Infektiologie

Abb.: Die richtige Händehygiene hilft dabei, Infektionen zu verhindern. Photo und Copyright: Lohmann & Rauscher International GmbH und Co. KGInfektionsraten minimieren

L&R startet «hygiene in practice»

Wien/Rengsdorf, Österreich (16. Mai 2018) – Auf dem Deutschen Wund- und Bremer Pflegekongress des ICW e.V. präsentiert Lohmann & Rauscher (L&R) erstmals auf deutschem Boden das Movement «hygiene in practice». Seit dem 16. April 2018 bietet L&R über die Webseite www.hygiene-in-practice.com sowie weitere digitale und analoge Kanäle medizinischen Fachkräften eine neue Wissensressource auf den Gebieten Hygiene, Mikrobiologie und Epidemiologie. Die Service-Kampagne «hygiene in practice» ist eine international angelegte Bewegung, die sich an alle richtet, für die Hygiene tagtäglich ein Thema ist. Damit denkt L&R entsprechend seines Corporate Claims People.Health.Care. seinen Service über Produktlösungen im Bereich der Hygiene hinaus weiter. Gemeinsam mit internationalen Experten schafft L&R über Neuigkeiten aus aktueller Forschung, Studien-Zusammenfassungen und Einblicke in gelebte Hygiene-Praxis eine jederzeit verfügbare, praxisorientierte Wissens- und Motivationsquelle. Die Mission des Movements ist es, Infektionsraten zu minimieren.

Abb.: Bakterien der Art Yersinia pseudotuberculosis dringen in menschliches Gewebe ein. Photo und Copyright: HZI/Manfred RohdeWissenschaftler entschlüsseln Mechanismus, mit dem Magen-Darmkeime ihr Infektionsprogramm von akut auf chronisch umschalten

Bakterien überdauern als blinde Passagiere

Braunschweig (8. Februar 2018) - Jedes Jahr lösen Bakterien der Gattung Yersinia mehrere Tausend Magen-Darminfektionen in Deutschland aus. In den meisten Fällen schafft es das menschliche Immunsystem, die Bakterien zu beseitigen. Doch bei einem Teil der Betroffenen stellt sich eine chronische Infektion ein, die langfristig die Ausbildung von Autoimmunerkrankungen fördern kann. Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig haben nun aufgedeckt, mit welchem Trick sich die Yersinien vor dem Immunsystem verstecken: Sie drosseln die Produktion eines Giftstoffes, mit dem sie während einer akuten Infektion die Entzündung des befallenen Gewebes anheizen. So geht die Entzündung zurück und die Bakterien entziehen sich der Aufmerksamkeit des Immunsystems. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler im Fachjournal PLOS Pathogens.

BODE SCIENCE CENTER: Patientenschutz? App-timierbar! „Die Digitalisierung geht nicht wieder weg, wie ein Schnupfen. Wir müssen uns mit ihr auseinandersetzen“, machte PD Dr. Urs-Vito Albrecht, Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik, Hannover, auf dem fünften Mittags-Symposium des BODE SCIENCE CENTER am 12.10.2017 in Berlin unmissverständlich klar. Nach Meinung des eHealth-Experten sind digitale Lösungen bereits allgegenwärtig und werden künftig einen unverzichtbaren Bestandteil der Patientenversorgung ausmachen. Dabei müssen neue Technologien vor allem eins: Einen nachweisbaren Mehrwert für den Patienten erbringen. In Berlin wurden gleich zwei Ansätze vorgestellt, die diese Prämisse erfüllen.BODE SCIENCE CENTER

Patientenschutz? App-timierbar!

