Dialog schafft Erkenntnisse – Erkenntnisse schaffen Fortschritt

  • Pharma-Dialog fortsetzen – Gesundheitswirtschaft verstehen – Rahmenbedingungen definieren  Bayer Vital mit guter Position in Deutschland
  • Patientenerfahrung nutzen – Bedürfnisse kennen 
  • Präzisionsonkologie: Neue Therapiechancen für Patienten
  • Innovationen: ökonomisch und gesellschaftlich und wichtig

Leverkusen (20. September 2018) – Mit Nachdruck spricht sich Frank Schöning für die Fortsetzung des Pharma-Dialogs der Bundesregierung aus. „In einem rohstoffarmen Land ist es wichtig, einen attraktiven Rahmen für innovative Industrien wie die Pharmabranche zu schaffen. Es ist gut, dass die Bundesregierung den pharmazeutischen Forschungs- und Produktionsstandort Deutschland stärken will“, betonte der Geschäftsführer der Bayer Vital GmbH im Rahmen des Jahresmedienmeetings in Leverkusen.


„Die Pharma- und Biotechnologie-Unternehmen sind ein Wachstumstreiber der Gesundheitswirtschaft und bieten hochqualifizierte, sichere Arbeitsplätze. Noch wichtiger als die wirtschaftliche Leistungskraft ist, dass es uns gelingt, mit innovativen Produkten Krankheiten zu vermeiden, Leiden zu lindern und die Lebensqualität von Patientinnen und Patienten zu verbessern.“

Am Beispiel Krebstherapien, so Schöning, werde das besonders deutlich: „In den letzten Jahren hat unsere Branche große Fortschritte in der Therapie von onkologischen Erkrankungen gemacht. Seit 2011 sind weltweit mehr als 70 neue Krebsmedikamente in über 20 verschiedenen Anwendungsgebieten zugelassen worden. Für die Betroffenen heißt das: verbesserte Therapieergebnisse, eine Reduzierung der Sterblichkeit, die Verbesserung der Lebensqualität und die Möglichkeit zur Behandlung von Patienten, die bisher nicht behandelt werden konnten.“

Grundsätzlich sei ein umfassendes Verständnis für die Erfordernisse forschender Pharma-Unternehmen wichtig. Nur eine von 10.000 Substanzen in der frühen Forschung erreicht später überhaupt den Markt. Oft dauert es deutlich mehr als 10 Jahre von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt. „Als forschender Arzneimittelhersteller benötigen wir gute und verlässliche Rahmenbedingungen“, betont Schöning. Dazu gehören für ihn der Verzicht auf kurzfristige Kostendämpfungsmaßnahmen und eine umfassende Betrachtung des Nutzens neuer Arzneimittel. Die verfügbaren Studiendaten breit anzuerkennen und in der Arzneimittelnutzenbewertung auch zu berücksichtigen sei dabei entscheidend.

Schöning betont: „In den letzten 8 Jahren habe sich das System aus früher Nutzenbewertung und Preisverhandlung gefestigt. Jetzt muss es von Politik und Selbstverwaltung weiterentwickelt werden.“ Es kämen neue, innovative Therapien auf den Markt, in denen das heutige starre Bewertungssystem an seine Grenzen gerate, so Schöning.

Das gilt auch für neue Therapieansätze, die sich aus der Präzisionsmedizin ergeben. Häufig erfordert dies andere Studiendesigns, da es sich teilweise um ganz wenige Patienten mit bestimmten genetischen Eigenschaften handelt, die gezielt mit einer maßgeschneiderten Therapie behandelt werden können. „Für uns ist entscheidend, dass diese wichtigen Themen im Pharma-Dialog auf die Agenda kommen und dass es am Ende zu konkreten Ergebnissen kommt. Es muss verhindert werden, dass die großen Hoffnungen, die mit der Präzisionsmedizin verbunden sind, an den rigiden Standards der evidenzbasierten Medizin abprallen und zunichte gemacht werden.“


Gute Position im deutschen Markt

Bayer Vital hat als eines der führenden Unternehmen eine starke Position im Gesundheitsmarkt. Xarelto® und Eylea® sind die Wachstumstreiber im Pharmabereich.

