Home Dermatologie Ästhetische Dermatologie: Vielseitige Anwendungsmöglichkeiten für Hyaluronidase
22 | 08 | 2017
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Ästhetische Dermatologie

Vielseitige Anwendungsmöglichkeiten für Hyaluronidase

Berlin (27. April 2017) – Seit über 50 Jahren wird Hyaluronidase (Hylase® „Dessau“) als Adjuvans erfolgreich in der Ophthalmo-Chirurgie angewendet.1,2 Zunehmend etabliert sich das Enzym auch zur Unterstützung der Lokalanästhesie bei kleineren chirurgischen Eingriffen in der operativen Dermatologie – vor allem im Bereich der ästhetischen Dermatologie. Der Zusatz von Hyaluronidase sorgt durch eine verbesserte Diffusion des Lokalanästhetikums für eine Vergrößerung des schmerzunempfindlichen Areals, weniger intra- und postoperative Schmerzen sowie eine höhere Patientenzufriedenheit.3-7 Anlässlich der 49. Tagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) in Berlin* stellen PD Dr. med. Peter Arne Gerber, Düsseldorf, und Prof. Dr.-medic (RO) Alina Fratila, Bonn, das breite Indikationsspektrum der Hyaluronidase vor und erörtern den aktuellen Kenntnisstand über die zugrunde liegenden Mechanismen der Hyaluronidase- Wirkung im Bereich der ästhetischen Dermatologie. Fazit: Auch nach langjähriger Erfahrung steckt hinter dem Enzym dank neuer Forschungsansätze und Praxiserfahrungen noch immer Potenzial für eine Vielzahl an neuen Anwendungsgebieten im Bereich der kleinen chirurgischen Eingriffe.


Verantwortlich für die positiven und gewebeauflockernden Eigenschaften von Hyaluronidase ist der sogenannte Spreading-Effekt: Das Enzym spaltet Hyaluronsäure (HA) und Mucopolysaccharide und beschleunigt damit die Hydrolyse komplexer Kohlenhydrate in der extrazellulären Matrix (EZM). Die Gefäßpermeabilität wird hierbei erhöht, die Viskosität der interzellulären Kittsubstanz verringert und die Durchlässigkeit des Bindegewebes erhöht. Die in Kombination verabreichten Lokalanästhetika können dadurch tiefer und schneller in das Gewebe eindringen, verteilen sich besser und werden leichter absorbiert. Der daraus resultierende beschleunigte Wirkeintritt des Lokalanästhetikums, der für den Operateur mit einer Zeitersparnis verbunden ist, kann neben einer verbesserten analgetischen Wirkung deutlich die Zufriedenheit der Patienten im Anschluss an den Eingriff erhöhen.6-10


Standard bei einer Vielzahl kleiner chirurgischer Eingriffe

Der Einsatz von Hyaluronidase ist Standard bei Blepharoplastiken. Ziel dieser kleineren chirurgischen Eingriffe im Oberlidbereich ist die Resektion von überschüssigem Hautgewebe, die Reduktion von Fetttaschen und die Fixierung von Oberlidfalten. Ziel im Unterlidbereich ist die Entfernung von Tränensäcken oder die Straffung einzelner Hautpartien. Wie Prof. Dr.-medic (RO) Alina Fratila, Bonn, verdeutlicht, kann das Lokalanästhetikum mithilfe der Hyaluronidase natürliche anatomische Barrieren einfacher überwinden: „Die Hyaluronidase als Zusatz zum Lokalanästhetikum im Rahmen von kleinen chirurgischen Eingriffen ermöglicht es dem Operateur bei einer Blepharoplastik, auch bei subkutaner Applikation eine Tiefenwirkung unter dem Septum orbitale zu erreichen.“ Ein weiteres Einsatzgebiet in der ästhetischen Dermatologie ist die Zugabe von Hyaluronidase als Bestandteil der Tumeszenz- Lokalanästhesie (TLA) bei kleineren chirurgischen Eingriffen wie der Liposuktion. Bei diesen kleineren chirurgischen Eingriffen zur Behandlung der Cellulite kann der Operationsbereich durch den Zusatz von Hyaluronidase mit weniger TLA-Lösung infiltriert werden, wodurch extreme Dehnungen oder Rupturen der Fasern im subkutanen Fettgewebe weitgehend ausbleiben, wie Fratila berichtet.11 „Unsere langjährige Erfahrung in der Klinik bestätigt, dass der Zusatz von Hyaluronidase auch bei solchen Liposuktionen den schmerzunempfindlichen Bereich vergrößert, ohne dabei die Wirkdauer der TLA und die Wundheilung zu beeinträchtigen.“


