Home Obstipation - Constipation Care Resolor® (Prucaloprid): Neue Option für Patientinnen mit chronischer Obstipation
30 | 07 | 2014
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Resolor® (Prucaloprid)

Neue Option für Patientinnen mit chronischer Obstipation

 

Berlin (3. Dezember 2010) - Für Frauen mit chronischer Obstipation gibt es seit diesem Jahr eine neue therapeutische Option: das Enterokinetikum Resolor® (Prucaloprid). Prucaloprid ist der einzige verfügbare Wirkstoff, der die Darmmotilität steigert und damit für Patientinnen geeignet ist, bei denen Laxanzien keine ausreichende Wirkung erzielen. Die chronische Obstipation ist eine der häufigsten Beschwerden in der Allgemeinbevölkerung mit einer hohen sozioökonomischen Belastung. So klagen allein in Deutschland etwa 8 % der Bevölkerung über chronische Verstopfung, erläutert Prof. Dr. med. Thomas Frieling, Krefeld, auf der Fachpressekonferenz in Berlin, und stellt den 5-HT4-Rezeptoragonisten Prucaloprid als wirksame neue Behandlungsoption vor.

 

 

Volkskrankheit Obstipation

 

Die Verstopfung zählt zu den häufigsten Symptomen, die allgemein berichtet werden. In Europa und den USA geben etwa 5 % der jungen Erwachsenen, etwa 10 % der Menschen im mittleren Lebensalter und 20 % der älteren Menschen an, unter Verstopfung zu leiden, berichtet PD Dr. med. Jutta Keller, Hamburg. Altersunabhängig betrachtet sind 10-15 % der Gesamtbevölkerung betroffen. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer. Obstipation ist definiert über die Rom III Kriterien. Dazu gehören starkes Pressen bei der Defäkation, harter oder klumpiger Stuhl, Gefühl der inkompletten Entleerung, Gefühl der anorektalen Blockierung, manuelle Unterstützung der Stuhlentleerung sowie weniger als drei Stuhlentleerungen pro Woche. Diese Symptome müssen mindestens über mehrere Monate bestehen.

 

Die Ursachen für die Entwicklung einer Obstipation sind vielfältig. In manchen Fällen besteht ein Passagehindernis im Darm, das ursächlich therapiert werden muss. Wesentlich häufiger ist die sogenannte funktionelle Obstipation, bei der der Stuhlgang zu selten, zu hart oder zu mühsam zu entleeren ist, ohne dass eine verursachende Erkrankung vorliegt.

 

 

Obstipation – mehr als eine Lifestyle-bedingte Befindlichkeitsstörung

 

Bei einem derart häufigen Symptom mit oft ungeklärter Ursache stellt sich die Frage, inwieweit es für die Gesellschaft typisch ist und durch ungünstige Lebensgewohnheiten hervorgerufen wird. Bewegungsmangel und ballaststoffarme Ernährung sind wichtige Risikofaktoren, die mit dem gehäuften Auftreten von Verstopfung einhergehen. Dies gilt nicht nur in Extremsituationen wie zum Beispiel bei bettlägerigen Patienten und solchen, die künstlich ernährt werden müssen, sondern bereits zum Beispiel für „normale“ Schulkinder. Demnach wäre es naheliegend, in westlichen Industrienationen die chronische Obstipation als Lifestyle-bedingte Befindlichkeitsstörung einzuordnen. Dagegen sprechen jedoch folgende Zahlen, so Frau Dr. Keller: Nach aktuellen Studien geben 15 % der Kinder und Jugendlichen in Sri Lanka an, eine Verstopfung zu haben. In ländlichen Gebieten Brasiliens liegt die Prävalenz der Obstipation bei Erwachsenen bei 27 % und in Nigeria leidet nahezu ein Viertel der Bevölkerung anhaltend oder immer wieder unter einer Verstopfung, die zudem mit Bauchschmerzen verbunden ist.

 

Wichtig für die Einschätzung der Relevanz der chronischen Obstipation ist nicht nur die Häufigkeit ihres Auftretens, sondern auch ihre Bedeutung für die Lebensqualität der Betroffenen und die Vermeidbarkeit bzw. Behandelbarkeit der Beschwerden. Erfreulicherweise beeinträchtigt eine „banale“ Obstipation die Betroffenen oft wenig und kann durch einfache diätetische Maßnahmen, z.B. Trockenpflaumen oder Milchzucker, behoben werden. Verstopfung ist somit im Allgemeinen also ein vergleichsweise „gutartiges“ Symptom. Vergleichende Untersuchungen zur Lebensqualität zeigen jedoch, dass diese durch Verstopfung verringert wird und dass es als ähnlich belastend empfunden wird, eine Obstipation zu haben, wie eine Allergie, eine Erkrankung des Bewegungsapparates, eine chronisch entzündliche Darmerkrankung, Diabetes oder Depressionen.

