Diabetes

Mit dem Finger-Hula-Hoop die Finger tanzen lassen

"Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7" setzt Zeichen

 

Düsseldorf (12. November 2009) - Mit einer Finger-Hula-Hoop-Aktion setzt "Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7" am Aktionsstand in Leipzig unmittelbar vor dem Weltdiabetestag am 12. und 13. November 2009 Zeichen und zwar ganz im Sinne der Bewegung, die für alle wichtig ist: Besucher können ihre Finger tanzen lassen und dabei ihre Geschicklichkeit und Koordination trainieren.

Der Weltdiabetestag am 14. November setzt alljährlich ein wichtiges Signal für die mehr als 8 Millionen in Deutschland lebenden Diabetiker, aber auch für die breite Öffentlichkeit - denn 90 Prozent aller Diabetes Typ-2 Erkrankungen könnten vermieden werden.(1) Die bundesweite Aufklärungsaktion "Wissen was bei Diabetes zählt:

 

Nationale Präventionsstrategie

Deutschland: höchste Diabetes-Rate in Europa

 

Berlin (3. November 2009) – In Deutschland sind zwölf Prozent der 20- bis 79-Jährigen an Diabetes Typ 1 oder Typ 2 erkrankt. Damit ist der Anteil der erkrankten Bevölkerung hierzulande höher als in allen anderen europäischen Ländern. In Frankreich, Italien oder Spanien leiden weniger als zehn Prozent an Diabetes. Diese Zahlen veröffentlichte vor kurzem die International Diabetes Federation (IDF) in ihrem Atlas. Vor allem DiabetesTyp 2 ließe sich in vielen Fällen durch geeignete Maßnahmen vermeiden. diabetesDE fordert eine zeitnahe nationale Präventionsstrategie für Deutschland.

Kinder mit Diabetes stark machen

Bayer Vital Preis für kreative Kinderdiabetes Projekte: Gewinner 2009 stehen fest

 

Platz 1: CJD Berchtesgaden

Platz 2: Michael Bertsch mit www.diabetes-kids.de

Platz 3: Ubbo-Emmius-Kinderklinik mit dem Zirkus Tausendtraum

  

Leverkusen (30. Oktober 2009) – Diabetes verändert vieles. Trifft es ein Kind, sind die Folgen für die gesamte Familie  gravierend. Immer wieder stehen Eltern, Geschwister und Betreuer vor Herausforderungen und Gratwanderungen, die sie nur dann bewältigen können, wenn sie Unterstützung im Umgang mit der Erkrankung erfahren. Den Diabetes anzunehmen, ihn zu managen und zu beherrschen ist eine lebenslange Aufgabe, die den Beteiligten viel Stärke abverlangt – allen voran den betroffenen Kindern selbst. Sehr früh müssen sie akzeptieren, dass ihr Alltag mitunter anders verlaufen wird als der ihrer Freunde und Geschwister. Dass Dinge wie Naschen und Toben bei ihnen „eingeplant“ werden müssen. Dass Schulausflüge für sie alles andere als selbstverständlich sind, weil nicht jeder Lehrer die Verantwortung für ein chronisch krankes Kind übernehmen möchte. Um dem Diabetes die Stirn zu bieten, müssen Kinder stark sein, manchmal sogar sehr stark!

OnglyzaTM:

Neuer DPP-4-Hemmer bei Typ 2 Diabetes

 

Berlin (27. Oktober 2009) – Während einer gemeinsamen Pressekonferenz haben Bristol-Myers Squibb und AstraZeneca über die neue Therapieoption zur Behandlung des Typ 2 Diabetes mit OnglyzaTM (Saxagliptin) informiert. Der Wirkstoff gehört der Klasse der Dipeptidyl-Peptidase-4 (DPP-4)-Hemmer an und ist seit dem 7. Oktober auf dem deutschen Markt erhältlich. OnglyzaTM ist bei erwachsenen Typ 2 Diabetikern zur Verbesserung der Blutzuckerkontrolle in der Kombinationstherapie angezeigt. Durch Beeinflussung natürlicher Hormone, der Inkretine, steigert der DPP-4-Hemmer die Insulinproduktion und reduziert die Glukoseproduktion in der Leber.

 

Schweinegrippe: Kein Grund zur Panik für Diabetiker

diabetesDE empfiehlt Impfung bei geschwächtem Immunsystem

 

Berlin (27. Oktober 2009) – Laut Robert-Koch-Institut haben Diabetiker ein erhöhtes Risiko, an der Schweinegrippe zu erkranken. Denn häufig ist ihr Immunsystem durch die chronische Stoffwechselerkrankung geschwächt und die Behandlung der Schweinegrippe langwieriger und komplikationsreicher. Der bisherige Verlauf der Schweinegrippe weltweit zeigt, dass die Krankheit deutlich milder verläuft als befürchtet. Trotzdem ist es wichtig, dass sich Menschen mit Diabetes besonders vor der Krankheit schützen. diabetesDE empfiehlt deshalb, dass sich insbesondere auch Kinder mit Diabetes ab drei Jahren nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt impfen lassen.

