Multiple Sklerose

Schlüsselmechanismus für den Ausbruch von Multipler Sklerose entdeckt

 

Bern, Schweiz (23. März 2009) - Forschende des Institute for Research in Biomedicine (IRB) in Bellinzona sowie des Theodor Kocher Instituts der Universität Bern und der Neuroimmunologie-Abteilung der Universität Genua haben einen Schlüsselmechanismus entdeckt, der den Ausbruch von Multipler Sklerose im Tiermodell erklärt.

Die experimentelle autoimmune Enzephalomyelitis (EAE) dient in der biomedizinischen Forschung als Tiermodell für die Multiple Sklerose (MS). Die MS, eine schwere Entzündung des zentralen Nervensystems, lässt Nervenzellen absterben und führt zu bleibenden Behinderungen, indem sie das Myelin - die Schutzschicht der Nerven - schädigt. Die erfolgreiche Unterdrückung der EAE eröffnet Möglichkeiten zur Entwicklung neuer MS-Therapien.

Merck und Fast Forward kündigen Zusammenarbeit zur beschleunigten Entwicklung von Multiple-Sklerose-Therapien an

 

Darmstadt (18. März 2009) - Die Merck KGaA hat heute bekannt gegeben, dass ihre Sparte Merck Serono und Fast Forward, LLC, eine vollständige Tochtergesellschaft der US-amerikanischen Multiple-Sklerose-Gesellschaft (American National Multiple Sclerosis Society), eine Partnerschaft etabliert haben, um vielversprechende Forschungsprojekte im Bereich Multiple Sklerose (MS) zu evaluieren und zu fördern. Vorschläge werden von Merck Serono und Fast Forward gemeinsam entwickelt werden. Merck wird Fördermittel in Höhe von bis zu 19 Millionen US-$ zur Verfügung stellen. Mit diesem Geld sollen Projekte von Biotechnologie-Unternehmen im frühen klinischen Entwicklungsstadium oder Projekte einzelner Forscher oder universitärer Einrichtungen unterstützt werden.

Stammzellentransplantation bei schubförmiger MS - ermutigende Ergebnisse einer Phase Ib/IIa-Studie

 

Berlin (19. Februar 2009) - Beeindruckend ist eine aktuell in The Lancet Neurology veröffentlichte amerikanische Studie mit Stammzellen bei Multiple Sklerose: Nach drei Jahren hatte sich der Zustand bei 81 Prozent der Patienten nicht nur stabilisiert, sondern sogar verbessert: "Zwar bedarf es einer prospektiven randomisierten Studie, um die positiven Ergebnisse bei einer größeren Patientenzahl zu verifizieren und mögliche kurz- und langfristige Nebenwirkungen dieser Therapie zu erfassen", kommentiert der Düsseldorfer Neurologe Prof. Dr. Hans-Peter Hartung, MS-Experte von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, die Studie, "doch die Ergebnisse sind durchaus ermutigend".

Neue Daten aus der MS‑Therapie mit Tysabri®:

Mehr Lebensqualität durch nachhaltige Behinderungsreduktion

 

Berlin (22. Januar 2009) - Ziel der Behandlung der Multiplen Sklerose (MS) ist es, die Schubrate zu senken und ein Fortschreiten von Behinderungen aufzuhalten. Hier hat sich der monoklonale Antikörper Natalizumab (Tysabri®) als effektive Therapie der hochaktiven, schubförmig remittierenden MS erwiesen (A): Studien belegen einen hohen Anteil krankheitsfreier Patienten, sowohl klinisch als auch kernspintomographisch [1]. Jetzt zeigen neue Daten erstmals, dass mit dem Antikörper nicht nur die Behinderungsprogression aufgehalten werden kann, sondern auch die körperlichen Funktionen wieder verbessert werden können. Die Ergebnisse wurden im Rahmen der Jahresauftakt‑Pressekonferenz „Neue Daten zur MS‑Therapie mit Tysabri®: Nachhaltige Behinderungsreduktion ‑ mehr Lebensqualität" vorgestellt, die am 22. Januar 2009 in Berlin stattfand. Dieser erstmals nachgewiesene Rückgang von Behinderungen unter Tysabri® ist ein neuer, wichtiger Schritt in der MS‑Therapie.