 

 

Schwere Beeinträchtigung der Lebensqualität

 

Es gibt demnach einen relevanten Anteil an Patienten, für die die Obstipation ein erhebliches, die Lebensqualität stark einschränkendes und den Alltag teils sogar beherrschendes Problem darstellt, betont Frau Dr. Keller. Dies betrifft vor allem Menschen mit einer „Darmlähmung“. Die Verstopfung kann in diesen Fällen darauf beruhen, dass der Darm träge ist und seinen Inhalt zu langsam transportiert. Diese Form der Verstopfung wird als „slow transit constipation“ bezeichnet. Die Darmlähmung kann so ausgeprägt sein, dass die Betroffenen ohne Abführmittel wochenlang keinen Stuhlgang haben und auch mit extrem hohen Abführmitteldosen nicht zurecht kommen. Patienten mit neurologischen Erkrankungen und Patienten, die bestimmte Medikamente wie opioidhaltige Schmerzmittel einnehmen müssen, entwickeln als Nebenwirkung ebenfalls teils schwerste Formen der Obstipation.

 

 

Bisherige Therapie der chronischen Obstipation

 

Eine Indikation zur Therapie besteht, wenn weniger als alle drei Tage eine Stuhlentleerung sowie Schwierigkeiten bei der Stuhlpassage vorliegen. Ziel der Therapie muss sein, die Darmtätigkeit anzuregen und die Stuhlkonsistenz zu verbessern. Basismaßnahmen sind hier die Umstellung der Ernährungsgewohnheiten mit ballaststoffreicher Ernährung und ausreichender Flüssigkeitszufuhr. Regelmäßige körperliche Bewegung ist, wenn möglich, eine weitere Empfehlung. Zusätzlich werden häufig nicht verdaubare Quellstoffe wie z. B. Flohsamen-Präparate oder Weizenkleie empfohlen, die das Stuhlvolumen erhöhen. Der Effekt dieser Maßnahmen ist aber begrenzt, konstatiert PD Dr. med. Andreas Leodolter, Remscheid.

 

Im nächsten Schritt werden osmotisch wirksame Substanzen empfohlen, diese führen zu einer Reduktion der intestinalen Wasserresorption und damit ebenfalls zu einer Erhöhung des Stuhlvolumens. Dabei sind vor allen Dingen polyethylenglykolhaltige Trinklösungen zu nennen. Ergänzend wird auch Laktulose eingesetzt, wobei Letztere häufig zu Blähungen führt. Stimulatorisch wirkende Laxanzien wie Bisacodyl oder Rizinusöl sowie Natriumpikosulfat können ebenfalls bedarfsweise eingesetzt werden.

 

 

Symptomkontrolle mit herkömmlichen Mitteln nur begrenzt

 

Insgesamt ist eine akzeptable Kontrolle der Symptomatik mit oben genannten Maßnahmen nur bei einem Teil der Betroffenen zu erreichen. Da diese Formen der Therapie im Wesentlichen lediglich auf Ein- oder Abstrom von Flüssigkeit in das Darmlumen beruhen, ist eine höhere Ansprechrate damit auch nicht zu erwarten, erläutert Dr. Leodolter. Die verringerte Darmmotilität wird durch diese Mittel nicht angesprochen, da keine Stimulation auf neuronaler Ebene erfolgt. Daher verwundert es auch nicht, dass fast die Hälfte der Patienten mit chronischer Obstipation (47 %) nach einer Untersuchung von Johanson und Kralstein (Aliment. Pharmacol. Ther. 2007) mit ihrer derzeitigen Behandlung unzufrieden sind. Insofern sind neue Therapieansätze notwendig um die Patienten, die mit oben genannten Maßnahmen keine ausreichende Symptomkontrolle erzielen, von ihren Beschwerden bei hohem Leidensdruck zu befreien, fordert Leodolter.

