Pharmakologie

Ticagrelor zur Prävention nach Myokardinfarkt

Hinweis auf geringen Zusatznutzen

  • Zulassungserweiterung
  • Nachteile stellen Vorteile bei der Mortalität nicht infrage

Köln (1. Juli 2016) - Den Zusatznutzen von Ticagrelor für Patientinnen und Patienten mit einem akuten Koronarsyndrom hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bereits 2011 in seiner allerersten Dossierbewertung untersucht, als das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) gerade in Kraft getreten war. Damals zeigte sich, dass der Wirkstoff Betroffenen mit einem leichteren Herzinfarkt ohne typische EKG-Veränderungen oder mit einer instabilen Angina pectoris einen beträchtlichen Zusatznutzen bietet. Für schwerere Herzinfarkte fehlten entsprechende Belege.

Implanon NXT®

Mögliche Risiken und Komplikationen bei der Einlage, Lokalisation, Entfernung und Migration

Bonn (27. Juni 2016) - Die Firma MSD Sharp & Dohme GmbH empfiehlt, dass nur jene Ärzte Implanon NXT® einlegen und entfernen, die ein Training zur Anwendung des Implanon NXT®-Applikators und zu den Techniken der Einlage und der Entfernung des Implanon NXT®-Implantats absolviert haben. Gegebenenfalls sollte vor der Einlage oder Entfernung des Implantats um Supervision gebeten werden.

Drug Safety

Erivedge® (Vismodegib): Risiko für vorzeitigen Epiphysenschluss

Berlin (15. Juni 2016) - Erivedge® (Vismodegib) wird angewendet bei erwachsenen Patienten mit symptomatischem metastasiertem Basalzellkarzinom oder mit lokal fortgeschrittenem Basalzellkarzinom, bei denen eine Operation oder Strahlentherapie nicht geeignet ist. Es ist für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen nicht zugelassen.

Rote-Hand-Brief zu Thalidomide Celgene®

Neue wichtige Hinweise zur Virus-Reaktivierung und pulmonalen Hypertonie

Bonn (21. Juni 2016) - Die Firma Celgene GmbH informiert darüber, dass Fälle von Virus-Reaktivierung unter der Behandlung mit Thalidomid vorliegen, darunter schwerwiegende Fälle, insbesondere bei Patienten, die sich zuvor mit Herpes-Zoster oder Hepatitis-B-Virus (HBV) infiziert hatten. Außerdem liegen Berichte über Fälle von pulmonaler Hypertonie mit z.T. tödlichem Ausgang unter der Behandlung mit Thalidomid vor.

Drug Safety

Loperamid: Risiko von schwerwiegenden kardialen Ereignissen nach hohen Dosen, u. a. nach Fehlgebrauch oder Missbrauch

Berlin (8. Juni 2016) - Loperamid wird zur symptomatischen Behandlung von Diarrhoen eingesetzt, sofern keine kausale Therapie zur Verfügung steht. Eine über zwei Tage hinausgehende Behandlung darf nur unter ärztlicher Verordnung und Verlaufsbeobachtung erfolgen. Loperamid verhindert durch Bindung an Opiatrezeptoren in der Darmwand die Freisetzung von Acetylcholin und Prostaglandinen. Die propulsive Peristaltik wird reduziert und die intestinale Transitzeit verlängert. Durch einen erhöhten Analsphinktertonus werden Inkontinenz und Stuhldrang reduziert.