Rationale für eine MS-Therapie mit Tysabri®

 

Von Dr. med. Norman Putzki, Leiter MS Zentrum, Kantonsspital St. Gallen, Schweiz

 

Berlin (22. Januar 2009) - Nach Forschungen, die bereits auf die frühen 1990er Jahre zurückgehen, ist mit der Zulassung von Natalizumab (Tysabri®) Mitte 2006 der erste monoklonale Antikörper zur Therapie der schubförmigen Multiplen Sklerose verfügbar. Natalizumab zeigte in den Zulassungsstudien (AFFIRM und SENTINEL) mit insgesamt mehr als 2.000 MS-Patienten eine substantielle Wirksamkeit mit einer Reduktion der jährlichen Schubrate von etwa 68 % im Vergleich zu Placebo nach zwei Jahren. Wichtiger noch konnte bereits nach zwei Jahren das Risiko einer Progression der neurologischen Defizite im Vergleich zu Placebo um 54 % reduziert werden.

Fragen an MS-Schwester Andrea Gertz aus dem ExtraCare®-Programm

Wie werden die MS-Patienten im Rahmen des Extracare-Serviceprogramms betreut?

Frankfurt am Main (22. Januar 2009) - „Das Extracare-Serviceprogramm sieht eine enge und persönliche Betreuung des Patienten durch ›seine‹ MS-Schwester besonders in den ersten drei Monaten nach Therapiebeginn mit Extavia vor. Im weiteren Verlauf der Therapie wird der Patient umfassend von ›seinem‹ Extracare-Servicecenter telefonisch betreut, gerne auch weiterhin durch ›seine‹ MS-Schwester im häuslichen Umfeld. Der Betreuungsweg wird also individuell dem jeweiligen Patienten angepasst.“

Extracare -- Das Betreuungsprogramm für Patienten mit Multipler Sklerose (MS) und deren Angehörigen

 

Adhärenz in der MS-Therapie

  • Ein hohes Maß an Adhärenz ist der Schlüssel zum Erfolg einer immunmodulierenden / krankheitsmodifizierenden Therapie bei Patien­ten mit Multipler Sklerose (MS).
  • Inwieweit ein Patient auf eine immunmodulierende Therapie anspricht, lässt sich erst nach etwa sechs Monaten abschätzen1).
  • Bis zu 20 Prozent aller Multiple Sklerose-Patienten brechen eine immunmodulierende Therapie jedoch bereits innerhalb des ersten halben Jahres ab.2)
  • Nach fünf Jahren beträgt die Abbruchrate etwa ein Drittel.

Umfassendes Behandlungskonzept für Patienten mit Multipler Sklerose (MS)

Leben mit Multipler Sklerose heißt leben mit der Therapie

  • First-Line-Therapie mit Extavia® (Interferon beta-1b) stützt sich auf Erfahrungen mit mehr als 700.000 Patientenjahren1)
  • Breites Indikationsspektrum bei schubförmiger, sekundär progredienter und früher MS
  • Service-Programm Extracare betreut Patienten und deren Angehörige langfristig und individuell

Extavia kann mit dem bewährten Auto-Injektor appliziert werden.Frankfurt am Main, 22. Januar 2009 – „Lebe Dein Leben – trotz Multipler Sklerose“. Ein Motto, das angesichts des Krankheitsverlaufs herausfordernd wirkt. Denn Multiple Sklerose (MS) beeinträchtigt die Muskelkontrolle und Muskelkraft. Sie greift das Sehvermögen an, den Gleichgewichtssinn, die Sinnesempfindungen und kognitive Funktionen1). Gleichzeitig ist sie die häufigste Erkrankung des zentralen Nervensystems bei jungen Erwachsenen2). Leben trotz MS, das heißt auch: frühzeitig und vor allem regelmäßig auf Medikamente angewiesen sein. Denn eine konsequente Therapie zögert Krankheitsschübe und die damit verbundenen Beschwerden hinaus.