„Erst vor knapp einem Monat haben wir die jüngste EU-Zulassung für Xarelto® erhalten. Xarelto® ist jetzt der einzige nicht-Vitamin-K-abhängige orale Gerinnungshemmer (NOAK), der in Kombination mit Acetylsalicylsäure (ASS) zur Prophylaxe atherothrombotischer Ereignisse bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit oder symptomatischer peripherer arterieller Verschlusskrankheit und hohem Risiko für ischämische Ereignisse indiziert ist.“

„Damit hat Xarelto® nun acht Indikationen im Bereich der venösen und arteriellen Thromboembolien“, sagt Frank Schöning.
 
 
Patientenperspektive kennen, verstehen, umsetzen
 
Um die Interessen, Bedürfnisse und Wünsche von Patienten besser verstehen und in die Entwicklung von Lösungen einbinden zu können, weitet die Bayer Vital mit der Initiative „Bridge2Patients“ den direkten Dialog mit Patienten aus. Fragen, wie zum Beispiel welche Information sich an Herz- oder Niereninsuffizienz leidende Patienten für ihren Alltag wünschen oder wie sie über Nutzen und Risiken der Behandlung aufgeklärt werden möchten, werden bei vielen Gelegenheiten persönlich und im zulässigen rechtlichen Rahmen besprochen. Patienten werden zunehmend auch bei der Entwicklung von Informations- und Einwilligungsmaterial für klinische Studien eingebunden.

„Ich werde mich weiter dafür einsetzen, dass meine Kollegen und ich noch besser lernen, die Patientenperspektive einzunehmen und uns in ihrer Sprache auszudrücken“, fasst Frank Schöning seine eigenen ersten positiven Erlebnisse mit Patienten zusammen.
 
 
Chancen der Präzisionsonkologie für Krebspatienten
 
„Die Onkologie entwickelt sich derzeit mit der Präzisionsonkologie evolutionär fort“, berichtet Dr. Uwe Phillip Strauss, Medizin Onkologie/Hämatologie bei Bayer Vital. Unter Präzisionsonkologie ist die molekulargenetische Aufklärung von Tumoren zu verstehen, mit dem Ziel, der Krebserkrankung zugrunde liegende pathologische Veränderungen zu identifizieren und die daraus entstehenden Tumore präzise behandeln zu können. Präzisionsonkologische Therapien werden daher nicht mehr nach Indikationen entwickelt, sondern auf Basis molekulargenetischer Veränderungen, die bei vielen unterschiedlichen Tumoren eine Rolle spielen können. Für Ärzte und Krebspatienten bietet sich damit die Chance einer besseren Wirksamkeit bei größerer Verträglichkeit im Vergleich zu bisherigen Therapien.
 
Larotrectinib ist voraussichtlich der erste präzisionsonkologische Wirkstoff in der EU, der eine tumorunabhängige Zulassung allein auf der Basis der molekulargenetischen Veränderung im Tumor anstrebt. Der Antrag wurde im August 2018 bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA eingereicht. Larotrectinib ist ein hochselektiver Inhibitor der sogenannten Tropomyosin-Rezeptor-Kinasen (TRK). Er wirkt zielgerichtet gegen TRK-Fusionsproteine, die sich in Folge einer pathologischen Genfusion (sog. NTRK(1) -Genfusion) bilden und krebsauslösend sein können.

Larotrectinib wurde zur Behandlung von lokal fortgeschrittenen oder metastasierten soliden Tumoren entwickelt, bei denen eine NTRK-Genfusion nachgewiesen wurde. Diese sind insgesamt selten, treten aber sowohl bei Erwachsenen als auch Kindern auf.
 
