Zulassungserweiterung für Perjeta + Herceptin im adjuvanten Setting

Der nächste Schritt zur Chance auf Heilung für Patienten mit frühem HER2-positivem Mammakarzinom

Frankfurt am Main (11. Juli 2018) - Seit Ende Mai 2018 ist Perjeta® (Pertuzumab) in Kombination mit Herceptin® (Trastuzumab) und einer Chemotherapie zur adjuvanten Behandlung von Patienten mit frühem HER2-positivem Mamma-karzinom mit hohem Rezidivrisiko (nodal-positive oder Hormonrezeptor-negative Erkrankung) zugelassen.1 In der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie APHINITY profitierten insbesondere Patienten mit positivem Nodalstatus oder negativem Hormonrezeptorstatus von der zusätzlichen Perjeta-Therapie – zwei Patientenkollektive mit hohem Risiko, einen Rückfall zu erleiden. Das Risiko für Rezidiv oder Tod konnte bei diesen Patienten noch einmal um nahezu 25 % reduziert werden.2 Mit der neuen Zulassung kann die doppelte Antikörper-Blockade beim frühen Brustkrebs bei diesen Patienten nun auch adjuvant für insgesamt ein Jahr als Teil eines vollständigen Behandlungsschemas unabhängig vom Zeitpunkt der Operation eingesetzt werden.1 Anlässlich der Zulassungserweiterung erläuterten Prof. Dr. Bahriye Aktas, Leipzig, und Prof. Dr. Andreas Schneeweiss, Heidelberg, die Studiendaten zu Perjeta im adjuvanten Setting sowie den Stellenwert der neuen Therapie für die Patienten.


Die hohe Wirksamkeit der doppelten Antikörper-Blockade mit Perjeta und Herceptin ist bereits aus dem metastasierten Setting und der neoadjuvanten Situation bekannt: In der First-Line-Situation des metastasierten HER2-positiven Mammakarzinoms konnte durch die Hinzunahme von Perjeta zu Herceptin plus Docetaxel das Gesamtüberleben der Patienten signifikant und klinisch relevant um median 15,7 Monate verlängert werden (56,5 vs. 40,8 Monate; HR: 0,68; p < 0,001).3 In der Neoadjuvanz profitieren die Patienten durch die Hinzunahme von Perjeta von einer nahezu verdoppelten Rate an pathologischen Komplettremissionen in Brust und Axilla (39,3 % vs. 21,5 %; p = 0,0063). 4

In der adjuvanten Situation ist die zielgerichtete Behandlung mit Herceptin in Kombination mit einer Chemotherapie seit Jahren etablierter Standard. „Trotz Herceptin in der Adjuvanz und Perjeta/Herceptin in der Neoadjuvanz sehen wir aber Patienten, die ein Rezidiv erleiden und die wir dann nicht mehr heilen können“, erklärte Schneeweiss. Das Rezidivrisiko ist insbesondere bei Patienten mit positivem Nodalstatus oder negativem Hormonrezeptorstatus hoch.4,5,6 „Die Überprüfung der Wirksamkeit und Sicherheit von Perjeta und Herceptin in der adjuvanten Situation im Rahmen der APHINITY-Studie war daher die logische Schlussfolgerung zur bisherigen Datenlage.“ Mit der nun erfolgten Zulassung steht diesen Patienten mit hohem Rezidivrisiko* eine neue Therapieoption zur Verfügung.


Nahezu 25 % Risiko-Reduktion für Rezidiv oder Tod*

„Die Resultate aus APHINITY bestätigen jetzt auch für das adjuvante Setting die überlegene Wirksamkeit der doppelten Antikörper-Blockade“, erklärte Aktas. „Dabei zeigt sich, dass wir insbesondere für Patienten mit hohem Rezidivrisiko die Chance auf Heilung nun weiter erhöhen können.“ So war das Risiko für ein Rezidiv oder Tod unter dem Perjeta-Regime nach einem medianen Follow-up von 45,4 Monaten gegenüber der alleinigen Behandlung mit Herceptin plus Chemotherapie bei nodal-positiven Patienten um 23 % und bei Hormonrezeptor-negativen Patienten um 24 % reduziert (invasiv-krankheitsfreies Überleben [iDFS]: 92,0 % vs. 90,2 %; HR: 0,77; p = 0,019 bzw. iDFS: 92,8 % vs. 91,2 %; HR: 0,76; p = 0,085).2 Die Studiendaten bestätigen zudem das bekannte Sicherheitsprofil der doppelten Antikörper-Blockade.1,2 Insgesamt nahmen 4.805 therapie-naive Patienten mit frühem HER2-positivem Mammakarzinom an der APHINITY-Studie teil und erhielten postoperativ randomisiert entweder ein Jahr lang Perjeta und Herceptin oder Placebo und Herceptin – jeweils in Kombination mit einer Anthrazyklin- oder Carboplatin-basierten Standardchemotherapie.2


Perjeta und Herceptin für 1 Jahr – unabhängig vom Zeitpunkt der Operation

Die Behandlung mit der doppelten Antikörper-Blockade erfolgt bei Frauen mit positivem Nodalstatus oder negativem Hormonrezeptorstatus für insgesamt 18 Zyklen (1 Jahr) unabhängig vom Zeitpunkt der Operation als Teil eines vollständigen Therapieregimes beim frühen HER2-positiven Mammakarzinom.1 Erhält der Patient die doppelte Antikörper-Blockade bereits neoadjuvant (3 bis 6 Zyklen), wird die adjuvante Behandlung postoperativ auf 18 Zyklen komplettiert. Ohne neoadjuvante Vorbehandlung werden Perjeta und Herceptin in Kombination mit Chemotherapie nach der Operation für 18 Zyklen (1 Jahr) gegeben. Die Arbeitsgemeinschaft für Gynäkologische Onkologie (AGO) hat dieses Vorgehen für Patienten mit hohem Rezidivrisiko* bereits mit einer Plus-Empfehlung (+) bewertet.7


