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Morbus Parkinson

Patientenbedürfnisse und Leitlinien-Empfehlungen zur Therapie bei erkrankungsbedingten Schlafstörungen

Mannheim (22. September 2016) - Schlafstörungen sind eine bekannte Begleiterscheinung bei Patienten mit idiopathischem Parkinson-Syndrom [1]. Neben allgemeinen Schwierigkeiten beim Einschlafen und Durchschlafen stören nächtliche OFF-Zeiten, Akinesen und Dyskinesien die Schlafqualität. „Schlafprobleme zählen zu den häufigsten nichtmotorischen Störungen, die zu einer deutlichen Beeinträchtigung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität führen“, berichtete Prof. Dr. Lars Timmermann, Marburg, im Rahmen des 89. Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). In seinen Ausführungen verwies er auf die Therapie-Empfehlungen der aktuellen S3-Leitlinie und auf Studienergebnisse mit Rotigotin transdermales System, in denen ein schlafverbessernder Effekt gezeigt werden konnte [2,3].


Ein- und Durchschlafprobleme sowie die reduzierte Schlafqualität führten am Tag zu Müdigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen bis hin zu Einschlafattacken. Nach Daten der PRIAMO-Studie, einer epidemiologischen Studie mit mehr als 1.000 Parkinson-Patienten, berichten allein 58% der Betroffenen von Fatigue und 37% von Insomnie [1]. Die daraus resultierende Beeinträchtigung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität wurde anhand des PDQ-39 (39 Item Parkinson’s Disease Questionnaire) ermittelt. Timmermann betonte die große Bedeutung der oft unterdiagnostizierten nicht-motorischen Störungen für die gesundheitsbezogene Lebensqualität. Seine Forderung: „Eine individuelle Therapie sollte auch die nicht-motorischen Störungen berücksichtigen.“


Aktuelle Leitlinien empfehlen langwirksame Non-Ergot-Dopaminagonisten

Rotigotin transdermales System (z.B. Neupro®) findet sich als eine Empfehlung zur Therapie nächtlicher Akinese und frühmorgendlicher Dystonie bei Parkinson in der neuen S3-Leitlinie von 2016 wieder [2]. Als transdermale Formulierung zeichnet es sich durch einen konstanten Wirkstoff-Plasmaspiegel über 24 Stunden sowie die Umgehung des Gastrointestinaltrakts aus [4].


Positive Beeinflussung der Schlafqualität in Studien belegt

In der RECOVER-Studie* wurde mittels UPDRS** und PDSS*** der Einfluss von Rotigotin transdermales System auf die morgendliche Beweglichkeit und die Schlafqualität bei 190 Patienten mit einem idiopathischen Parkinsonsyndrom (Hoen & Yahr-Stadium I-IV) systematisch untersucht. Aus Sicht von Timmermann ist diese Studie von besonderer Bedeutung, da „erstmalig als entscheidende Outcome-Parameter sowohl Motorik als auch Schlaf herangezogen wurden“. Nach Auftitration (1 − 8 Wochen) wurden die Patienten über einen Zeitraum von 4 Wochen in der randomisierten, plazebokontrollierten Doppelblindstudie beobachtet. Die dopaminerge Stimulation mit Rotigotin transdermales System führte zu einer signifikanten Besserung der subjektiven Schlafqualität (gemessen an der PDSS-2): Während die Patienten der Plazebo-Gruppe nur eine leichte Veränderung des PDSS-2-Wertes aufwiesen (-1,9 Punkte), wurde bei den Patienten der Verum-Gruppe eine wesentlich stärkere Abnahme dieses Wertes um -5,9 Punkte dokumentiert [3]. Darüber hinaus wurde eine signifikante Verbesserung der morgendlichen Motorik (UPDRS III**) erzielt. Die positiven Effekte waren zudem über ein weiteres Behandlungsjahr hinweg stabil, was eine offene Verlängerungsstudie von RECOVER belegt [5].

