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26 | 09 | 2017
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PD-L1-Inhibition beim NSCLC und mUC

Atezolizumab: Die nächste Generation der Krebsimmuntherapie

Hamburg (9. Februar 2017) - Mit dem Anti-PD-L1-Antikörper Atezolizumab befindet sich ein Vertreter einer neuen Generation von Checkpoint-Inhibitoren in fortgeschrittener klinischer Entwicklung. Studiendaten belegen die Wirksamkeit der PD-L1-Inhibition mit Atezolizumab sowohl beim fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom als auch beim lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Urothelkarzinom – und dies auch bei Patienten ohne nachweisbare PD-L1-Expression.1-5 Im Rahmen eines Pressegesprächs der Roche Pharma AG erläuterten Experten aus Wissenschaft und Praxis das Prinzip der PD-L1-Inhbition und die Relevanz der aktuellen Studiendaten.

Atezolizumab ist ein humanisierter, monoklonaler Antikörper, der spezifisch den von
Tumorzellen (TC) und tumorinfiltrierenden Immunzellen (IC) produzierten Programmed Death Ligand 1 (PD-L1) blockiert. „Die PD-L1-Inhibition ist ein äußerst vielversprechendes Prinzip: Sie verhindert sowohl die Interaktion von PD-L1 mit PD-1 als auch B7.1 und blockiert somit gleich zwei Wege, über die suppressive Signale auf tumorspezifische T-Zellen übertragen werden“, erklärte Prof. Dr. Elfriede Nößner, München. „Durch diese doppelte Blockade unterscheidet sich Atezolizumab von jenen Checkpoint-Inhibitoren, die an PD-1 binden. Ein weiterer Unterschied ist, dass die für die Immunhomöostase relevante Interaktion von PD-1 mit PD-L2 unter Atezolizumab erhalten bleibt.“ Die PD-L1-Hemmung mit Atezolizumab wird aktuell in zahlreichen Studien bei verschiedenen Tumorentitäten als Monotherapie sowie in Kombination mit Chemotherapien, zielgerichteten Therapien und anderen Immuntherapeutika untersucht. Am weitesten fortgeschritten ist die klinische Entwicklung beim fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC) und beim lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Urothelkarzinom (mUC).


Signifikanter Überlebensvorteil mit Atezolizumab beim NSCLC

Beim metastasierten NSCLC bietet Atezolizumab bereits vorbehandelten Patienten einen signifikanten Überlebensvorteil gegenüber Docetaxel – das belegen die ersten Phase-III-Daten zur PD-L1-Inhibition beim Bronchialkarzinom aus der multizentrischen, randomisierten OAK-Studie. Bereits in der Interimsanalyse (n = 850 Patienten) hatte die Studie ihren primären Endpunkt erreicht. Die Patienten lebten im Median 4,2 Monate länger, wenn sie Atezolizumab anstelle von Docetaxel erhielten (13,8 vs. 9,6 Monate; HR: 0,73; 95 %-Kl: 0,62 - 0,87; p = 0,0003).1 Die signifikant überlegene Wirksamkeit von Atezolizumab bestätigte sich auch bei Patienten ohne nachweisbare PD-L1-Expression auf Tumorzellen oder tumorinfiltrierenden Immunzellen (TC0/IC0: 12,6 vs. 8,9 Monate; HR: 0,75; 95 %-Kl: 0,59 - 0,96; p = 0,0215).1 Die Phase-III-Daten der OAK untermauern die Erkenntnisse aus der Phase-II-Studie POPLAR: Auch in dieser Studie reduzierte Atezolizumab das Mortalitätsrisiko bereits vorbehandelter Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC gegenüber Docetaxel signifikant (HR: 0,69; 95 %-Kl: 0,52 - 0,92; p = 0,011).3 Die Behandlung mit Atezolizumab erwies sich in beiden Studien als sicher und gut verträglich. Unerwünschte Ereignisse vom Grad 3/4 traten lediglich bei 16 % der Patienten auf und damit seltener als unter Docetaxel. Besonders die Rate der immunvermittelten Nebenwirkungen war mit 1 % Pneumonitis und jeweils 0,3 % Colitis und Hepatitis sehr gering.1,3 „Die Daten zu Atezolizumab beim fortgeschritten NSCLC sind konsistent und ich bin davon überzeugt, dass sich Atezolizumab als wirksame und gut verträgliche Therapieoption etablieren wird“, so das Fazit von Dr. Achim Rittmeyer, Immenhausen.