Anhörung zur Diätverordnung

diabetesDE fordert: „Diabetiker-Lebensmittel“ abschaffen

 

Berlin (20. Oktober 2009) – Die veraltete nationale Diätverordnung (§12 DiätV) entspricht seit langem nicht mehr dem Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse. Fach-Experten und die Organisation diabetesDE sind sich einig, dass die sogenannten „Diabetiker-Lebensmittel“ unnötig und sogar schädlich sind. Bei der Anhörung im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz am kommenden Donnerstag, den 22. Oktober, in Bonn wird über das Ende oder Weiterbestehen der Diabetiker-Lebensmittel entschieden. diabetesDE fordert die Abschaffung.

Männer mit doppelt so hohem Risiko für Typ 2 Diabetes

 

Düsseldorf (13. Oktober 2009) - In der Altersgruppe der 55 bis 74-jährigen entwickeln Männer doppelt so häufig einen Typ 2 Diabetes wie Frauen. Dies ist ein Teil der Ergebnisse der KORA Nachfolgeuntersuchung die von Herrn Dr. Rathmann und Mitarbeitern des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) in Kooperation mit dem Helmholz Zentrum in München durchgeführt wurde.

Schritt in Richtung Diabetes-Prävention

Neue Erkenntnisse zum Schutz von Insulin-sekretierenden Zellen

 

Tübingen (5. Oktober 2009) - Die Arbeitsgruppe um Prof. Gisela Drews vom Pharmazeutischen Institut der Universität Tübingen hat Mechanismen identifiziert, die zur Bekämpfung von Diabetes mellitus Typ 2, auch bekannt als Altersdiabetes, beitragen können. Die Wissenschaftler forschen an Beta-Zellen aus den Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse, die für die Produktion und Sekretion von Insulin zuständig sind. Ihre Forschungsergebnisse werden in der Novemberausgabe der Fachzeitschrift Journal of Clinical Investigations sowie in ihrer Online-Ausgabe vorab veröffentlicht.

Neue Marker zur Früherkennung von Typ-1-Diabetes entdeckt

 

Neuherberg (30. September 2009) - Diabetes kann gefährlich werden - besonders dann, wenn die Krankheit nicht rechtzeitig entdeckt wird. Münchner Wissenschaftler vom Helmholtz Zentrum München und der Technischen Universität München haben neue Marker identifiziert, die eine frühe Diagnose und Prognose von Typ-1-Diabetes ermöglichen.

Unter Leitung von Prof. Dr. Anette Ziegler untersuchten Wissenschaftler der Forschergruppe Diabetes am Helmholtz Zentrum München und der Technischen Universität München die Bildung von Antikörpern gegen einen Zinktransporter bei Kindern mit erhöhtem Risiko für Typ-1-Diabetes. Die Studie erbrachte Hinweise auf einen frühen Ausbruch der Erkrankung, wenn bestimmte Antikörper im Blut und bestimmte Varianten des zugehörigen Zinktransporters im Genom vorliegen. Diese Risikopersonen benötigen eine besonders sorgfältige Überwachung.

Unterzuckerungen gefährden Diabetes-Patienten

Werden moderne Insuline bald nicht mehr für alle Patienten erstattet?

 

Berlin (9. September 2009) - Die Priorisierung in der Medizin ist in vollem Gange – die aktuelle Debatte um die modernen Insuline liefert den Beweis: Geht es nach dem Willen des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) sollen rund 290.000 Menschen mit Typ 2-Diabetes, die mit so genannten lang wirksamen Insulinanaloga behandelt werden, eingeschränkt werden und - mehr noch - gesundheitliche Risiken in Kauf nehmen. Nicht nur ein Unding sondern schlichtweg unethisch, meint Prof. Dr. med. Andreas Fritsche, Mitglied des Pharmakotherapieausschusses der Deutschen Diabetes Gesellschaft anlässlich einer Pressekonferenz der Novo Nordisk Pharma GmbH in Berlin. Fritsche weiter: „Der patientenrelevante Zusatznutzen dieser Medikamente ist klar belegt“. „Bei Anwendung international üblicher statistischer Methoden ist eindeutig belegt, dass lang wirksame Insulinanaloga das Risiko von Unterzuckerungen vermindern. Dennoch will der G-BA diese Insuline nicht weiter erstatten lassen“, kritisiert Dr. med. Tim Heise, Leiter des Profil Instituts für Stoffwechselforschung, Neuss. „Hier soll am falschen Ende gespart werden. Dabei könnten die Folgen, die aus wiederholten Unterzuckerungen resultieren, die Solidargemeinschaft weitaus teurer zu stehen kommen“, sagt Dieter Möhler, Bundesvorsitzender des Deutschen Diabetiker Bundes.

 

Neue Erkenntnisse zur Prävention von Gefäßerkrankungen:

Aspirin auch bei Typ-2-Diabetikern nur gezielt zur „Sekundärprävention“ einsetzen

 

Bochum (3. August 2009) – Herzinfarkt und Schlaganfall sind eine häufige Folge der Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus. Eine blutgerinnungshemmende, antithrombotische Therapie im Rahmen der Diabetes-Behandlung erscheint somit sinnvoll. „Neue Erkenntnisse lassen jedoch vermuten, dass Patienten mit Typ-2-Diabetes ohne ein vorheriges Gefäßereignis wie Herzinfarkt oder Schlaganfall von einer solchen Therapie insgesamt nicht profitieren und auch Nachteile durch Nebenwirkungen wie zum Beispiel Magen-Darmblutungen haben“. Darauf weist Professor Dr. med. Helmut Schatz, Bochum, Mediensprecher der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE), hin.

