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Verbesserte Therapieperspektiven bei unzureichend kontrolliertem Hypoparathyreoidismus

Potenzial der Hormonersatztherapie mit Natpar®

Mannheim (15. April 2018) – Patienten mit chronischem Hypoparathyreoidismus leiden unter einer Vielzahl von Symptomen und sind häufig in ihrer Lebensqualität eingeschränkt.1 Ein Teil der Betroffenen erzielt unter Standardtherapie keine ausreichende Kontrolle der Erkrankung. Für diese Gruppe stellt seit 2017 die Zusatztherapie mit rekombinantem Parathormon [rhPTH(1-84)/Natpar®] eine wichtige Behandlungsoption dar. Im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) in Mannheim diskutierten Prof. Dr. med. Andreas Schäffler und Prof. Dr. med. Heide Siggelkow in einem Pressegespräch zur vielschichtigen Symptomatik, zum Leidensdruck der Patienten sowie zur hormonellen Substitutionstherapie mit Natpar®.


Das Parathormon (PTH) spielt im Körper eine zentrale Rolle. In den Nebenschilddrüsen gebildet regelt es die Stoffwechselkreisläufe für Calcium, Vitamin D und Phosphat.1 Wird nicht aus-reichend PTH produziert, kann sich ein Hypoparathyreoidismus manifestieren.1 Dieser ist durch reduzierte Vitamin-D-Konzentrationen, Hypocalcämie und Hyperphosphatämie gekennzeich-net.1 Zumeist tritt der Hypoparathyreoidismus postoperativ auf, wenn die Nebenschilddrüsen infolge eines chirurgischen Eingriffs im Halsbereich – z. B. bei Tumorerkrankungen wie M. Basedow – entfernt oder verletzt werden.1 In der Klinik geht die Erkrankung mit Tetanie, Muskelkrämpfen in Händen und Beinen sowie Parästhesien einher.1 Wenig bekannt sei, dass Betroffene auch unter Laryngo- und Bronchospasmen leiden können, erklärte Prof. Dr. med. Andreas Schäffler, Gießen.

Das Risiko, einen Hypoparathyreoidismus zu entwickeln, ist im postoperativen Bereich mit der Erfahrung des Chirurgen sowie mit Art und Umfang des Eingriffs assoziiert.1,2 Da sich in manchen Fällen die Nebenschilddrüsen erholen, kann ein postoperativer Hypoparathyreoidismus transienter Natur sein. Liegen sechs Monate nach dem Eingriff immer noch inadäquate PTH-Konzentrationen vor, spricht man von einem chronischen Hypo-parathyreoidismus.1 In der klinischen Praxis könne die Einstellung des Patienten hinsichtlich Calcium, Phosphat und Vitamin D eine therapeutische Herausforderung darstellen, erläuterte Prof. Schäffler.


Rekombinantes Parathormon erweitert Therapiespektrum

Seit einigen Jahren wird die Wirksamkeit von rekombinantem PTH (rhPTH) bei chronischem Hypoparathyreoidismus untersucht. In Studien zeigte sich unter rhPTH-Gabe eine Normalisierung der Calcium-, Phosphat- und Vitamin-D-Konzentrationen.3 Seit April 2017 ist rhPTH (1-84)/Natpar® in der EU als Zusatztherapie bei erwachsenen Patienten mit chronischem Hypoparathyreoidismus zugelassen, deren Erkrankung sich durch die Standardtherapie allein nicht ausreichend kontrollieren lässt.4 In der Zulassungsstudie REPLACE führte die zusätzliche Gabe von rhPTH(1-84)/Natpar® zu einer signifikanten Reduktion des oralen Calcium- und aktiven Vitamin-D-Bedarfs von mindestens 50 % mit Erhalt der Normocalcämie gegenüber der alleinigen Standardtherapie (54,8 % vs. 2,5 %).4,5 Langzeitdaten unterstreichen, dass rhPTH (1-84)/Natpar® auch über aktuell sechs Jahre anhaltend wirksam ist und Allgemein gut vertragen wird.6


Welche Patienten können von der Zusatztherapie mit Natpar® profitieren?