Anforderungen an eine moderne MS-Therapie im Jahr 2009

 

Von Prof. Dr. med. Judith Haas, Chefärztin der Abteilung für Neurologie, Jüdisches Krankenhaus Berlin

 

Frankfurt am Main (22. Januar 2009) - Multiple Sklerose (MS) ist die häufigste chronisch-entzündliche Erkrankung des Nervensystems. In Deutschland leiden mindestens 130.000 Patienten an MS. In den letzten Jahren wurde vor allem das allgemeine Krankheitsverständnis gestärkt. Gleichzeitig haben sich die Behandlungsmöglichkeiten, speziell mit der Einführung der Interferon-Therapie, dramatisch verbessert. So liegen heute positive Studiendaten für Interferon beta-1b für frühe MS-Stadien (CIS), schubförmige MS (RRMS) und auch für sekundär-progrediente Stadien mit Schubaktivität (SPMS) vor. In allen drei Stadien sollte grundsätzlich immunmodulierend behandelt werden, wofür ein Interferon beta-1b-Präparat wie z.B. Extavia optimale Voraussetzungen bietet. Wichtig ist in diesem  Zusammenhang auch die langjährige Erfahrung und daraus abgeleitete Sicherheit, die sich in über 15 Jahren der Therapie mit Interferon beta-1b akkumuliert haben.

Extavia® – etablierte und moderne Therapie

Von PD Dr. med. Volker Limmroth, Chefarzt der Neurologischen Klinik, Krankenhaus Köln-Merheim

Frankfurt am Main (22. Januar 2009) - Interferon beta-1b ist eine etablierte Wirksubstanz, die bereits seit über 15 Jahren auf dem Markt verfügbar ist und die sich als „State of the Art“ Therapie immer wieder etablieren konnte. Novartis führte Interferon beta-1b unter dem Markennamen Extavia aufgrund von Fusionen und vertraglichen Regelungen ein. Extavia wird in derselben Produktionsstätte hergestellt wie Betaferon – und ist somit das identische Molekül. Die identische Wirksamkeit wurde von der EMEA mit der breiten Zulassung für Frühstadien der MS (CIS), schubförmigen Verlauf (RRMS) und sekundär-progredienten Stadien (SPMS) mit Schubaktivität bestätigt.

Extracare – innovative und individuelle Betreuung für MS-Patienten

Frankfurt am Main (22. Januar 2009) - Die therapeutische Compliance und Adhärenz stellen bei vielen chronischen Erkrankungen ein erhebliches Problem dar. Dies gilt auch für die Multiple Sklerose (MS): Ein hoher Anteil der Patienten setzen, meist in den ersten sechs Monaten der Behandlung, die immunmodulatorische Therapie zu verschiedenen Zeitpunkten, ab. Ein modernes Patientenbetreuungsprogramm setzt genau an diesem Punkt an. Durch ein adäquates Therapietraining am Anfang der Behandlung durch eine erfahrene MS-Schwester steigt die Akzeptanz der Therapie – und damit auch die Motivation für die Behandlung. Darüber hinaus unterstützt eine MS-Schwester den Patienten bei der Krankheitsbewältigung mit vielen Tipps im Alltag rund um die MS. Wichtig ist hierbei auch eine enge Vernetzung mit dem behandelnden Arzt.

Immunzellen auf Abwegen

 

Würzburg (19. Januar 2009) - Bei der Suche nach den Ursachen der Multiplen Sklerose sind Forscher aus Würzburg und Madison (USA) einen bedeutenden Schritt vorangekommen. Ihre Erkenntnisse, die sie jetzt im Journal of Neuroscience veröffentlicht haben, könnten als Grundlage einer zielgerichteten Therapie dienen.

Multiple Sklerose (MS) ist eine entzündliche Erkrankung des Nervensystems, die meist im frühen Erwachsenenalter beginnt und die sehr unterschiedliche Verläufe nehmen kann. Die Betroffenen verspüren zu Beginn häufig ein Kribbeln in Armen und Beinen, sie stolpern vermehrt oder bekommen Schwierigkeiten beim Sehen. In schweren Fällen leiden die Erkrankten später unter gravierenden Behinderungen.

Merck und Apitope geben Lizenzvereinbarung über neuartige Peptid-Therapeutika zur Behandlung der Multiplen Sklerose bekannt

 

Darmstadt (13. Januar 2009) – Die Merck KGaA und ihre Sparte Merck Serono haben heute die Unterzeichnung einer Forschungs-, Entwicklungs- und Vermarktungsverein-barung mit Apitope Technology (Bristol, Grossbritannien) Ltd., einer hundert-prozentigen Tochtergesellschaft von Apitope International NV, bekannt gegeben. Im Rahmen dieser Vereinbarung gewährt Apitope Merck Serono die weltweiten Exklusivrechte zur Entwicklung und Vermarktung seines Produkts ATX-MS-1467. Mit diesem Peptid-Therapeutikum wurde bereits eine erste klinische Studie bei Patienten mit Multipler Sklerose (MS) abgeschlossen. Es ruft in den körpereigenen T-Zellen immunologische Toleranz gegenüber solchen Autoantigenen hervor, die eine Schlüsselrolle bei der Entstehung von MS spielen.