IQWiG sieht Hinweis auf positiven Effekt:

Routineuntersuchung auf Schwangerschaftsdiabetes

 

Weniger Geburtskomplikationen, wenn Schwangere mit erhöhtem Blutzucker gezielt behandelt werden

 

Berlin (3. September 2009) - Schwangere, die im Laufe der Schwangerschaft deutlich erhöhte Blutzuckerwerte entwickeln, können durch eine Behandlung das Risiko bestimmter Geburts-komplikationen verringern. Damit ist eine Voraussetzung gegeben, allen Schwangeren eine Routineuntersuchung auf Schwangerschaftsdiabetes anzubieten. Allerdings sind mögliche Nachteile solch einer Reihenuntersuchung nicht gut untersucht. Zu dieser Schlussfolgerung kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in seinem am 3. September 2009 veröffentlichten Abschlussbericht.

Wohlfühlen trotz Diabetes!

Spezielle Bedürfnisse älterer Diabetiker wenig erforscht

 

Studie untersucht verschiedene Behandlungen für älteren Menschen mit Typ-2-Diabetes und depressiven Verstimmungen - Teilnehmer gesucht

 

Mainz (28. August 2009) - Wer mit der Diagnose "Diabetes" konfrontiert wird, steht vor der schwierigen Aufgabe, eine chronische Erkrankung und damit verbundene Einschränkungen bewältigen zu müssen. Viele Betroffene erleben ein Gefühl von Überforderung und sind in ihrem Wohlbefinden beeinträchtigt. Bei der sogenannten "subklinischen" oder "leichten Depression" leiden die Betroffenen unter Depressionssymptomen, die noch nicht so schwer sind, dass sie als eigentliche Depression gelten, aber dennoch das Wohlbefinden deutlich vermindern. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass etwa 20 Prozent der Menschen mit Diabetes Typ 2 von solchen leichten depressiven Verstimmungen betroffen sind. "Das Risiko depressiver Verstimmungen bei Diabetes wird massiv unterschätzt", teilte Dipl. Psych. Kristin Plack vom Psychologischen Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz dazu mit.

Kombinierte Therapie Insulin plus Pioglitazon hilft bei Diabetes Typ 2-Insulinresistenz

Studien-Zwischenergebnis

 

Berlin (20. August 2009) - Eine Ursache des Diabetes Typ 2 besteht in der Unempfindlichkeit der Körperzellen gegenüber der biologische Wirkung von Insulin. Ist diese Insulinresistenz ausgeprägt, wirkt auch das zugeführte Insulin im Rahmen einer Diabetes-Therapie nicht effektiv genug. Sogenannte Insulin-Sensitizer erhöhen die Insulin-Empflindlichkeit wieder. Seit 2007 ist in Deutschland eine kombinierte Therapie des Wirkstoffes Pioglitazon mit Insulin zugelassen. Die kürzlich veröffentlichte Zwischenauswertung einer laufenden Studie zeigt, dass diese Kombination effektiv und sicher ist.

Hohe Blutzuckerwerte oder gefährliche Unterzuckerungen vermeiden

Insulinpumpen sinnvoll bei Diabetes Typ 1 einsetzen

 

Berlin (14. August 2009) – Eine Insulinpumpe hat Vorteile für Menschen mit Diabetes Typ 1, deren Stoffwechsel sich mit der intensivierten konventionellen Insulintherapie (ICT) nicht ausreichend einstellen lässt. Bevor Krankenkassen eine Pumpe genehmigen, müssen Ärzte und Patienten den bisherigen Verlauf der Diabetes-Erkrankung und -Therapie umfangreich dokumentieren. Oft sind Formfehler der Grund, weshalb Pumpen nicht genehmigt werden – obwohl Ärzte sie für sinnvoll halten. diabetesDE und die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) raten daher Patienten, Eltern und Ärzten, die Anträge sehr sorgfältig und umfassend auszufüllen. Wann der Einsatz der Pumpe nötig ist und wie Ärzte diese Therapie für ihre Patienten beantragen, ist Schwerpunktthema der Fachzeitschrift „Der Diabetologe“.

Die Europäische Kommission (EMEA) erteilt JANUVIA® (Sitagliptin, MSD) die Zulassung zur eingeschränkten Monotherapie bei Typ-II-Diabetes

 

Haar (11. August 2009 – MSD wurde am 11. August 2009 von der Europäischen Arzneimittelagentur die Zulassung zur eingeschränkten Monotherapie von Typ-II Diabetes mit JANUVIA® (Sitagliptin, MSD) erteilt. Damit ist JANUVIA® der einzige DPP-4-Hemmer*, der für die eingeschränkte Monotherapie in der Europäischen Union zugelassen ist. Sitagliptin kann damit zur Verbesserung der Blutzuckerkontrolle verschrieben werden wenn durch Diät und Bewegung allein keine ausreichende Blutzuckerkontrolle erzielt werden kann und Metformin aufgrund von Nebenwirkungen oder Unverträglichkeit ungeeignet ist.