Der Einsatz von rhPTH(1-84)/Natpar® ist bei Patienten mit chronischem Hypoparathyreoidismus angezeigt, die unter alleiniger Standardtherapie nicht hinreichend kontrolliert sind.1 Eine Hypercalciurie, Präsenz von Nierensteinen, Nephrocalcinosen oder einer Hyperphosphatämie können laut Expertenmeinung Indikatoren für eine zusätzliche Therapie mit rhPTH(1-84)/Natpar® sein.7 Neben diesen Parametern gewinnt laut Prof. Schäffler ein weiterer wichtiger Aspekt zunehmend an Bedeutung, der zuvor oft nur stiefmütterlich behandelt wurde: Einschränkungen in der Lebensqualität, die unter Standardtherapie fortbestehen. Insgesamt solle, je nach Symptomatik, der Nutzen einer Therapie mit rhPTH(1-84)/Natpar® von Fall zu Fall geprüft werden, so der Endokrinologe.


Chronischer Hypoparathyreoidismus schränkt die Lebensqualität ein

„Die Diagnose Hypoparathyreoidismus kann das Leben auf den Kopf stellen“, betonte Prof. Dr. med. Heide Siggelkow, Göttingen. Grund dafür ist unter anderem die große Bandbreite der Symptome. Diese umfassen unter anderem neuromuskuläre, kardiovaskuläre, nephrologische und neurologische Störungen.1,8 Kardiale Beschwerden, akute Erschöpfungszustände, Schmerzen und schwer zu kontrollierende Krampfanfälle schränken die Betroffenen im Alltag ein.9 Hypocalcämische Krisen können zur Hospitalisierung führen.10 Erst in den vergangenen Jahren kristallisierte sich heraus, wie sehr die Patienten unter der Erkrankung leiden, so Prof. Siggelkow.


Studie verdeutlicht Leidensdruck der Betroffenen

Die PARADOX-Studie liefert wichtige Erkenntnisse zur Lebensqualität bei chronischem Hypoparathyreoidismus. Dazu beurteilten 374 Patienten anhand von Fragebögen ihre Lebensqualität. Über 75 % der Patienten litt innerhalb von 12 Monaten an Müdigkeit, Muskelschmerzen und Missempfindungen.11 Fast alle Patienten hatten polysymptomatische Beschwerden.11 Unter der Gabe von Calcium treten zudem bei Patienten mitunter gastrointestinale Beschwerden auf.11 Komorbiditäten nehmen Prof. Siggelkow zufolge eine zentrale Rolle ein: Nierensteine, Nieren-insuffizienz, Krampfanfälle und neuropsychiatrische Symptome, wie Depression, treten häufig bei chronischem Hypoparathyreoidismus auf.11

Die Vielzahl körperlicher, kognitiver und emotionaler Einschränkungen hat Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen. 85 % der Patienten waren in ihren Alltagsaktivitäten eingeschränkt. Insbesondere Schlafqualität und Stressresistenz waren reduziert.11 Insgesamt 78 % gaben an, dass die Erkrankung ihre Produktivität am Arbeitsplatz beeinflusst.11 Hier könne das therapeu-tische Potenzial von Natpar® eine Chance für schwer betroffene Patienten bieten, erklärte Prof. Siggelkow. So kam es im Verlauf einer Studie unter der Hormonsubstitutionstherapie zu deutlichen Verbesserungen der Lebensqualität12 – ein wichtiges positives Signal für die Patienten.


Über Natpar®

Natpar® ist ein rekombinant hergestelltes Parathormon, dessen Aminosäuresequenz der des endogenen, humanen Parathormons gleicht. Es steht als Zusatztherapie in den Dosierungen 25, 50, 75 und 100 Mikrogramm zur einmal täglichen Injektion für erwachsene Patienten mit chronischem Hypoparathyreoidismus zur Verfügung, deren Erkrankung sich durch die Standardtherapie allein nicht hinreichend kontrollieren lässt.4 In den USA ist Natpar® unter dem Handelsnamen Natpara® (parathyroid hormone) bereits seit Januar 2015 zugelassen.


Über Shire

Shire ist eines der weltweit führenden Unternehmen in der Versorgung von Patienten mit seltenen Erkrankungen. Wir streben danach, bahnbrechende Therapien für seltene Erkrankungen in verschiedenen medizinischen Fachgebieten zu entwickeln – dazu zählen Hämatologie, Immunologie, Erbkrankheiten, Neuroscience sowie die Innere Medizin und zunehmend auch Augenheilkunde und Onkologie. Unser Knowhow und unsere globale Organisation ermöglichen es uns, Patienten in mehr als 100 Ländern zu erreichen. Patienten und deren Angehörige, die dafür kämpfen, das Beste aus ihrem Leben machen zu können. Jeden Tag aufs Neue.

