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21 | 09 | 2018
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Eisenmangel bei chronischer Herzinsuffizienz:
aktuelle Datenlage und praxisnahe Empfehlungen zur leitliniengerechten Diagnostik und Therapie

 

  • Eisenmangel mit oder ohne Anämie ist klinisch bedeutsam; er tritt häufig bei chronischer Herzinsuffizienz (CHI) auf und geht mit einer ungünstigen Prognose
    einher.1-4
  • Die aktuelle ESC-Leitlinie empfiehlt deshalb ein diagnostisches Screening auf Eisenmangel bei Patienten mit CHI und die intravenöse Gabe von Eisencarboxymaltose (ferinject®) bei symptomatischen Patienten mit Eisenmangel.1
  • Umfangreiche Evidenz-basierte klinische Studiendaten zeigen einen signifikanten klinischen Nutzen der Behandlung mit ferinject® bei Patienten mit CHI und Eisenmangel.5-8

 

Berlin (20. März 2018) - Eisenmangel mit oder ohne Anämie tritt häufig in Verbindung mit chronischer Herzinsuffizienz (CHI) auf und kann sich negativ auf die Grunderkrankung auswirken.1,3 Unter CHI-Patienten ist etwa jeder Zweite von einem Eisenmangel betroffen.3 Die Entstehung von Eisenmangel/-Anämie bei Herzinsuffizienz (HI) ist multifaktoriell bedingt. Eine maßgebliche Rolle spielen chronisch-entzündliche Prozesse, die zu einer Störung der Eisenhomöostase führen – mit der Folge, dass nicht genügend Eisen verfügbar ist.9
 


Entsprechend der zahlreichen Funktionen von Eisen im Organismus können auch die Symptome und Auswirkungen vielfältig sein. Bei Patienten mit CHI kann ein Eisenmangel mit oder ohne Anämie typische Symptome der CHI wie Müdigkeit, Dyspnoe oder Leistungsminderung noch verstärken.2,10 Eine Reihe von Studiendaten weist darauf hin, dass Eisenmangel mit einem höheren Schweregrad der HI3, reduzierter körperlicher Leistungsfähigkeit5,6,10,11, höheren Hospitalisierungsraten6, verminderter Nierenfunktion12 sowie höherer Mortalität3,4 assoziiert ist.
 
Umso bedeutsamer ist eine adäquate Diagnostik und Therapie des Eisenmangels bei CHI, wie die Kardiologen Dr. Karin Rybak (Dessau-Roßlau) und PD Dr. Daniel Messroghli (Berlin) im Rahmen des „Eisen-Gipfels ferinject®“ in Berlin übereinstimmend betonten und anhand vorgestellter Fälle praxisnah erläuterten. Auch ohne vorliegende Anämie sei ein Eisenmangel bei CHI symptomatisch und therapiebedürftig2, führte Dr. Rybak weiter aus.
 
 
Einfache Diagnostik anhand weniger Laborparameter
 
Entsprechend der großen Bedeutung eines Eisendefizits hat die European Society of Cardiology (ESC) in ihrer aktuellen Leitlinie zur Diagnostik und Behandlung der HI spezifische Empfehlungen zum Umgang mit Eisenmangel formuliert. Demnach soll jeder neudiagnostizierte HI-Patient im Rahmen der Routine-Untersuchungen auf Eisenmangel getestet werden.1
 
Dies ist zuverlässig, rasch und einfach durchführbar. Es genügen zumeist zwei aussagekräftige Parameter – die Transferrinsättigung (TSAT) und das Serum-Ferritin:

 

  • Die TSAT gibt an, wieviel Eisen an das Eisentransportprotein Transferrin gebunden ist und ist ein Maß für das verfügbare Funktionseisen.13
  • Das Serum-Ferritin ist der sensitivste Marker für den Eisenstoffwechsel und korreliert (bei gesunden Personen) mit dem Speichereisen. Aufgrund seiner Eigenschaft als Akutphase-Protein kann Ferritin bei Vorliegen einer Entzündung (falsch positiv) erhöht sein. Dadurch wird ein Eisenmangel gegebenenfalls maskiert.13

 

Als zusätzliche Parameter können auch der Hämoglobin (Hb)-Wert und das C-reaktive Protein (CRP) bestimmt werden.

 

  • Der Hb-Wert kann zur Abklärung einer zusätzlich bestehenden (Eisenmangel-)Anämie herangezogen werden.2
  • Das CRP sollte bei Verdacht auf eine bestehende Entzündung bestimmt werden, um die Werte des Serum-Ferritins richtig zu interpretieren.13

 

Ein Eisenmangel bei herzinsuffizienten Patienten liegt vor bei Serum-Ferritin-Werten von < 100 μg/l bzw. von 100–299 μg/l, wenn gleichzeitig eine TSAT von < 20 % gemessen wird.1,2
 
Die Experten Dr. Rybak und Dr. Messroghli waren sich einig, dass die Diagnostik und Therapie des Eisenmangels zum Standard der modernen Herzinsuffizienztherapie gehöre, aber dass man
bezüglich der Umsetzung im  Praxisalltag noch am Anfang stehe. Ein wichtiger Punkt sei in diesem Zusammenhang eine optimierte Interaktion und Kooperation zwischen Klinik, niedergelassenen Kardiologen und Hausärzten – also eine sektorenübergreifende Betreuung der Patienten.
 
