Home Innere Medizin Gastroenterologie Studien-Update 2017: Vedolizumab
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Studien-Update 2017

Neue Analysedaten bestätigen Langzeit-Sicherheit und -Wirksamkeit von Vedolizumab in der Therapie von Colitis ulcerosa und Morbus Crohn bei Erwachsenen

 

Berlin (30. Januar 2018) – Für die Behandlung der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) Colitis ulcerosa und Morbus Crohn ist eine effektive und generell gut verträgliche Therapie sinnvoll, die frühzeitig und als Langzeit-Anwendung eingesetzt werden kann. Ziel ist es, eine anhaltende Remission und Mukosaheilung zu erreichen sowie die Lebensqualität des Patienten wiederherzustellen.1 Eine wichtige Option in der CED-Therapie ist der darmselektiv wirkende α4β7-Integrin-Antagonist Vedolizumab (Entyvio®).2 Vedolizumab ist in Europa zuge-lassen für erwachsene Patienten mit mittelschweren bis schweren aktiven Formen von Colitis ulcerosa (CU) und Morbus Crohn (MC), bei denen konventionelle Therapien oder Tumor-nekrosefaktor-alpha (TNFα)-Antagonisten versagt haben, die darauf nur unzureichend anspre-chen oder bei denen eine Unverträglichkeit vorliegt.2 Neue Post-hoc-Analysen und Studien-ergebnisse bestätigen die Langzeit-Sicherheit und -Wirksamkeit von Vedolizumab und legen den frühzeitigen Einsatz von Vedolizumab bei CED als First-Line-Biologikum nach konventioneller Therapie nahe.3-9

 
 
Frühe symptomatische Besserung mit Vedolizumab bei CU und MC
 
Auf der 25. United European Gastroenterology Week (UEGW) in Barcelona/Spanien wurde eine Post-hoc-Analyse der GEMINI-1-Daten vorgestellt. Sie untersuchte die Verbesserung der Symptomatik bei Patienten mit aktiver CU, die randomisiert in der 6-wöchigen Induktionsphase entweder Vedolizumab oder Placebo erhalten hatten.3 Für die Analyse wurden die Angaben der Patienten zu rektalen Blutungen (RBS) und zur Stuhlfrequenz (SFS) in den Wochen 0, 2, 4 und 6 sowohl für die Gesamtpopulation als auch für die Subgruppe der Anti-TNFα-naiven Patienten evaluiert. Nach 6 Wochen berichteten in der Gesamtpopulation signifikant mehr Patienten unter Vedolizumab von einem RBS = 0 oder SFS ≤ 1, bei den Anti-TNFα-Naiven war der Unterschied zu Placebo bereits ab Woche 2 signifikant. Der kombinierte Endpunkt RBS = 0 und SFS ≤ 1 wurde sowohl in der Gesamtpopulation als auch bei Anti-TNFα-naiven Patienten ab Woche 2 von einem signifikant höheren prozentualen Anteil der Vedolizumab-Patienten im Vergleich zur Placebo-Gruppe (19,1 % vs. 10,1 % bzw. 22,3 % vs. 6,6 %) erreicht.3
 

Ähnliche Ergebnisse zeigten sich in der Post-hoc-Analyse der GEMINI-2-Daten bei Patienten mit aktivem MC.4 Hier wurden in Woche 0, 2, 4 und 6 die für den Patienten wichtigen Parameter abdomineller Schmerz und Anzahl der flüssigen bzw. sehr weichen Stuhlgänge ausgewertet. In der Gesamtpopulation ebenso wie bei den Anti-TNFα-naiven Patienten führte Vedolizumab schon ab Woche 2 zu einer signifikanten Abnahme des jeweiligen Parameters und des aus beiden Parametern zusammengesetzten Endpunktes gegenüber Placebo. Bereits im STRIDE-Konsensus (Selecting Therapeutic Targets in Inflammatory Bowel Disease) wurde 2015 die Bedeutung der Patient-reported Outcomes (PRO) betont: Um die Lebensqualität des Patienten wiederherzustellen, müssen die PRO genauso erreicht werden wie dauerhafte klinische Remission und endoskopische Mukosaheilung.1
 
