Demenz

Menschen mit Demenz ein würdevolles Sterben ermöglichen

 

Kuratorium Deutsche Altershilfe fordert den Ausbau und die geriatrische Qualifizierung der spezialisierten ambulanten Palliativersorgung

 

Köln (24. Mai 2011) - Der Freitod von Gunter Sachs, vermutlich aufgrund der Diagnose Alzheimer, hat ein großes Medienecho ausgelöst - häufig mit dem Tenor, dass Sachs in Würde sterben wollte. „Leider ist in der Öffentlichkeit das Bild entstanden, dass der Sterbeprozess mit der Diagnose Alzheimer einem ‚aus dem Leben leiden' entspricht. Tatsächlich aber ist ein würdevolles Ende des Lebens auch mit Demenz möglich", erklärt Dr. Peter Michell-Auli, Geschäftsführer des Kuratorium Deutsches Altershilfe (KDA). „Ein Sterbeprozess, bei dem sich Menschen nach und nach vom Leben verabschieden können, ist das letzte Geschenk des Lebens." Allerdings muss die Versorgung sterbender Menschen mit Demenz dringend verbessert werden, wie eine Tagung des KDA gezeigt hat: Sterbende Menschen mit Demenz werden besonders häufig falsch behandelt.

 

Erster Kontakt mit der Roboter-Robbe PARO: Studierende der Assistiven Technologien arbeiten anwendungsorientiert. Photo: Foto: Piet MeyerRoboter-Robbe therapiert Demenzkranke

 

Studierende der Jade Hochschule untersuchen die Anwendung assistiver Technologien

 

Oldenburg (5. Mai 2011) - Frau Kuhn hat nicht mehr gesprochen seit sie im Altenheim wohnt. Sie leidet an Demenz. Als eine Pflegerin ihr PARO in die Arme legt, spricht sie plötzlich: „Hallo, wer bist denn du?“. PARO ist ein einem Robbenbaby nachempfundener Roboter und das neueste Forschungs- und Lernobjekt von Studierenden des Studiengangs Assistive Technologien der Jade Hochschule. Neben der Programmierung von assistiven Technologien steht für sie jetzt auch deren Anwendung auf dem Stundenplan. Der Frage, wie intelligente Geräte auf Menschen wirken, gehen die Studierenden von nun an mit Unterstützung der therapeutischen Robbe PARO nach. „Selbst gut geschulte Pflegekräfte finden gelegentlich keine Möglichkeit, zu ihren demenziell veränderten Patienten in Kontakt zu treten und ihre Bedürfnisse zu erfahren“, sagt Dr. Frank Wallhoff, Professor für assistive Technologien an der Jade Hochschule.

 

Alzheimer-Demenz – therapeutische Optionen früh und richtig nutzen

 

Prof. Dr. med. Matthias Riemenschneider

 

Wiesbaden (30. April 2011) - Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste degenerative Hirnerkrankung im Alter und betrifft in westlichen Industriestaaten etwa 10 Prozent aller Personen über 65 Jahre. Die Prävalenz der Alzheimer-Demenz steigt mit zunehmendem Lebensalter exponentiell an und erreicht bei den über 90-Jährigen nahezu 45 Prozent. Aufgrund der weiterhin steigenden Lebenserwartung in den westlichen Industriestaaten bei gleichzeitiger Abnahme der Gesamtbevölkerung steigt die medizinische und sozioökonomische Bedeutung der Alzheimer-Demenz (AD) in den kommenden Jahren und Jahrzehnten rapide an.

