Ethik

Deutscher Ethikrat befasst sich mit ethischen Fragen der Selbsttötung

 

Berlin (23. Januar 2009) - Der Deutsche Ethikrat hat in seiner öffentlichen Plenarsitzung am 22. Januar ethische Positionen zur Selbsttötung erörtert. Zunächst führten Frank Emmrich, Edzard Schmidt-Jortzig, Eberhard Schockenhoff und Michael Wunder, Mitglieder des Deutschen Ethikrates, in das Thema ein.
Die moderne Medizin ist heute in der Lage, das Leben deutlich zu verlängern. Dadurch wächst aber das Risiko von langem Siechtum und quälendem Sterben. Dies fordert die Gesellschaft heraus, sich mit den Umständen des Sterbens immer wieder auseinanderzusetzen, die Möglichkeiten der menschlichen Sterbebegleitung und der palliativen Versorgung auszuschöpfen, aber auch Themen wie Suizid, Beihilfe zum Suizid und Sterbehilfe als letzten Ausweg aus einer für den Betroffenen unerträglichen Leidenssituation nicht zu übergehen.

Liturgische Anregungen

„Krank sein mitten im Leben“

 

Liturgische Anregungen „Krank sein mitten im Leben“

(tB) - „Krank sein mitten im Leben - Liturgische Anregungen für die Begegnung mit erkrankten Menschen in diakonischen Einrichtungen“ heißt eine neue Arbeitshilfe aus der „Reihe Diakonie und Liturgie“.

Sie bietet Anregungen für Pflegende, die seelsorgerlichen Beistand leisten möchten. Die hier zusammengestellten kurzen Liturgien dienen dazu, in Zeiten akuter oder chronischer Erkrankung Quellen der Kraft und der Hoffnung zu erschließen. Sie helfen, existentielle Erfahrungen vor Gott auszudrücken und ihn um Hilfe, Nähe und Trost zu bitten. Dabei kann mit den vorgeschlagenen Kurzliturgien frei umgegangen werden.

Die Life-Event-Forschung hat herausgestellt, dass Menschen Krankheit, Gebrechen, Leid oder Krisen besser verarbeiten, wenn sie in religiösen Bezügen leben. Der Glaube an Gott gibt offensichtlich in akuten oder lang anhaltenden Belastungsphasen Halt, stützt Patienten in ihrer psychischen und physischen Verfassung und vermindert existentielle Ängste. Mitarbeitende im Gesundheitswesen erleben es immer wieder, dass sie mit Sinnfragen konfrontiert werden und der Bitte, doch ein tröstendes Wort, ein Gebet oder einen Segen zu sprechen. Manchmal ist es schwierig, aus dem Stegreif heraus ein passendes Wort zu finden. Hier bietet die neue Arbeitshilfe Unterstützung.

„Rechtfertigung heute“

VELKD veröffentlicht Bischofskonferenz-Dokumentation

 

Hannover (29. Dezember 2008) - In 2., verbesserter und erweiterter Auflage ist jetzt der Band „Rechtfertigung heute – Warum die zentrale Einsicht Martin Luthers zeitlos aktuell ist“ (197 Seiten, 6,80 Euro) erschienen. Darin dokumentiert die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) die Klausurtagung ihrer Bischofskonferenz, die Anfang März 2008 in der Lutherstadt Wittenberg anlässlich des 60-jährigen Bestehens der VELKD zum Thema „Rechtfertigung heute“ getagt hatte. Im Vorwort der Publikation heißt es: „Die Botschaft von der bedingungslosen Liebe Gottes ist die entscheidende Hilfe zum Leben und zum Glauben. Sie sagt aus, dass unser Leben nicht von der eigenen Leistung abhängig ist und ihm Wert und Würde als Gabe Gottes geschenkt werden, die man sich nicht verdienen und auch nicht verlieren kann. Martin Luthers zentrale Einsicht war diese Rechtfertigung des Menschen allein aus der Gnade Gottes. Christinnen und Christen vertrauen darauf: Alle Menschen sind Gott recht – egal, ob arm oder reich, klein oder groß, alt oder jung, krank oder gesund, ob erfolgreich oder nicht. Darum sind alle eingeladen, Gott ganz und gar zu vertrauen und ihr Leben aus diesem Vertrauen heraus anzunehmen und zu gestalten.“

„Jahresbeginn unter dem leuchtenden Stern der Hoffnung“

Neujahrsbotschaft des EKD-Ratsvorsitzenden Wolfgang Huber

 

Berlin/Hannover (31. Dezember 2008) -  „Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich“ (Lukas 18,27). So heißt die Jahreslosung für das Jahr 2009. Mit diesem Satz aus dem Lukasevangelium ist dem beginnenden Jahr ein Leitwort zugeordnet, das alles Gott anheim stellt. Dieses Wort Jesu strahlt Zuversicht und Trost aus, über alle aktuellen Anlässe hinaus. Es leuchtet ins persönliche Leben ebenso hinein wie in das gemeinsame Leben. Es ist auch ein Kommentar zu den Fragen, die viele Gespräche in diesen Weihnachtstagen bestimmt haben. Wie wird es weitergehen mit Wirtschaft und Wohlstand, mit Arbeitsplatz und Zukunftssicherung?

Der Ruf der Engel überwindet die Sorge vor der Zukunft

Weihnachtspredigt des EKD-Ratsvorsitzenden Bischof Wolfgang Huber

 

Berlin/Hannover (24. Dezember 2008) - In seiner Weihnachtspredigt hat der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, zu Solidarität mit den Armen aufgerufen. „Meine Sorge gilt ganz besonders denen, die in wachsender Zahl an den Türen der Suppenküchen warten, die auf eine Mahlzeit bei der Armentafel hoffen, weil sie sich anderes schlicht nicht leisten können. Vor allem Kinder gehören in einem beängstigend hohen Maß dazu“, sagte Huber an Heiligabend, 24. Dezember, im Berliner Dom. Er dankte denjenigen, die sich für die Benachteiligten in der Gesellschaft einsetzen und die „auch heute, in der Heiligen Nacht, ihre Kraft und ihre Zeit in vielfältiger und phantasievoller Weise einbringen, damit andere die Freude der christlichen Weihnacht erleben können.“ Die Hilfe für die an den Rand Gedrängten müsse aber auch nachhaltig angelegt sein, damit die Betroffenen wieder am Leben der Gesellschaft teilnehmen und mit eigener Kraft den Lebensunterhalt erwerben könnten. „Stärker noch als unsere Unruhe über die wirtschaftliche Entwicklung muss die Unruhe sein, mit der wir gerade heute für eine gerechte Beteiligung aller eintreten.“