 
Post-hoc-Analysen sprechen für Vedolizumab als First-Line-Biologikum
 
Die genannten Post-hoc-Analysen zeigen, dass bereits ab Woche 2 mit Vedolizumab bei CU und MC symptomatische Besserungen erreicht werden. Bei Anti-TNFα-naiven Patienten ist der Abstand zu Placebo zudem noch deutlicher ausgeprägt als in der Gesamtpopulation. Diese Resultate sprechen für den frühzeitigen Einsatz von Vedolizumab bei CU und MC.3,4
 
Die Wirksamkeit von Vedolizumab wurde in den Studien GEMINI 1 (CU) sowie GEMINI 2 und 3 (MC) gezeigt.10-12 Zwei weitere Post-hoc-Analysen der GEMINI-Studien ergaben, dass sowohl bei CU als auch bei MC die Ansprech- und Remissionsraten der Vedolizumab-Patienten nach konventioneller Therapie bereits ab Woche 6 signifikant höher lagen als in der Placebo-Gruppe.5,6 Bei den Anti-TNFα- Naiven der Vedolizumab-Gruppe kam es zu diesem Zeitpunkt – in der absoluten Differenz zu Placebo – sogar häufiger zu klinischem Ansprechen und klinischer Remission als bei den Patienten mit vorherigem Anti-TNFα-Versagen.5,6 Dieser Unterschied in der absoluten Differenz zu Placebo zwischen Anti-TNFα-Naiven und Anti-TNFα-Versagern zeigte sich bei MC auch in Woche 52.6 Die Ergebnisse dieser beiden Analysen sprechen ebenfalls für einen frühen Einsatz von Vedolizumab als First-Line-Biologikum.
 
 
Vedolizumab nach konventioneller Therapie bei CU und MC – Studien bestätigen Langzeit- Wirksamkeit
 
Inzwischen liegen weitere Ergebnisse einer Interimsanalyse aus der Extensionsstudie GEMINI-LTS zu Vedolizumab bei CU und MC vor. Von den CU-Patienten, die über 152 Wochen durchgehend mit Vedolizumab behandelt wurden, befanden sich zu diesem Zeitpunkt der Datenerhebung 93 %* in klinischer Remission.7 Ähnlich bei den MC-Patienten: Nach 152 Wochen kontinuierlicher Vedolizumab-Therapie lag die Remissionsrate dieser Population bei 89 %*.8 In den genannten Auswertungen wurden nur Patienten mit verfügbaren Daten ausgewertet (as observed).7,8
 
 
Langzeit-Therapie – günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Vedolizumab
 
Auch die Langzeit-Sicherheit von Vedolizumab als darmselektiv wirkendes Biologikum in der Behandlung von CU und MC konnte bestätigt werden.9 Dazu wurden die Sicherheitsdaten von sechs klinischen Phase-II/III-Studien (GEMINI 1 – 3 und GEMINI LTS) mit insgesamt 2.932 Patienten über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren ausgewertet (gesamt: 2830 Patienten mit mindestens 1 Dosis Vedolizumab analog zu 4.811 Patientenjahre Vedolizumab-Therapie). Die Analyse bestätigte für Vedolizumab ein günstiges Sicherheitsprofil auch bei langfristiger Therapie der chronischen Erkrankungen CU und MC – ohne erhöhtes Risiko für schwerwiegende oder opportunistische Infektionen.9
 
 
Anmerkung

 

  • * = as observed

 

 

Quellen

 