Steigende Anzahl der Neuerkrankungen an Typ-1-Diabetes in Europa bei Kindern unter 15 Jahren

Prognose für das Jahr 2020: Zirka 24.400 Fälle von Typ-1-Diabetes in Europa bei Kindern unter 15 Jahren

 

München (11. August 2009) - Die aktuellen Ergebnisse der EURODIAB-Studie zeigen, dass die Neuerkrankungen an Typ-1-Diabetes bei Kindern unter 15 Jahren in Europa kontinuierlich steigen. Für Deutschland flossen Daten aus Baden-Württemberg und Düsseldorf ein. Auch hier stieg die Anzahl der Neuerkrankungen von 1989 bis 2003 pro Jahr um 3,7 beziehungsweise 4,7 Prozent. Aufgrund dieser Daten sieht die Prognose für die kommenden Jahre bis 2020 nicht gerade positiv aus: Schätzt man für das Jahr 2005 zirka 15.000 Fälle von Typ-1-Diabetes bei Kindern unter 15 Jahren in Europa, gehen die Forscher für das Jahr 2020 von 24.400 Fällen aus. Angesichts dieser übermäßigen Zunahme von Typ-1-Diabetes weist das Institut für Diabetesforschung der Forschergruppe Diabetes e.V. auf die Notwendigkeit von Ursachenforschung hin.

Fazit des IQWiG zu kurz wirksamen Insulinanaloga fehlerhaft

Chronisch kranken Kindern und Jugendlichen mit Diabetes Typ 1 droht schlechtere Behandlung

 

Berlin (6. August 2009) – Kurz wirksame Insuline ermöglichen Kindern und Jugendlichen mit Diabetes Typ 1 ein fast normales Leben. Sie erhalten bisher entweder kurz wirksames Humaninsulin oder künstlich hergestelltes Insulin. Das heutige breite Therapieangebot hat messbare gesundheitliche Vorteile. Trotzdem könnte eines der Medikamente – die kurz wirksamen Insulinanaloga – schon bald nicht mehr von den Gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden, warnen diabetesDE und die Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Diabetelogie (AGPD) der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG). Grund dafür ist ein kürzlich veröffentlichter Vorbericht des Instituts für Gesundheitswesen (IQWiG), in dem es den Zusatznutzen dieser Insulinart für Kinder und Jugendliche verneint. Die Diabetes-Experten fordern, dass das Institut in seinem Abschlussbericht den tatsächlichen Bedarf chronisch kranker junger Patienten berücksichtigt und das Therapieangebot erhalten bleibt.

Neue Daten zur Inkretin-basierten Therapie bei Typ 2 Diabetes

Bad Homburg (29. Juli 2009)) - Die Therapie mit dem Inkretin-Mimetikum Exenatide (Byetta®) birgt kein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse im Vergleich zu Plazebo oder Insulin – dies zeigt die Metaanalyse1 mehrerer Exenatide-Studien bei Menschen mit Typ 2 Diabetes. Die Auswertung einer retrospektiven Kohortenstudie2 zeigt darüber hinaus, dass Exenatide im Vergleich zu anderen Antidiabetika nicht mit einem erhöhten Risiko für das Entstehen einer akuten Pankreatitis verbunden ist. Diese Daten wurden mit denen einer Phase III-Studie zur langwirksamen Formulierung von Exenatide auf dem 69. Jahrestreffen der American Diabetes Association (ADA) in New Orleans im Juni 2009 vorgestellt.

Ariclaim® in der Behandlung der schmerzhaften diabetischen Polyneuropathie

Ingelheim am Rhein/Bad Homburg (28. Juli 2009) - „Als ob mir jemand mit einem brennenden Streichholz über die Haut fährt“, erinnert sich die Patientin Frau H. an ihre schmerzhafte diabetische Polyneuropathie (DPNP): „Die Schmerzen haben mir den Schlaf geraubt, ich bin selbst nachts nicht mehr zur Ruhe gekommen.“ Inzwischen wird die Patientin erfolgreich mit Duloxetin (Ariclaim®) behandelt, wie sie selber und auch ihr Arzt, der in Wiesbaden niedergelassene Schmerztherapeut Dr. Uwe Kern, im Rahmen eines von Boehringer Ingelheim und Lilly Deutschland veranstalteten Presse-Workshops berichten. Patienten mit schmerzhafter diabetischer Polyneuropathie sind meist im höheren Lebensalter und haben oftmals komorbide Erkrankungen. Für diese Patienten ist der selektive Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSNRI) Duloxetin mit seiner hohen analgetischen Wirksamkeit und der allgemein günstigen Verträglichkeit eine gute Option. „Ich bin sehr dankbar für den Erfolg. Ich bin jetzt den ganzen Tag weitgehend schmerzfrei und kann fast jede Nacht wieder durchschlafen“, so die Patientin.

Neue Bewertung von Disease-Management-Programmen:

Versorgungsqualität bei Diabetikern deutlich verbessert

 

Neuherberg (21. Juli 2009) - Durch Einführung von Disease-Management-Programmen (DMP) der gesetzlichen Krankenkassen hat sich die Versorgungsqualität bei Typ-2-Diabetikern deutlich verbessert. Das zeigt eine soeben veröffentlichte Studie des Instituts für Gesundheitsökonomie und Management im Gesundheitswesen am Helmholtz Zentrum München. Die Untersuchung beruht auf Daten einer bevölkerungsrepräsentativen Stichprobe von DMP-Teilnehmern bzw. von nicht in das DMP eingeschriebenen Diabetikern aus der KORA-Bevölkerungsstudie.