 

Langes Ringen um angemessen aufbereitete Hersteller-Daten führt zu Neu- Bewertung von Memantin

 

  • Änderung des IQWiG-Abschlussberichts von 2009: Belege für Nutzen bei Kognition, Hinweise bei Alltagskompetenz

 

Berlin (26. April 2011) - Nachdem der Hersteller des Alzheimer-Medikaments Memantin eine ergänzende Auswertung von Studiendaten vorgelegt hat, sieht das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zumindest für eine Therapiedauer von 6 Monaten Belege für einen Nutzen des Wirkstoffs bei der Kognition sowie Hinweise bei den alltagspraktischen Fähigkeiten. Damit ändern sich die Schlussfolgerungen der ersten IQWiG-Nutzenbewertung von 2009. Eine erneute, der Fragestellung angemessene Auswertung von Studiendaten hatte das IQWiG wiederholt bei der Firma Merz eingefordert.

 

Boxer haben erhöhtes Demenz-Risiko

 

Berlin (8. April 2011) - Am Samstag ist es wieder so weit: Dann  kämpfen Titelverteidiger Robert Stieglitz und Khoren Gevor um den WM-Titel im Supermittelgewicht. Aus aktuellem Anlass machen führende medizinische Fachgesellschaften auf die Gefahren des Boxsports aufmerksam.  Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) warnt gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik (DGKJP) vor den Auswirkungen des Boxens auf die Gehirne der Sportler.

 

Die Pflegeoase, Garching a.d. Alz. Photo: ISGOS.jpgFachtag „Die Pflegeoase - Jeder Tag ein neues Erlebnis“

 

Bayern setzt auf segregative Versorgung im Schwerstpflegebereich. Die Pflegeoase kann dabei eine Form der Betreuung für schwerstpflegebedürftige demenziell erkrankte Menschen sein

 

Fürstenfeldbruck (24. Februar 2011) - Auf dem Fachtag: Die Pflegeoase „Jeder Tag ein neues Erlebnis“ Förderung der Lebensqualität schwerstkranker Menschen mit Demenz am 24. Februar in Fürstenfeldbruck empfahl Christian Müller vom Bayerischen Sozialministerium, Fachstelle für Pflege- und Behinderteneinrichtungen – Qualitätsentwicklung und Aufsicht (FQA), die Ausrichtung der Betreuung im Schwerstpflegebereich auf die Bildung homogener Gruppen z.B. in Form einer der Varianten der Pflegeoase.

DemenzReportDemenz-Report

Wie sich die Regionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf die Alterung der Gesellschaft vorbereiten können

 

Berlin (22. Februar 2011) - Nach dem 65. Lebensjahr steigt die Wahrscheinlichkeit, an Alzheimer oder einer anderen Form von Demenz zu erkranken. Die Alterung der Gesellschaft bringt es deshalb mit sich, dass der Anteil der Menschen mit Demenz an der Gesamtbevölkerung steigt. In Deutschland liegt er heute bei etwas über 1.600 je 100.000 Einwohner. Er dürfte sich binnen der nächsten dreißig Jahre verdoppeln. Österreich und die Schweiz haben dank anhaltender Zuwanderung noch etwas jüngere Bevölkerungen. Doch auch in diesen beiden Ländern schreitet die Alterung voran, nimmt also auch die Zahl der Menschen mit Demenz zu. Gleichzeitig wachsen immer weniger Junge nach. Es gibt also künftig weniger Menschen, die sich um die steigende Zahl demenziell Erkrankter kümmern können, ob als Kinder, Schwiegerkinder oder als professionell Pflegende.

 

Deutsche Alzheimer Gesellschaft zum Pflege-Dialog des Bundesministeriums für Gesundheit

Bessere Unterstützung für pflegende Angehörige dringend nötig

 

Berlin (15. Februar 2011) - Die Unterstützung pflegender Angehöriger war das Thema des Pflege-Dialogs, zu dem Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler am 14. Februar 2011 eingeladen hatte. Mehr als 2,2 Millionen Menschen sind derzeit pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes. Etwa zwei Drittel von ihnen werden von Angehörigen zu Hause gepflegt, zumeist von (Ehe-)partnern und Töchtern. Dies gilt auch für die 1,2 Millionen Demenzkranken in Deutschland, von denen nur ein Teil Leistungen der Pflegeversicherung erhält. 

