33. Deutscher Krebskongress (DKK)

Umfassendes molekulares Tumorprofiling kann bei der Entscheidung hinsichtlich einer zielgerichteten Therapie unterstützen

Berlin (22. Februar 2018) - Die Nutzung molekularer Informationen zur Unterstützung der Therapiewahl wird in der Onkologie aktuell intensiv erforscht. Speziell bei seltenen oder weit fortgeschrittenen Krebserkrankungen können sie basierend auf dem jeweiligen Tumorprofil relevante Informationen zu möglichen zielgerichteten Therapien liefern. Der Service FoundationOne® sequenziert mehr als 300 aktuell bekannte krebsassoziierte Gene mit dem Ziel, die Therapieentscheidung von Ärzten zu unterstützen. Im Rahmen eines Symposiums der Roche Pharma AG auf dem diesjährigen Deutschen Krebskongress (DKK) sprechen Experten aus Klinik und Praxis über den Stellenwert umfassender Tumorprofilings – unter anderem am Beispiel des CUP-Syndroms (Krebs mit unbekanntem Primärtumor).


Eine zielgerichtete Behandlung von Krebspatienten mit seltenen oder fortgeschrittenen Tumoren ist aufgrund der Heterogenität der Erkrankung komplex. Umfassende Tumorprofilings helfen, molekulare Veränderungen zu identifizieren und können somit bei der Therapieentscheidung unterstützen. Der validierte Service FoundationOne1 sequenziert den Tumor auf 315 krebsassoziierte Gene und bestimmt zudem die Tumormutationslast sowie die Mikrosatelliteninstabilität. Ein Team aus Bioinformatikern fasst in einem Bericht alle gefundenen Mutationen zusammen und listet dazu passende zielgerichtete Therapiemöglichkeiten sowie laufende Studien auf. Diese Information kann den Arzt bei der Entscheidung hinsichtlich einer zielgerichteten Therapie unterstützen.


Aktuelle Studien beschreiben den Stellenwert eines umfassenden Tumorprofilings

Aktuelle Studien zeigen, dass Patienten vom Einsatz eines umfassenden Tumorprofilings profitieren können. So erhielten beispielsweise in der prospektiven klinischen Studie MOSCATO 012 199 Patienten mit einem fortgeschrittenen Krebsleiden eine auf die jeweilige molekulare Veränderung abgestimmte Therapie. Bei 193 Patienten konnte der primäre Studienendpunkt untersucht werden. Es zeigte sich, dass 33 % der so behandelten Patienten ein wenigstens um den Faktor 1,3 verlängertes progressionsfreies Überleben (PFS) erreichten (primärer Studienendpunkt), als unter der vorangegangenen Therapie. Das dabei erreichte mediane Gesamtüberleben (OS) betrug 11,9 Monate (95 %-KI: 9,5 – 14,3 Monate).

Auch in der prospektiven Studie ProfiLER3, welche im Rahmen des ASCO Kongresses 2017 präsentiert wurde, erfolgte die Therapiewahl bei Patienten mit fortgeschrittener maligner Erkrankung jedweder Histologie auf Grundlage molekularer Tumorprofile. Im Rahmen dieser Studie erhielten 143 Patienten eine auf die jeweilige molekulare Veränderung abgestimmte Therapie. Das mediane 3-Jahres-OS der Patienten, die mit einer zielgerichteten Therapie behandelt wurden, betrug 53,7 % gegenüber 46,1 % bei den Patienten, die keine zielgerichtete Therapie erhalten hatten (5-Jahres-Überleben: 34,8 % vs. 28,1 %).


CUP-Syndrom: Geplante Studie untersucht zielgerichtete Therapiewahl nach umfassendem Tumorprofiling

Eine von Roche geplante Studie soll den Nutzen eines umfassenden Tumorprofilings bei Patienten mit einem CUP-Syndrom (Cancer of Unknown Primary, Metastasen bei unbekanntem Primärtumor) prüfen. Nach wie vor besteht ein erheblicher medizinischer Bedarf bezüglich Diagnostik und Therapie bei Patienten mit CUP-Syndrom, denn die Tumordiagnose wird anhand von Metastasen erstellt, ohne dass die Lokalisation des Primärtumors zu eruieren ist.4 In einer geplanten internationalen Studie wird untersucht, wie ein umfassen-des molekulares Tumorprofiling genetische Veränderungen identifizieren kann, die mithilfe zielgerichteter Therapien wirksam behandelt werden können.

Bei allen Patienten soll zunächst ein umfassendes Tumormutationsprofil mithilfe des validierten FoundationOne-Panels1 erstellt werden, mit dem 315 krebsrelevante Gene sowie die Tumormutationslast und die Mikrosatelliteninstabilität analysiert werden. Nach drei Zyklen Chemotherapie sollen die Patienten mit klinischem Ansprechen jeweils in den Standard- oder experimentellen Arm randomisiert werden. Dabei wird die zytostatische Systemtherapie im Standardarm fortgeführt und im experimentellen Arm eine auf dem Tumorprofil basierende zielgerichtete Therapie verabreicht. Der geplante primäre Endpunkt der Studie ist das gepoolte PFS der Patienten in den neun experimentellen Studienstrata im Vergleich zur Standardchemotherapie.