DGHO Vorsitzender beruhigt:

Keine Steigerung des Krebsrisikos durch Insulin Lantus

 

Berlin (15. Juli 2009) - Der Vorsitzende der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie e.V. Prof. Gerhard Ehninger hat im Zusammenhang mit Berichten über ein möglicherweise erhöhtes Krebsrisiko durch das künstliche Insulin Lantus (Inhaltsstoff Glargin) vor Panikmache gewarnt. „Patienten, die damit behandelt werden, können sicher sein und sollten unbedingt dabei bleiben“, sagte der Internist und Onkologe. Eine Umstellung berge große Risiken, warnte Ehninger in Berlin und kritisierte den Mitautor der deutschen Studie, Prof. Peter Sawicki, als "Taschentrick-Spieler".

Sanofi-Aventis: IQWiG verunsichert Patienten in unvertretbarer Weise

 

Frankfurt (27. Juni 2009) – Sanofi-Aventis weist die Unterstellungen des Instituts für Wirtschaftlich-keit und Qualität im Gesundheitswesen (IQWIG) im Zusammenhang mit den Veröffentlichungen zur Sicherheit von Lantus (Insulin Glargin) in der Zeitschrift Diabetologia von gestern entschieden zurück.

Die internationalen klinischen Studien und Therapieleitlinien bestätigen die Überlegenheit von Insulin Glargin im Vergleich zu Humaninsulin. Unterzuckerungen, die häufigste Nebenwirkung der Insulintherapie, treten bei Insulin Glargin deutlich seltener auf, wie auch in der zusammenfassenden Bewertung des Editors eingeräumt wird. Große klinische Studien (ACCORD, VADT) haben gezeigt, dass mit schweren Unterzuckerungen eine erhöhte Sterblichkeit einhergeht.

Insulinanalogon Glargin steigert möglicherweise das Krebsrisiko

Daten von rund 130.000 in der AOK versicherten Diabetes-Patienten ausgewertet
Wissenschaftler von IQWiG und WIdO publizieren gemeinsame Analyse

 

IQWiGBerlin (26. Juni 2009)Wenn Patienten mit Diabetes anstelle von Humaninsulin das langwirksame Analoginsulin Glargin verwenden, erhöht dies möglicherweise das Risiko, an Krebs zu erkranken. Wissenschaftler des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) haben zusammen mit Mitarbeitern des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) die Daten von fast 130.000 deutschen Patienten mit Diabetes analysiert, die zwischen Januar 2001 und Juni 2005 mit Humaninsulin oder den Analoginsulinen Lispro (Handelsname Humalog), Aspart (Novorapid) oder Glargin (Lantus) behandelt worden waren.

IQWiG: Vorläufige Ergebnisse zur Blutzuckerselbstmessung

Studien liefern keine Belege für Nutzen bei Patienten mit Typ-2-Diabetes, die kein Insulin spritzen

IQWiGBerlin (23. Juni 2009) - Wer Insulin spritzt, sollte seinen Blutzucker regelmäßig selbst kontrollieren, um das Insulin bedarfsgerecht dosieren zu können - das ist bei Patienten wie auch bei Ärzten und Wissenschaftlern seit langem unstrittig. Unklar ist jedoch, ob auch Menschen mit Typ-2-Diabetes, die ohne Insulin auskommen, von einer Zuckerselbstkontrolle profitieren. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bewertet deshalb derzeit im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) den für Patientinnen und Patienten relevanten Nutzen der Urin- und Blutzuckerselbstmessung bei der Behandlung des Typ-2-Diabetes ohne Insulin. Am 23. Juni 2009 hat das Institut seine vorläufigen Ergebnisse vorgelegt. Bis zum 21. Juli können interessierte Personen und Institutionen schriftliche Stellungnahmen zum Vorbericht einreichen.

Das erste humane-GLP-1 Analogon

Zulassung von Victoza® zur Therapie des Typ 2 Diabetes

 

Liraglutid MolekülketteFrankfurt am Main (18. Juni 2009) – Die europäische Kommission hat das humane-GLP-1 Analogon Liraglutid (Victoza®) zur Therapie des Typ 2 Diabetes zugelassen. Bereits am 23. April 2009 hat das humane-GLP-1 Analogon ein positives Votum der Europäischen Zulassungsbehörde EMEA erhalten. „Wir sind sehr erfreut über die Zulassung von Liraglutid, das nun für viele Menschen mit Diabetes Typ 2 in Europa zur Verfügung stehen wird“, sagt Mads Krogsgaard Thomsen, im Vorstand von Novo Nordisk für Wissenschaft und Medizin verantwortlich. Liraglutid senkt mit seinem physiologischen Therapieprinzip signifikant den HbA1c-Wert ohne das Hypoglykämierisiko zu erhöhen. Gemeinsam mit weiteren Vorteilen des Wirk­stoffs führt dies zu einem Quantensprung in der Behandlung von Menschen mit Diabetes Typ 2, so das Fazit der Experten bei der Einführungspresse­konferenz in Frankfurt.

