Gesundheitspolitik

Allianz von Patienten und Ärzten gegen drohenden Versorgungs-Infarkt

"Eher eine U-Bahn in Venedig als den Verlust der flächendeckenden Patientenversorgung in den Arztpraxen!"

 

Erkrath (14. August 2008, ots) - "Das klassische durch Vertrauen geprägte Arzt-Patienten-Verhältnis bekommt eine neue und weitere Dimension", diagnostiziert Martin Grauduszus, Präsident der 'Freien Ärzteschaft' (FÄ). Schon jetzt hätten Tausende von Ärzten, Praxismitarbeitern und Patienten in ganz Deutschland ihre Entschlossenheit bekundet, dem Aufruf der 'Freien Ärzteschaft' zum Protest folgen zu wollen: "Am 19. September werden wir in Berlin gemeinsam gegen den drohenden Abbau und die Vernichtung einer menschlichen und zuwendungsorientierten Medizin protestieren und damit gleichzeitig für den Erhalt der wohnortnahen haus- und fachärztlichen Versorgung demonstrieren."

Augen zu und durch!

BMG ignoriert nationales wie internationales Expertenvotum

 

Berlin (6. August 2008) - Der Bundesverband Managed Care (BMC) reagiert mit ernsthafter Sorge auf Medienberichte, wonach das Bundesministerium für Gesundheit das Methodenpapier des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zur Kosten-Nutzen-Bewertung in zentralen Punkten unterstützt. Große Teile der wissenschaftlichen Gemeinschaft, national wie international, hatte das Papier heftig kritisiert und als wissenschaftlich nicht akzeptabel eingestuft. „Mit seiner Zustimmung stellt das Ministerium nicht nur international anerkannte Expertise in Frage, sondern isoliert Deutschland in Fragen der wissenschaftlichen Bewertung von Kosten und Nutzen im Gesundheitswesen.“, erklärt der stellvertretende BMC-Vorsitzende Prof. Dr. Franz Porzsolt, Leiter der klinischen Ökonomik der Universität Ulm. „Ein Schlag ins Gesicht für den Wissenschaftsstandort Deutschland!“

47 Prozent der Krankheitskosten entstehen im Alter

 

Wiesbaden (5. August 2008) - Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, entstanden im Jahr 2006 bei der älteren Bevölkerung ab 65 Jahren Krankheitskosten von rund 111,1 Milliarden Euro. Damit entfielen 47 % der gesamten Krankheitskosten in Deutschland auf ältere Menschen. Das zeigen die neuesten Ergebnisse der Krankheitskostenrechnung, einem Rechensystem des Statistischen Bundesamtes, das die ökonomischen Konsequenzen von Krankheiten für die deutsche Volkswirtschaft abschätzt.

Kassen legen Empfehlungen zur spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) vor

 

Berlin (4. August 2008) - Bereits mit der letzten Gesundheitsreform hatte der Gesetzgeber schwerstkranken Sterbenden einen Anspruch auf spezialisierte ambulante Palliativversorgung zugesprochen. Ziel war es, die Versorgung Sterbender durch Linderung und Begleitung anstatt durch aktive Sterbehilfe zu verbessern. Durch einen systematischen Ausbau der palliativ-medizinischen und palliativ-pflegerischen Versorgung sollte Hilfe und Unterstützung in der Häuslichkeit und im Heim gewährt werden. Unnötige Krankenhausaufenthalte sollten vermieden und dem Wunsch, zu Hause zu sterben, Rechnung getragen werden. Zur Umsetzung des Leistungsanspruches konnte es bisher allerdings nicht kommen, weil die Krankenkassen die erforderlichen Rahmenbedingungen nicht geschaffen haben, weshalb bisher keine Verträge zustande kamen und Leistungen nicht erbracht werden.

CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag

Keine Einführung von Heroin als Medikament

 

Berlin (15. Juli 2008) -  Anlässlich der Forderung des Bundesverbandes der Eltern und Angehörigen für akzeptierende Drogenarbeit, Heroin als Medikament zuzulassen und die flächendeckende Heroinvergabe in die medizinische Regelversorgung einzuführen, erklärt die Drogenbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Maria Eichhorn MdB:

Diakonie unterstützt die Kampagne „Rettung der Krankenhäuser“

 

Berlin (15. Juli 2008) - Das Diakonische Werk der EKD und der Deutsche Evangelische Krankenhausverband (DEKV) unterstützen die Kampagne „Rettung der Krankenhäuser“. Diese wird von einem Aktionsbündnis getragen, das aus der Deutschen Krankenhausgesellschaft, der Bundesärztekammer, dem Deutschen Pflegerat, dem Deutschen Städtetag sowie Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden besteht. Der evangelische Spitzenverband der deutschen Wohlfahrtspflege ist überzeugt, dass die bisherigen Zusagen und Versprechungen der Politik bei weitem nicht ausreichen. „Die seit 15 Jahren als Kostendämpfungspolitik schöngeredete Unterfinanzierung der Krankenhäuser hat die kirchlichen Häuser besonders hart getroffen“, stellt der Präsident des Diakonischen Werkes der EKD, Klaus-Dieter Kottnik, fest.

Experten diskutieren über das "Krankenhaus der Zukunft" Klinikreform

Ersatzkassen fordern mehr Wettbewerb im Sinne des Patienten

Siegburg (10. Juli 2008) - Wie wird das Krankenhaus in 20 Jahren aussehen, welche strukturellen und finanziellen Weichen müssen gestellt werden? Und vor allem: Was dient dem Wohl des Patienten? Über diese und weitere Fragen diskutieren am 10. und 11. Juli 2008 Experten auf der Tagung "Das Krankenhaus der Zukunft" in der Französischen Friedrichstadtkirche auf dem Gendarmenmarkt, Berlin, die von den Ersatzkassenverbänden VdAK/AEV und der Evangelischen Akademie zu Berlin veranstaltet wird.

Neuerscheinung aus dem IAT beleuchtet Gestaltungs- und Qualifizierungsbedarf

Gesundheitswirtschaft in der doppelten Modernisierungsfalle

 

Gelesenkirchen (10. Juli 2008) - Qualifizierte Arbeit ist die Achillesferse der prosperierenden Gesundheits-Wirtschaft. Denn der derzeitige und noch wachsende Fachkräfteengpass in zentralen Berufsgruppen der Gesundheitswirtschaft ist hausgemacht. Arbeitsbedingungen und -organisation sind oft veraltet und das System der beruflichen Bildung aktuell nur bedingt auf die Modernisierung und Professionalisierung der Branche eingestellt. Diese Thesen stehen im Mittelpunkt einer Neuerscheinung aus dem Institut Arbeit und Technik (IAT) der Fachhochschule Gelsenkirchen. Ist die Gesundheitswirtschaft "große Hoffnung oder Sorgenkind"?

Gemeinsame Pressemitteilung der Bundesärztekammer und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V.

Ärzteschaft hofft auf Konsens im Parlament bei der Neuregelung des Schwangerschaftskonfliktgesetzes

 

Berlin/München (10. Juli 2008) - Die Ärzteschaft begrüßt die Ankündigung von CDU und CSU, ihren Vorschlag zur Ergänzung des Schwangerschaftskonfliktgesetzes nach der Sommerpause als Gruppenantrag in den Bundestag einzubringen, dem sich dann auch Abgeordnete aus allen anderen Fraktionen anschließen können. Nach dem Scheitern der Gespräche mit der SPD über einen gemeinsamen Entwurf besteht nun die Möglichkeit, einen fraktionsübergreifenden Konsens über die notwendigen Regelungen zur Minimierung von medizinisch indizierten Schwangerschaftsabbrüchen herzustellen, betonen Bundesärztekammer und Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG).

Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa)

Bessere Pflege durch zusätzliche Betreuungsleistungen

 

