Zweiter Oppenheim-Förderpreis für Spitzen-Forschung im Bereich  Multiple Sklerose

 

Dr. Markus Krumbholz, PD Dr. Kristina Szabo und Dr. Kerstin Hellwig auf der DGN-Jahrestagung mit dem Oppenheim-Förderpreis ausgezeichnet

 

Wiesbaden (1. Oktober 2011) – Die Behandlung der Multiplen Sklerose (MS) hat in den letzten Jahren durch die Einführung neuer wirksamer Schubbehandlungen, symptomatischer Therapien und der immunmodulierenden Langzeittherapien große Fortschritte gemacht. Mit Spritzen, Infusionen und erstmals einer oralen Therapie stehen den Patienten mittlerweile verschiedene hochwirksame Behandlungsalternativen und Applikationsformen zur Verfügung. Trotz dieser immensen Fortschritte ist die MS weiter eine unheilbare Erkrankung. Viele Prozesse, die hinter der Erkrankung stehen und diese beeinflussen, sind bis heute nicht vollständig aufgeklärt.

 

Bereits zum zweiten Mal in Folge unterstützt Novartis Pharma deshalb mit dem Oppenheim-Förderpreis innovative Forschungsansätze bei Multipler Sklerose, die zu einem besseren Verständnis der Krankheit und ihrer Behandlungsmöglichkeiten beitragen. „Betrachtet man die Projekte, die im letzten Jahr ausgezeichnet wurden, sieht man, welches Wissen und welche Ideen nur darauf warten, umgesetzt zu werden“, so Prof. Lothar Färber, Medizinischer Direktor bei Novartis. „Oft scheitern aber gerade junge Ärzte und Wissenschaftler mit ihren guten Projektideen schon an kleinen Hürden. Hier möchten wir helfen, förderungswürdige Ideen aus den unterschiedlichsten Themengebieten der MS zu realisieren und weiter zu entwickeln.“

 

 

Drei Projektideen setzten sich unter 20 Bewerbungen durch

 

Im Vordergrund stand auch in diesem Jahr die Grundlagenforschung und die anwendungsbezogene klinische Entwicklung. „Um der Komplexität der Erkrankung gerecht zu werden, war die Aufgabenstellung bewusst weit gefasst. Die eingereichten Arbeiten spiegeln die große Bandbreite der MS-Forschung in Klinik und Praxis wider“, sagt Prof. Hans-Peter Hartung, Direktor der Neurologischen Klinik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Er überreichte gemeinsam mit seinen Jury-Kollegen auf der DGN-Jahrestagung in Wiesbaden die Auszeichnungen.

 

20 eingereichte Projektideen stellten die Jury vor eine schwierige Wahl – am Ende begeisterten drei Forschergruppen besonders. Das Gremium unter Vorsitz von Prof. Hartung sowie den Mitgliedern Prof. Frauke Zipp, Direktorin der Universitätsklinik für Neurologie Mainz, und Prof. Reinhard Hohlfeld, Direktor des Instituts für Klinische Neuroimmunologie der Universität München, entschied sich bei seiner Auswahl nach festgelegten Kriterien. Die Bewertung richtete sich nach Innovationscharakter, Originalität sowie Passgenauigkeit zur Thematik.

 

 

Preisträger 2011

 

Den ersten Preis, dotiert mit 50.000 Euro, erhält Dr. Markus Krumbholz vom Institut für Klinische Neuroimmunologie für sein Forschungsprojekt „Funktionelle Bedeutung und Regulation des BAFF-/APRIL-Systems im ZNS bei der Multiplen Sklerose“. Der Forscher der Ludwig-Maximilian-Universität München beschäftigt sich mit der pathogenen Wirkung des BAFF (B cell Activating Factor belonging to the TNF Family), eines Überlebens- und Differenzierungsfaktors für B-Zellen. Dieser wird besonders in entzündlichen MS-Läsionen stark exprimiert. Weiterhin hob die Jury den forschungstechnischen Ansatz des Neurologen hervor, der sich wie ein roter Faden durch seine bisherige Forschungsarbeit ziehe: Diese sei kontinuierlich von hoher wissenschaftlicher Qualität und – wie auch sein Projekt zur Regulation des BAFF-/ APRIL-Systems (A Proliferation- Inducing Ligand)  im ZNS – von besonderer Originalität geprägt.