Literaturverweise

  1. Frampton GM et al., Nat Biotechnol 2013; 31(11): 1023-31
  2. Massard C et al., Cancer Discov 2017; 7(6): 586-95
  3. Tredan O et al., J Clin Oncol 2017; 35(18): Abstract LBA100
  4. Massard C et al., Nat Rev Clin Oncol 2011; 8: 701-10

 

Eindeutige Kennzeichnung von biologischen Arzneimitteln in der medizinischen Kommunikation

Für die Patientensicherheit ist es wichtig, biologische Arzneimittel durch ihren Handelsnamen klar zu kennzeichnen. Nur so kann gewährleistet werden, dass mögliche Nebenwirkungen eindeutig einem bestimmten Produkt zugeordnet und zurückverfolgt werden können. Analog europäischer behördlicher Vorgaben für die Dokumentation des Handelsnamens in der Patientenakte nennt Roche in Publikationen, Texten und Presseinformationen deshalb neben dem internationalen Freinamen auch den Handelsnamen.


Roche weltweit

Roche ist ein globales Unternehmen mit Vorreiterrolle in der Erforschung und Entwicklung von Medikamenten und Diagnostika und ist darauf fokussiert, Menschen durch wissenschaftlichen Fortschritt ein besseres, längeres Leben zu ermöglichen. Dank der Kombination von Pharma und Diagnostika unter einem Dach ist Roche führend in der personalisierten Medizin – einer Strategie mit dem Ziel, jeder Patientin und jedem Patienten die bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen.

Roche ist das größte Biotech-Unternehmen weltweit mit differenzierten Medikamenten für die Onkologie, Immunologie, Infektionskrankheiten, Augenheilkunde und Erkrankungen des Zentralnervensystems. Roche ist auch der bedeutendste Anbieter von In-vitro- Diagnostika und gewebebasierten Krebstests und ein Pionier im Diabetesmanagement.

Seit der Gründung im Jahr 1896 erforscht Roche bessere Wege, um Krankheiten zu verhindern, zu erkennen und zu behandeln, und leistet einen nachhaltigen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung. Zum Ziel des Unternehmens gehört es, durch Kooperationen mit allen relevanten Partnern den Zugang von Patientinnen und Patienten zu medizinischen Innovationen zu verbessern. Auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation stehen heute 30 von Roche entwickelte Medikamente, dar-unter lebensrettende Antibiotika, Malariamittel und Krebsmedikamente. Ausgezeichnet wurde Roche zudem bereits das achte Jahr in Folge als das nachhaltigste Unternehmen innerhalb der Pharma-, Biotechnologie- und Life-Sciences-Branche im Dow Jones Sustainability Index.

Die Roche-Gruppe mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ist in über 100 Ländern tätig und beschäftigte 2016 weltweit über 94.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Jahr 2016 investierte Roche CHF 9,9 Milliarden in Forschung und Entwicklung und erzielte einen Umsatz von CHF 50,6 Milliarden. Genentech in den USA gehört vollständig zur Roche-Gruppe. Roche ist Mehrheitsaktionär von Chugai Pharmaceutical, Japan.

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Roche in Deutschland

Roche beschäftigt in Deutschland rund 15.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Bereichen Pharma und Diagnostik. Das Unternehmen ist an den drei Standorten in Grenzach-Wyhlen (Roche Pharma AG), Mannheim (Roche Diagnostics GmbH, Roche Diabetes Care GmbH sowie Roche Diagnostics Deutschland GmbH und Roche Diabetes Care Deutschland GmbH) und Penzberg (Biotechnologie-Kompetenzzentrum, Roche Diagnostics GmbH) vertreten. Die Schwerpunkte erstrecken sich über die gesamte Wertschöpfungskette der beiden Geschäftsbereiche Pharma und Diagnostics: von Forschung und Entwicklung über Produktion, Logistik bis hin zu Marketing und Vertrieb, wobei jeder Standort neben dem Deutschland-Geschäft auch globale Aufgaben wahr-nimmt. Roche bekennt sich klar zu den deutschen Standorten und hat in den letzten fünf Jahren in diese rund 2 Milliarden Euro investiert.

  • Weitere Informationen zu Roche in Deutschland finden Sie unter www.roche.de


Roche Pharma AG

Die Roche Pharma AG im südbadischen Grenzach-Wyhlen verantwortet mit rund 1.400 hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das deutsche Pharmageschäft. Dazu gehören Marketing und Vertrieb von Roche Medikamenten in Deutschland sowie der Austausch mit Wissenschaftlern, Forschern und Ärzten in Praxen und Krankenhäusern. Im Bereich der klinischen Forschung koordiniert der Standort alle zulassungsrelevanten Studien für Deutschland sowie Studien für bereits auf dem Markt befindliche Produkte. Für den europäischen Raum erfolgen in Grenzach-Wyhlen zudem zentrale Elemente der technischen Qualitätssicherung.





Quelle: Roche Pharma, 22.02.2018 (tB).