Berlin (1. Juli 2008) - Pflegekassen legen Richtlinie zum zügigen Leistungsbezug vor Die Pflegeversicherungs-Reform bringt eine höhere finanzielle Förderung für ambulant betreute Demenzkranke und bessere Betreuungsmöglichkeiten für altersverwirrte Menschen in Pflegeheimen durch so genannte zusätzliche Betreuungsleistungen. Anstatt 460 Euro im Jahr erhalten Personen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz, die in der eigenen Wohnung leben, seit heute bis zu 2.400 Euro. In den Heimen finanziert die Pflegeversicherung zusätzliche Betreuungskräfte. Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa), begrüßt dies: „Für Pflegeheime und Pflegedienste bedeuten die neuen Regelungen eine große Chance, die Betreuungssituation ihrer Bewohner und Kunden weiter zu verbessern. Wir begrüßen, dass dies nun ohne zusätzlichen Kostenaufwand für die Betroffenen geschehen kann.“ Eine vom Ministerium für Gesundheit soeben genehmigte Richtlinie regelt die Zuordnung der Leistungsverbesserungen, bestimmt die Leistungsempfänger und klärt, wie diese Leistungen zur Verfügung gestellt werden. „Die neue Richtlinie ermöglicht im stationären Bereich eine zügige Verbesserung der Betreuung zugunsten der Betroffenen. Heimbewohner sollen schnell von der vorgesehenen besseren Betreuung und Begleitung profitieren“, kommentiert Bernd Meurer. „Im ambulanten Bereich hätten wir uns gewünscht, dass die Betroffenen und deren Angehörige ohne Antrag monatlich 200 Euro bekommen. Jetzt erhalten sie zunächst 100 Euro im Monat und erst auf Antrag 200 Euro“, erklärt der bpa-Präsident.

„Bund und Länder müssen an einem Strang ziehen“

Bundesärztekammer fordert konzertierte Aktion zur Rettung der Krankenhäuser

 

Berlin (2. Juli 2008) - Die Bundesärztekammer hat an die Gesund­heitsminister der Länder und das Bundesgesundheits-Ministerium appelliert, die Finanznot der Krankenhäuser zu beseitigen. "Wenn jetzt nicht endlich die Patientenversorgung zum Maßstab der Dinge gemacht wird, bluten die Krankenhäuser aus. Bund und Länder sind gemeinsam gefordert, die Finanzierung der Kranken­häuser dauerhaft zu sichern. Die Krankenhäuser dürfen dabei kei­nesfalls zwischen die Mühlsteine eines Parteienkonfliktes von Bund und Ländern geraten. Mit der Politik der Lippenbekenntnisse muss endlich Schluss sein, wir brauchen Lösungen statt Streit“, sagte der Vizepräsident der Bundesärztekammer, Dr. Frank Ulrich Montgomery, anlässlich der Gesundheitsminister-konferenz in Plön.

Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI)

IQWiG verbreitet falsche Patienten-Informationen

 

Berlin (26. Juni 2008) - Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) kritisierte heute scharf eine gestern durch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) veröffentlichte Informationsschrift für Patienten zum Thema „Nahrungsergänzungsmittel und komplementärmedizinische Präparate“. Darin enthaltene Aussagen seien falsch und diskreditierten Arzneimittel, erklärte Prof. Dr. Barbara Sickmüller, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI). „Trotz unserer vorab an das IQWiG gesandten Hinweise stellt das Institut Behauptungen auf, die nicht mit dem Arzneimittelgesetz übereinstimmen. Hier besteht mehr als dringender Handlungsbedarf, weil Patienten damit unnötig verunsichert werden. Wir fordern das Bundesgesundheitsministerium auf, aktiv gegen diese Falschaussagen des IQWiG vorzugehen und eine öffentliche Stellungnahme abzugeben“, sagte Sickmüller.

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

Nationaler Aktionsplan für Ernährung und Bewegung – Schneckentempo statt Aktion

 

Berlin  (26. Juni 2008) -  Anlässlich des heutigen Kabinettsbeschluss zum Nationalen Aktionsplan zur Prävention von Fehlernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht und damit zusammenhängende Krankheiten erklärt Ulrike Höfken, Sprecherin für Ernährungspolitik und Verbraucherfragen: Der Aktionsplan der Bundesregierung verschwendet nur wertvolle Zeit, die längst für eine Trendwende in der Ernährung genutzt werden könnte. Arbeitsgruppen, Fachgespräche, Berichte, Eckpunktepapiere bilden ein Sammelsurium von bürokratischen Aktivitäten ohne konkretes Handeln. Statt auf die bewährten Akteure der ersten Stunde und die auf den Weg gebrachten rot-grünen Initiativen von Renate Künast zu setzen, sollen staatliche Parallelstrukturen und eine teure Geschäftsstelle nun den Aktionsplan entwickeln. Die Bundesregierung hat in den letzten 2,5 Jahren nicht mehr geschafft, als lange bekannte Ziele in einen Alibi-Aktionsplan zu schreiben und mühsam zwischen den Streithähnen Seehofer und Schmidt abzustimmen.