 

Den mit 30.000 Euro dotierten zweiten Platz belegt PD Dr. Kristina Szabo, Oberärztin an der Neurologischen Klinik Mannheim der Universität Heidelberg, zusammen mit ihrem Kollegen Prof. Dr. Achim Gass und dem Projektpartner Dr. Matthias Kraemer vom Neurologischen Therapiecentrum Köln. Mit ihren „Untersuchungen zur Entwicklung der Hirnatrophie mit voxelbasierten Analysemethoden“ wollen sie den Zusammenhang zwischen etablierten MR-Parametern, der entzündlichen Erkrankungsaktivität und der Entwicklung von Hirnatrophie klären – unter anderem unter Verwendung von neuen Methoden zur Detektion von Hirnparenchymveränderungen. Hier lobte die Jury vor allem die hohe klinische Relevanz des Forschungsansatzes.

 

Der dritte Platz und damit 20.000 Euro gehen an Dr. Kerstin Hellwig und Dr. Carsten Lukas vom St. Josef Hospital, Bochum. „Kinderwunsch und Multiple Sklerose: ‚Stillt‘ Muttermilch auch die postpartale Schub- und Kernspinaktivität?“ lautet der Titel des Forschungsprojekts. Dr. Hellwig und Dr. Lukas untersuchen im Rahmen ihres Projekts den Einfluss des Stillens auf die postpartale Krankheitsaktivität und die Hirnatrophieentwicklung im zeitlichen Verlauf. Die Jury war der Meinung, dass dieses wichtige Thema in Deutschland noch nicht die nötige Aufmerksamkeit erhält. Dr. Hellwig habe sich als führende Forscherin auf dem Gebiet Schwangerschaft und MS profiliert.

 

 

Über den „Oppenheim-Förderpreis für Multiple Sklerose“

 

Der mit insgesamt 100.000 Euro dotierte Preis wurde 2010 erstmals ausgeschrieben und wird jährlich verliehen. Ziel ist die Förderung junger Wissenschaftler im Bereich Multiple Sklerose und benachbarten Wissenschaften, die sich mit wechselnden Forschungsschwerpunkten auseinandersetzen. Dabei ist es unerheblich, ob sie im klinischen oder im niedergelassenen Bereich tätig sind. Der Name des Preises lehnt sich an einen der wichtigsten Gründerväter der modernen naturwissenschaftlich-basierten Neurologie – Hermann Oppenheim (1858-1919) – an. Mit seinen Studien zur Multiplen Sklerose und seinem 1894 veröffentlichten Lehrbuch der Nervenkrankheiten gilt er als einer der führenden Neurologen seiner Zeit. Außerdem gehörte er zu den Gründern der „Gesellschaft Deutscher Nervenärzte“, der Vorläufergesellschaft der heutigen Deutschen Gesellschaft für Neurologie.

 

 

Über Novartis

 

Novartis bietet medizinische Lösungen an, um damit auf die sich verändernden Bedürfnisse von Patienten und Gesellschaften auf der ganzen Welt einzugehen. Das Unternehmen ist ausschließlich auf den Gesundheitssektor ausgerichtet und verfügt über ein diversifiziertes Portfolio, um diese Bedürfnisse so gut wie möglich zu erfüllen – mit innovativen Arzneimitteln, ophthalmologischen Produkten, kostengünstigen generischen Medikamenten, Verbraucherprodukten sowie Impfstoffen und Diagnostika zur Vorbeugung von Erkrankungen. Novartis ist das einzige Unternehmen mit führenden Positionen in diesen Bereichen. Im Jahr 2010 erzielten die fortzuführenden Geschäftsbereiche des Konzerns einen Nettoumsatz von USD 50,6 Milliarden. Der Konzern investierte rund USD 9,1 Milliarden (USD 8,1 Milliarden unter Ausschluss von Wertminderungen und Abschreibungen) in Forschung und Entwicklung. Novartis hat ihren Sitz in Basel (Schweiz). Die Novartis Konzerngesellschaften beschäftigen rund 121.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vollzeitstellenäquivalente) in über 140 Ländern.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter http://www.novartis.de

 

 


Quelle: Novartis, 01.10.2011 (tB).