Infektiologie

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Auswertung von Antibiotika-Resistenz und -Verbrauch

Berlin (7. Februar 2019) - Mit der Anti­biotika-Resistenz-Surveil­lance (ARS) und der Antibiotika-Verbrauchs-Surveil­lance (AVS) sind zwei Surveillance­systeme im Sinne der Deut­schen Anti­biotika­resis­tenz­stra­tegie DART am RKI eta­bliert, seit 2008 bzw. 2014. Teil­nehmer sind bei ARS Labo­rato­rien und bei AVS Kran­ken­häuser. Kran­ken­häusern kommt eine beson­dere Be­deu­tung für die Um­setzung von Antibiotic Stewardship-Maß­nahmen zu. Sie sind nach § 23 Abs. 4 Infek­tions­schutz­gesetz auf­gefordert "[…] Art und Um­fang des Anti­biotika-Ver­brauchs fort­laufend in zu­sammen­gefasster Form [aufzu­zeichnen], unter Berück­sich­tigung der lokalen Resis­tenz­situation [zu bewerten] und sach­gerechte Schluss­folge­rungen [zu ziehen] […]". Die ge­for­derte Zu­sammen­schau der Daten zu Anti­biotika-Ver­brauch und -Resis­tenz ist eine Heraus­forderung. Sie ist mit den Daten aus AVS und ARS möglich, konnte jedoch bisher nicht stan­dar­disiert durch­geführt wer­den. Im Epi­demio­logischen Bul­letin 6/2019 stellen RKI-Wissen­schaft­ler ARVIA vor, die "ARS und AVS inte­grierte Ana­lyse". ARVIA steht nach einer Pilot­phase seit Anfang 2019 allen Kranken­häusern zur Ver­fügung.

Multiresistente Bakterien auf Oberflächen abtöten

Kaltes Plasma gegen Krankenhauskeime

Hannover (21. Januar 2019) - Bakterien, die gegen eine Vielzahl von Antibiotika resistent sind, gefährden die Gesundheit von Menschen und Tieren. Besonders in Krankenhäusern sind sie für geschwächte Patienten ein großes Problem. Forscherinnen und Forscher der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo), der terraplasma GmbH und des Robert Koch-Instituts prüften daher eine neue Methode, um multiresistente Bakterien auf Edelstahloberflächen abzutöten. Sie setzten dafür kaltes atmosphärisches Plasma ein – ein Gas mit antimikrobieller Wirkung, das geladene Teilchen enthält. Bereits nach fünf Minuten konnten sie so die Bakterienzahlen um bis zu 85 Prozent reduzieren. Die Ergebnisse ihrer Studie erschienen im Fachmagazin International Journal of Antimicrobial Agents.

Putzen von Oberfächen mit DesinfektionsmittelnBakterien und Co. könnten dabei helfen, Krankheiten zurückzudrängen

Mut zu weniger Reinlichkeit?

Leipzig  (21. Januar 2019) -  Gelten auf unserem Körper und in unseren Häusern die gleichen Gesetze der biologischen Vielfalt wie draußen in der Natur? Wenn ja, wären unsere aktuellen Hygienemaßnahmen zur Bekämpfung aggressiver Keime teilweise kontraproduktiv. Das schreibt ein interdisziplinäres Forscherteam vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) in der Fachzeitschrift Nature Ecology & Evolution und schlägt vor, die Rolle der Artenvielfalt verstärkt auch bei Mikroorganismen in den Ökosystemen Körper und Haus zu untersuchen. Die Erkenntnisse daraus könnten bisherige Strategien zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten und resistenten Keimen auf den Kopf stellen.

Krankenhausinfektionen

Patienten bringen hochresistente ESBL-Keime mit in die Klinik

Jena (14. Januar 2019) - Jeder achte neu in eine Klinik eingewiesene Patient trägt bereits sogenannte ESBL-Keime in sich – dies konnten Wissenschaftler des InfectoGnostics Forschungscampus Jena jetzt in einer Beobachtungsstudie an 1334 Patienten belegen. Infektionen mit den eigenen ESBL-Erregern blieben zwar in der Studie noch ein Ausnahmefall, allerdings zeigten die Forscher, dass die Erreger ihre Resistenzgene an andere Bakterienstämme in der Klinik weitergeben könnten. An der klinischen Studie beteiligt waren InfectoGnostics-Wissenschaftler des Uniklinikums Jena, des Industriepartners Abbott sowie des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal PLOS One veröffentlicht.

Robert Koch-Institut

Neuer Ratgeber zu Yersiniose

Berlin (10. Januar 2019) - Im Epidemio­lo­gischen Bulletin 2/2019 ist ein neuer RKI-Ratgeber erschienen, der die beiden darm­patho­genen Erreger einer Yersiniose, Yersinia entero­colitica und Yersinia pseudo­tuber­culosis, betrachtet. Eine In­fek­tion kann vor allem über konta­mi­nierte Le­bens­mittel vor­wie­gend tie­ri­scher Her­kunft er­fol­gen, z.B. über rohes oder nicht durch­ge­gartes Schwei­ne­fleisch wie Mett oder Hacke­peter. Zum kli­ni­schen Bild ge­hö­ren Durch­fälle, Bauch­schmer­zen und Fieber. Als Folge­er­kran­kungen können Gelenk­ent­zün­dungen (reak­tive Arthri­tis) oder Ent­zün­dungen des Unter­haut­fett­ge­webes (Ery­thema nodo­sum) auf­treten.