Bundesministerium für Gesundheit

Caspers-Merk zum GEK-Arzneimittelreport: „Voraussetzung für besseres Versorgungsmanagement“

 

Berlin (24. Juni 2008) -  Anlässlich der Vorstellung des Arzneimittelreports 2008 der Gmünder Ersatzkasse (GEK) erklärt die Parlamentarische Staatssekretärin Marion Caspers-Merk: „Wer bekommt in Deutschland welche Arzneimittel verschrieben? Der Arzneimittelreport der Gmünder Ersatzkasse gibt hier detaillierte Antworten. Eine Reihe von Resultaten finde ich besonders beeindruckend.

Altersgrenze für Gesundheitsfachberufe aufgehoben

 

Berlin (20. Juni 2008) -  Anlässlich der Verabschiedung eines Gesetzes zur Änderung der Altersgrenze bei Gesundheits-fachberufen erklärt die zuständige Berichterstatterin der SPD-Bundestagsfraktion Margrit Spielmann:

Bisher wird in sechs bundesgesetzlich geregelten Ausbildungen aus dem Bereich der nichtärztlichen Gesundheitsberufe die Zulassung zur Ausbildung von einem Mindestalter abhängig gemacht: im Hebammengesetz, im Logopädengesetz, im Masseur- und Physiotherapeutengesetz, im Rettungs-assistenten-gesetz und im pharmazeutisch-technischen Assistentengesetz.

KBV reagiert auf Bericht von Transparency Deutschland zu Korruption im Gesundheitswesen

Mangelhafter Bericht ohne Anspruch auf Aktualität - KBV erwartet Korrektur

 

Berlin (18. Juni 2008) - "Schlecht recherchiert und veraltet sind die Informationen von Transparency International (TI). Die von der Organisation gestern veröffentlichte Neufassung eines Grundsatzpapiers zu Transparenzmängeln und Korruption im Gesundheitswesen enthält längst überholte Darstellungen. Die Wirklichkeit sieht anders aus." Das hat Dr. Carl-Heinz Müller, Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), heute in Berlin festgestellt. "Dies gilt etwa für den Passus über manipulationsfreie Praxis-Software. Der Vorwurf lautet, die KBV habe lediglich eine freiwillige Selbstverpflichtung mit den Herstellern vereinbart. Das ist falsch und entspricht nicht dem aktuellen Stand", betonte Müller.

Bundesweit zunächst rund 270 Pflegeberater

PKV geht eigenen Weg in der Pflegeberatung

 

Berlin (18. Juni 2008) - Auf seiner Jahrestagung in Berlin kündigt der Verband der privaten Krankenversicherung den Aufbau einer eigenständigen Pflegeberatung der PKV mit Start zum 1.1.2009 an.  "Wir gehen in der Pflegeberatung einen eigenen und - wir sind der festen Überzeugung - besseren Weg, als er mit dem Konzept der Pflegestützpunkte für die soziale Pflegeversicherung gegangen wird", so der Verbandsvorsitzende Reinhold Schulte vor Vertretern der Presse.

dvta - Deutscher Verband Techn. Assistentinnen und Assistenten in der Medizin

Übertragung ärztlicher Leistungen: MTA kritisieren Beschluss des 111. Ärztetages als kurzsichtig

 

Hamburg (18. Juni 2008) - Der Deutsche Verband Technischer Assistentinnen und Assistenten in der Medizin e. V. (dvta) kritisiert den Beschluss des 111. Deutschen Ärztetages, die Übertragung arztnaher Leistungen auf andere Berufsgruppen auszuschließen. „Viele Leistungen, die nach dem Gesetz Ärzten vorbehalten sind, werden schon jetzt von anderen Berufsgruppen wie den Medizinisch-Technischen Assistenten ausgeführt. Eine Übertragung arztnaher Tätigkeiten auf andere Gesundheitsberufe auszuschließen, ist deshalb kurzsichtig“, kommentiert Andrea Michelsen den Beschluss des 111. Deutschen Ärztetages, der Ende Mai in Ulm tagte. „Die Ärzteschaft will einerseits unliebsame Verwaltungsarbeit an Dokumentationsassistenten abgeben, verweigert sich aber Leistungen in der Analytik an MTA zu übertragen“.

