STIKO empfiehlt sequenzielle Pneumokokken-Impfung für Personen mit Immunsuppression

Berlin (16. April 2018) - In Deutschland erkranken jährlich etwa 400.000 bis 680.000 Menschen an einer ambulant erworbenen Pneumonie (CAP)1. Häufigster Erreger: Pneumokokken2. Besonders gefährdet, an Pneumokokken-Infektionen zu erkranken, sind Personen mit geschwächtem Immunsystem. Zu dieser Gruppe zählen unter anderem Menschen mit primärem (angeborenem) oder sekundärem (erworbenem) Immundefekt sowie Patienten, die aufgrund anatomischer und Fremdkörper-assoziierter Faktoren ein besonders hohes Infektionsrisiko aufweisen.3 Aufgrund des erhöhten Infektionsrisikos empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) diesen Personen seit dem Jahr 2016 die sequenzielle Impfung gegen Pneumokokken. Zuerst soll die Impfung mit dem 13-valenten Konjugatimpfstoff Prevenar 13® erfolgen, sechs bis zwölf Monate später die Impfung mit dem 23-valenten Polysaccharidimpfstoff PPSV23.3


Während es sich bei primären Immundefekten um mehr als 100 seltene, angeborene Erkrankungen handelt, sind sekundäre Immundefekte auf erworbene Erkrankungen zurückzuführen, in deren Verlauf das Immunsystem geschwächt wird bzw. die mittels immunsuppressiver Therapie behandelt werden.3 Zu diesen Erkrankungen gehören unter anderem:

  • Psoriasis (ca. 2 Millionen Patienten deutschlandweit)4
  • maligne Neoplasien im Allgemeinen (ca. 1,6 Millionen Patienten deutschlandweit)5
  • rheumatische Erkrankungen (ca. 1,5 Millionen Patienten deutschlandweit)6
  • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (ca. 360.000 Patienten deutschland-weit)7,8
  • HIV/AIDS (ca. 83.400 Patienten deutschlandweit)9
  • terminale Niereninsuffizienz (ca. 80.000 Patienten deutschlandweit)10
  • Leukämie (ca. 24.000 Patienten deutschlandweit)11

Anatomische Besonderheiten, wie eine Liquorfistel, oder Implantate, z. B. ein Cochlea-Implantat, erhöhen das Risiko für eine Pneumokokken-Meningitis. Auch diesen Patienten empfiehlt die STIKO daher die sequenzielle Impfung gegen Pneumokokken.3
 
 
Sequenzielle Impfung teilweise bei sonstigen chronischen Erkrankungen empfohlen
 
Ebenfalls sollten sich nach Empfehlung der STIKO Personen mit sonstigen chronischen Erkrankungen – darunter z. B. Asthma, chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Diabetes oder chronische Herzerkrankungen – sequenziell gegen Pneumokokken-Erkrankungen impfen lassen, sofern sie zwei bis 15 Jahre alt sind oder 16 Jahre und älter sind und eine immunsuppressive Therapie erhalten. Wer solch eine Therapie nicht erhält, soll dagegen ausschließlich mit dem Polysaccharidimpfstoff immunisiert werden.3* 2
 
 
Erstattung der sequenziellen Pneumokokken-Impfung
 
Nach dem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses werden die Kosten für die sequenzielle Impfung mit Prevenar 13® gefolgt von dem 23-valenten Polysaccharidimpfstoff für Hochrisikopatienten von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet.
 
 
Quellen

  1. Schnoor M et al., The CAPNETZ study group - Approaches to estimate the population-based incidence of community acquired pneumonia- J Infect 2007; 55: 233–9.
  2. Welte T et al., Clinical and economic burden of community-acquired pneumonia among adults in Europe. Thorax 2012; 67:71–79.
  3. Robert Koch-Institut. Epidemiologisches Bulletin 34/2016 und 37/2016.
  4. Schäfer, I. et al. Epidemiologie der Psoriasis in Deutschland - Auswertung von Sekundärdaten einer gesetzlichen Krankenversicherung. Gesundheitswesen 73, 308–313 (2011).
  5. Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland 2016, Robert Koch Institut.
  6. Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie, Kommission Versorgung (2008). Memorandum Rheumatologische Versorgung von akut und chronisch Rheumakranken in Deutschland.
  7. Dignass, A. et al. Aktualisierte Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Colitis ulcerosa 2011 – Ergebnisse einer Evidenzbasierten Konsensuskonferenz. Z. Für Gastroenterol. 49, 1276–1341 (2011).
  8. Preiß, J. et al. Aktualisierte S3-Leitlinie – „Diagnostik und Therapie des Morbus Crohn“ 2014. Z. Für Gastroenterol. 52, 1431–1484 (2014).
  9. RKI. http://www.rki.de/DE/Content/Service/Presse/Pressemitteilungen/2015/08_2015.html.
  10. https://www.aerzteblatt.de/archiv/174771/Praevalenz-der-eingeschraenkten-Nierenfunktion.
  11. RKI. http://edoc.rki.de/documents/rki_fv/re2vZ2t28Ir8Y/PDF/23GSS31yB0GKUhU.pdf.

 
Anmerkung
 

* Die STIKO empfiehlt den Impfschutz gegen Pneumokokken mit dem 23-valenten Polysaccharidimpfstoff außerdem unter anderem für Personen ab 60 Jahren, gegebenenfalls mit Wiederholungsimpfungen mit demselben Impfstoff im Abstand von mindestens sechs Jahren nach individueller Indikationsstellung.
 
 
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Wenn Menschen krank werden, können sich viele Dinge für sie verändern – ein oft schwieriger Weg beginnt. Mehr als 10.000 Forscher und etwa 97.000 Mitarbeiter arbeiten bei Pfizer daran, Menschen auf diesem Weg zu unterstützen. Sie entwickeln, produzieren und vertreiben innovative Medikamente und Impfstoffe sowie einige der weltweit bekanntesten rezeptfreien Produkte.
 
Das Unternehmen mit Hauptsitz in New York erzielte im Geschäftsjahr 2017 einen Gesamtumsatz

von 52,5 Milliarden US-Dollar. In Deutschland beschäftigt Pfizer derzeit rund 2.500 Mitarbeiter an drei Standorten: Berlin, Freiburg und Karlsruhe.

 


Quelle: Pfizer Pharma, 16.04.2018 (tB).