Zusammenspiel von Hyaluronidase und Wundheilung als Forschungsgegenstand

Die molekularen und zellulären Mechanismen des Zusammenspiels der Hyaluronidase und der extrazellulären Matrix sind bis dato noch nicht vollständig erforscht. „Hyaluronsäure ist ein essenzieller Bestandteil der EZM, deren Metabolismus durch spezifische, auf- und abbauende Enzyme wie die HA-Synthasen und Hyaluronidasen reguliert wird“, erklärt PD Dr. med. Peter Arne Gerber, Düsseldorf. Hyaluronsäure wird unter anderem durch dermale Fibroblasten und epidermale Keratinozyten synthetisiert.2 In der Haut unterliegt HA einem schnellen Umsatz, wobei ihre Halbwertzeit weniger als einen Tag betragen kann.2 In vitro-Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Applikation von Hyaluronidase die Wundheilung in vitro nicht negativ beeinflusst.2 Auch kommt es durch die Degradation körpereigener HA nicht zu einem bleibenden Defizit. „Unsere experimentellen Forschungsergebnisse lassen darauf schließen, dass bovine Hyaluronidase signifikant und dosisabhängig die Synthese von Hyaluronsäure in den Hautzellen induziert. Auf diese Weise wird der Abbau der körpereigenen HA durch injizierte Hyaluronidase vermutlich umgehend über die Neusynthese von HA ausgeglichen“, so Gerber.


Anmerkung

  • * Quelle: Pressekonferenz „Hyaluronidase in der ästhetischen Dermatologie: Einzigartiger Wirkmechanismus als Schlüssel für vielseitige Anwendungsmöglichkeiten“ der RIEMSER Pharma GmbH am 27. April 2017 in Berlin


Literatur

  1. Fachinformation Hylase® „Dessau“ 150 I.E., Stand: Oktober 2016.
  2. Buhren BA et al., Eur J Med Res 2016; 21: 5.
  3. Palte HD, Local Reg Anesth 2015; 8: 57-70.
  4. Kersten D et al., Ophthalmo-Chirurgie 2003; 15: 77-82.
  5. Wohlrab J et al., Skin Pharmacol Physiol 2014; 27: 276-82.
  6. Wohlrab J et al., Plast Reconstr Surg 2012; 129: 771e-2e.
  7. Wohlrab J et al., Dermatol Surg 2012; 38: 91-6.
  8. Hilton S et al., Eur J Med Res 2014; 19: 30.
  9. Fratila A, Aesthet Dermatol 2013; 2: 2-6.
  10. Nowara E und Dahlem K, MÄC 2014; 2: 1-4.
  11. Fratila A, Kos Med 2014; 3: 26-9. 3


RIEMSER Pharma GmbH: der Schlüssel zum Markt

RIEMSER Pharma GmbH, im Dezember 1992 gegründet, ist Experte für Spezialtherapeutika mit hohem medizinischem Bedarf. Das Unternehmen bietet ein eigenes Produktportfolio an, das unterschiedliche Therapiefelder abdeckt, von der Onkologie und Neurologie über die Infektiologie bis zur Dermatologie. Es kauft, lizenziert, vermarktet und vertreibt pharmazeutische Produkte. Weltweit über 300 Zulassungen, allein 30 in den vergangenen zwei Jahren, sind ein Beleg für die profunden Kenntnisse des Marktes. Mit strategischen Akquisitionen in Europa steigert RIEMSER Know-how und Kompetenz in den Kernmärkten noch weiter. Dank seiner Konzentration auf konjunkturunabhängige Segmente der Pharmamärkte wächst das Unternehmen seit Jahren nachhaltig. Nicht zuletzt deshalb ist RIEMSER der perfekte Partner für internationale Unternehmen, die mit ihren Pharmaprodukten Zugang zum europäischen Markt suchen. RIEMSER hat ihren Sitz in Deutschland (Riems, Berlin, Greifswald, Schiffweiler); weitere Tochterunternehmen befinden sich in Frankreich (Paris) und in Großbritannien (London). Europaweit beschäftigt das Unternehmen mehr als 230 Mitarbeiter. 2012 wurde RIEMSER von der Private-Equity- Beteiligungsgesellschaft Ardian gekauft.