Transparency Deutschland beklagt korruptions- und betrugsanfällige Strukturen im Gesundheitswesen

Transparenzmängel, Korruption und Betrug im deutschen Gesundheitswesen

 

Berlin (17. Juni 2008) - Die Antikorruptionsorganisation Transparency International Deutschland e.V. hat heute die aktualisierte Fassung des Grundsatzpapiers „Transparenzmängel, Korruption und Betrug im deutschen Gesundheitswesen. Kontrolle und Prävention als gesellschaftliche Aufgabe“ veröffentlicht. Anke Martiny, Vorstandsmitglied von Transparency Deutschland: „Wir wollen alle vom Gesundheitswesen Betroffenen, also mindestens neunzig Prozent der Bevölkerung, auf die Dunkelzonen des Gesundheitssystems hinweisen, um Intransparenzen zu bekämpfen und Änderungen zu erzwingen. Deutschland ist Nr. 3 auf der Welt bei den Kosten des Gesundheitswesens; bei den Leistungen und ihren Ergebnissen für die Gesundheit der Bevölkerung rangieren wir aber nur im Mittelfeld unter den vergleichbaren Industrieländern.“

Finanznot der Krankenhäuser beheben

Notstand der Pflegeberufe beenden


Anlässlich der Anhörung zur Finanzierung der Krankenhäuser im Bundestag warnt der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) e.V. vor den Folgen der Stellenstreichungen in der Pflege

Berlin (17. Juni 2008) - Der Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages kommt morgen zu einer öffentlichen Anhörung angesichts der angespannten Finanzsituation der Krankenhäuser zusammen. Nach den jüngsten Tarifabschlüssen hatten die Krankenhäuser Alarm geschlagen und einen zu erwartenden Fehlbetrag von über 4 Mrd. Euro für 2008 und 2009 angekündigt. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) e.V. warnt ausdrücklich davor, weiterhin Finanzlücken im Krankenhaus durch Personalkürzungen im Pflegebereich zu schließen. Die Pflegekräfte sind in Deutschland seit Jahren schwierigsten Arbeitsbedingungen ausgesetzt. Seit 1995 wurden mehr als 50.000 Stellen in der Pflege abgebaut, während gleichzeitig die Fallzahlen um fast eine Million Patienten gestiegen sind. Stellenabbau, hohe Arbeitsverdichtung, krankmachende Arbeitsbedingungen, sinkendes Berufsimage und fehlende Anerkennung der erbrachten Leistungen bringen die deutsche Pflege schon heute in die Gefahr, zu kollabieren.

Stellungnahme des DBfK zur Anhörung im Gesundheitsausschuss

Finanznot der Krankenhäuser

Berlin (16. Juni 2008) - Stellungnahme des Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) zur öffentlichen Anhörung des Ausschuss für Gesundheit des Deutschen Bundestages am 18. Juni 2008 zu den Anträgen der Oppositionsfraktionen:

a) Antrag der Abgeordneten Frank Spieth, Dr. Martina Bunge, Klaus Ernst, weiterer
Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
Aktuelle Finanznot der Krankenhäuser beenden
(BT-Drs. 16/8375)

b) Antrag der Abgeordneten Dr. Harald Terpe, Birgitt Bender, Elisabeth
Scharfenberg, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Krankenhäuser zukunftsfähig machen
(BT-Drs. 16/9008)

c) Antrag der Abgeordneten Daniel Bahr (Münster), Heinz Lanfermann, Dr. Konrad
Schily, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP
Verbesserung der Finanzsituation der Krankenhäuser
(BT-Drs. 16/9057)

Zweitmeinungsverfahren muss Patienten und Ärzten dienen

AstraZeneca sieht Bedarf für Richtlinie mit Augenmaß

Wedel (06.06.2008) - Mit großer Aufmerksamkeit beobachtet das forschende Pharmaunternehmen AstraZeneca Deutschland die derzeitige Entwicklung des Zweitmeinungsverfahrens. Dieses ist Teil der letzten Gesundheitsreform und regelt im aktuellen Richtlinienentwurf des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), dass insbesondere Arzneimittel mit hohen Jahrestherapiekosten oder hohem Risikopotenzial von einem behandelnden Arzt nur nach Rücksprache mit einem "Arzt für besondere Arzneimitteltherapie" verordnet werden dürfen. In der aktuellen Richtlinie wurden sechs Wirkstoffe für das Zweitmeinungsverfahren ausgewählt, das ab 1. Januar 2009 in die Umsetzung geht.

