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Inkretinbasierte Therapie mit Sitagliptin bei Typ-2-Diabetes

Kardiovaskuläre Langzeit-Sicherheitsstudie: Schwere CV-Ereignisse unter Sitagliptin auf Placeboniveau

Nürnberg (11. November 2016) - Die kardiovaskuläre Sicherheitstudie TECOS (Trial Evaluating Cardiovascular Outcomes With Sitagliptin) zeigt: Das Auftreten definierter kardiovaskulärer Ereignisse liegt mit Sitagliptin (z. B. Xelevia®) als integriertem Bestandteil einer Diabetes-Standardtherapie bei kardiovaskulär vorerkrankten Menschen mit Typ-2-Diabetes auf Placeboniveau.


Seit einiger Zeit rücktdie kardiovaskuläre Sicherheit von Diabetestherapien stärker in den Fokus: Die Zulassungsbehörden fordern seit mehreren Jahren den Nachweis der kardiovaskulären Sicherheit für neue Therapien im Bereich Typ-2-Diabetes. Sitagliptin istein oral angewendeter Dipeptidylpeptidase 4 (DPP-4)-Hemmer, zugelassen zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 bei einem breiten Spektrum von Patienten [1]. In der kardiovaskulären Langzeit-Sicherheitsstudie TECOS („Trial Evaluating Cardiovascular Outcomes with Sitagliptin“) wurde die Sicherheit von Sitagliptin mit Fokus auf kardiovaskuläre Ereignisse untersucht [2,3].

Die TECOS-Studie war eine multinationale, randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Sicherheitsstudie. TECOS wurdemit insgesamt 14.671 Patienten (Intention-to-Treat-Population) ≥50 Jahren mit anamnestischer Herz-Kreislauf-Krankheit durchgeführt, die stabil auf ihre antidiabetische Medikation über mindestens 3 Monate eingestellt waren [2,3]. Die Patienten erhielten entweder Sitagliptin oder Placebo jeweils zusätzlich zu einer bestehenden antidiabetischen Standardtherapie* [2,3]. Der Ausgangs-HbA1clag zwischen 6,5% und 8% [2,3]. Eine vergleichbare Blutzuckerkontrolle war in beiden Behandlungsarmen erwünscht, um die kardiovaskulären Effekte von Sitagliptin unabhängig von dessen blutzuckersenkender Wirkung abschätzen zu können [2,3]. Der primäre kombinierte Endpunkt war definiert als die Zeitspanne bis zum Eintreten eines der folgenden Ereignisse: kardiovaskulär bedingter Tod, nicht-tödlicher Herzinfarkt, nicht-tödlicher Schlaganfall oder Hospitalisierung aufgrund instabiler Angina pectoris [2,3]. Ziel der pragmatisch angelegten Studie war die Überprüfung der Hypothese, dass der Einsatz von Sitagliptin bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und kardiovaskulärer Vorerkrankung nicht mit einem erhöhten Risiko der untersuchten kardiovaskulären Ereignisse gegenüber Placebo einhergeht [2,3].

Diese Hypothese konnte bestätigt werden: Bei einer medianen Follow-up-Dauer von 3 Jahren erwies sich Sitagliptin gegenüber Placebo bezüglich des primären kardiovaskulären Endpunkts als nicht-unterlegen (Hazard Ratio: 0,98; 95%-Konfidenzintervall [KI]: 0,88-1,09; p<0,001; Per-Protocol-Analyse) [3]. Auch Hospitalisierungsraten aufgrund von Herzinsuffizienz unterschieden sich nicht zwischen den beiden Untersuchungsgruppen (Hazard ratio: 1,00; 95%-KI: 0,83-1,20; p=0,98**; Intention-to-treat; sekundärer Endpunkt) [3]. Bei akuten Pankreatitiden oder Pankreaskrebs –Ereignisse, die in Zusammenhang mit der Einnahme von inkretinbasierten Therapien diskutiert werden –traten ebenfalls keine signifikanten Gruppenunterschiede auf [3]. 2

Fazit: Die TECOS-Studie zeigt, dass die Add on-Therapie mit Sitagliptin bei erwachsenen Patienten mit Typ-2-Diabetes und kardiovaskulärer Vorerkrankung weder zu einem Anstieg des Risikos für schwere kardiovaskuläre Ereignisse führte, noch zu vermehrten Klinikeinweisungen aufgrund von Herzinsuffizienz oder zu anderen schweren Ereignissen [3].


Anmerkungen


Quellen

  1. Fachinformation Xelevia®, Stand 02/16
  2. Green JBet al. Effect of Sitagliptin on Cardiovascular Outcomes in Type 2 Diabetes. N Engl J Med2015; 373(3):232-242
  3. Green JBet al. Rationale, design, and organization of a randomized, controlled Trial Evaluating Cardiovascular Outcomes with Sitagliptin (TECOS) in patients with type 2 diabetes and established cardiovascular disease. Am Heart J2013; 166(6):983-989

Quelle: Berlin-Chemie, 11.11.2016 (tB)