Multiple Sklerose

Multiple Sklerose

Rauchen wirkt als Brandbeschleuniger – Rauchstopp verbessert den Verlauf

 

Berlin (15. Juli 2013) - Die Multiple Sklerose (MS) nimmt bei Rauchern einen schwereren Verlauf und sie schreitet schneller voran als bei Nichtrauchern. So lautet das Ergebnis einer Studie mit 895 Patienten, über die britische Neurologen jetzt in der Fachzeitschrift Brain berichten. „In der Bevölkerung verbindet man mit den Gesundheitsrisiken des Rauchens meist Lungenkrebs und Gefäßverschlüsse“, kommentierte dazu Professor Ralf Gold (Bochum), Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN).

 

Therapiestudie

Antikörper soll Sehnerv bei MS regenerieren oder schützen

 

Dresden (4. Juli 2013) - Eine Entzündung des Sehnervs – Optikusneuritis – tritt in vielen Fällen als erstes Symptom einer Multiplen Sklerose (MS) auf. Bisher ist die mit der Entzündung einhergehende Zerstörung von Sehnervenfasern ebenso wenig behandelbar wie MS selbst. Zwar lässt sich bei Multipler Sklerose der Fortgang verzögern. Doch ganz gestoppt oder geheilt werden kann sie bisher nicht. Eine neue Option stellt der Einsatz spezieller Antikörper dar. Forscher sehen darin die Perspektive, dass sich der Sehnerv nach einer entzündlichen Schädigung regeneriert. Für eine frühe klinische Studie werden nun weltweit 90 Patienten gesucht, die ein halbes Jahr intensiv betreut und mit dem neuen Medikament behandelt werden.

 

ENS 2013

Personalisierte Therapie von Multiple Sklerose entscheidet über Behandlungserfolg

 

Barcelona, Spanien (10. Juni 2013)Trotz zahlreicher neuer Behandlungsoptionen lässt sich Multiple Sklerose immer noch schwer in den Griff bekommen. Experten/-innen forderten beim Kongress der Europäischen Neurologengesellschaft in Barcelona massive Anstrengungen in der Pharmakogenetik, um Erfolg und Nebenwirkungen von Medikamenten individuell vorhersagbar zu machen. In neuen MS-Behandlungsrichtlinien wird auf patientenzentrierte Faktoren für Behandlungserfolge ein besonderer Schwerpunkt gelegt. 

 

Abb.: Darstellung eines Sehnervs am Übergang in die Netzhaut. Rot gefärbt ist der Teil, der bei einer Sehnerventzündung früh geschädigt wird. Bild: Aleksandar Stojic, Neuroonkologie, Universitätsklinikum Heidelberg.Im Frühstadium der Erkrankung verhindert Hormon EPO, dass Nervenzellen in Sehnerv und Netzhaut absterben

Multiple Sklerose: Neues Behandlungskonzept schützt Nervenzellen

 

Heidelberg (6. Mai 2013) - Das Hormon Erythropoietin, auch bekannt als Dopingmittel EPO, kann bei einer Entzündung des Sehnervs - einem frühen Stadium der Multiplen Sklerose - das Absterben von Nervenzellen verhindern. Dies hat die Heidelberger Neurologin Professor Dr. Ricarda Diem im Rahmen einer Pilotstudie gezeigt. Nun soll das neue Behandlungskonzept in einer groß angelegten Patientenstudie der Universitätskliniken Heidelberg und Freiburg überprüft werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat die Förderung des Projekts mit einer Million Euro bewilligt. Erste Patientinnen und Patienten werden ab Oktober 2013 eingeschlossen.

