Infektiologie

Robert Koch-Institut

Ständige Impfkommission empfiehlt Impfung gegen Gürtelrose

Berlin (13. Dezember 2018) - Die Ständige Impfkommission empfiehlt allen Personen ab 60 Jahre die Gürtelrose-Schutzimpfung mit einem sogenannten Totimpfstoff als Standardimpfung. Personen mit einer Grundkrankheit oder Immunschwäche empfiehlt die Kommission die Impfung bereits ab einem Alter von 50 Jahren (Indikationsimpfung). Die Gürtelrose-Impfung wird erst zur Pflichtleistung der Gesetzlichen Krankenkassen, wenn der Gemeinsame Bundesausschuss über die Aufnahme in die Schutzimpfungsrichtlinie entschieden hat.

Neue Ansätze für Impfungen gegen Hepatitis C-Viren

Hannover (6. Dezember 2018) - Seit einigen Jahren können Infektionen mit dem Hepatitis C-Virus gut behandelt und die Betroffenen mit modernen Medikamenten geheilt werden. Dennoch suchen Forschende nach einem Impfstoff gegen das Virus, das sich auf unsere Leber spezialisiert hat, chronische Infektionen verursacht und nach wie vor der häufigste Grund für Lebertransplantationen ist. Die Gründe für die Suche nach einem Impfstoff sind schnell genannt: Die Medikamente sind sehr kostspielig und längst nicht allen Infizierten zugänglich. Zudem schützt die Behandlung nicht vor einer Neuinfektion. Im Journal of Hepatology stellten Forschende des TWINCORE kürzlich neue Ansätze für einen Impfstoff gegen das Virus vor.

Robert Koch-Institut

Aktuelle Informationen zum Ebolafieber-Ausbruch
in der Demokratischen Republik Kongo, Provinzen Nord-Kivu und Ituri

Berlin (26. November 2018) - Seit Ende Juli 2018 wurden im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo mehr als 400 bestätigte und wahrscheinliche Fälle von Ebolafieber gemeldet. Nach Angaben des kongolesischen Gesundheitsministeriums sind bislang etwa zwei Drittel der Betroffenen gestorben (Link siehe unten). Der Ausbruch betrifft mehrere Gesundheitszonen in den Provinzen Nord-Kivu und Ituri, er wird durch den Virusstamm Ebola Zaire verursacht.

Bundesministerium für Gesundheit

Rückgang der HIV-Neuinfektionen

  • Bundesgesundheitsminister Spahn: "Wir wollen die Zahl der Neuinfektionen weiter senken"

Berlin (22. November 2018) - Anlässlich des Welt-AIDS-Tages am 1. Dezember hat das Robert Koch-Institut neue Zahlen zum HIV/AIDS-Geschehen in Deutschland veröffentlicht. Im Jahr 2017 haben sich etwa 2.700 Menschen in Deutschland mit HIV infiziert, die Zahl der Neuinfektionen ist damit gegenüber 2016 (2.900 Neuinfektionen) leicht gesunken. Bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), ist die Zahl der geschätzten Neuinfektionen deutlich zurückgegangen, von 2.300 im Jahr 2013 auf 1.700 in 2017.

IQWiG

Screening auf Hepatitis B und Hepatitis C:
Nutzen mangels geeigneter Studien unklar

  • Risikogruppen-Screening auf Hepatitis C bedarf gründlicher Begleitevaluation


Köln (14. November 2018) - Hepatitis B und Hepatitis C sind vor allem über das Blut übertragene Vireninfektionen, die – oftmals unbemerkt – chronisch werden und dann die Leber irreversibel schädigen können. Diskutiert wird, ob ein regelmäßiges Screening der Allgemeinbevölkerung oder einzelner Risikogruppen diese Erkrankungen eindämmen könnte, etwa durch eine frühzeitige Identifikation und Behandlung oder ein verändertes Risikoverhalten der Betroffenen. Ein Screening kann aber auch Nachteile haben, zum Beispiel Ängste auslösen.

Wie stabil das Hepatitis-B-Virus wirklich ist

Bochum (30. Oktober 2018) - Hepatitis-B-Viren (HBV) sind bei Raumtemperatur über Wochen ansteckend und trotzen sogar der Kälte bei vier Grad Celsius über neun Monate. Desinfektionsmittel wirken bei sachgemäßer Anwendung – aber nur unverdünnt. Diese Erkenntnisse gelangen einem deutsch-koreanischen Forscherteam mit einem neuen HBV-Infektionssystem in menschlichen Leberzellen. Bisher hatte man mangels humaner Forschungsmodelle an Enten-Hepatitis-B-Viren geforscht.