 

Laufbandtraining. Photo: Elke Lindner/Uniklinik MagdeburgLaufen gegen die Demenz?

 

Magdeburg (4. Februar 2011) - In einem mehrjährigen Forschungsprojekt wollen Neurologen, Sportmediziner und Kardiologen der Otto-von-Guericke-Universität die Auswirkungen sportlichen Ausdauertrainings auf die Neurobiologie des Gehirns, auf Lernleistungen und Gedächtnis untersuchen. „Die Forschungsergebnisse sollen Grundlage für zielgerichte Präventionsstrategien gegen Demenz- Erkrankung sein“, erklärt Studienleiter Professor Dr. Emrah Düzel von der Neurologischen Universitätsklinik Magdeburg und dem DZNE.

Malariamedikament könnte gegen Form der Frontotemporalen Demenz wirken

 

München/Bonn (2. Februar 2011) - Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und der Ludwig-Maximilians- Universität München haben einen vielversprechenden Ansatz für eine Behandlung der sogenannten Frontotemporalen Demenz, einer alzheimerähnlichen Demenz, gefunden.

 

Das NICE-Institut empfiehlt Ebixa(R) (Memantin) zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit

Kopenhagen, Dänemark (18. Januar 2011) - Lundbeck zeigt sich erfreut über die Nachricht, dass Patienten in England und Wales mit mittelschwerer oder schwerer Alzheimer-Krankheit unter bestimmten Bedingungen für die Behandlung mit Ebixa(R) in Frage kommen werden, wie in der Final Appraisal Determination (FAD) des National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE)(1) festgelegt. Das Unternehmen drängt auf die schnelle Umsetzung dieser Technologiebewertungsrichtlinie mit einer Vergabe der vorgeschriebenen Bereitstellung an Geldmitteln, um zu gewährleisten, dass geeignete Patienten ohne Verzögerung Zugang bekommen.

Demenz ist die zentrale pflegepolitische Herausforderung

Pflegenotstand muss das Top-Thema werden

 

Neuss ( 30. November 2010) - Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk macht seit Jahren darauf aufmerksam, dass im Rahmen einer Pflegereform, die diesen Namen verdient, eine Einbeziehung der Demenzkranken in den Kreis der pflegebedürftigen Menschen nach § 14 SGB XI dringend geboten ist. Im Übrigen sind leistungsrechtliche Verbesserungen, vor allem für die ambulante pflegerische Versorgung, angezeigt. Für die stationären Pflegeeinrichtungen (aber auch für die Krankenhäuser) sind Personalbemessungssysteme geboten, so dass der reale Bedarf an Pflegekräften auch aussagekräftig belegt werden kann.

 

Gesprächsrunde 'Wir sprechen für uns selbst!' (von links): Prof. Dr. phil. Volker Gerhardt, Mitglied des Deutschen Ethikrates, Christian Zimmermann, Unternehmer, Alzheimerbetroffener, Peter Wißmann, Leiter der Demenz Support Stuttgart und Stellvertretender Vorsitzender der Aktion Demenz e. V., und Helga Rohra, Fremdsprachenübersetzerin, Demenzbetroffene. Photo: Deutscher EthikratEthikrat bietet öffentliches Forum für die Diskussion zur Selbstbestimmung bei Demenz

 

Berlin (25. November 2010) - Über dreihundert Besucher waren am gestrigen Mittwoch in die Hamburger Handwerkskammer gekommen, um die Tagung des Deutschen Ethikrates zum Thema "Demenz - Ende der Selbstbestimmung?" zu verfolgen.

In ihrem Grußwort dankte Angelika Kempfert, Staatsrätin der Hamburger Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz, dem Deutschen Ethikrat, dass er das Thema Demenz zu einem seiner Arbeitsschwerpunkte erklärt habe. Sie würdigte damit den wertvollen Beitrag, den der Ethikrat leiste, diese schwere Erkrankung in den Fokus der öffentlichen Diskussion zu rücken.

