Ethik

Deutscher Ethikrat greift das Thema Biobanken auf

 

Berlin (27. November 2008) - Der Deutsche Ethikrat hat sich im Verlauf seiner Sitzung am 27. November 2008 mit ethischen Herausforderungen aktueller Entwicklungen bei Biobanken befasst. Regine Kollek, Mitglied des Deutschen Ethikrates und Professorin für Technologiefolgenabschätzung der modernen Biotechnologie in der Medizin an der Universität Hamburg, arbeitete in ihrem Einführungsreferat heraus, dass sich seit der Veröffentlichung der Stellungnahme des Nationalen Ethikrates "Biobanken für die Forschung" im Jahr 2004 wichtige Veränderungen in der materiellen und strukturellen Entwicklung von Biobanken ergeben haben, die einer neuerlichen ethischen und rechtlichen Bewertung bedürfen.

Spitzengespräch der Bundesärztekammer, der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland

Transplantationsmedizin, der Umgang mit Patientenverfügungen und Fragen der Sterbebegleitung waren Themen

 

Berlin / Hannover (21. November 2008) - Ethische Fragen der Transplantationsmedizin, der Umgang mit Patientenverfügungen und Fragen der Sterbebegleitung sowie Basiskriterien im Gesundheitswesen standen im Mittelpunkt eines Gespräches, das am 20. November in Berlin zwischen Vertretern der Deutschen Bischofskonferenz, des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Bundesärztekammer stattfand.

Mit Blick auf die ethischen Fragen der Transplantationsmedizin sprachen sich die Gesprächsteilnehmer dafür aus, die Information und Aufklärung über Organspenden und Organverteilung zu intensivieren, um auf diese Weise die Bereitschaft zu freiwilligen Organspenden zu erhöhen.

Beistand im Sterben statt Hilfe zum Sterben

Rat der EKD veröffentlicht Orientierungshilfe für die Frage ärztlicher Beihilfe zum Suizid

 

Bewrlin/Hannover (18. November 2008) - Weder eine „Tötung auf Verlangen“ noch auch die Beihilfe eines Arztes bei einem Suizid sind ethisch zu rechtfertigen. Der Rat der EKD hat in seinem Beitrag „Wenn Menschen sterben wollen. Eine Orientierungshilfe zum Problem der ärztlichen Beihilfe zur Selbsttötung“ die dies angesichts der Debatte über die Tätigkeit von "Sterbehilfeorganisationen" und der zunehmenden gesellschaftlichen Verunsicherung noch einmal herausgestellt. Die Orientierungshilfe wurde als EKD-Text Nr. 97 am heutigen Dienstag, 18. November, veröffentlicht.

7. Ethiktag in Erlangen zur "Ethik im klinischen Alltag"

 

Erlangen-Nürnberg (20. November 2008) - Der 7. Ethiktag des Klinischen Ethikkomitees des Universitätsklinikums Erlangen und der Professur für Ethik in der Medizin findet am Samstag, 22. November 2008, von 10.00 bis 16.00 Uhr statt. Der diesjährige Schwerpunkt von Vorträgen und Workshops ist die Ethik im klinischen Alltag. Der Präsident des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Dr. theol. Herrmann Barth, wird im Hauptvortrag das Thema "Hoffnung und Verantwortung in der Medizin" aus einer sozialethischen Perspektive beleuchten.

Patientinnen und Patienten Hoffnung zu geben und als Kliniker Verantwortung zu übernehmen, gehört zu den wichtigsten Aspekten der Ethik im klinischen Alltag. Die Auseinandersetzung mit Hoffnung und Verantwortung wie auch ihren Grenzen kann helfen, die Beziehung zwischen den Hilfe suchenden Patienten und den Klinikern zu klären und zu vertiefen. Aber auch Entscheidungsfragen am Ende des menschlichen Lebens etwa im Umgang mit Patientenverfügungen, die Behandlung von nicht mit dem Leben zu vereinbarenden Erkrankungen von Neugeborenen, Organtransplantation oder Maßnahmen zur künstlichen Ernährung mit PEG-Sonde kommen im Alltag des Krankenhauses immer wieder vor. Sie stellen Ärztinnen und Ärzte, Pflegende und insbesondere auch Angehörige von Patientinnen und Patienten, die nicht mehr einwilligungsfähig sind, vor große moralische Herausforderungen.

Sterbehilfe zunehmend nicht nur für tödlich Kranke

 

Suizidbeihilfe durch die Organisationen Exit Deutsche Schweiz und Dignitas

Bern, Schweiz (4. November 2008) - Fast doppelt so viele Frauen wie Männer lassen sich von den Sterbehilfeorganisationen Exit Deutsche Schweiz (Stadtzürcher Fälle) und Dignitas in den Tod begleiten. Zu diesem Schluss kommt ein vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstütztes Forschungsprojekt, das erstmals die Praktiken der beiden Organisationen untersucht und miteinander vergleicht. Die Studie* zeigt auch, dass immer mehr nicht an einer tödlichen Krankheit leidende Menschen von Exit Suizidbeihilfe in Anspruch nehmen.