Nierenschäden als Folge des Diabetes sind vermeidbar

 

Berlin/Bochum (18. Juni 2009) - Erkranken als Folge eines Diabetes mellitus die Nieren, hat dies einen großen Einfluss auf Lebenszeit und Lebensqualität von Menschen mit Diabetes. Leiden Betroffene an der sogenannten diabetischen Nephropathie, drohen ihnen nicht nur Nierenversagen und Dialyse. Auch das vorzeitige Sterberisiko ist erhöht. Neue Forschungserkenntnisse könnten zukünftig Therapien ermöglichen, die bis ins hohe Alter die Nierenfunktion erhält. Schon heute gibt es Wege, die Niere zu schützen. Darauf weisen diabetesDE und die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) anlässlich einer aktuellen Veröffentlichung hin.

Neues Injektionsgerät zur Insulinabgabe

Innovationspreis des Industrieclubs Sachsen

Dresden (18. Juni 2009) - Volkskrankheit Diabetes: von der Stoffwechsel- und Regulationsstörung sind allein in Deutschland mehr als sechs Millionen Menschen betroffen. Bis heute kann man Diabetes mellitus nur durch die Umstellung der Lebensweise, der Verabreichung von Insulin oder zur Insulinausschüttung anregender Medikamente behandeln. Dr. René Richter, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Feinwerktechnik und Elektronik-Design der TU Dresden, hat dafür im Rahmen seiner Dissertation ein neuartiges Injektionsgerät entwickelt.

Autoantikörpertests - ein wichtiges Werkzeug in der Diagnostik von Typ 1 Diabetes

 

teddyMünchen (9. Juni 2009) - Nicht selten hört die Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München von Familien, die an der TEDDY oder TEENDIAB Studie teilnehmen, dass sie wegen der regelmäßigen Autoantikörpertests mitmachen. Was macht diese Tests so wertvoll? Was können diese Bluttests den Studienteilnehmern und Forschern mitteilen? Darauf gibt die Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München Antwort.

Typ 1 Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung, bei der die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört werden. Ein erster Hinweis auf den möglichen Ausbruch der Erkrankung ist der Nachweis von Inselautoantikörpern. Die Antikörper richten sich gegen Bestandteile der Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Diese Reaktion des Immunsystems nennt man Inselautoimmunität. Die Phase der Inselautoimmunität bis hin zur möglichen Diagnose von Typ 1 Diabetes kann sich über einen Zeitraum von Monaten bis Jahren erstrecken. Vier verschiedene Autoantikörper werden für die Prognose und Diagnostik verwendet: Insulinautoantikörper (IAA), Glutamatdecarboxylaseautoantikörper (GADA), Tyrosinphosphataseautoantikörper (IA2A) und Zink-Transporter 8 Autoantikörper (ZnT8).

Nutzen von Gliniden ist nicht belegt

Bislang nur Kurzzeiteffekte untersucht / IQWiG fordert Langzeitstudien

 

Berlin (4. Juni 2009) - Der Nutzen von Gliniden bei der Behandlung des Typ-2-Diabetes ist wissenschaftlich nicht belegt. Auch im Vergleich mit weiteren in Tablettenform verfügbaren Antidiabetika wie Metformin und Sulfonylharnstoffen schneiden Glinide nicht besser ab. Somit fehlt auch ein Beleg für einen Zusatznutzen. Obwohl Repaglinid seit 10 Jahren und Nateglinid seit 8 Jahren in Deutschland zugelassen sind, gibt es bislang keine relevanten Studien, die länger als 14 Monate dauerten. Zu diesem Ergebnis kommt der Abschlussbericht, den das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) am 4. Juni 2009 vorgelegt hat.

Diabetes-Patienten profitieren von Fußbehandlungs-Einrichtungen

 

Bochum (26. Mai 2009) - Bis zu 15 Prozent aller Menschen mit Diabetes leiden am sogenannten diabetischen Fußsyndrom. Rund 70 Prozent aller Amputationen in Deutschland - bis zu 40 000 im Jahr - gehen auf diese Erkrankung zurück. Damit Betroffene eine möglichst frühe und umfassende Behandlung erhalten, etabliert die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) seit fünf Jahren ein bundesweites Netz an spezialisierten Einrichtungen zur Fußbehandlung. Wie erste bundesweite Evaluierungen nun zeigen, ist das Konzept erfolgreich: Bei einem Großteil der Behandelten entwickelt sich die Fußerkrankung innerhalb eines halben Jahres entscheidend zum Besseren.

Die Tücken der Blutzuckereinstellung

Welche Möglichkeiten bietet die moderne Therapie des Typ-2-Diabetes?

 

Leipzig (21. Mai 2009) –  Sind bei der Therapie des Typ-2-Diabetes nur die Betazellen entscheidend? Welche Gefahren bringen Hypo- und Hyperglykämien mit sich? Und kann man überhaupt abnehmen, wenn man orale Antidiabetika einnimmt? Diese und weitere spannende Fragen rund um die Inkretinbasierte Therapie wurden auf dem Symposium der BERLIN-CHEMIE AG am 21. Mai im Rahmen der 44. Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft erörtert. Unter dem Vorsitz von Professor Andreas Pfeiffer, Berlin/ Nuthetal und Professor Wolfgang E. Schmidt, Bochum, referierten renommierte Experten über „Die Tücken der Blutzuckereinstellung“ und welche Möglichkeiten die moderne Therapie des Typ-2-Diabetes bietet.

