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Internationale Konferenz in Mainz am 1. und 2. März zur Gewalt in der häuslichen Pflege alter Menschen und möglichen Schutzkonzepten

Alte Menschen besser vor Gewalt in der häuslichen Pflege schützen

Mainz (8. Februar 2018) - Gewalt in der häuslichen Pflege alter Menschen ist kein Einzelfall. Dieses Problem ist in einer fast unüberschaubaren Anzahl internationaler Studien dokumentiert. Wie alte Menschen jedoch vor Gewalt geschützt werden können, wird bislang kaum in Politik und Wissenschaft thematisiert. Jetzt beschäftigt sich ein Symposium an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) mit dem Thema.

Ziel ist es, die Aufmerksamkeit auf den Schutz vor Gewalt bei der Pflege alter Menschen zu lenken und das Thema auf die politische und wissenschaftliche Agenda zu setzen. „Wir sehen, was in der Kinder- und Jugendhilfe in den letzten Jahren erreicht wurde und welche Mittel zur Verfügung stehen, um in Zukunft weitere Verbesserungen für das Wohl von Kindern und Jugendlichen zu erzielen“, erklärt Prof. Dr. Cornelia Schweppe vom Arbeitsbereich Sozialpädagogik der JGU. „In der Pflege von alten Menschen haben wir nichts Vergleichbares – nicht im Geringsten“, so Schweppe. Sie hofft, dass die Mainzer Tagung mit international renommierten Expertinnen und Experten einen Anstoß gibt, um alte Menschen vor Gewalt in der häuslichen, aber auch stationären Pflege künftig besser zu schützen. Cornelia Schweppe kam 2002 als Professorin für Sozialpädagogik ans Institut für Erziehungswissenschaft der JGU und erhielt 2014 zur Unterstützung ihrer Forschungsarbeiten ein Fellowship des Gutenberg Forschungskollegs (GFK).

Bei dem internationalen Symposium „Protection against Violence in Home Care Settings for Older Adults“ werden am 1. und 2. März führende Expertinnen und Experten im Bereich von Gewaltschutzkonzepten in Mainz zusammenkommen, um Zukunftsperspektiven zur Sicherung des Altenwohls zu diskutieren. Insbesondere im deutschen Kontext soll das Symposium dazu beitragen, eine zukunftsweisende Debatte zur Gewaltprävention und zur Entwicklung wirkungsvoller Schutzkonzepte in der Pflege anzustoßen. „Gewalt ist kein Thema, das auf häusliche Pflege begrenzt ist“, erläutert Schweppe. „Auch der stationäre Bereich ist betroffen.“ Allerdings überwiegt gerade in Deutschland die häusliche Pflege bei Weitem. „Die Pflege wird auf die Familien abgeschoben, die damit häufig sehr überfordert sind“, sagt die Sozialpädagogin. „Gewalt resultiert aus diesen Strukturen und ist nicht ein individuelles oder rein persönliches Problem.“

Auch in Zukunft dürfte sich an der Situation, dass Angehörige vorrangig zu Hause gepflegt werden, kaum etwas ändern. Eine gewisse Entlastung für die pflegenden Familienmitglieder bringt vielleicht die Anstellung von ausländischen Pflegekräften mit sich - oft allerdings auf Kosten höchst problematischer Arbeitsbedingungen der aus Osteuropa kommenden Frauen. Mit geschätzt bis zu ca. 300.000 migrantischen Pflegearbeiterinnen in privaten Haushalten ist diese Pflegeform derzeit der absolute Boom. Aber auch diese 24-Stunden-Betreuung ist nicht ohne Problematik.

Vor diesem Hintergrund wird sich das Symposium aus verschiedenen Perspektiven mit dem Thema befassen und sozialpädagogische, rechtswissenschaftliche und gerontologische Bezüge zusammenführen. In die Diskussion werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Akteurinnen und Akteure aus Politik, Zivilgesellschaft und Praxis eingebunden. Die Veranstaltung wird vom Institut für Erziehungswissenschaft der JGU und dem Frankfurter Forum für interdisziplinäre Alternsforschung der Goethe-Universität organisiert. Sie findet am 1. und 2. März 2018 im Erbacher Hof, Grebenstraße 22-24, 55116 Mainz statt. Alle Vorträge des Symposiums sind öffentlich. Um Anmeldung bis zum 17. Februar 2018 unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. wird gebeten. Die Tagungssprache ist Englisch.



Weiterführende Links



Quelle:
Johannes Gutenberg-Universität Mainz , 08.02.2018 (tB).

 
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