Pflichtangaben gem. § 4 HWG Fachkreise

Bezeichnung des Arzneimittels:
HYLASE® „Dessau“ 150 I.E. / HYLASE® „Dessau“ 300 I.E. /

HYLASE® „Dessau“ 1500 I.E.
Zusammensetzung, arzneilich wirksame Bestandteile nach Art und Menge und die sonstigen Bestandteile nach der Art: Der Wirkstoff ist: Hyaluronidase. 1 Durchstechflasche HYLASE® „Dessau“ 150 I.E. enthält: 150 I.E. Hyaluronidase. 1 Durchstechflasche HYLASE® „Dessau“ 300 I.E. enthält: 300 I.E. Hyaluronidase. 1 Durchstechflasche HYLASE® „Dessau“ 1500 I.E. enthält: 1500 I.E. Hyaluronidase. Der sonstige Bestandteil ist: Gelatinehydrolysat. Eine Ampulle Lösungsmittel für HYLASE® „Dessau“ 150 I.E. in der Kombipackung enthält 0,9% Natriumchlorid.
Anwendungsgebiete: HYLASE® „Dessau“ 150 I.E. / HYLASE® „Dessau“ 300 I.E.: in der Augenheilkunde: ▪ Die Kombination von HYLASE® „Dessau‘‘ 150 I.E./ 300 I.E. mit Lokalanästhetika bewirkt eine stärkere Bewegungseinschränkung der Augenmuskeln. Somit entstehen sehr gute Voraussetzungen für operative Eingriffe am Auge. Die Kombination von HYLASE® „Dessau‘‘ 150 I.E. mit Lokalanästhetika führt außerdem zu einem schnelleren Wirkungseintritt des Betäubungsmittels. In der Lokalanästhesie: ▪ Durch Zusatz von HYLASE® „Dessau“ 150 I.E. / 300 I.E. zu Mitteln der örtlichen Betäubung bei Lokal- und Leitungsanästhesien bei kleineren chirurgischen Eingriffen wird der schmerzunempfindliche Bezirk vergrößert, die Wirkung des lokalen Betäubungsmittels tritt schneller ein, und die Schmerzen nach dem Eingriff sind weniger stark.
HYLASE® „Dessau“ 1500 I.E.: Chirurgie / Orthopädie ▪ Zur Behandlung von verschiedensten Entzündungen, z.B. von Sehnenscheidenentzündungen, Entzündungen in der Umgebung des Schultergelenkes, Entzündungen in der Umgebung des Ellenbogengelenkes, Entzündungen in der Umgebung des Kniegelenkes, Knochenhautentzündungen im Unterarmbereich. ▪ Nach bestimmten Knochenbrüchen (suprakondylären Frakturen) auftretende Gelenksteifen können durch Behandlung mit HYLASE® „Dessau“ 1500 I.E. gemindert werden. ▪ Die Punktion zähflüssiger Pleura- und Gelenkergüsse wird mit HYLASE® „Dessau“ 1500 I.E. gemindert.
Augenheilkunde ▪ Der Zusatz von HYLASE® „Dessau“ 1500 I.E. zu Lokalanästhetika (z.B. Procain, Lidocain, Bupivacain) bewirkt eine stärkere Bewegungseinschränkung der Augenmuskeln. Somit entstehen sehr gute Voraussetzungen für operative Eingriffe am Auge. Der Zusatz von HYLASE® „Dessau“ 1500 I.E. führt zu einem schnelleren Wirkungseintritt des Betäubungsmittels. ▪ Durch die bei Augenoperationen häufig vorgenommene Applikation viskoelastischer Substanzen (z.B. Natrium-Hyaluronat) kann es zu einer postoperativen Erhöhung des inneren Augendruckes kommen. Diese Erscheinung kann durch Applikation von HYLASE® „Dessau“ 1500 I.E. in die vordere Augenkammer behandelt werden.
Allgemeinmedizin ▪ HYLASE® „Dessau“ 1500 I.E. eignet sich zur Behandlung von Gewebeschäden bei versehentlich paravasal verabreichten Kanzerostatika (insbesondere Vinblastin und Etoposid). ▪ Durch Zusatz von HYLASE® „Dessau“ 1500 I.E. zu bestimmten Mitteln der örtlichen Betäubung (z.B. Procain) wird der schmerzunempfindliche Bezirk vergrößert, die Wirkung tritt schneller ein, und die Schmerzen nach dem Eingriff sind weniger stark. ▪ Durch Vorspritzen von HYLASE® „Dessau“ 1500 I.E. gelingt eine beschleunigte Aufnahme von subkutan oder intramuskulär applizierbaren Arzneimitteln in die Blutbahn. Dieser Effekt wird immer dann genutzt, wenn die intravenöse Applikation von Arzneimitteln nicht möglich ist und dennoch ein schneller Wirkungseintritt erwünscht ist.