 
Leitlinie betont den hohen Stellenwert einer i.v. Eisentherapie mit Eisencarboxymaltose
 
Die ESC-Leitlinie empfiehlt, bei symptomatischen HI-Patienten mit reduzierter Ejektionsfraktion und Eisenmangel, eine i.v. Behandlung mit Eisencarboxymaltose (ferinject®) in Erwägung zu ziehen, um die Symptome der HI zu lindern sowie die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität zu verbessern (Klasse IIa, Grad A).1
 
Entscheidend für diese Empfehlung waren die Daten der beiden randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten klinischen Studien FAIR-HF5 und CONFIRM-HF6. Dort führte die Gabe von Eisencarboxymaltose zur Behandlung des Eisenmangels zu deutlichen Verbesserungen hinsichtlich der HI-bedingten Symptomatik, der Leistungsfähigkeit und der Lebensqualität.5,6 Zudem zitiert die ESC-Leitlinie Ergebnisse einer Metaanalyse13 aus fünf randomisierten kontrollierten Studien mit rund 850 Patienten mit systolischer Herzinsuffizienz und Eisenmangel, von denen die Mehrzahl mit Eisencarboxymaltose behandelt wurde. Die Daten zeigen, dass eine i.v. Eisensubstitution – insbesondere mit Eisencarboxymaltose – die Prognose, Leistungsfähigkeit und Lebensqualität verbessert und die Symptome der Herzinsuffizienz mildern kann.14 Zudem ging eine i.v. Eisentherapie mit einem reduzierten Risiko für kardiovaskulär bedingte Hospitalisierungen einher.6,14
 
Eine weitere Studie – EFFECT-HF7 – stärkt den Stellenwert von Eisencarboxymaltose als wirksame Behandlungsoption zur Korrektur des Eisenmangels bei CHI. Hier zeigte sich unabhängig vom Anämiestatus ein statistisch signifikanter Unterschied bei der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2) zwischen den Behandlungsgruppen: Bei Patienten, die mit i.v. Eisencarboxymaltose behandelt wurden, blieb die Sauerstoffaufnahme nach 24 Wochen auf dem Ausgangsniveau, während sie in der Kontrollgruppe zurückging (p = 0,02).7 Unter i.v. Eisencarboxymaltose konnte folglich die körperliche Leistungsfähigkeit im Vergleich zur Standardbehandlung bei CHI-Patienten mit Eisenmangel erhalten werden.7
 
Zusätzliche Evidenz für die Wirksamkeit von Eisencarboxymaltose liefern kürzlich publizierte Ergebnisse einer Metaanalyse8 von vier randomisierten, kontrollierten Studien, darunter auch FAIR-HF und CONFIRM-HF. In die Auswertung gingen Daten von ambulanten Patienten mit systolischer HI und Eisenmangel (n = 839) ein, die eine i.v. Therapie mit Eisencarboxymaltose (n = 504) oder Placebo (n = 335) erhielten. Patienten, die mit Eisencarboxymaltose behandelt wurden, wiesen eine signifikante relative Risikoreduktion von 41 % hinsichtlich kardiovaskulär bedingter Hospitalisierungen und Mortalität verglichen mit Placebo auf. Dabei war in dieser Studie das Risiko für unerwünschte Ereignisse im Verum- und im Placebo-Arm vergleichbar.8
 
Demgegenüber war die orale Substitution mit zweiwertigem Eisen im Rahmen der randomisierten, Placebo-kontrollierten Studie IRONOUT-HF bei HI-Patienten (n = 225) mit verringerter Auswurffraktion nicht erfolgreich: Eine hoch dosierte orale Gabe von Eisenpolysaccharid (300 mg/Tag) führte bei den herzinsuffizienten Patienten nach 16 Wochen nur zu einer minimalen Restitution der Eisenspeicher.15 Sie bewirkte keine Verbesserung des maximalen VO2 im Vergleich zu Placebo, wie Dr. Rybak verdeutlichte.
 
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Die Vifor Pharma Gruppe, ehemals Galenica Gruppe, ist ein globales Spezialitäten-Pharmaunter­nehmen. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, globale Marktführerin in den Bereichen Eisenmangel, kardio-renaler Therapien und Nephrologie zu werden. Das Unternehmen ist der bevorzugte Partner für Spezialitäten-Pharmaprodukte und innovative patientenorientierte Lösungen. Die Vifor Pharma Gruppe will Patienten mit schweren und chronischen Krankheiten auf der ganzen Welt helfen, ein Leben in besserer Gesundheit zu führen. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vermarktet pharmazeutische Produkte für eine optimale Patientenversorgung.
 