Es begann mit der Antikörper-Nummer 2C4 – die Entwicklungsgeschichte von Perjeta

Als 2C4 wurde der Antikörper Perjeta bereits 1987 identifiziert. Die Anti-HER2-Aktivität von 2C4 alleine war jedoch geringer als die von 4D5, dem heutigen Herceptin. Ende der 1990er Jahre konnte gezeigt werden, dass 2C4 an eine andere Region des HER2-Rezeptors bindet als Herceptin und die Dimerisierung von HER2 mit anderen Mitgliedern der HER-Rezeptorfamilie verhindert. „Als Monotherapie erwies sich Perjeta jedoch als nicht so wirksam, sodass die Entwicklung im Jahr 2005 eingestellt werden sollte“, erinnerte sich Dr. Max Hasmann, Roche Diagnostics GmbH, Penzberg. „Zeitgleich zeigte aber die Kombination von Perjeta und Herceptin im Mausmodell eine überzeugende Wirksamkeit, die in weiteren Phase-II-Studien mit HER2-positiven Patienten und schließlich in der Zulassungsstudie CLEOPATRA bestätigt werden konnte und 2013 zur Zulassung in der Europäischen Union führte.“



Literaturverweise und Anmerkungen

  • *Patienten mit nodal-positiver oder Hormonrezeptor-negativer Erkrankung
  1. Fachinformation Perjeta®, Stand: Mai 2018
  2. von Minckwitz G et al., N Engl J Med 2017; 377(2): 122-31
  3. Swain S et al., NEJM 2015, 372(8): 724-34
  4. Gianni L et al., Lancet Oncol 2012; 13(1): 25-32
  5. Cameron D et al., Lancet 2017, 389: 1195-205
  6. Slamon D et al., BCIRG 006 trial. SABCS 2015. Abstract S5-04
  7. AGO Kommission Mamma; Diagnostik und Therapie von Patientinnen mit primärem und metastasiertem Brustkrebs; Empfeh­lungen 2018. www.ago-online.de


Eindeutige Kennzeichnung von biologischen Arzneimitteln in der medizinischen Kommunikation

Für die Patientensicherheit ist es wichtig, biologische Arzneimittel durch ihren Handelsnamen klar zu kennzeichnen. Nur so kann gewährleistet werden, dass mögliche Nebenwirkungen eindeutig einem bestimmten Produkt zugeordnet und zurückverfolgt werden können. Analog europäischer behördlicher Vorgaben für die Dokumentation des Handelsnamens in der Patientenakte nennt Roche in Publikationen, Texten und Presseinformationen deshalb neben dem internationalen Freinamen auch den Handelsnamen.


Roche weltweit

Roche ist ein globales Unternehmen mit Vorreiterrolle in der Erforschung und Entwicklung von Medikamenten und Diagnostika und ist darauf fokussiert, Menschen durch wissenschaftlichen Fortschritt ein besseres, längeres Leben zu ermöglichen. Dank der Kombination von Pharma und Diagnostika unter einem Dach ist Roche führend in der personalisierten Medizin – einer Strategie mit dem Ziel, jedem Patienten die bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen.

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Seit der Gründung im Jahr 1896 erforscht Roche bessere Wege, um Krankheiten zu verhindern, zu erkennen und zu behandeln und leistet einen nachhaltigen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung. Zum Ziel des Unternehmens gehört es durch Kooperationen mit allen relevanten Partnern den Zugang von Patienten zu medizinischen Innovationen zu verbessern. Auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation stehen heute 30 von Roche entwickelte Medikamente, darunter lebensrettende Antibiotika, Malariamittel und Krebsmedikamente. Ausgezeichnet wurde Roche zudem bereits das neunte Jahr in Folge als das nachhaltigste Unternehmen innerhalb der Pharma-, Biotechnologie- und Life-Sciences- Branche im Dow Jones Sustainability Index.

Die Roche-Gruppe mit Hauptsitz in Basel, Schweiz ist in über 100 Ländern tätig und beschäftigte 2017 weltweit rund 94.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Jahr 2017 investierte Roche CHF 10,4 Milliarden in Forschung und Entwicklung und erzielte einen Umsatz von CHF 53,3 Milliarden. Genentech in den USA gehört vollständig zur Roche-Gruppe. Roche ist Mehrheitsaktionär von Chugai Pharmaceutical, Japan.


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Die Roche Pharma AG im südbadischen Grenzach-Wyhlen verantwortet mit rund 1.400 hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das deutsche Pharmageschäft. Dazu gehören Marketing und Vertrieb von Roche Medikamenten in Deutschland sowie der Austausch mit Wissenschaftlern, Forschern und Ärzten in Praxen und Krankenhäusern. Im Bereich der klinischen Forschung koordiniert der Standort alle zulassungsrelevanten Studien für Deutschland sowie Studien für bereits auf dem Markt befindliche Produkte. Für den europäischen Raum erfolgen in Grenzach-Wyhlen zudem zentrale Elemente der technischen Qualitätssicherung.


Quelle: Roche Pharma, 11.07.2018 (tB).