Baden-Württemberg: bpa fordet Stärkung der bestehenden Pflegeberatung statt Errichtung von Pflegestützpunkten

Entscheidung der Landesregierung noch nicht gefallen

Stuttgart (30. Mai 2008, ots) - In der politischen Auseinandersetzung um das Pflege-Weiterentwicklungsgesetz waren die Pflegestützpunkte einer der Knackpunkte. Nun entscheiden die Länder darüber, ob sie eingerichtet werden oder nicht.

Stellungnahme des Deutschen Pflegerates zum „Ulmer – Papier“ des 111. Deutschen Ärztetages

 

Berlin (27. Mai 2008) – Die Bundesärztekammer hat anlässlich des 111. Deutschen Ärztetages ihre Vorstellungen zur Weiterentwicklung der medizinischen Versorgungsstrukturen in Deutschland vorgelegt. Ein wichtiger Bestandteil des Ulmer Papiers sind die Grundsätze für das Zusammenwirken der Gesundheitsberufe. „Dieser Vorschlag erkennt zwar die Notwendigkeit muliprofessioneller Teams und berufsgruppenübergreifender Versorgungsstrukturen an“, so Marie-Luise Müller, Präsidentin des Deutschen Pflegerates, „er stellt jedoch immer noch das ärztliche Handeln auch dort in den Vordergrund, wo die Kompetenzen bereits heute und zukünftig eindeutig im pflegerischen Bereich liegen. „Der bevorstehende demografische Wandel mit einer wachsenden Zahl von hochbetagten, steigend mulitmorbiden oder pflegebedürftigen Menschen fordert einen Paradigmenwechsel in Medizin, Pflege und Sozialwesen“, so Müller weiter. „Ohne qualifizierte, ausreichende pflegerische Versorgung ist eine medizinische Intervention bei Menschen mit Pflegebedarf meist ohne nachhaltigen Erfolg.“

IQWiG publiziert neue Version seiner Allgemeinen Methoden

Aufbau und Gliederung des Dokuments grundlegend überarbeitet / Patienten regelhaft beteiligt

 

Berlin (27. Mai 2008) - Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat sein Methodenpapier überarbeitet und in der Version "Allgemeine Methoden 3.0" am 27. Mai 2008 im Internet veröffentlicht. Das neue Dokument ist ab sofort verbindliche Grundlage für die wissenschaftliche Arbeit des IQWiG und seiner externen Sachverständigen sowie für die Kooperation mit den Auftraggebern. Die Änderungen gegenüber Version 2.0 hatte das Institut zuvor mehrere Monate mit seinem wissenschaftlichen Beirat und Vertretern einer breiten Fachöffentlichkeit diskutiert und beraten.

Hoppe: Rationierung zum Wahlkampfthema machen

Eröffnung des 111. Deutschen Ärztetages in Ulm

Berlin/Ulm (ots, 20. Mai 2008) - "Die Rationierung medizinischer Leistungen muss ein Wahlkampfthema werden, damit eine Diskussion nicht nur hinter vorgehaltener Hand, sondern in der Öffentlichkeit stattfindet", forderte Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundesärztekammer, bei der heutigen Eröffnung des 111. Deutschen Ärztetages in Ulm. "Ärztinnen und Ärzte müssen seit Jahren eine heimliche Rationierung im Gesundheitswesen ertragen und vor ihren Patienten dafür gerade stehen. Das aber wollen wir nicht mehr", sagte Hoppe. Die Politik dürfe sich nicht aus der Verantwortung stehlen und so tun, als gebe es diese Rationierung nicht. "Wir müssen offen über die Probleme im Gesundheitswesen sprechen und wir müssen den Menschen zeigen, wer für die Rationierung tatsächlich verantwortlich ist", sagte Hoppe unter dem Beifall der 250 Delegierten.