Fampyra® – Verbesserung der Gehfähigkeit von Patienten mit Multipler Sklerose

 

Wiesbaden (29. September 2011) - Fampridin (Fampyra®) ist seit Juli dieses Jahres zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit Multipler Sklerose (MS) mit Gehbehinderungen (EDSS 4-7) zugelassen. Die orale Therapie ist bei allen Verlaufsformen der MS anwendbar und kann in Kombination mit allen bestehenden Basistherapeutika und Natalizumab angewendet werden. Anlässlich der 84. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) erläuterte Prof. Dr. Bernd C. Kieseier, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, im Rahmen des Biogen Idec Symposiums „Innovative und individualisierte Ansätze für eine erfolgreiche MS-Therapie“ die Vorteile der neuen Therapie.

 

Einschränkungen der Gehfähigkeit gehören zu den gravierendsten Folgen der MS und nehmen erheblichen Einfluss auf das Privat- und Berufsleben. Bis zu 85 % der MS-Patienten leiden unter Gehbehinderungen – 70 % empfinden diese sogar als den belastendsten Aspekt der Erkrankung [1-3]. „Bislang standen den behandelnden Ärzten keine spezifischen Medikamente zur Behandlung der betroffenen Patienten zur Verfügung“, betonte Kieseier. „Fampridin wurde speziell zur Verbesserung der Gehfähigkeit von MS-Patienten entwickelt und bietet somit eine Lösung für einen bislang ungedeckten medizinischen Bedarf von MS-Patienten. Das Medikament hat das Potential, die Lebensqualität von Tausenden MS-Patienten erheblich zu verbessern.“

 

 

Dauerhafte Verbesserung der Gehgeschwindigkeit um 25 Prozent

 

Die Daten von zwei multizentrischen, randomisierten, placebokontrollierten Phase-III-Studien belegen die hohe Wirksamkeit von Fampridin: In beiden Zulassungsstudien, MS-F203 und MS-F204, verbesserte Fampridin die Gehgeschwindigkeit im Timed 25-Foot-Walk (T25FW) bei den Respondern jeweils signifikant um circa 25 % (MS-F203: 25,2 %; MS-F204: 24,7 %). Dabei sprachen bis zu 43 % der Patienten auf die Therapie an. Weiterhin bewirkte Fampridin eine Steigerung der Muskelkraft in den unteren Extremitäten sowie eine deutliche Verbesserung der Selbsteinschätzung der Patienten hinsichtlich verschiedener Mobilitäts-Parameter gemäß MS Walking-Scale 12 (MSWS-12). „Dies belegt, dass Fampridin die Lebensqualität der Patienten über die objektiv messbaren Parameter hinaus positiv beeinflusst“, so das Resümee von Kieseier. Die positiven Effekte der Fampridin-Therapie konnten dabei bereits nach zwei Wochen nachgewiesen werden und hielten über die gesamte Therapiephase an. Subgruppenanalysen bestätigten zudem, dass Fampridin unabhängig von Dauer und Verlaufsform der MS sowie bestehenden Begleittherapien die gleiche hohe Wirksamkeit erzielte [4, 5].

 

 

Über Fampridin

 

Fampridin (Fampyra®) wird in oraler Form zweimal täglich im Abstand von 12 Stunden in einer Dosierung von 10 mg eingenommen. Die Retardtablette wurde speziell zur Verbesserung der Gehfähigkeit von erwachsenen Patienten mit Multipler Sklerose (MS) entwickelt. Infolge einer Schädigung der Myelinhülle wird bei MS-Patienten die Übermittlung von Signalen im zentralen Nervensystem blockiert oder gestört. Studien belegen, dass Fampridin die Signalübertragungen im geschädigten Nervensystem verbessern und somit zu einer Verbesserung der Gehfähigkeit führen kann.

 

Als häufigstes unerwünschtes Ereignis traten in klinischen Studien bei etwa 12 % der Fampridin-Patienten Harnwegsinfektionen auf. Diese wurden jedoch in den meisten Fällen nicht durch eine positive Kultur gesichert. Im Vergleich zu Placebo wurden unter Fampridin unter anderem vermehrt Schlaflosigkeit, Angstzustände, Gleichgewichtsstörungen, Schwindel, Parästhesien, Tremor, Kopfschmerzen und Asthenie beobachtet.

 

Die retardierte Formulierung wurde von Acorda Therapeutics, Inc., Hawthorne, New York, USA, entwickelt und wird in den USA unter dem Markennamen AMPYRA (Dalfampridin) Extended Release Tablets 10 mg vertrieben. Im Rahmen eines Lizenzvertrages mit Acorda übernimmt Biogen Idec die Vermarktung, den Vertrieb und die Weiterentwicklung des Medikaments außerhalb der USA. Fampridin wurde auf Basis der Elan Matrix Drug Absorption System (MXDAS™)-Technologie entwickelt und wird von Elan hergestellt.

 

 

Über Multiple Sklerose

 

Multiple Sklerose ist eine chronisch fortschreitende Erkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS), mit unterschiedlichen Verlaufsformen. Dabei zerstören körpereigene Immunzellen die Schutzschicht der Nervenfasern (Myelinscheide). Die Folgen reichen von Fatigue über kognitive Beeinträchtigungen bis zu körperlichen Behinderungen. Schätzungen zufolge sind weltweit circa 2,5 Millionen Menschen an MS erkrankt. 85 % der Betroffenen leiden unter schubförmiger MS (RRMS). Diese Form der Erkrankung ist gekennzeichnet durch klar definierte Schübe, gefolgt von Zeiten der partiellen oder gar vollständigen Remission. In Deutschland leben nach aktuellen Hochrechnungen der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) circa 130.000 MS-Erkrankte.

 

 

Über Biogen Idec

 

Biogen Idec nutzt modernste wissenschaftliche Erkenntnisse und Methoden zur Erforschung, Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Arzneimitteln zur Behandlung von schweren Erkrankungen, insbesondere in den Bereichen Neurologie, Immunologie und Hämophilie.

 

Mit seinen marktführenden Medikamenten zur Behandlung der Multiplen Sklerose verbessert Biogen Idec weltweit die Lebensqualität der betroffenen Patienten. Biogen Idec wurde 1978 gegründet und ist damit das älteste, unabhängige Biotechnologie-Unternehmen der Welt. Der Jahresumsatz des Unternehmens beläuft sich auf über 4 Mrd. US-Dollar. Weitere Informationen zu Biogen Idec finden Sie unter www.biogenidec.de.

 

 

Quellen 

  1. Heesen C et al. Patient perception of bodily functions in multiple sclerosis: gait and visual function are the most valuable. Mult Scler. 2008; 14: 988-991
  2. Goldman MD et al., Cleve Clin J Med. 2006; 73:177-186
  3. National Multiple Sclerosis Society. Rehabilitation: Recommendations for persons with multiple sclerosis. www.nationalmssociety.org/download.aspx?id=132 Accessed July 26, 2009
  4. Goodman AD et al., Lancet 2009; 373: 732-738
  5. Goodman AD et al., Ann Neurol 2010; 68: 494-502

 

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Quelle: Symposium der Firma Biogen-Idec zum Thema „Innovative und individualisierte Ansätze für eine erfolgreiche MS-Therapie“ anlässlich der 84. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) am 29.09.2011 in Wiesbaden (medical relations) (tB).