  1. Peyrin-Biroulet L et al. Am J Gastroenterol 2015; 110: 1324–1338
  2. Fachinformation Entyvio®, Stand: November 2015
  3. Feagan BG et al. United European Gastroenterology Journal 2017; 5(5S): A40; Abstract OP097
  4. Feagan BG et al. American College of Gastroenterology (ACG) Annual Scientific Meeting, 3.–18. Oktober 2017, Orlando/Florida, USA; Abstract P1271
  5. Feagan BG et al. Clin Gastroenterol Hepatol 2017; 15(2): 229–239
  6. Sands BE et al. Inflamm Bowel Dis 2017; 23(1): 97–106
  7. Loftus EV Jr. et al. J Crohns Colitis 2017; 11(Issue suppl): S182–S183. https://doi.org/10.1093/ecco-jcc/jjx002.334
  8. Vermeire S et al. J Crohns Colitis 2017; 11(Issue suppl): S39. https://doi.org/10.1093/ecco-jcc/jjx002.058
  9. Colombel JF et al. Gut 2017; 66(5): 839–851
  10. Feagan BG et al. N Engl J Med 2013; 369: 699–710
  11. Sandborn WJ et al. N Engl J Med 2013; 369: 711–721 Sands BE et al. Gastroenterology 2014; 147(3): 618–627
  12. 13 Digestive Health. University of Miami Hospital. Available at: http://umiamihospital.com/service-lines/digestive-health. Accessed October 20, 2017

 

 
Das Engagement von Takeda in der Gastroenterologie

 
Weltweit leiden mehr als 70 Millionen Menschen an gastrointestinalen Erkrankungen, die die Lebensqualität der Patienten stark beeinträchtigen können.13 Als führender Spezialanbieter in der Gastroenterologie mit über 25 Jahren Erfahrung engagiert sich Takeda für Innovationen in der Medizin und verbessert damit die Gesund-heitsversorgung und die Lebensqualität von Patienten weltweit.
 

So setzt sich Takeda mit innovativen Medikamenten in Therapiegebieten mit hohem medizinischem Bedarf ein, wie z.B. chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, säurebedingte Magen-Darm-Erkrankungen und Motilitätsstörungen des Gastrointestinaltrakts. Wir forschen intensiv nach Lösungen im Bereich Zöliakie und Lebererkrankungen und unterstützen aktiv den wissenschaftlichen Fortschritt bei Mikrobiom-Therapien.
 
Uns verbindet ein gemeinsamer Antrieb. Von unserem Engagement im Bereich der Forschung über den kontinuierlichen Dialog unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit mit Ärzten und Fachpersonal bis zur Entwicklung innovativer Patientenangebote – alles dient einem Ziel: Patienten mit gastrointestinalen Erkrankungen zu helfen und ihnen ein möglichst beschwerdefreies Leben zu ermöglichen.
 
 
Über Takeda
 
Takeda ist ein forschungsgetriebenes globales Unternehmen mit Schwerpunkt im pharmazeutischen Bereich. Als größter Arzneimittelhersteller in Japan und als eines der global führenden Unternehmen seiner Branche engagiert sich Takeda für eine bessere Gesundheitsversorgung der Patienten durch wegweisende Innovationen in der Medizin. Das Unternehmen fokussiert seine Forschung auf die Therapiefelder Onkologie, Gastroenterologie, Erkrankungen des zentralen Nervensystems und Impfstoffe. Takeda betreibt seine Forschung sowohl in eigenen Zentren als auch mit externen Experten – mit dem Anspruch, zu den führenden Innovations-Partnern in der Branche gezählt zu werden. Neue innovative Produkte, insbesondere in der Onkologie und Gastroenterologie, sowie unsere Präsenz in den aufstrebenden Märkten befördern das Wachstum von Takeda.
 
Takeda Deutschland steuert von Berlin aus die Aktivitäten für den deutschen Markt, ergänzt durch weitere administrative Funktionen in Konstanz. Als Teil eines globalen Produktionsnetzwerkes betreibt Takeda in Deutschland Produktionsstätten im brandenburgischen Oranienburg sowie in Singen. Insgesamt sind mehr als 2.000 Mitarbeiter für Takeda in Deutschland tätig.

 

Zusätzliche Informationen unter www.takeda.de

 


Quelle: Takeda Pharma, 30.01.2018 (tB).

 
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