krankenhaus bzw. das Ärzteteam den Eingriff durchführt? Um diese Frage geht es in acht Prüfaufträgen zu Mindestmengen, die der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) erteilt hat. Für die zweite untersuchte Indikation, die Lebertransplantation, liegt nun der IQWiG-Bericht vor.

Versorgung von Verletzten nach einem Terroranschlag

Unfallchirurgen legen Instrumentenliste für Notfall-OP-Set vor

Berlin (24. Juli 2019) -- Das Überleben von Verletzten mit Schuss- und Explosionsverletzungen bei einer lebensbedrohlichen Einsatzlage wie einem Massenanfall von Verletzten im Terrorfall/Amoklauf (TerrorMANV) hängt maßgeblich von einer schnellen Blutungskontrolle ab. Dafür hat die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) jetzt ein Notfall-OP-Set zusammengestellt, das speziell auf lebensrettende Notfalloperationen zur Versorgung von sogenannten Höhlenblutungen ausgerichtet ist.

ivatopErweiterte Realität und 3D-Druck für die Chirurgie

Bremen (3. Juni 2019) - Ein Verbund unter Leitung der Universität Bremen kombiniert Virtual Reality, Augmented Reality und 3D-Druck, um die Planung und Durchführung von Operationen zu verbessern. Die Technologien lassen sich auch für die Aus- und Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten einsetzen. Darüber hinaus ermöglichen gedruckte 3D-Modelle eine anschaulichere Kommunikation mit den Patientinnen und Patienten.

G-BA

Ärztliche Zweitmeinung zu einer empfohlenen Operation –
Verfahrensregeln in Kraft getreten

Berlin (10. Dezember 2018) – Die Verfahrensregeln des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), nach denen Patientinnen und Patienten eine zweite ärztliche Meinung zur Notwendigkeit einer empfohlenen Operation einholen können, sind in Kraft getreten. Ein rechtlicher Zweitmeinungsanspruch besteht vorerst bei Eingriffen an den Gaumen- und/oder Rachenmandeln (Tonsillektomie, Tonsillotomie) sowie bei Gebärmutterentfernungen (Hysterektomien). Die vom G-BA beschlossenen Regelungen sollen eine unabhängige und qualifizierte ärztliche Zweitmeinung sicherstellen. Sie gelten unabhängig davon, bei welcher gesetzlichen Krankenkasse eine Patientin oder ein Patient versichert ist.

Fraunhofer HueftimplantatKünstliche Hüftgelenke

Feinjustierung im OP

Chemnitz (3. Dezember 2018) - Nach dem Einsatz eines neuen Hüftgelenks kann es passieren, dass das Bein nicht mehr die ursprüngliche Länge hat. Mögliche Folge sind Probleme mit der Wirbelsäule. Mit einem neuen Verfahren lässt sich die Beinlänge künftig während der Operation genau justieren.
Der Einsatz künstlicher Hüftgelenke ist heute Routine. In Deutschland werden pro Jahr rund 210 000 Hüftprothesen implantiert. Dabei kommt es immer wieder vor, dass das betroffene Bein nach der Operation kürzer oder länger ist als zuvor. Eine Abweichung von weniger als einem Zentimeter wird vom Körper in der Regel toleriert. Ist der Unterschied größer, muss der Patient Schuheinlagen tragen, um die Schiefstellung auszugleichen und Rückenschmerzen vorzubeugen.

Patient Blood Management (PBM)

Blutarmut vor der OP: Wie sinnvoll sind Eisen und Epo?

Stuttgart (25. April 2018) - Studien zeigen an, dass schlechte Hämoglobinwerte vor der Operation auf eine höhere Sterblichkeit hinweisen. Ältere Patienten oder Menschen, die an chronischen Erkrankungen leiden, haben vor einer geplanten Operation häufig schlechte Blutwerte. Sie brauchen vor einer Operation, bei der sie viel Blut verlieren, deshalb häufiger und mehr Blutkonserven als Patienten mit normalen Blutwerten. Das Patient Blood Management (PBM) – ein Konzept zum sinnvollen Einsatz von Spenderblut – hat Methoden entwickelt, die zur Erkennung und eventuell präoperativen Behandlung dieser Patientengruppe führen sollen.

10. Adipositas Symposium im Johnson & Johnson Institute Hamburg am Campus Norderstedt

Die moderne Adipositastherapie ist ganzheitlich und multidisziplinär
 

  • Adipositas Symposium fördert zum 10. Mal multidisziplinären und sektorenübergreifenden Austausch
  • Neue S3-Leitlinie zur bariatrischen Chirurgie bindet erstmals auch metabolische Aspekte ein
  • Versorgungssituation adipöser Patienten in Deutschland nach wie vor unzureichend

Norderstedt (22. März 2018) - Weltweit gelten immer mehr Menschen als übergewichtig oder adipös. In Deutschland sind inzwischen rund 20 % der erwachsenen Bevölkerung adipös (BMI über 30 kg/m²).1 Insbesondere der Anteil schwer adipöser Menschen (BMI über 35 kg/m²) nimmt in den vergangenen Jahren überproportional zu.2 „Die Versorgungssituation adipöser Patienten in Deutschland hat sich in den letzten 10 Jahren leider nicht wesentlich verbessert“, konstatiert Prof. Dr. Dieter Birk, Vorsitzender des diesjährigen Adipositas Symposiums. „Umso wichtiger ist es, nicht nachzulassen und den multidisziplinären Austausch voranzutreiben. Das Adipositas Symposium leistet dazu einen entscheidenden Beitrag“, so Prof. Birk weiter. Wissenschaftliche Veranstaltungspartner des Symposiums sind erneut die Chirurgische Arbeitsgemeinschaft Adipositastherapie und metabolische Chirurgie (CAADIP) der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) sowie die Deutsche Adipositas Gesellschaft (DAG).

OP-Barometer 2017

Kliniken mit großen OP-Bereichen haben mehr Schwierigkeiten

 

  • Befragung der Frankfurt UAS von O P- und Anästhesie-Pflegekräften
  • Mitarbeiterunzufriedenheit lässt Leistungsfähigkeit sinken

Frankfurt am Main (5. Februar 2018) - Personalknappheit, schlechte Organisationsstrukturen und Defizite in der Unternehmenskultur bewirken nach ersten Erkenntnissen des OP-Barometers 2017 ein Sinken der Leistungsfähigkeit in deutschen OP-Sälen. „Der OP-Saal ist der Motor eines Krankenhauses. Wenn dieser stottert, dann bedeutet es eine Gefährdung für die gesamte Einrichtung“, sagt Prof. Thomas Busse, Direktor des Zentrums für Gesundheitswirtschaft und -recht (ZGWR) der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS), der die Studie zum sechsten Mal durchführt. Mehr als 1.950 Mitarbeitende aus den Bereichen OP-Pflege und Anästhesie-Pflege nahmen an der Befragung teil, eine Steigerung von fast 14 % im Verhältnis zur Befragung 2015. In diesem Jahr beteiligten sich u.a. Mitarbeitende von rund einem Viertel der deutschen Universitätsklinika, was laut Busse verstärkte Problemstellungen gerade in größeren Krankenhäusern signalisiere.