Postprandiale Hyperglykämie – eigenständiger Risikofaktor für kardiovaskuläre Komplikationen bei Typ 2-Diabetes

 

Leipzig (21. Mai 2009) – Die hohe kardiovaskuläre Gefährdung von Menschen mit Typ 2 Diabetes wird wesentlich mitbestimmt durch wiederholte postprandiale Hyperglykämien. Diese Erkenntnis hat nicht zuletzt dazu geführt, dass die Inter­nationale Diabetes Vereinigung (IDF) eigenständige Leitlinien zum Management der postprandialen Hyperglykämie erarbeitet hat. Bei der Diabetestherapie sollte man sich demnach nicht ausschließlich am Nüchtern­blutzucker und am HbA1c orientieren, sondern auch die postprandiale Situation berücksichtigen, so hieß es bei der 44. Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft in Leipzig(1).

Was Kinder mit Diabetes stark macht

Ein förderndes familiäres und soziales Umfeld, gute medizinische Rahmenbedingungen sowie soziokulturelle und sozialpolitische Unterstützung sind wesentliche Erfolgsfaktoren

 

Von Dr. Simone von Sengbusch, Mobile Diabetesschulung Schleswig‑Holstein

 

Leipzig (20. Mai 2009) ‑ Wie „ein Blitz aus heiterem Himmel" ‑ so trifft die Diagnose Diabetes die meisten Familien. Eltern beschreiben den Moment als Schock, geprägt von Lähmung, Zorn, Schuldgefühlen, Trauer und von vielen Fragen: Wird sich unser Kind normal entwickeln? Muss ich aufhören zu arbeiten? Haben wir etwas falsch gemacht? Finanzielle Nachteile, Spannungen in der Partnerschaft, Schuldgefühle oder ‑zuweisungen und der eingeschränkte Zugang zu modernen Therapieformen stellen betroffene Familien vor echte Zerreißproben.

Gemeinsame Entwicklung neuer Therapien

Bristol-Myers Squibb und AstraZeneca kooperieren im Kampf gegen Typ-2-Diabetes

 

Leipzig (20. Mai 2009) – Mit der gemeinsamen Entwicklung und Vermarktung neuer Therapien möchten Bristol-Myers Squibb und AstraZeneca künftig dazu beitragen, die Perspektiven von Patienten mit Typ-2-Diabetes weltweit zu verbessern. Über ihr gemeinsames Engagement informierten die beiden Unternehmen auf einer Pressekonferenz im Rahmen der 44. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft in Leipzig. Welche Herausforderungen bei der Therapie der sich epidemisch ausbreitenden Erkrankung bestehen, erläuterten Prof. Dr. Diethelm Tschöpe, Bad Oeynhausen, und Prof. Dr. Stephan Jacob, Villingen-Schwenningen.

Hautsache Diabetes

Was hat Diabetes mit Hautproblemen zu tun?

 

fusspflegeLeipzig (20. Mai 2009) - Die Haut verändert sich im Lauf des Lebens. Mit den Jahren offenbart sie ihr wahres Ich: Ihre Zellproduktion läuft deutlich langsamer ab. Auch deren Lebensdauer verkürzt sich. In Kindertagen sind sie durchschnittlich 100 Tage aktiv. Mit den Zeichen der Zeit leben Zellen maximal 45 Tage. Auch Feuchtigkeitsspeicher sind nicht mehr so prall gefüllt - aus Linien werden Falten. Das durchlebt jeder Mensch. Bei Diabetes ist die Haut zudem meist sehr trocken und pflegebedürftig. Erhöhte Blutzuckerwerte sind die Ursache. Sie führen dazu, dass sie Feuchtigkeit schlecht speichern kann. Das Hautbild ist trocken und empfindlich, ihre Schutzbarriere geschwächt.

„44. Jahrestagung der Deutschen Diabetes‑Gesellschaft" in Leipzig

Symposien der Abbott Diabetes Akademie

 

Symposium . Photo Abbott Diabetes CareLeipzig (20./21. Mai 2009) - Die Nationale Verzehr Studie II lieferte alarmierende Ergebnisse über den Gewichtsstatus und die Essgewohnheiten der Deutschen: 66 % der Männer und 51 % der Frauen sind übergewichtig und haben einen BMI über 25 kg /m2. 30 bis 40 % der Übergewichtigen entwickeln im Laufe ihres Lebens einen Diabetes. Für Betroffene ist neben der regelmäßigen Selbstkontrolle der Blutzuckerwerte mit einem passenden Messsystem von Abbott Diabetes Care (FreeStyle Lite®, FreeStyle FREEDOM Lite oder Precision Xceed) die Gewichtsreduktion ein weiterer wichtiger Schritt in der Therapie. Dies muss bei jeder Diabetesschulung berücksichtigt werden. Auf der 44. Jahrestagung der Deutschen Diabetes‑Gesellschaft in Leipzig referierten Fachexperten zu den therapierelevanten Schwerpunktthemen im Rahmen der Abbott Diabetes Akademie Symposien „Diabetes und Adipositas" und „Adipositas. Diabetesmanagement. Compliance." am 20. und 21. Mai. In diesen beiden Veranstaltungen berichteten hochkarätige Experten über neue Forschungsergebnisse. Darüber hinaus stellten sie den anwesenden diabetologisch tätigen Ärzten und DiabetesberaterInnen praxisrelevante Therapiekonzepte vor, die im Alltag sofort eingesetzt werden können.