RKI TBCRobert Koch-Institut (RKI)

Bericht zur Tuberkulose in Deutschland

Berlin (29. Oktober 2018) - Das RKI hat den neuen Bericht zur Epidemiologie der Tuberkulose in Deutschland veröffentlicht, mit detaillierten Analysen der Meldedaten, etwa nach Organbeteiligung und Resistenzlage. Im Jahr 2017 wurden insgesamt 5.486 Tuberkulosen registriert. Damit sind die Erkrankungszahlen nach der deutlichen Zunahme im Jahr 2015 (5.834 Fälle) und der weitgehend unveränderten Situation in 2016 (5.949 Fälle) wieder rückläufig, wenn auch auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Entscheidend für eine erfolgreiche Tuberkulosekontrolle ist neben einem adäquat ausgestatteten öffentlichen Gesundheitsdienst auch eine gut etablierte Tuberkulose-Surveillance, die anhand der übermittelten Daten aktuelle Entwicklungen im epidemiologischen Geschehen frühzeitig und im Kontext ihrer möglichen Einflussfaktoren zu erkennen vermag.

Universitäten Stuttgart, Tübingen und Ulm gemeinsam an Weiterentwicklung

Gegen resistente Keime

Stuttgart (26. Oktober 2018) - Die wachsende Zahl resistenter bakterieller Krankheitserreger und damit die zunehmende Limitierung verfügbarer aktiver Antibiotika stellt eine der großen Herausforderungen des globalen Gesundheitssystems dar. Die durch das Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Kultur des Landes Baden-Württemberg für drei Jahre geförderte Forschergruppe „antibioPPAP“ unter Leitung von Prof. Bernd Plietker (Institut für Organische Chemie, Universität Stuttgart) und Prof. Friedrich Götz (Interfakultäres Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin, Universität Tübingen) intensiviert nach gemeinsamen Vorarbeiten nun die Weiterentwicklung neuartiger MRSA- und VRE-aktiver Antibiotika.

Abb.: Die richtige Händehygiene hilft dabei, Infektionen zu verhindern. Photo und Copyright: Lohmann & Rauscher International GmbH und Co. KGInfektionsraten minimieren

L&R startet «hygiene in practice»

Wien/Rengsdorf, Österreich (16. Mai 2018) – Auf dem Deutschen Wund- und Bremer Pflegekongress des ICW e.V. präsentiert Lohmann & Rauscher (L&R) erstmals auf deutschem Boden das Movement «hygiene in practice». Seit dem 16. April 2018 bietet L&R über die Webseite www.hygiene-in-practice.com sowie weitere digitale und analoge Kanäle medizinischen Fachkräften eine neue Wissensressource auf den Gebieten Hygiene, Mikrobiologie und Epidemiologie. Die Service-Kampagne «hygiene in practice» ist eine international angelegte Bewegung, die sich an alle richtet, für die Hygiene tagtäglich ein Thema ist. Damit denkt L&R entsprechend seines Corporate Claims People.Health.Care. seinen Service über Produktlösungen im Bereich der Hygiene hinaus weiter. Gemeinsam mit internationalen Experten schafft L&R über Neuigkeiten aus aktueller Forschung, Studien-Zusammenfassungen und Einblicke in gelebte Hygiene-Praxis eine jederzeit verfügbare, praxisorientierte Wissens- und Motivationsquelle. Die Mission des Movements ist es, Infektionsraten zu minimieren.

Niedrige Pneumokokken-Impfrate bei Immunsupprimierten

Haus- und Fachärzte tauschen sich zu Therapien aus,
weniger zu Impfungen

Berlin (16. April 2018) - Anlässlich des 124. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) stellte Pfizer die Ergebnisse einer Umfrage zur Kommunikation zwischen Haus- und Fachärzten zum Thema Impfen vor. Das Ergebnis: Nahezu alle Hausärzte tauschen sich über die Therapie ihrer immunsupprimierten Patienten aus. Aber nur knapp ein Fünftel der befragten Hausärzte kommt dabei immer auf das Thema Impfen zu sprechen.1 Dabei sind Impfungen wegen des erhöhten Infektionsrisikos für Immunsupprimierte besonders wichtig. Die Impfquoten aber sind gering: So haben einer Studie zufolge lediglich 4,4 Prozent der immunsupprimierten Patienten innerhalb von zwei Jahren nach ihrer Diagnose die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlene Pneumokokken-Impfung erhalten.2

Abb.1PATIENTENGESCHICHTE

Meningokokken-Infektion:
„Die Krankheit kam aus heiterem Himmel“

Mannheim (16. April 2018) - Mit Mitte Zwanzig erkrankte die Mannheimer Grafik-Designerin Susanne Schwenger an einer lebensgefährlichen Meningokokken-Infektion und wäre daran fast gestorben. Die Erkrankung liegt nun zehn Jahre zurück, aber die Folgen spürt sie bis heute.
Die ersten Tage des Jahres 2007 wird sie niemals vergessen. Freitag, 5. Januar: Susanne Schwenger geht mit ihrem Freund und der Familie in einem Restaurant essen. Im Laufe des Abends spürt sie, dass sie krank wird. Am nächsten Morgen hat sie Fieber, Schüttelfrost und starke Kopfschmerzen. Das Fieber steigt schnell, 38 Grad, 39 Grad, 40 Grad. Ein grippaler Infekt, denkt sie. Doch ihr Freund ist beunruhigt und bringt sie ins Krankenhaus. „Er hatte den richtigen Verdacht, dass es nicht nur eine Grippe ist“, erzählt die junge Frau aus Mannheim. „Ich habe ihm mein Leben zu verdanken.“