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Telemedizinpreis 2020 geht an Lehrstuhl für Kinderschmerztherapie der Uni Witten/Herdecke

Neue App zur Unterstützung der Therapie junger erwachsener Schmerzpatienten

Witten (17. Januar 2020) -- Das Deutsche Kinderschmerzzentrum, Lehrstuhl für Kinderschmerztherapie und Pädiatrische Palliativmedizin der Universität Witten/Herdecke (UW/H) in Datteln, hat den Telemedizinpreis für eine therapiebegleitende App im Rahmen der Schmerztherapie junger erwachsener Schmerzpatienten verliehen bekommen. Programmiert wurde die App in Zusammenarbeit mit der Firma Smart-Q Softwaresysteme GmbH in Bochum.


Der Preis wird jährlich von der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin (DGTelemed) vergeben. Ausgezeichnet werden damit Institutionen, Einzelpersonen oder interdisziplinäre Arbeitsgruppen bzw. Projektinitiativen, die sich in besonderem Maße in der Telemedizin verdient gemacht haben und deren Leistungen den Zielen der DGTelemed entsprechen.

Die vom Lehrstuhl unter der Leitung von Prof. Dr. Boris Zernikow konzipierte und im Rahmen des EFRE geförderten APPLAUS Projektes (App-gestützte Therapie für die langfristige Umsetzung schmerztherapeutischer Strategien für junge Erwachsene) entwickelte App ist für den Einsatz während der Therapie sowie für die Nachsorge gedacht. Die Zielgruppe sind junge Erwachsene im Alter von 18 bis 25 Jahren mit chronischen Schmerzen. Nach aktuellem Forschungs- und Versorgungsstand sind insbesondere für diese Altersgruppe nur wenige spezialisierte schmerztherapeutische Versorgungsangebote vorhanden. Die meisten Angebote richten sich an Kinder oder Erwachsene, die (ganz) andere Bedürfnisse haben.

Im Rahmen des Projektes wurde daher neben einem speziellen Therapiekonzept für diese Altersgruppe eine App für Smartphones und Tablets entwickelt, die einen stabilen und nachhaltigen Therapieerfolg sicherstellt. Bei der Entwicklung wurden die spezifischen Bedürfnisse der Patientengruppe sowie ihre Affinität für neue Medien berücksichtigt. Ziel des Projekts ist es, die jungen Erwachsenen im Umgang mit ihren Schmerzen zu unterstützen. So soll die App nicht als Schmerztagebuch fungieren, sondern als Begleiter der Therapie, der unter anderem mit einem umfangreichen Wissens- und Edukationsbereich Verständnis dafür vermittelt, was bei chronischen Schmerzen im Körper vor sich geht. Zudem bietet die App eine Vielzahl an Übungen zur Schmerzbewältigung, die den jungen Erwachsenen bereits aus der Therapie bekannt sind und ergänzt sie durch weiterführende Strategien. Junge Erwachsene, deren chronische Schmerzen erfolgreich durch dieses spezielle Therapie- und Nachsorgekonzept behandelt werden können, haben langfristig weniger Einbußen in ihrer Lebensqualität. Einer Beeinträchtigung in der psychosozialen Entwicklung kann somit nachhaltig entgegengewirkt werden und eine Eingliederung in die Gesellschaft und Arbeitswelt ist wieder möglich.

Der Name der therapiebegleitenden App lautet Pain-Therapie, kurz Pain-T. Pain-T unterstützt altersgerecht aufgebaut die interdisziplinäre multimodale Schmertherapie.

Das Projekt wurde aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.


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Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1982 eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 2.600 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.
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Quelle: Private Universität Witten/Herdecke, 17.01.2020 (tB).