 

Gezieltes Bewegungstraining verbessert Demenz

 

Stuttgart (10. November 2010) - Immer mehr Menschen sind von Demenz betroffen, sei es direkt oder als Familienangehörige. Zwar gelten demenzielle Erkrankungen derzeit als nicht heilbar, es gibt aber dennoch Ansätze und Wege, den Verlauf der Erkrankung positiv zu beeinflussen und den Alltag der Betroffenen zu erleichtern. Die Baden-Württemberg Stiftung stellte nun im Rahmen der Veranstaltung „Demenz: Krankheit und gesellschaftliche Herausforderung“ Möglichkeiten der Therapie und den aktuellen Stand der Wissenschaft vor.

 

Abb.: Gliazellen (grün) und Zellkerne (blau), dazwischen der neu entwickelte Antikörper (rot), der in Nervenzellen färbt. Bild: umgDurchbruch in der Alzheimer Forschung

 

Therapie gegen Alzheimer: Göttinger Forscher entwickeln neuen Ansatz für passive Immunisierung

 

Göttingen (5. November 2010) - Die Alzheimersche Erkrankung in ihrem Verlauf zumindest anhalten zu können, das ist Prof. Dr. Thomas Bayer und Dr. Oliver Wirths, Alzheimerforscher in der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie an der Universitätsmedizin Göttingen, bei Mäusen gelungen. Ihre Forschungsergebnisse beruhen auf einer passiven "Impfung" gegen Alzheimer. Als Wirkstoff setzen sie einen neu entwickelten Antikörper ein. Neu an dem Ansatz ist: Der Antikörper der Göttinger Forscher zielt gerade nicht auf die Alzheimer typischen Eiweißablagerungen im Gehirn, die so genannten "Plaques". Zielscheibe ist vielmehr eine besondere Molekülstruktur, die das Eiweiß "Pyroglutamat-Abeta" ausbildet. Dieses Eiweiß haben die Göttinger Forscher als eigentlichen "Übeltäter" ausgemacht. Mit einem speziellen Antikörper gegen dieses Eiweiß lässt sich schon früh dessen zerstörerische Kraft stoppen. Die jüngsten Forschungsergebnisse mit einem Mausmodell für die Alzheimer-Erkrankung versprechen einen erfolgreichen neuen Behandlungsansatz. Die Forschungsergebnisse wurden am 22. Oktober 2010 veröffentlicht in: Wirths et al. (2010) Journal of Biological Chemistry online

 

Zukunftsforum DemenzHerausforderungen für die Pflege  Demenzkranker:

Stürze, Fixierung, Schluckstörungen und Desorientierung

 

Prof. Dr. Ingo Füsgen

 

Hannover (2. November 2010) - Im nächsten Jahrzehnt drohen den EU-Staaten zum Teil dramatische Engpässe in der Gesundheitsversorgung. Nach Schätzungen der EU-Kommission könnten den europäischen Gesundheitssystemen 2020 bis zu 2 Mill. Arbeitskräfte fehlen. Dies gilt im Besonderen auch für Deutschland. Zu wenig Ärzte und zu wenig Pflegekräfte werden den demographischen Wandel mit massivem Anstieg älterer chronisch Kranker nicht schaffen können. Eine Möglichkeit wird sein, dass man die Gesundheitsberufe attraktiver macht. Dies schließt Initiativen zur Qualitätssicherung und eine Balance zwischen Berufs- und Privatleben zum Schutz der Gesundheit von Fachkräften ein ‑ eine gesundheitspolitische Herausforderung für unsere Politik. Altersabhängige Krankheiten werden dabei aufgrund des demographischen Wandels im Mittelpunkt aller Überlegungen zu stehen haben. Dies trifft im besonderen Maße für die Demenz zu, weil sie sowohl eine medizinische als auch soziale Herausforderung darstellt.