Berlin (12. Oktober 2017) - „Die Digitalisierung geht nicht wieder weg, wie ein Schnupfen. Wir müssen uns mit ihr auseinandersetzen“, machte PD Dr. Urs-Vito Albrecht, Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik, Hannover, auf dem fünften Mittags-Symposium des BODE SCIENCE CENTER am 12.10.2017 in Berlin unmissverständlich klar. Nach Meinung des eHealth-Experten sind digitale Lösungen bereits allgegenwärtig und werden künftig einen unverzichtbaren Bestandteil der Patientenversorgung ausmachen. Dabei müssen neue Technologien vor allem eins: Einen nachweisbaren Mehrwert für den Patienten erbringen. In Berlin wurden gleich zwei Ansätze vorgestellt, die diese Prämisse erfüllen.

Neues Forschungsprojekt entwickelt energieeffiziente Belüftung in multifunktionalen Operationsräumen

Keine Chance den Keimen

Berlin (11. Mai 2017) - In Operationssälen mit höchsten Reinheitsanforderungen ist zur Belüftung ein sogenanntes TAV-Deckenfeld von zehn Quadratmetern vorgeschrieben. Außerdem muss pro Stunde hundertmal die Luft gewechselt werden. In Büroräumen geschieht das nur drei- bis sechsmal. Diese Decken sollen sicherstellen, dass der Raum darunter zuverlässig mit keimfreier Luft versorgt wird. TAV steht für vertikale turbulenzarme Verdrängungsströmung. Doch trotz hohen energetischen Aufwands zur Luftbeförderung, Be- und Entfeuchtung sowie Lufttemperierung sind diese Decken nicht in der Lage, den notwendigen Schutz bei Operationen am OP-Tisch zu gewährleisten. Es besteht die Gefahr, dass sich die Wunde infiziert.

Neues Impfschema

STIKO empfiehlt sequenzielle Pneumokokken-Impfung für Hochrisikopatienten

Berlin (30. April 2017) - In Deutschland erkranken jährlich etwa 400.000 bis 680.000 Menschen an einer ambulant erworbenen Pneumonie (CAP).1 Häufigster Erreger sind Pneumokokken.2 Besonders gefährdet, an Pneumokokken-Infektionen zu erkranken, sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Für den Schutz von Hochrisiko-patienten empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) daher erstmalig eine sequenzielle Pneumokokken-Impfung mit einem 13-valenten Konjugatimpfstoff (z.B. Prevenar 13®) gefolgt von einem 23-valenten Polysac-charidimpfstoff. Hochrisikopatient ist, wer an einem angeborenen oder erworbenen Immundefekt bzw. Immunsuppression leidet oder anatomische und Fremdkörper-assoziierte Risiken für eine Pneumokokken-Meningitis aufweist.3

Neue Verfahren für Kampf gegen Keime

Maßgeschneiderte antimikrobielle Beschichtungen

Dresden (4. April 2017) - Die am Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP, einem der führenden Forschungs- und Entwicklungspartner für Dünnschichttechnologien und Elektronenstrahlanwendungen, entwickelten Technologien werden effektiv und erfolgreich zum Kampf gegen Keime eingesetzt.
Erst kürzlich veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Liste mit 12 Bakterienfamilien, die resistent gegen herkömmliche Antibiotika sind. Aber nicht nur in Krankenhäusern sind gefährliche Keime zu finden – sie lauern überall. Das deutsche Magazin „Testbild“ hat zehn Berliner Hotelzimmer auf Hygiene getestet und in acht davon eine „außergewöhnlich hohe Konzentration an multiresistenten Staphylokokken“ gefunden. Das klingt alarmierend.

Messung hirnspezifischer Neurofilamente

Erster Bluttest für Creutzfeldt-Jakob Erkrankung entwickelt

Ulm (20. Dezember 2016) - Forscher um den Ulmer Neurologie-Professor Markus Otto haben den ersten Bluttest entwickelt, mit dem sich die tödliche Creutzfeldt-Jakob Erkrankung diagnostizieren lässt. Diese Krankheit, die im Zuge der BSE-Epidemie Schlagzeilen machte, konnte bisher nur anhand von klinischen Symptomen, ergänzt durch bildgebende Verfahren, EEG-Befunde und eine Nervenwasser-Untersuchung festgestellt werden. Die Ebenbürtigkeit des Bluttests, der hirnspezifische Neurofilamante misst, wurde in einer vergleichenden Studie bestätigt. Weiterhin könnte das neue Verfahren die Diagnostik bei der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) verbessern.