Für uns stehen die Patienten und ihre Bedürfnisse an erster Stelle. Wir arbeiten unermüdlich daran, das Leben von Menschen mit seltenen Erkrankungen mit Hilfe von adäquaten medizinischen Therapien zu verbessern. Therapien, die einen wirklichen Unterschied für die Patienten und all jene bedeuten, die sie auf ihrem Weg unterstützen.

Quellen

  1. Siggelkow H. Endokrinologie Informationen Sonderheft. 2017:11-14.
  2. Trupka A, Wicke C. Endokrine Chirurgie: Evidenz und Erfahrung. Individualisierte
    Medizin in der klinischen Praxis. Schattauer Verlag 2014:117-33.
  3. Clarke BL et al. J Clin Endocrinol Metab. 2016;101:2284-2299.
  4. Fachinformation Natpar®. Stand April 2017.
  5. Mannstadt M et al. Nat Rev Dis Primers. 2017;3:17055; doi:10.1038/nrdp.2017.55.
  6. Rubin MR et al. J Clin Endocrinol Metab. 2016;101(7)2742-2750.
  7. Brandi ML et al. J Clin Endocrinol Metab. 2016;101:2273-2283.
  8. Potts Jr. Harrison’s Principles of Internal Medicine. 15th ed. New York, NY: McGraw-Hill; 2001:2205-2226.
  9. Arlt W et al. Europ. J Endocrinol 2002;146:215-222.
  10. Mitchell DM et al. J Clin Endocrinol Metab. 2012;97:4507-4514 .
  11. Hadker N et al. Endocr Pract. 2014;20:671-679.
  12. Cusano NE et al. J Clin Endocrinol Metab. 2015;29:47-55 .

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▼ Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden. Hinweise zur Meldung von Nebenwirkungen siehe Abschnitt 4.8 der Fachinformation.

Natpar® ▼ 25/50/75/100 Mikrogramm/Dosis Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung.

Wirkstoff:

Parathyroidhormon (rDNA), hergestellt in E. coli mittels DNS-Rekombinationstechnik, identisch mit der 84‑Aminosäuresequenz des endogenen menschlichen Parathyroidhormons.

Zusammensetzung:

Nach Rekonstitution enthält jede Dosis 25/50/75/100 Mikrogramm Parathyroidhormon (rDNA) in 71,4 Mikroliter Lösung. Jede Patrone enthält 350/700/1050/1400 Mikrogramm Parathyroidhormon (rDNA).

Sonstige Bestandteile: Pulver: Natriumchlorid, Mannitol, Citronensäure-Monohydrat, Natriumhydroxid (zur pH-Einstellung). Lösungsmittel: Metacresol, Wasser für Injektionszwecke.

Anwendungsgebiete:

Zusatztherapie bei erwachsenen Patienten mit chronischem Hypoparathyreoidismus, deren Erkrankung sich durch die Standardtherapie allein nicht hinreichend kontrollieren lässt.

Gegenanzeigen:

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile, Strahlentherapie des Skeletts, maligne Skeletterkrankungen oder Knochenmetastasen, zu Therapiebeginn erhöhtes Risiko für Osteosarkome
(z. B. bei der Knochenkrankheit Morbus Paget oder bei Erbkrankheiten), unklare Erhöhung der knochenspezifischen alkalischen Phosphatase, Pseudohypoparathyreoidismus.

Nebenwirkungen:

Sehr häufig: Hyperkalzämie, Hypokalzämie, Kopfschmerz, Hypoästhesie, Parästhesie, Diarrhö, Übelkeit, Erbrechen, Arthralgie, Muskelspasmen. Häufig: Hypomagnesiämie, Tetanie, Angst, Schlaflosigkeit, Somnolenz, Palpitationen, Hypertonie, Husten, Schmerzen Oberbauch, Muskelzucken, Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems, Myalgie, Nackenschmerzen, Schmerz in einer Extremität, Hyperkalzurie, Pollakisurie, Asthenie, Brustkorbschmerz, Ermüdung, Reaktionen an der Injektionsstelle, Durst, Anti-PTH-Antikörper positiv, 25-Hydroxycholecalciferol im Blut erniedrigt, Vitamin D erniedrigt.

Warnhinweis: Enthält 0,32 mg Natrium/Dosis.

Weitere Angaben: s. Fach- und Gebrauchsinformation.

Verschreibungspflichtig.

Shire Pharmaceuticals Ireland Limited, 5 Riverwalk, Citywest Business Campus, Dublin 24, Irland.

Stand der Information: April 2017.


Quelle: Shire, 15.04.2018 (tB).

 
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