Ethik

Diakonie Deutschland setzt sich für ein generelles Verbot der organisierten Sterbehilfe ein

Keinen Tod auf Rezept!

 

Berlin (12. November 2014) - Die Selbsttötung des ehemaligen MDR-Intendanten Udo Reiter und der ärztlich begleitete Suizid der unheilbar erkrankten 29-jährigen Brittany Maynard in den USA haben in Deutschland die Diskussion über den assistierten Suizid angefacht. Im kommenden Jahr will der Bundestag eine gesetzliche Neuregelung für die Beihilfe zur Selbsttötung verabschieden. Nach geltendem Recht ist in Deutschland aktive Sterbehilfe, insbesondere die Tötung auf Verlagen, verboten. Nicht strafbar ist - bislang - die Beihilfe zum Suizid, auch in ihrer gewerblichen, gewinnorientierten sowie generell in organisierter Form.

Glauben in der Ich-Gesellschaft

 

Bern, Schweiz (27. Oktober 2014) - Zunehmend entscheidet jeder für sich allein, was er glauben und praktizieren will. Die religiöse Wahlfreiheit setzt die Glaubensgemeinschaften unter Druck: Sie stehen in Konkurrenz zu säkularen Freizeitangeboten. Dies sind die Ergebnisse einer vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) geförderten Studie, deren Schlussbericht nun in Buchform vorliegt.

De Maizière und Schneider zur Frage guter Taten

„Glauben ist kein Leistungssport“

 

Hannover (15. September 2014) - Für „eine Haltung, die sich in Taten niederschlägt“, hat sich Bundesinnenminister Thomas de Maizière auf ausgesprochen. Im Motto der Pfadfinder „Jeden Tag eine gute Tat“ komme die Selbstverpflichtung zum Ausdruck, dass fromme Wünsche alleine nicht reichten. Eine gute Tat zeichne sich insbesondere durch die „innere Zuwendung zum Mitmenschen“ aus. Zugleich gelte: „Das Gebot der Nächstenliebe kennt keinen Mindestumfang oder quantitativen Maßstab, auch nicht nach oben hin. Glauben ist kein Leistungssport.“ Dieser Gedanke helfe ihm auch in seinem politischen Amt, denn vor aller Entscheidung stehe „die Dimension der Verantwortung und des Dienstes“, so de Maizière.

deutscher ethikrat logoDeutscher Ethikrat

Klärungsbedarf hinsichtlich künstlich erzeugter Keimzellen und Embryonen

 

Berlin (15. September 2014) - Nach Einschätzung des Deutschen Ethikrates besteht zum Klonverbot zwar kein dringender gesetzgeberischer Handlungsbedarf, der durch die jüngsten Entwicklungen der Stammzellforschung ausgelöst würde. Allerdings sieht er Klärungsbedarf im Hinblick auf weitreichende ethische und rechtliche Fragen, die sich insbesondere im Zusammenhang mit zwei möglichen Anwendungsbereichen neuer Stammzelltechniken ergeben.

Islamische Theologen

Deutungshoheit über den Islam nicht militanten Extremisten überlassen

 

Frankfurt am Main (1. September 2014) - Zu Beginn des an der Goethe-Universität stattfindenden Kongresses „Horizonte der Islamischen Theologie haben die Vertreter der Standorte für Islamisch-Theologische Studien in Deutschland eine Stellungnahme zu den aktuellen politischen Entwicklungen im Nahen Osten veröffentlicht. Die Deutungshoheit über den Islam dürfe nicht militanten Extremisten überlassen werden, die auch unter jungen Menschen in Europa zunehmend Anhänger fänden, sondern müsse in Deutschland aus der Mitte der Gesellschaft – unter anderem aus den Universitäten – erfolgen. Sie zeigen sich darin tief bestürzt über das unmenschliche Vorgehen der Anhänger des „Islamischen Staats“. Ursachen für das gewaltzentrierte Religionsverständnis sehen die Unterzeichner u. a. in den desolaten soziopolitischen Umständen im Nahen Osten und auch in anderen Teilen der Welt.