Um Patienten mit dieser genetischen Veränderung identifizieren zu können, ist ein diagnostischer Nachweis der NTRK-Genfusion essentiell. Die beste Methode dafür ist das Next Generation Sequencing (NGS).
 
Für erwachsene und pädiatrische Patienten mit nachgewiesenen TRK-Fusionstumoren konnte Larotrectinib in den klinischen Studien eine Gesamtansprechrate (overall response rate, ORR) von 75 Prozent zeigen und wurde gut vertragen, wobei die aufgetretenen Nebenwirkungen überwiegend vom Grad 1 (leicht) bis Grad 2 (mäßig) waren. „Durch die Präzisionsonkologie wird sich zukünftig bei vielen Tumoren die Erkrankung zumindest chronifizieren, wenn nicht sogar heilen lassen“, so Dr. Strauss.

 
Erfolgreiche Innovationen sind wichtiger ökonomischer und gesellschaftlicher Erfolgsfaktor
 
Bedeutung und Erfolg von Forschung und Entwicklung wird sektorübergreifend als Quelle des Fortschritts gesehen. In der Gesundheitsindustrie und speziell der pharmazeutischen Industrie in Deutschland sind Innovationen ein wichtiger ökonomischer und gesellschaftlicher Erfolgsfaktor.

„Innovationen werden innerhalb der Gesundheitsindustrie vielfach nur unter Kostengesichtspunkten diskutiert, obwohl diese Sichtweise oft zu kurz greift“, betont Dr. Dennis A. Ostwald, Geschäftsführer WifOR. Vielmehr fordert er, die ökonomische Bedeutung der Gesundheitswirtschaft allgemein sowie der industriellen Gesundheitswirtschaft im Speziellen deutlich vordergründiger zu betrachten.
 
Gesellschaftliche und volkswirtschaftliche Effekte werden kaum berücksichtigt. Eine Einbeziehung der gesellschaftlichen Perspektive könnte dazu beitragen, dass die Implikationen gesundheitspolitischer Entscheidungen zukünftig stärker berücksichtigt werden. Zusammenfassend ist für den Gesundheitsökonom Ostwald ebenso wichtig, dass „die gesamtgesellschaftliche Bedeutung medizinischer Innovationen in einem neuen Licht betrachtet wird.“
 
Ausgehend vom hohen ökonomischen Beitrag der Branche in Deutschland wird auch die Bedeutung der pharmazeutischen Industrie für den Gesundheitsstandort NRW anhand von Daten und Fakten deutlich. So zeigen Analysen zum Beispiel, dass an den Bayer-Standorten Leverkusen und Wuppertal im Vergleich überdurchschnittlich hohe Beiträge zur gesamten Wirtschaftskraft der (industriellen) Gesundheitswirtschaft geleistet werden.
 
 

Anmerkung

(1) NTRK = Neurotrophe Tyrosin-Rezeptor-Kinase



Über Bayer
 
Bayer ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit Kernkompetenzen auf den Life-Science-Gebieten Gesundheit und Agrarwirtschaft. Mit seinen Produkten und Dienstleistungen will das Unternehmen den Menschen nützen und zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen. Gleichzeitig will der Konzern Werte durch Innovation, Wachstum und eine hohe Ertragskraft schaffen. Bayer bekennt sich zu den Prinzipien der Nachhaltigkeit und handelt als „Corporate Citizen“ sozial und ethisch verantwortlich. Im Geschäftsjahr 2017 erzielte der Konzern mit rund 99.800 Beschäftigten einen Umsatz von 35,0 Milliarden Euro. Die Investitionen beliefen sich auf 2,4 Milliarden Euro und die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf 4,5 Milliarden Euro.

  • Weitere Informationen sind im Internet zu finden unter www.bayer.de
     

Die Bayer Vital GmbH vertreibt die Arzneimittel der Divisionen Consumer Health und Pharmaceuticals sowie die Tierarzneimittel der Geschäftseinheit Animal Health in Deutschland.


Quelle: Bayer Vital, 20.09.2018 (tB).