 

Daclizumab-Spritzen alle vier Wochen reduzieren Schübe und bleibende Schäden

Neues Medikament gegen Multiple Sklerose

 

Bochum (4. April 2013) - Auf der Suche nach neuen Medikamenten gegen die schubförmige Multiple Sklerose (MS) haben Forscher unter Studienleitung der Neurologie des RUB-Klinikums St. Josef Hospital (Prof. Dr. Ralf Gold) einen erfolgversprechenden Kandidaten getestet: Eine pharmakologisch modifizierte Form von Daclizumab reduzierte im Vergleich zu Placebo bei Anwendung alle vier Wochen über ein Jahr hinweg die Wahrscheinlichkeit für einen MS-Schub um über 50 Prozent. Auch das Risiko für bleibende Einschränkungen sank um rund die Hälfte. Die Forscher berichten in der aktuellen Ausgabe des renommierten Magazins „The Lancet“.

Multiple Sklerose

Kein Nutzen durch umstrittenen Eingriff an Blutgefäßen

 

Berlin (26. März 2013) - Ein Eingriff an den Halsvenen, der angebliche Blutflussblockaden bei MS-Patienten beseitigen soll, hat in der bislang strengsten Untersuchung zu diesem Thema schlechtere Ergebnisse erbracht als eine Scheinbehandlung. Dies berichteten die Studienärzte aus New York auf der weltweit größten Neurologen-Tagung AAN in San Diego vergangene Woche. Bereits im Jahr 2010 hatte die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) erstmals vor dem Eingriff gewarnt und darauf hingewiesen, dass die zugrunde liegende Venöse Stauungshypothese der MS (CCSVI) nicht haltbar ist. Dennoch wurden bisher weltweit rund 30.000 Eingriffe vollzogen – unter anderem auch in Deutschland.

 

Multiple Sklerose: Neue Medikamente für die Basistherapie

Fumarat und Teriflunomid zur Behandlung der schubförmigen MS in der EU zugelassen

 

München (22.März 2013) – Das Krankheitsbezogene Kompetenznetz Multiple Sklerose (KKNMS) begrüßt die Entscheidung der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA), Fumarat (BG-12) und Teriflunomid zur Behandlung der schubförmig verlaufenden Multiplen Sklerose (MS) zuzulassen. Mit dem positiven Votum haben nun auch MS-Patienten in der Basistherapie die Möglichkeit, auf orale Präparate zurückzugreifen. BG-12 kommt unter dem Namen Tecfidera® auf den europäischen Markt, Teriflunomid unter dem Handelsnamen Aubagio®.

 

CHMP erteilt `Positive Opinion´ für Dimethylfumarat (DMF, BG-12) als Basistherapie bei Multipler Sklerose (RRMS) in der Europäischen Union

 

Ismaning (22. März 2013) - Biogen Idec gab heute bekannt, dass das Committee for Medicinal Products for Human Use (CHMP) eine `Positive Opinion´ mit der Empfehlung einer Marktzulassung von DMF als eine orale Basistherapie für erwachsene Patienten mit schubförmig remittierender MS (RRMS) in der Europäischen Union (EU) erteilt hat. Auf Basis der von Biogen Idec eingereichten Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit, sieht das CHMP für DMF ein positives Nutzen-Risikoverhältnis. Die CHMP-Empfehlung wird nun an die European Commission (EC) weitergegeben, die über die finale Zulassung von Medikamenten in der EU entscheidet. Die Entscheidung über die Zulassung in den USA durch die U.S. Food and Drug Administration (FDA) wird in den kommenden Tagen erwartet.

 

Herber Schlag für MS-Patienten

Harter Schlag gegen die Grundlage von Innovationen

 

Berlin (20. März 2013) - Der Kern des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG) ist die Verhandlung von Rabatten auf den Listenpreis eines innovativen Arzneimittels zwischen dessen Hersteller und dem GKV-Spitzenverband. Der Gesetzgeber hat bewusst keine Festlegung getroffen, wie der Nutzen von Arzneimitteln in Euro zu bewerten ist. Diese Entscheidung wird aus gutem Grund einer Verhandlungslösung vorbehalten. Sollten sich die Verhandlungspartner nicht einigen, übernimmt eine dafür eingerichtete Schiedsstelle diese Funktion. „Mit dem gestern vorgelegten Spruch der Schiedsstelle zu einem innovativen Arzneimittel für Multiple Sklerose Patienten ist sie der falschen Logik des GKV-Spitzenverbandes gefolgt und hat so einen Schlag gegen den Kern des AMNOG geführt: In seinem Antrag an die Schiedsstelle ermittelt der GKV-Spitzenverband den Preis des Arzneimittels mit einer selbstgemachten Methode durch Zuschläge auf den Preis der Vergleichstherapie. Mit anderen Worten: Die Verhandlungslösung wird über den Umweg der Schiedsstelle faktisch durch einen mathematischen Algorithmus aus der Feder des GKV-Spitzenverbandes ersetzt“, kommentiert Henning Fahrenkamp, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI) diesen Vorgang.