Fleisch aus fernen Ländern

Multiresistente Keime reisen mit

Jena (16. Dezember 2016) - Reisende, die illegal Fleisch aus Nicht-EU-Staaten in Deutschland einführen, können zur Verbreitung von potentiell gefährlichen Krankheitserregern beitragen: In Proben von zwei deutschen Flughäfen wurden jetzt multiresistente Stämme des Bakteriums Staphylococcus aureus nachgewiesen. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung von Forschern der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) und des InfectoGnostics Forschungscampus, die kürzlich in der Fachzeitschrift PLOS ONE (DOI: 10.1371/journal.pone.0167864) veröffentlicht wurde.

Abb.: Eine Infektion mit Helicobacter pylori kann Magenkrebs verursachen. Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung/ Manfred RohdeInfektionen mit Helicobacter pylori beeinflussen die mikrobielle Vielfalt in Mund und Dünndarm

Helicobacter – Der Herrscher im oberen Verdauungstrakt

Braunschweig (13. Dezember 2016) - Eine Infektion mit dem Keim Helicobacter pylori führt bei allen Betroffenen zu chronischen Magenschleimhautentzündungen, bei einem Teil der Infizierten zu Magenkrebs. Um das Zusammenspiel von Helicobacter mit der natürlich vorkommenden Mikroorganismengemeinschaft im oberen Verdauungstrakt besser zu verstehen, führten Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig in Kooperation mit der Universitätsklinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU) im Rahmen eines neu aufgelegten clinical-leave-Programmes zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses eine gemeinsame Studie durch. Hierbei wurden Proben von Helicobacter-infizierten Patienten von der Mundhöhle bis zum Dünndarm endoskopisch gewonnen und erstmals mittels Hochdurchsatz-Sequenzierung auf Basis der RNA-Profile im Vergleich mit nicht infizierten Patienten untersucht.

Auch Menschenaffen sind durch das Ebola-Virus gefährdet. Photo und Copyright: RKIRobert Koch-Institut

Ebolafieber bei Menschenaffen und die Bedeutung für Ausbrüche bei Menschen

Berlin (5. Dezember 2016) - Ebolafieber stellt nicht nur für Menschen, sondern auch für Menschenaffen in Afrika eine Bedrohung dar. Ein internationales Forscherteam um Siv Aina Leendertz und Fabian Leendertz vom Robert Koch-Institut hat das derzeitige Wissen über Ebola bei Menschenaffen zusammengefasst und Verbindungen zwischen Ausbrüchen bei Affen und Menschen dokumentiert. Die Infektionskrankheit und ihre Verbreitung bei Menschenaffen müsse genauer untersucht werden, schreiben die Autoren. Außerdem müsse man darüber diskutieren, ob es möglich und machbar wäre, Menschenaffen gegen Ebola zu impfen. Auf diese Weise würde man nicht nur die vom Aussterben bedrohten Tiere schützen, sondern womöglich auch das Risiko verringern, dass das Ebolavirus auf Menschen überspringt. Der Artikel ist am 5.12.2016 im Fachmagazin Mammal Review erschienen.

Alltagshandeln in den Kliniken so verändern, dass Patienten noch besser geschützt werden

Strategien zur Vermeidung von Krankenhausinfektionen und Multiresistenzen

Leipzig (28. November 2016) - Krankenhausinfektionen und Antibiotikaverbrauch sind zwei Seiten einer Medaille. Veränderungen an der einen Stelle ermöglichen Verbesserungen an der anderen. Wie die aktuellen Maßnahmen zur Infektionsvermeidung und zum reduzierten Antibiotikaverbrauch in Kliniken weiter verbessert werden können, wollen die Hygieneexperten des Instituts für Hygiene/Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Leipzig untersuchen.