Die Rolle der Pharmakoökonomie in der Diabetologie

 

Von Prof. Dr. Oliver Schöffski, MPH, Nürnberg

 

Leipzig (20. Mai 2009) - Der Nachweis des Nutzens wird von vielen Akteuren im deutschen Gesundheitswesen als vorrangig angesehen, die Relevanz gesundheitsökonomischer Bewertungen hingegen als sekundär. Das IQWiG beispielsweise leitet daraus eine sequentielle Vorgehensweise ab: Zuerst muss der Nutzen einer Maßnahme belegt werden. Erst wenn ein Zusatznutzen im Vergleich zur besten verfügbaren Alternative als gegeben angesehen werden kann, kommt als zweite Stufe die Kosten-Nutzen-Bewertung in Betracht.

Analyse von Krankenkassen‑Routinedaten:

Neue pharmakoökonomische Ergebnisse

 

Von Dr. Peter K. Schädlich, Berlin

 

Leipzig (20. Mai 2009) - Aktuell gibt es über 7 Millionen behandelte Diabetiker in Deutschland, davon 90 % mit Typ-2- und 10 % mit Typ-1-Diabetes. Im Jahr 2006 entfielen 28 % aller zu Lasten der GKV verordneten Insulin-Tagesdosen auf Basalinsuline und davon wiederum 43 % auf Basalinsulinanaloga (Insulin glargin, Insulindetemir). Zur personenbezogenen Inanspruchnahme von Versorgungsleistungen bei insulinpflichtigen Typ-2-Diabetikern ist jedoch wenig bekannt.

Ziel der vorliegenden Analyse* von IGES war es daher, Ressourcenverbräuche und Kosten von Insulin glargin im Vergleich zu Insulindetemir unter den Bedingungen der alltäglichen Versorgung von Diabetikern zu vergleichen. Hierzu wurden pseudonymisierte Krankenkassen-Routinedaten herangezogen, um die Inanspruchnahme des Gesundheitssystems und die Kosten der ambulanten Arzneimittelverordnungen, der Antidiabetika, der Blutzuckerselbstkontrolle und der antihypoglykämischen Behandlung zu quantifizieren. Der jeweilige Vergleich erfolgte im Matched-Pair-Verfahren nach Bereinigung von Unterschieden zwischen den Untersuchungsgruppen wie etwa Soziodemographie, Diabetes-Typ und Komorbidität.

Langwirksame Insulinanaloga:

Stellenwert und aktuelle Studien

 

Von Prof. Dr. med. Matthias Blüher, Leipzig

 

Leipzig (20. Mai 2009) - Diabetes mellitus Typ 2 ist eine chronisch progrediente Erkrankung, die durch vererbte und erworbene Insulinresistenz und Insulinsekretionsstörung charakterisiert ist. Um die bei Typ 2 Diabetikern deutlich erhöhte Morbidität und Mortalität an makro- und mikroangiopathischen Folgeerkrankungen zu senken, ist eine optimale antihyperglykämische Therapie essentiell. Vor dem Hintergrund der UKPDS 10 Jahres- [1] und ADVANCE-Daten [2] sowie im Einklang mit der European Diabetes Policy Group und den globalen IDF-Guidelines wurde im Oktober 2008 eine neue Leitlinie zur medikamentösen antihyperglykämischen Therapie des Diabetes mellitus Typ 2 durch die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) veröffentlicht [3]. In dieser Leitlinie wird ein HbA1c-Zielbereich von < 6,5 % empfohlen, wobei dieser Zielbereich auch bei Typ 2 Diabetikern sehr frühzeitig angestrebt wird. Eine leitliniengerechte Therapie beinhaltet deshalb eine frühe Therapieintensivierung, wenn nach 3-6 Monaten das Therapieziel HbA1c < 6,5 % nicht erreicht oder gehalten werden konnte. Dabei hebt die neue Leitlinie hervor, dass bei einem HbA1c-Wert > 7,5 % sofort und vorrangig mit dem Einsatz eines Basalinsulins begonnen werden sollte, um langfristige Phasen einer inadäquaten Blutzuckereinstellung zu vermeiden.

Versorgungsalltag und Modellsimulation:

Zwei aktuelle Kostenvergleiche

 

Von Franz-Werner Dippel, Berlin

 

Leipzig (20. Mai 2009) - 2007 betrugen die Arzneimittelausgaben für Insuline 1,1 Mrd. Euro (1). Angesichts solcher Dimensionen sowie einer wachsenden Anzahl Diabetiker, gewinnen pharmakoökonomische Analysen zunehmend an Bedeutung. In zwei aktuellen Kostenanalysen wurde die Wirtschaftlichkeit von Insulin glargin (Lantus®) im Vergleich zu Insulin detemir bei insulinpflichtigen Typ‑2‑Diabetikern untersucht.