AMNOG-Prozess kann den Zugang zu innovativen Medikamenten für Patienten gefährden, bei denen andere Therapieoptionen gescheitert sind

Almirall prüft alle Optionen für Sativex® in Deutschland

 

  • Festgelegter Erstattungsbetrag bedeutet einen Rabatt von über 60 Prozent gegenüber zur Zeit in anderen EU-Ländern erstatteten Preisen
  • Neuer Erstattungsbetrag spiegelt nicht den Innovationscharakter des Medikaments und den therapeutischen Gewinn für schwer erkrankte Patienten wider

 

Reinbek, 19. März 2013. – Der neue Erstattungsbetrag als ein Resultat des Schiedsverfahrens im Rahmen des Arzneimittelneuordnungsgesetzes (AMNOG) spiegelt weder den Innovationscharakter des Oromukosalsprays Sativex®, noch den therapeutischen Gewinn für schwer erkrankte Patienten wider. Das Medikament ist zugelassen für mittelschwere bis schwere Spastik bei MS – eine hochgradig einschränkende Erkrankung.  

 

Wirkstoff Cannabis sativa (Sativex®)

Schiedsstelle setzt beim Erstattungsbetrag für Cannabisextrakt auf Zusatznutzen für Patienten

 

Berlin (19. März 2013) - Heute hat die Schiedsstelle nach § 130b Abs. 5 SGB V die Begründung für ihren Beschluss zum Erstattungsbetrag für den Wirkstoff Cannabis sativa (Sativex®) vorgelegt. Daraus lässt sich ablesen, dass die Schiedsstelle die Höhe des Zuschlags auf die Jahreskosten der zweckmäßigen Vergleichstherapie hauptsächlich an den patientenrelevanten Zusatznutzen gekoppelt hat.

 

Kompetenznetz MS will Grundlagen- und klinische Forschung enger verzahnen

Multiple Sklerose: Vernetzte Forschung zum Patientenwohl

 

München (5. März 2013) – Die Mitglieder des Krankheitsbezogenen Kompetenznetzes Multiple Sklerose (KKNMS) haben sich gestern in München zu ihrer Auftaktveranstaltung in die zweite Förderperiode getroffen. Insgesamt 13 Projekte mit zum Teil mehreren Subprojekten sind von einem internationalen Gutachtergremium zur Förderung empfohlen worden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung investiert in den kommenden drei Jahren rund 7 Millionen Euro in die Multiple Sklerose (MS) Forschung.

 

GKV-Spitzenverband

AMNOG-Verhandlungen für MS-Therapeutikum erfolgreich beendet

 

Berlin (1. März 2013) - Der GKV-Spitzenverband und das Unternehmen Biogen Idec haben sich im Rahmen von konstruktiven und fairen Verhandlungen nach dem Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) fristgerecht auf einen Erstattungsbetrag für das Therapeutikum Fampyra® (Fampridin) geeinigt. Fampyra® ist zugelassen, um die Gehfähigkeit bei Patienten mit Multipler Sklerose (MS) der Schweregrade EDSS 4-7 zu verbessern. Der verhandelte Erstattungsbetrag spiegelt den Interessensausgleich zwischen den gesetzlichen Krankenkassen und Biogen Idec wider. Mit ihm liegt erstmals ein Verhandlungsergebnis für ein neues Arzneimittel mit einer nicht-medikamentösen zweckmäßigen Vergleichstherapie vor.