Multiple Sklerose:

Bösartige Immunzellen und ihr Botenstoff unter falschem Verdacht

 

Zürich, Schweiz (15. Dezember 2008) - Der Botenstoff Interleukin-17 ist verantwortlich für die Entstehung von Entzündungen bei Autoimmunkrankheiten. Wie Forscher der Universität Zürich und des Universitätsklinikums Mainz nachweisen konnten, spielt der Botenstoff überraschenderweise bei der Entzündung der Nerven im Gehirn keine Rolle. Damit widerlegen sie eine verbreitete Annahme im Zusammenhang mit der Entstehung von Multipler Sklerose. Dies hat Auswirkungen auf die bisherige Therapieausrichtung bei Multipler Sklerose, wie die Forscher in der renommierten Zeitschrift "Journal of Clinical Investigation" berichten.

Schutz vor dem eigenen Immunsystem

Impfung verhindert Multiple Sklerose im Tiermodell

 

Heidelberg (27. November 2008) - Rund 80.000 Menschen in Deutschland leiden an Multipler Sklerose: Ihr Immunsystem attackiert und zerstört das gesunde Nervengewebe. Wissenschaftlern am Universitätsklinikum Heidelberg und am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg ist es gelungen, Mäuse mit speziell präparierten, körpereigenen Immunzellen zu impfen und die Erkrankung an einer der Multiplen Sklerose ähnlichen Nervenentzündung zu verhindern. Dafür wurde auf der Zelloberfläche ein Eiweiß des Nervensystems platziert, das bei Multipler Sklerose Angriffspunkt der schädlichen Immunreaktion ist; die Zellen wurden zusätzlich mit einem Wirkstoff behandelt, der die Immunabwehr unterdrückt.

MS-Schwester des Jahres ausgezeichnet

Merck Serono würdigt Engagement in der MS-Therapie

 

Darmstadt (25. November 2008) - Nadine Sebald, Arzthelferin aus Ulm, ist "MS-Schwester des Jahres". Die 25jährige erhielt die Auszeichnung für ihr großes Engagement, mit dem sie im letzten Jahr mehr als 300 MS-Patienten nicht nur fachlich, sondern auch menschlich unterstützte. Das Biotechnologie-Unternehmen Merck Serono hat die Ausschreibung zur "MS-Schwester des Jahres" ins Leben gerufen, um die Arbeit der MS-Schwestern öffentlich zu würdigen - denn ihr Beitrag für eine kontinuierliche und erfolgreiche MS-Therapie findet von der Öffentlichkeit häufig unbemerkt statt. Die dreiköpfige Jury zeichnete Frau Sebald stellvertretend für alle MS-Schwestern aus und verband dies mit der Hoffnung, das Berufsbild zu stärken und bei Neurologen und Patienten bekannter zu machen.

LANCET: Schuppenflechte-Medikament mildert Multiple-Sklerose-Schübe

Fumarsäure: Hoffnung auf verträgliches Medikament

Bochum (28. Oktober 2008) - Ein zehntausendfach erprobtes Medikament, das standardmäßig gegen Schuppenflechte eingesetzt wird, ist auch wirksam bei Multipler Sklerose (MS). Das ergab eine Studie an 257 MS-Patienten, die unter Leitung von Prof. Dr. Ralf Gold (RUB-Neurologie St. Josef Hospital) und seinem Basler Kollegen Prof. Dr. Ludwig Kappos durchgeführt wurde. Der Wirkstoff Fumarsäure beeinflusst das Immunsystem so, dass bei MS-Patienten über 70 Prozent weniger neue Entzündungsherde im Gehirn und etwa ein Drittel weniger Schübe auftraten. Darüber berichten die Forscher im Journal "The Lancet". Demnächst starten dazu zwei weltweite klinische Studien mit über 2.000 Patienten.