Ethik

„Rechtfertigung heute“

VELKD veröffentlicht Bischofskonferenz-Dokumentation

 

Hannover (29. Dezember 2008) - In 2., verbesserter und erweiterter Auflage ist jetzt der Band „Rechtfertigung heute – Warum die zentrale Einsicht Martin Luthers zeitlos aktuell ist“ (197 Seiten, 6,80 Euro) erschienen. Darin dokumentiert die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) die Klausurtagung ihrer Bischofskonferenz, die Anfang März 2008 in der Lutherstadt Wittenberg anlässlich des 60-jährigen Bestehens der VELKD zum Thema „Rechtfertigung heute“ getagt hatte. Im Vorwort der Publikation heißt es: „Die Botschaft von der bedingungslosen Liebe Gottes ist die entscheidende Hilfe zum Leben und zum Glauben. Sie sagt aus, dass unser Leben nicht von der eigenen Leistung abhängig ist und ihm Wert und Würde als Gabe Gottes geschenkt werden, die man sich nicht verdienen und auch nicht verlieren kann. Martin Luthers zentrale Einsicht war diese Rechtfertigung des Menschen allein aus der Gnade Gottes. Christinnen und Christen vertrauen darauf: Alle Menschen sind Gott recht – egal, ob arm oder reich, klein oder groß, alt oder jung, krank oder gesund, ob erfolgreich oder nicht. Darum sind alle eingeladen, Gott ganz und gar zu vertrauen und ihr Leben aus diesem Vertrauen heraus anzunehmen und zu gestalten.“

Der Ruf der Engel überwindet die Sorge vor der Zukunft

Weihnachtspredigt des EKD-Ratsvorsitzenden Bischof Wolfgang Huber

 

Berlin/Hannover (24. Dezember 2008) - In seiner Weihnachtspredigt hat der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, zu Solidarität mit den Armen aufgerufen. „Meine Sorge gilt ganz besonders denen, die in wachsender Zahl an den Türen der Suppenküchen warten, die auf eine Mahlzeit bei der Armentafel hoffen, weil sie sich anderes schlicht nicht leisten können. Vor allem Kinder gehören in einem beängstigend hohen Maß dazu“, sagte Huber an Heiligabend, 24. Dezember, im Berliner Dom. Er dankte denjenigen, die sich für die Benachteiligten in der Gesellschaft einsetzen und die „auch heute, in der Heiligen Nacht, ihre Kraft und ihre Zeit in vielfältiger und phantasievoller Weise einbringen, damit andere die Freude der christlichen Weihnacht erleben können.“ Die Hilfe für die an den Rand Gedrängten müsse aber auch nachhaltig angelegt sein, damit die Betroffenen wieder am Leben der Gesellschaft teilnehmen und mit eigener Kraft den Lebensunterhalt erwerben könnten. „Stärker noch als unsere Unruhe über die wirtschaftliche Entwicklung muss die Unruhe sein, mit der wir gerade heute für eine gerechte Beteiligung aller eintreten.“ 

Deutscher Ethikrat beschließt Arbeitsprogramm 2009

 

Berlin (12. Dezember 2008) - Der Deutsche Ethikrat hat während seiner Plenarsitzung am 11. Dezember 2008 sein Arbeitsprogramm für das Jahr 2009 festgelegt.

Noch im ersten Halbjahr 2009 plant der Ethikrat, eine Stellungnahme zum Thema anonyme Kindsabgabe zu veröffentlichen. Die ratsinterne Arbeitsgruppe wird dem Plenum am 26. Februar einen Entwurf vorlegen und damit an zwei vorangegangene Plenardebatten anknüpfen: Nach einer ersten Diskussion am 26. Juni 2008 hatte der Ethikrat am 23. Oktober externe Sachverständige zu einer öffentlichen Anhörung geladen, in der diese aus ihrer jeweiligen Perspektive über Erfahrungen mit anonymer Geburt bzw. Babyklappen berichteten.

„Kein Gesetz um jeden Preis“

Prälat Reimers zur Verbindlichkeit von Patientenverfügungen

 

Berlin (18. Dezember 2008) -  „Eine rechtliche Verankerung von Patientenverfügungen ist zu begrüßen, wenn sie den Betroffenen Rechts- und Verhaltenssicherheit gibt. Allerdings darf es nicht darum gehen, ein Gesetz um jeden Preis zu verabschieden.“ Dies sagte der Bevollmächtigte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union, Prälat Stephan Reimers, mit Blick auf die aktuellen Beratungen im Deutschen Bundestag zur Verbindlichkeit von Patientenverfügungen am Mittwoch in Berlin. Wenn es nicht möglich sein sollte, die in diesem Bereich erforderlichen Qualitätsstandards rechtlich zu verankern, sollte von einem Gesetzesvorhaben abgesehen werden, so Reimers. Den Anliegen des Rates der EKD komme am ehesten der Gesetzentwurf der Gruppe um den Abgeordneten Wolfgang Bosbach nahe.

„Beratung vor und nach pränataler Diagnostik verstärken“

EKD-Bevollmächtigter fordert konkretere Regeln zur Vermeidung von Spätabbrüchen

 

Berlin / Hannover (12. Dezember 2008) - Eine deutliche Ausweitung der Beratung von Schwangeren vor und nach pränataler Diagnostik fordert der Bevollmächtigte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union, Prälat Stephan Reimers. „Unabhängig von der medizinischen Beratung sollte es vor jeder pränataldiagnostischen Untersuchung ein psychosoziales Beratungsangebot geben, das Frauen freiwillig annehmen können“, sagte Reimers am Freitag in Berlin. Für den Fall, dass die Untersuchung einen auffälligen Befund ergebe, müsse eine begleitende psychosoziale Beratung gesetzlich verankert werden, betonte er im Blick auf die in der kommenden Woche im Deutschen Bundestag anstehenden Beratungen zur Vermeidung und Bewältigung von Schwangerschaftsspätabbrüchen.