 

Multiple Sklerose

Durch individuelle Behandlungskonzepte Therapieziele erreichen und Lebensqualität sichern

 

Ismaning (28. Februar 2013) - Schübe verhindern, die Behinderungs-progression stoppen und im Idealfall die Freiheit von jeglicher Krankheitsaktivität erlangen: Um diese Therapieziele zu erreichen, sind individuell auf den Patienten abgestimmte Behandlungskonzepte essenziell. Biogen Idec setzt auf diesem Gebiet immer wieder neue Maßstäbe. Die 1x wöchentliche Applikationsfrequenz macht das etablierte Basistherapeutikum Interferon beta-1a i.m. (Avonex®) besonders patientenfreundlich, was sich positiv auf die Adhärenz und damit auf den langfristigen Therapierfolg auswirkt. Für Patienten, die trotz Basistherapie Krankheits-aktivität aufweisen, ist eine rechtzeitige Therapieoptimierung beispielsweise mit Natalizumab (Tysabri®) entscheidend, denn diese zeigt vor allem in einem frühen therapeutischen Zeitfenster den größten Nutzen. Mit dem JCV-Antikörper-Test STRATIFY JCV kann das individuelle Sicherheitsprofil des Patienten bestimmt werden – der Status „seronegativ“ gibt größtmögliche Sicherheit und erleichtert dadurch den rechtzeitigen Therapiestart. Die symptomatische Behandlung mit dem oralen Kaliumkanalblocker Fampridin (Fampyra®) kann gezielt die Gehfähigkeit der Responder verbessern und so zum Erhalt ihrer Lebensqualität beitragen. Im Rahmen einer Pressekonferenz erläuterten namhafte Experten aktuelle Aspekte und Erkenntnisse zur Therapie der Multiplen Sklerose und gaben einen Ausblick auf neue Therapieoptionen.

Überarbeitete Empfehlung, wann die Überwachung analog zur Erstgabe wiederholt werden sollte

Rote-Hand-Brief zu Gilenya® (Fingolimod)

 

Berlin (8. Januar 2013) - Das selektive Immunsuppressivum Fingolimod ist als Monotherapie zugelassen zur Behandlung von Patienten mit hochaktiver, schubförmig-remittierend verlaufender Multipler Sklerose, die entweder eine hohe Krankheitsaktivität trotz Behandlung mit einem Beta-Interferon zeigen oder die einen rasch fortschreitenden, schweren Verlauf aufweisen.

 

Der Patient im Fokus

Vorteile der 1x wöchentlichen MS-Basistherapie

 

Nürnberg (4. Dezember 2012) - In der Behandlung von Patienten mit Multipler Sklerose (MS) ist Interferon beta-1a i.m. (Avonex®) als effektives und gut verträgliches Basistherapeutikum etabliert. MS-Patienten profitieren zudem von der nur 1x wöchentlichen Anwendung, die mit der Einführung des automatischen Avonex® Pen™ noch einfacher geworden ist. Welchen Stellenwert diese Vorteile in der Praxis haben, erläuterte Privatdozent PD Dr. Ralf Linker, Erlangen, im Gespräch mit der MS-Schwester Tanja Stirnweiß und einer Patientin im Rahmen einer Presseveranstaltung der Biogen Idec GmbH.

 

Multiple Sklerose

Neue Methode zum Nachweis von MS in Aussicht

 

Hannover (22. Oktober 2012) - Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und der Ruhr-Universität Bochum (RUB) haben eine neue Methode zum Nachweis von Multipler Sklerose (MS) sowie zur Unterscheidung verschiedener Verlaufensformen dieser Erkrankung ausfindig gemacht. Sie machen ihre Ergebnisse an einer Studie mit mehr als 100 Teilnehmern fest, die Daten müssen noch in einer zweiten Untersuchung mit mehr als 1.000 Patienten überprüft werden. Die Forscher veröffentlichten ihre Erkenntnisse in der aktuellen Ausgabe der angesehenen Zeitschrift Neurology.