Ethik

Islamische Theologen

Deutungshoheit über den Islam nicht militanten Extremisten überlassen

 

Frankfurt am Main (1. September 2014) - Zu Beginn des an der Goethe-Universität stattfindenden Kongresses „Horizonte der Islamischen Theologie haben die Vertreter der Standorte für Islamisch-Theologische Studien in Deutschland eine Stellungnahme zu den aktuellen politischen Entwicklungen im Nahen Osten veröffentlicht. Die Deutungshoheit über den Islam dürfe nicht militanten Extremisten überlassen werden, die auch unter jungen Menschen in Europa zunehmend Anhänger fänden, sondern müsse in Deutschland aus der Mitte der Gesellschaft – unter anderem aus den Universitäten – erfolgen. Sie zeigen sich darin tief bestürzt über das unmenschliche Vorgehen der Anhänger des „Islamischen Staats“. Ursachen für das gewaltzentrierte Religionsverständnis sehen die Unterzeichner u. a. in den desolaten soziopolitischen Umständen im Nahen Osten und auch in anderen Teilen der Welt.

Religion hat Wohlfahrtsstaaten weit mehr beeinflusst als bekannt

 

Münster (22. Mai 2014) - Religionsgemeinschaften haben laut einer neuen Studie aus dem Exzellenzcluster „Religion und Politik“ weit mehr Einfluss auf die Entstehung europäischer Wohlfahrtsstaaten gehabt als bislang bekannt. „Vor allem in Ländern wie Deutschland und den Niederlanden, in denen Staat und Kirchen sowie die Konfessionen untereinander konkurrierten, entwickelten Religionen viel Einsatz für den Wohlfahrtssektor“, sagt der evangelische Theologe und Sozialethiker Prof. Dr. Hans-Richard Reuter vom Exzellenzcluster der Uni Münster. „In Ländern wie Spanien oder Polen hingegen, wo der Katholizismus lange ein Monopol innehatte und eng an den Staat gebunden war, haben Religionen kaum Einfluss auf die bis heute schwächere Ausprägung von Sozialstaatlichkeit genommen.“ Sie bestimmten insofern entscheidend mit, wie und wie stark sich der Wohlfahrtssektor in einem Land entwickelte. Die Studie untersucht 13 europäische Länder. Es handelt sich um die bislang größte Untersuchung zum Einfluss von Religionen auf die Sozialstaaten Europas.

Deutscher Ethikrat

Neue Herausforderungen für das Verbot des Klonens zu Fortpflanzungszwecken?

 

Berlin (9. Mai 2014) - Der Deutsche Ethikrat hat im Rahmen seiner gestrigen Plenarsitzung eine öffentliche Anhörung zur Forschung an humanen embryonalen Stammzellen durch Zellkerntransfer und an induzierten pluripotenten Stammzellen durchgeführt sowie die sich daraus eventuell ergebenden rechtlichen Herausforderungen diskutiert.

 

Entsteht Religion im Gehirn?

Religion als Instrument der Angstbewältigung

 

Münster (21. Mai 2014) - Religion lässt sich aus Sicht des Freiburger Neurobiologen Prof. Dr. Robert-Benjamin Illing primär als Instrument der Angstbewältigung ansehen. „Mit Angstgefühlen sind unsere Vorfahren seit Urzeiten vertraut. Im Zuge der Zivilisations- und Bewusstseinsentwicklung sah sich der Mensch jedoch mit neuen Ängsten konfrontiert: vor Krankheit, Verfall und Tod“, sagte der Wissenschaftler am Dienstagabend in der Reihe „Streitgespräche über Gott und die Welt“ am Exzellenzcluster „Religion und Politik“ in Münster. „Anders als vor Schlangen oder Leoparden können wir vor Existenzängsten und Sinnkrisen nicht physisch fliehen, weil sie in uns wohnen“, so der Forscher. „Im Rahmen unserer kognitiven Möglichkeiten fassen wir die neuen Ängste deswegen in Mythen und entwickeln daraus Religionen, um ihnen doch zu entkommen.“

Ethikrat legt Stellungnahme zur Biosicherheit vor

 

Berlin (7. Mai 2014) - Wie sollte man mit Forschung umgehen, die zum medizinischen Fortschritt oder anderen gesellschaftlich wichtigen Zielen beitragen möchte, gleichzeitig aber auch von Bioterroristen oder anderen Straftätern missbraucht werden könnte? Zu dieser Frage gibt der Deutsche Ethikrat in seiner heute der Bundesregierung und der Öffentlichkeit übergebenen Stellungnahme „Biosicherheit – Freiheit und Verantwortung in der Wissenschaft“ fünf Empfehlungen ab, die von bewusstseinsbildenden Maßnahmen und einem bundesweit gültigen Forschungskodex für Wissenschaftler bis hin zu Vorschlägen für rechtlich verbindliche Regelungen und internationale Initiativen reichen.