Atezolizumab stellt Fortschritt beim mUC in Aussicht

Positive Daten zur Wirksamkeit von Atezolizumab liegen ebenfalls beim lokal fortgeschrittenen oder metastasierten UC vor. Auch in dieser Indikation, in der seit gut 30 Jahren kein wesentlicher therapeutischer Fortschritt mehr erzielt wurde, hat die PD-L1-Inhibition mit Atezolizumab das Potential, die Prognose der Patienten entscheidend zu verbessern. So erreichten in der Phase-II-Studie IMvigor 210 fast ein Viertel (23 %) der Patienten, die für eine Cisplatin-basierte Therapie ungeeignet waren (Kohorte 1), unter der First-line-Therapie mit Atezolizumab ein objektives Ansprechen (95 %-KI: 16 - 31). Die mittlere Ansprechdauer war nach einem medianen Follow-up von 17,2 Monaten noch nicht erreicht.4 In der Studienkohorte 2 der IMvigor-210-Studie wurden Patienten eingeschlossen, die bereits mindestens eine Platin-basierte Chemotherapie erhalten hatten. Auch bei diesen Patienten erwies sich die doppelte Blockade als wirksam: 16 % (95 %-KI: 12 - 20; gemäß IRF RECIST v1.1) der zum Teil massiv vorbehandelten Patienten sprachen auf Atezolizumab an – bei 65 % dieser Patienten hielt das Ansprechen auch nach einem medianen Follow-up von 21 Monaten weiterhin an.5 In beiden Kohorten war die Wirksamkeit unabhängig vom Ausmaß der PD-L1-Expression. „Die Ergebnisse sind ein wichtiges Signal für Patienten mit fortgeschrittenem Urothelkarzinom: Atezolizumab stellt uns zweifellos eine Erweiterung an Therapieoptionen in Aussicht“, so PD Dr. Carsten Grüllich, Heidelberg. „Und was besonders wichtig ist: Patienten, die auf Atezolizumab ansprechen, können langfristig von der Therapie profitieren.“

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Besuchen Sie unsere Website
www.krebsimmuntherapie-pdl1-signalweg.de


Literaturverweise

  1. Rittmeyer A et al., Lancet 2016 (online)
  2. Fehrenbacher L et al., Lancet 2016; 387: 1837-46
  3. Smith D. et al., J Clin Oncol 2016; 34 (Suppl.): Abstract 9028 (Oral Presentation, ASCO 2016)
  4. Bellmunt J et al., ESMO 2016; Abstract 782PD
  5. Loriot Y et al., ESMO 2016; Abstract 783P


Eindeutige Kennzeichnung von biologischen Arzneimitteln in der medizinischen Kommunikation

Für die Patientensicherheit ist es wichtig, biologische Arzneimittel durch ihren Handelsnamen klar zu kennzeichnen. Nur so kann gewährleistet werden, dass mögliche Nebenwirkungen eindeutig einem bestimmten Produkt zugeordnet und zurückverfolgt werden können. Analog europäischer behördlicher Vorgaben für die Dokumentation des Handelsnamens in der Patientenakte nennt Roche in Publikationen, Texten und Presseinformationen deshalb neben dem internationalen Freinamen auch den Handelsnamen.


