Internationale Studie unter Beteiligung der Uni Witten/Herdecke

Behandlungsfortschritte bei Kindern mit MS

Witten/Herdecke (29. Oktober 2018) - Bei Kindern und Jugendlichen, die an der Krankheit Multiple Sklerose leiden, zeigt das Medikament Fingolimod eine deutlich bessere Wirkung als die bisher übliche Gabe eines Interferonpräparates. Das ist das Ergebnis der kürzlich im New England Medical Journal veröffentlichten internationalen PARADIGMS Studie, an der auch die Vestische Kinder-und Jugendklinik Datteln der Universität Witten/Herdecke, unter der Leitung von Prof. Dr. Kevin Rostásy beteiligt war. (New England Journal of Medicine 2018;379:1017-27, DOI: 10.1056/NEJMoa1800149)



In der ersten internationalen prospektiven, plazebo-kontrollierten Studie bei Kindern mit MS wurden 215 Kinder im Alter zwischen 10 und 17 Jahren mit einer schubförmigen MS eingeschlossen und über einen Zeitraum von 2 Jahren entweder mit Fingolimod oder einem Interferonpräparat behandelt. Als Studienendpunkte waren unter anderem die Reduktion der jährlichen Schubrate und das Auftreten neuer Entzündungsherde im Schädel-MRT nach 2 Jahren Behandlungsdauer definiert. Patienten, die mit Fingolimod behandelt wurden, hatten eine hochsignifikante Verminderung der Schubrate und deutlich weniger neue Entzündungsherde in der Bildgebung am Ende der Studie. Weiterhin konnte gezeigt werden, dass Fingolimod ähnlich wie bei Erwachsenen, wo es seit Jahren für die Behandlung der MS zugelassen ist, gut vertragen wurde und nur in einzelnen Fällen mit Nebenwirkungen einherging wie einer erhöhten Infektanfälligkeit oder Auftreten von epileptischen Anfällen. Neben dem eindrücklichen aufgezeigten Therapieeffekt von Fingolimod, der die Behandlung von Kindern mit MS, die bis dato nicht ausreichend mit vorhandenen Standardmedikamenten zu behandeln waren, entscheidend verbessern wird, ist die PARADIGNS Studie ein eindrückliches Beispiel dafür, wie bei einer seltenen neurologischen Erkrankung im Kindesalter eine international angelegte Studie zu neuen Erkenntnissen und einer verbesserten Langzeittherapie führen kann.


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Quelle: Universität Witten/Herdecke, 29.10.2018 (tB).