Nano-Antibiotika

Mit Nanopartikeln gegen multi-resistente Keime

Mainz (19. Dezember 2018) - Antibakterielle Nanopartikel besitzen das Potential als effektive Antibiotika breite Anwendung zu finden. Bislang konnten sie jedoch die an sie gestellten Erwartungen nicht erfüllen. Einen „Trick“, wie Nano-Antibiotika dennoch Einzug in den klinischen Alltag halten könnten, haben jetzt Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mainz entdeckt: Ein saurer pH-Wert in Nano-Antibiotika-haltigen Salben verbesserte die direkte Bindung der Nanopartikel an die Keime und ermöglichte eine effiziente Abtötung. Der Vorteil, infizierte Wunden heilten besser.

Robert Koch-Institut

Ständige Impfkommission empfiehlt Impfung gegen Gürtelrose

Berlin (13. Dezember 2018) - Die Ständige Impfkommission empfiehlt allen Personen ab 60 Jahre die Gürtelrose-Schutzimpfung mit einem sogenannten Totimpfstoff als Standardimpfung. Personen mit einer Grundkrankheit oder Immunschwäche empfiehlt die Kommission die Impfung bereits ab einem Alter von 50 Jahren (Indikationsimpfung). Die Gürtelrose-Impfung wird erst zur Pflichtleistung der Gesetzlichen Krankenkassen, wenn der Gemeinsame Bundesausschuss über die Aufnahme in die Schutzimpfungsrichtlinie entschieden hat.

Neue Ansätze für Impfungen gegen Hepatitis C-Viren

Hannover (6. Dezember 2018) - Seit einigen Jahren können Infektionen mit dem Hepatitis C-Virus gut behandelt und die Betroffenen mit modernen Medikamenten geheilt werden. Dennoch suchen Forschende nach einem Impfstoff gegen das Virus, das sich auf unsere Leber spezialisiert hat, chronische Infektionen verursacht und nach wie vor der häufigste Grund für Lebertransplantationen ist. Die Gründe für die Suche nach einem Impfstoff sind schnell genannt: Die Medikamente sind sehr kostspielig und längst nicht allen Infizierten zugänglich. Zudem schützt die Behandlung nicht vor einer Neuinfektion. Im Journal of Hepatology stellten Forschende des TWINCORE kürzlich neue Ansätze für einen Impfstoff gegen das Virus vor.

Robert Koch-Institut

Aktuelle Informationen zum Ebolafieber-Ausbruch
in der Demokratischen Republik Kongo, Provinzen Nord-Kivu und Ituri

Berlin (26. November 2018) - Seit Ende Juli 2018 wurden im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo mehr als 400 bestätigte und wahrscheinliche Fälle von Ebolafieber gemeldet. Nach Angaben des kongolesischen Gesundheitsministeriums sind bislang etwa zwei Drittel der Betroffenen gestorben (Link siehe unten). Der Ausbruch betrifft mehrere Gesundheitszonen in den Provinzen Nord-Kivu und Ituri, er wird durch den Virusstamm Ebola Zaire verursacht.

Bundesministerium für Gesundheit

Rückgang der HIV-Neuinfektionen

  • Bundesgesundheitsminister Spahn: "Wir wollen die Zahl der Neuinfektionen weiter senken"

Berlin (22. November 2018) - Anlässlich des Welt-AIDS-Tages am 1. Dezember hat das Robert Koch-Institut neue Zahlen zum HIV/AIDS-Geschehen in Deutschland veröffentlicht. Im Jahr 2017 haben sich etwa 2.700 Menschen in Deutschland mit HIV infiziert, die Zahl der Neuinfektionen ist damit gegenüber 2016 (2.900 Neuinfektionen) leicht gesunken. Bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), ist die Zahl der geschätzten Neuinfektionen deutlich zurückgegangen, von 2.300 im Jahr 2013 auf 1.700 in 2017.

IQWiG

Screening auf Hepatitis B und Hepatitis C:
Nutzen mangels geeigneter Studien unklar

  • Risikogruppen-Screening auf Hepatitis C bedarf gründlicher Begleitevaluation


Köln (14. November 2018) - Hepatitis B und Hepatitis C sind vor allem über das Blut übertragene Vireninfektionen, die – oftmals unbemerkt – chronisch werden und dann die Leber irreversibel schädigen können. Diskutiert wird, ob ein regelmäßiges Screening der Allgemeinbevölkerung oder einzelner Risikogruppen diese Erkrankungen eindämmen könnte, etwa durch eine frühzeitige Identifikation und Behandlung oder ein verändertes Risikoverhalten der Betroffenen. Ein Screening kann aber auch Nachteile haben, zum Beispiel Ängste auslösen.