Über Roche

Roche ist ein globales Unternehmen mit Vorreiterrolle in der Erforschung und Entwicklung von Medikamenten und Diagnostika und ist darauf fokussiert, Menschen durch wissenschaftlichen Fortschritt ein besseres, längeres Leben zu ermöglichen. Dank der Kombination von Pharma und Diagnostika unter einem Dach ist Roche führend in der personalisierten Medizin – einer Strategie mit dem Ziel, jedem Patienten die bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen. Roche ist das größte Biotech-Unternehmen weltweit mit differenzierten Medikamenten für die Onkologie, Immunologie, Infektionskrankheiten, Augenheilkunde und Erkrankungen des Zentralnervensystems. Roche ist auch der bedeutendste Anbieter von In-vitro-Diagnostika und gewebebasierten Krebstests und ein Pionier im Diabetes-management. Seit der Gründung im Jahr 1896 erforscht Roche bessere Wege, um Krankheiten zu verhindern, zu erkennen und zu behandeln und leistet einen nachhaltigen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung. Zum Ziel des Unternehmens gehört es durch Kooperationen mit allen relevanten Partnern den Zugang von Patienten zu medizinischen Innovationen zu verbessern. Auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation stehen heute 29 von Roche entwickelte Medikamente, darunter lebensrettende Antibiotika, Malariamittel und Krebsmedikamente. Ausgezeichnet wurde Roche zudem bereits das achte Jahr in Folge als das nachhaltigste Unternehmen innerhalb der Pharma-, Biotechnologie- und Life-Sciences-Branche im Dow Jones Sustainability Index. Die Roche-Gruppe mit Hauptsitz in Basel, Schweiz ist in über 100 Ländern tätig und beschäftigte 2016 weltweit über 94.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Jahr 2016 investierte Roche CHF 9.9 Milliarden in Forschung und Entwicklung und erzielte einen Umsatz von CHF 50.6 Milliarden. Genentech in den USA gehört vollständig zur Roche-Gruppe. Roche ist Mehrheitsaktionär von Chugai Pharmaceutical, Japan.

Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.


Roche in Deutschland

Roche beschäftigt in Deutschland rund 15.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Bereichen Pharma und Diagnostik. Das Unternehmen ist an den drei Standorten in Grenzach-Wyhlen (Roche Pharma AG), Mannheim (Roche Diagnostics GmbH, Roche Diabetes Care GmbH sowie Roche Diagnostics Deutschland GmbH und Roche Diabetes Care Deutschland GmbH) und Penzberg (Biotechnologie-Kompetenzzentrum, Roche Diagnostics GmbH) vertreten. Die Schwerpunkte erstrecken sich über die gesamte Wertschöpfungskette der beiden Geschäftsbereiche Pharma und Diagnostics: von Forschung und Entwicklung über Produktion, Logistik bis hin zu Marketing und Vertrieb, wobei jeder Standort neben dem Deutschland-Geschäft auch globale Aufgaben wahrnimmt. Roche bekennt sich klar zu den deutschen Standorten und hat in den letzten fünf Jahren in diese rund 2 Milliarden Euro investiert.

  • Weitere Informationen zu Roche in Deutschland finden Sie unter www.roche.de


Roche Pharma AG

Die Roche Pharma AG im südbadischen Grenzach-Wyhlen verantwortet mit rund 1.300 hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das deutsche Pharmageschäft. Dazu gehören Marketing und Vertrieb von Roche Medikamenten in Deutschland sowie der Austausch mit Wissenschaftlern, Forschern und Ärzten in Praxen und Krankenhäusern. Im Bereich der klinischen Forschung koordiniert der Standort alle zulassungsrelevanten Studien für Deutschland sowie Studien für bereits auf dem Markt befindliche Produkte. Für den europäischen Raum erfolgen in Grenzach-Wyhlen zudem zentrale Elemente der technischen Qualitätssicherung.


Quelle: Roche Pharma, 09.02.2017 (tB).

 
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