 

 

Serotonerges Enterokinetikum als neue Therapieoption

 

Genau an dieser Stelle, der Steigerung der Darmbeweglichkeit und damit einhergehend Förderung der Propulsion, setzt der in diesem Jahr (2010) EU-weit zugelassene 5-HT4-Rezeptoragonist Prucaloprid (Resolor®) an. Prucaloprid ist damit das einzige derzeit verfügbare serotonerge Enterokinetikum für Frauen, bei denen Laxanzien keine ausreichende Wirkung erzielen und die erste Substanz einer neuen Klasse selektiver, hochaffiner 5-HT4-Rezeptoragonisten.

 

 

Wirkweise von Prucaloprid

 

Anders als Laxanzien bindet Prucaloprid an 5-HT4-Rezeptoren, die an der Koordination der Darmmotilität beteiligt sind. Durch die neuronale Aktivierung bei Bindung an die 5-HT4-Rezeptoren am enterischen Nervensystem wird die Freisetzung von Acetylcholin erleichtert, welches an der Darmmuskulatur zu Kontraktionen führt. Dies beschleunigt die Darmpassage, fördert die Propulsion − die Bewegung des Darminhalts − im Dickdarm und verbessert signifikant dessen Entleerung.

 

 

Wirksamkeit an Studien mit fast 2000 Patienten nachgewiesen

 

Die Effektivität von Prucaloprid (Resolor®) konnte in drei multizentrischen, randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten klinischen Studien an großen Patientenzahlen (n=1.279 unter Prucaloprid-Behandlung, 1.124 Frauen, 155 Männer) nachgewiesen werden, berichtet Prof. Dr. med. Thomas Frieling, Krefeld. Primärer Endpunkt war die Zahl der Patienten, bei denen über einen Zeitraum von 12 Wochen hinweg mindestens dreimal pro Woche eine spontane vollständige Stuhlentleerung (SVSE) ohne Gabe von Laxanzien erfolgte. Der Anteil der Patienten, die mit der empfohlenen Dosis von 2 mg Prucaloprid behandelt wurden und durchschnittlich ≥3 SKDB pro Woche erzielten, betrug 27,8 % (Woche 4) und 23,6 % (Woche 12), gegenüber 10,5 % (Woche 4) und 11,3 % (Woche 12) bei Plazebogabe (p < 0,001). Dabei profitierten auch Patienten mit vorheriger unzureichender Therapie mit Laxanzien. Eine klinisch bedeutsame Verbesserung der Darmfunktion mit mehr als einer SVSE pro Woche wurde bei 43,1 % der Patienten mit Prucaloprid beobachtet gegenüber 24,6 % bei Plazebo (p < 0,001).

 

 

Signifikante Besserung der Lebensqualität

 

Wichtig erscheint, dass die Therapie mit 2 mg Prucaloprid (Resolor®) pro Tag neben der Verbesserung der Darmfunktion auch zu einer signifikanten Verbesserung der Obstipations-assoziierten Beschwerden und der Lebensqualität führte, ergänzt Prof. Frieling. Der sekundäre Endpunkt Obstipations-assoziierte Symptome, gemessen mit PAC-SYM, ver-besserte sich bei 33,2 % der Patienten vs. 21,5 % der Patienten in der Plazebogruppe (p < 0,001). Die obstipationsspezifische Lebensqualität (PAC-QOL) stieg bei 44,0 % der mit Prucaloprid behandelten Patienten gegenüber 22,2 % mit Plazebo (p < 0,05).

 

Das Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil von Prucaloprid (Resolor®) wurde ebenfalls detailliert untersucht. Die häufigsten unerwünschten Wirkungen waren Kopfschmerzen und gastrointestinale Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall. Arz-neimittelinteraktionen über das CYP-System liegen bei Prucaloprid in therapeutischen Dosen nicht vor und eine Studie, die die Wirkung von Prucaloprid auf das QT-Intervall bei therapeutischer (2 mg) und supratherapeutischer (10 mg) Dosierung untersuchte, ergab keine signifikanten Unterschiede vs. Plazebo.

 

Resolor® (Prucaloprid) erweist sich somit als wirksame, sichere und gut verträgliche neue Therapieoption bei Patientinnen mit chronischer Verstopfung, bei denen Laxanzien keine ausreichende Wirkung erzielen. Dabei ist eine langfristige Therapie anzustreben.

 

 


Quelle: Pressekonferenz der Firma Shire Deutschland / Movetis zum Thema „Neue Option für Patientinnen mit chronischer Obstipation“ am 03.12.2010 in Berlin (Media Concept) (tB).

 
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