In einer weiteren prospektiven, unverblindeten 3-monatigen Beobachtungsstudie an 62 Patienten verringerten sich die subjektiv berichteten Schlafunterbrechungen signifikant [6]. So verringerten sich die Durchschlafstörungen um 44%. Für die Patienten bedeutete dies eine Reduktion von 4 − 5 Nächten mit Durchschlafstörungen auf 2 − 3 Nächte pro Woche. Wichtig dabei: die Teilnehmer der Studie waren zu zwei Dritteln mit retardierten oralen Dopaminagonisten vorbehandelt.

Eine polysomnographische Untersuchung im Rahmen einer doppelblinden, randomisierten Parallelgruppenstudie an 42 Patienten zeigte zudem eine Korrelation zwischen der subjektiv gemessenen Schlafverbesserung und der objektiv erfassten Parameter wie z. B. verlängertem REM-Schlaf# und erhöhter Schlafeffizienz [7].

In einer Langzeitbetrachtung über bis zu sechs Jahre wurde Rotigotin transdermales System im Allgemeinen gut vertragen. Die beobachteten unerwünschten Nebenwirkungen entsprachen denen aus vorherigen Studien und waren für die Therapie mit Dopaminagonisten und die spezielle Applikationsform typisch. Dazu zählten Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl und Reaktionen an der Applikationsstelle, deren Ausprägung in der Regel jedoch leicht bis mittelschwer war [4].


Anmerkungen

  • * RECOVER: Randomized Evaluation of the 24-hour Coverage: Efficacy of Rotigotine
  • ** UPDRS: United Parkinson Disease Rating Scale
  • *** Parkinson-Disease-Sleep-Scale
  • # Schlafphase mit sehr schnellen, wiederkehrenden Augenbewegungen unter den geschlossenen Augenlidern („Rapid Eye Movement“)


    Literatur/Referenzen
  • [1] Barone P, et al. Mov Disord. 2009; 24(11): 1641-9
  • [2] S3-Leitlinien „Idiopathisches Parkinson-Syndrom. Stand 2016; AWMF-Register-Nummer: 030-010
  • [3] Trenkwalder C, et al. Mov Disord. 2011; 26(1): 90-9
  • [4] Fachinformation Neupro®, Stand Februar 2016
  • [5] Trenkwalder C, et al. Basal Ganglia 2012; 2:79-85
  • [6] Pagonabarraga J, et al. Parkinsons Dis. 2015; 131508
  • [7] Pierantozzi M, et al. Sleep Med. 2016; 21: 140-144


Über Neupro®


Neupro® in der Europäischen Union

Neupro® (Rotigotin) ist in der Europäischen Union zugelassen zur symptomatischen Behandlung der idiopathischen Parkinson-Erkrankung als Monotherapie (d.h. ohne Levodopa) im Frühstadium der Erkrankung oder in Kombination mit Levodopa, d. h. während des Krankheitsverlaufs, einschließlich der Spätstadien, wenn die Wirkung von Levodopa nachlässt oder unbeständig ist und Schwankungen der therapeutischen Wirkung auftreten.

Neupro® ist in der Europäischen Union außerdem zur symptomatischen Behandlung des mittelschweren bis schweren idiopathischen Restless-Legs-Syndroms bei Erwachsenen zugelassen.


Über UCB

UCB, Brüssel, Belgien (www.ucb.com) ist ein weltweit tätiges biopharmazeutisches Unternehmen, das sich der Erforschung und Entwicklung von innovativer Medizin und Behandlungsmöglichkeiten in den Bereichen Zentrales Nervensystem, Immun- und Entzündungserkrankungen widmet, um Menschen mit schweren Krankheiten eine bessere Lebensqualität zu ermöglichen. UCB erreichte 2015 ein Umsatzvolumen von 3,9 Mrd. € und beschäftigt mehr als 7.500 Mitarbeiter in rund 40 Ländern. UCB wird an der Euronext Börse in Brüssel gehandelt (Symbol: UCB).
 



Quelle: UCB Symposium „Mehrwert für Patienten mit Bewegungsstörungen und Epilepsie“, am 22.09.2016 beim 89. Kongress der DGN, Mannheim (tB).

 
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