Die Vifor Pharma Gruppe nimmt in all ihren Kerngeschäften eine führende Position ein und besteht aus den folgenden Unternehmen: Vifor Pharma, Vifor Fresenius Medical Care Renal Pharma (ein gemeinsam mit Fresenius Medical Care geführtes Unternehmen), Relypsa und OM Pharma. Die Vifor Pharma Gruppe hat ihren Hauptsitz in der Schweiz und ist an der Schweizer Börse (SIX Swiss Exchange, VIFN, ISIN: CH0364749348) kotiert. 

 

 
Vifor Pharma, ein Unternehmen der Vifor Pharma Gruppe mit Sitz in Zürich, ist die weltweit führende Gesellschaft in der Erforschung, Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von pharmazeutischen Produkten zur Behandlung von Eisenmangel. Das Unternehmen bietet zudem ein diversifiziertes Portfolio an verschreibungs- (Rx) und nichtverschreibungspflichtigen (OTC) Medikamenten an.
Vifor Pharma baut seine globale Präsenz laufend aus und verfügt über ein umfassendes, weltweites Netzwerk aus Tochtergesellschaften und Partnern.

 

 
 
ferinject® (US-Markenname: Injectafer®) ist ein innovatives, dextranfreies, intravenös zu verabreichendes Eisenpräparat, das von Vifor Pharma, erforscht und entwickelt wurde. Eisencarboxymaltose ist der pharmazeutische Wirkstoff von ferinject®. Bislang ist ferinject® in 72 Ländern weltweit für die Behandlung von Eisenmangelzuständen zugelassen, wenn orale Eisenpräparate unwirksam sind oder nicht angewendet werden können. Die Diagnose eines Eisenmangels muss durch geeignete Laboruntersuchungen bestätigt sein16.
 
 
Literatur

 

  1. Ponikowski P, Voors AA, Anker SD, et al. 2016 ESC Guidelines for the diagnosis and treatment of acute and chronic heart failure. Eur J Heart Fail. 2016;18 (8): 891-975.
  2. Doehner W, Blankenberg S, et al. Eisenmangel bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz – diagnostische Algorithmen und therapeutische Optionen anhand der aktuellen Studienlage. Dtsch Med Wochenschr 2017; 142(10): 752-757.
  3. Klip IT, Comin-Colet J, Voors AA, Ponikowski P, et al. Iron deficiency in chronic heart failure: an international pooled analysis. Am Heart J 2013;165: 575-582.
  4. Jankowska EA, v. Haehling S, et al. Iron deficiency and heart failure: diagnostic dilemmas and therapeutic perspectives.
    Eur Heart J 2013; 34(11): 816-829.
  5. Anker SD, Comin-Colet J, Filippatos G, et al. Ferric carboxymaltose in patients with heart failure and iron deficiency.
    N Engl J Med 2009; 361: 2436-2448.
  6. Ponikowski P, van Veldhuisen DJ, Comin-Colet J, et al. Beneficial effects of long term intravenous iron therapy with ferric carboxymaltose in patients with symptomatic heart failure and iron deficiency. Eur Heart J 2015; 36: 657-668.
  7. Van Veldhuisen DJ, Ponikowski P, et al. Effect of ferric carboxymaltose on exercise capacity in patients with chronic heart failure and iron deficiency (EFFECT-HF). Circulation 2017; 136(15): 1374-1383.
  8. Anker SD, Kirwan BA, et al. Effects of ferric carboxymaltose on hospitalisations and mortality rate in iron-deficient heart failure patients: an individual patient data meta-analysis. Euro J Heart Failure 2018 Jan; 20(1): 125-133.
  9. Arora NP, Ghali JK. Iron deficiency anemia in heart failure. Heart Fail Rev 2013; 18: 485-501.
  10. Jankowska EA, Rozentryt P, et al. Iron deficiency predicts impaired exercise capacity in patients with systolic chronic heart failure. J Cardiac Fail 2011; 17: 899-906.
  11. Von Haehling S, Gremmler U, Krumm M, et al. Prevalence and clinical impact of iron deficiency and anaemia among outpatients with chronic heart failure: The PrEP Registry. Clin Res Cardiol 2017; 106: 436-443.
  12. Ponikowski P, Filippatos G, Comin Colet J, et al. The impact of intravenous ferric carboxymaltose on renal function: an analysis of the FAIR-HF study. Eur J Heart Fail 2015; 17(3): 329-339.
  13. Hastka J et al. Eisenmangel und Eisenmangelanämie. Stand April 2011. http://www.dgho-onkopedia.de/de/onkopedia/leitlinien/eisenmangel-und-eisenmangelanaemieLetzter Zugriff: 14.03.2018.
  14. Jankowska EA, Tkaczyszyn M, et al. Effects of intravenous iron therapy in iron-deficient patients with systolic heart failure: a meta-analysis of randomized controlled trials. Eur J Heart Fail. 2016; 18(7): 786-795.
  15. Lewis GD, Malhotra R, et al. Effect of oral iron repletion on exercise capacity in patients with heart failure with reduced ejection fraction and iron deficiency: the IRONOUT HF randomized clinical trial. JAMA. 2017; 317(19): 1958-1966.
  16. Fachinformation ferinject® in der jeweils gültigen Fassung.

 

 


Quelle: Vifor Pharma, 20.03.2018 (tB).

 
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