Gegenanzeigen: HYLASE® „Dessau“ 150 I.E./ 300 I.E. / 1500 I.E. darf nicht angewendet werden, ▪ wenn Sie allergisch gegen Hyaluronidase, Rinderproteine oder einen der sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind; ▪ wenn bei Ihnen angeborene Herzfehler, ein venöser Stau oder Schocksymptome vorliegen; ▪ bei Plasmainfusionen, wenn Ihre Serumproteinwerte unter 5,5 g % (55 g / l) liegen; ▪ wenn Sie an Infektionen leiden: HYLASE® „Dessau“ 150 I.E. / 300 I.E. / 1500 I.E. darf wegen der Gefahr der Ausbreitung der Infektion nicht in infiziertes Areal injiziert werden.; ▪ wenn bei Ihnen Schwellungen vorliegen, die durch Stiche oder Bisse hervorgerufen wurden. HYLASE® „Dessau“ 150 I.E. / 300 I.E. / 1500 I.E. darf nicht in diese Schwellungen injiziert werden; ▪ wenn Sie Krebs-Patient sind: Da keine Langzeit-Untersuchungen an Tumorpatienten vorliegen und daher derzeit ein erhöhtes Metastasierungsrisiko nicht mit Sicherheit auszuschließen ist, darf HYLASE® „Dessau“ 150 I.E. / 300 I.E. / 1500 I.E. nicht bei Krebspatienten angewandt werden. (Ausnahme bei HYLASE® „Dessau“ 1500 I.E.: als Antidot bei Zytostatika-Paravasaten!); ▪ in der Schwangerschaft ab dem 3. Trimenon; ▪ in der Stillzeit.
Nebenwirkungen: Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt: Sehr häufig: mehr als 1 Behandelter von 10, Häufig: 1 bis 10 Behandelte von 100, Gelegentlich: 1 bis 10 Behandelte von 1.000, Selten: 1 bis 10 Behandelte von 10.000, Sehr selten: weniger als 1 Behandelter von 10.000, Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.
Mögliche Nebenwirkungen: Erkrankungen des Immunsystems: Selten kann es nach Applikation von HYLASE® „Dessau“ 150 I.E. / 300 I.E./ 1500 I.E. zu allergischen Reaktionen kommen, die in seltenen Fällen mit einer Schocksymptomatik einhergehen. Bitte informieren Sie Ihren behandelnden Arzt sofort bei dem Auftreten folgender Symptome: Brustschmerzen oder -enge; Schwindelgefühl; schneller Herzschlag oder „rasendes“ Herz; Kurzatmigkeit oder Schwierigkeiten beim Atmen; Hautausschlag, Urtikaria oder Jucken; Anschwellen von Gesicht, Lippen, Hals, Ohren, Armen oder Beinen, Halsenge. Folgende Symptome sollten Sie dem Arzt so bald wie möglich berichten: geringfügige Entzündungen, Rötungen oder Schmerzen, Übelkeit oder Erbrechen. Weitere Nebenwirkungen: Durch Hyaluronidase-Anwendung können bestehende Infektionen verstärkt werden. In seltenen Fällen kommt es zu Temperaturerhöhung, Zahnlockerung oder verstärkter Menstruationsblutung. Über unangenehme Injektionsschmerzen bei der Anwendung von Hyaluronidase wurde in Einzelfällen berichtet. Hinweise auf Notfallmaßnahmen, Symptome und Gegenmittel: Die Notfallmaßnahmen/Gegenmittel richten sich nach den durch die Nebenwirkung aufgetretenen Symptomen und werden vom medizinischen Personal durchgeführt. Symptome - Gegenmaßnahmen: ▪ Subjektive Beschwerden (Nausea usw.) - Injektionsunterbrechung; ▪ Hauterscheinungen (Flush, Urtikaria, usw.) - Antihistaminika; ▪ Tachykardie, RR-Abfall (<90 mm Hg syst.) - Kortikosteroide i.v. (z.B. 100 bis 200 mg Prednisolon); ▪ Dyspnoe, Schock - Adrenalin-Tropf, Sauerstoff, hochdosierte Kortikosteroide i.v. (bis 1g Prednisolon), Volumenauffüllung; ▪ Herz- oder Atemstillstand - Reanimation.
Warnhinweise: Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren. Lösungsmittel für HYLASE® „Dessau“ 150 I.E. enthält Natriumchlorid. Packungsbeilage beachten. Verschreibungspflichtig.
Pharmazeutischer Unternehmer: RIEMSER Pharma GmbH, An der Wiek 7, 17493 Greifswald-Insel Riems, Deutschland; Stand der Information: Juni 2016


Quelle: RIEMSER Pharma, 27.04.2017 (tB).

 
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