Chirurgie-Medizin

Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) 

59 TraumaNetzwerke verbessern die Versorgung Schwerverletzter

 

Marburg (25. März 2009) - 59 TraumaNetzwerke (TNW) mit rund 700 Kliniken verbessern die Versorgung Schwerverletzter in Deutschland. Davon können jährlich rund 35.000 schwerverletzten Patienten profitieren. Denn entscheidend für das Überleben und die Lebensqualität des Patienten nach dem Unfall ist die schnelle und präzise Diagnose der Verletzungen sowie deren bestmögliche Behandlung. Um dies zu gewährleisten, hat die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) das weltweit einzigartige Projekt TraumaNetzwerk etabliert. Anlässlich des 1. Jahreskongresses TraumaNetzwerk DGU diskutieren Experten, wie die Qualität sowohl in der Notfallrettung als auch stationär noch weiter verbessert werden kann.

Operations-Checklisten haben Nutzen belegt

Chirurgen tagen zu Qualitätssicherung in der Chirurgie

 

Berlin/Greifswald (30. Januar 2009) - Eine von der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) empfohlene Sicherheits-Checkliste für Operationen hat bei Tests in weltweit acht Ländern ihren Nutzen belegt: Komplikationen bei chirurgischen Eingriffen lassen sich um ein Drittel senken, wenn Operateure einfache aber grundlegende Kontrollen in den Ablauf einbinden. Die DGCH bekräftigt deshalb ihre Empfehlung: Chirurgen sollten die Checkliste der Welt-Gesundheitsorganisation (WHO) in der täglichen Klinikroutine anwenden. Im Rahmen der 17. Jahrestagung der Chirurgischen Arbeitsgemeinschaft Qualitätssicherung in Greifswald thematisiert die DGCH weitere Ansätze, um Operationen noch sicherer zu machen.

Weltweit erste navigierte Wirbelsäulenoperation mit einem neuen Flachdetektor 3D Röntgengerät

 

Photo: Universitätsklinikum FreiburgFreiburg im Breisgau (29. Januar 2009) - Weltweit zum ersten Mal wurde heute in der Neurochirurgie des Universitätsklinikums Freiburg eine navigierte Wirbelsäulenoperation mit einem neuen Flachdetektor 3D Röntgengerät durchgeführt.
Bei komplizierten Wirbelsäulenoperationen können zur besseren Orientierung für den Chirurgen Röntgenbilder mit einem mobilen Durchleuchtungsgerät gemacht werden. Dieses wird wegen seiner Form auch C-Bogen genannt. Bei dem neuen Flachdetektor 3D C-Bogen handelt es sich um die Weiterentwicklung der analogen zur digitalen Technik. Die neue Flachdetektor-Technik führt zu einer Strahlenreduktion, aber vor allem zu verzerrungsfreien und damit auch in den Randbereichen exakten digitalen Bildern. Der Flachdetektor 3D C-Bogen ist in der Lage, für die 3D Bildgebung, ähnlich wie ein Computertomograph, aus mehreren in verschiedenen Positionen aufgenommenen Bildern einen 3D Bilddatensatz zu berechnen. Hieraus können dann Schnittbilder in beliebigen Ebenen rekonstruiert werden. Da dies aus den verzerrungsfreien digitalen Bilddaten erfolgt, wird eine sehr hohe Bildqualität erreicht.

Klare Sicht im Blut – neue Möglichkeiten in der Herzchirurgie

 

Freiburg (15. Januar 2009) - Innovative Infrarot-Halbleiterlaser des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Festkörperphysik IAF in Freiburg ermöglichen die Sicht durch Blut. Das eröffnet neue Chancen in der minimalinvasiven Chirurgie mit Endoskopen.

In der modernen Chirurgie werden immer häufiger sanfte Operations- und Diagnosemethoden eingesetzt. Statt eines großen Schnitts wird ein Endoskop mit Optik und Instrumenten durch eine kleine Öffnung in den menschlichen Körper eingeführt. In der Bauchhöhle funktioniert die optische Technik inzwischen nahezu perfekt. Innerhalb von Blutgefäßen oder dem Herzen ist die herkömmliche Optik dagegen blind. Bei Eingriffen mittels eines Katheters konnte der Operationsverlauf bisher nur unter Röntgenkontrolle verfolgt werden.

Erste Gallen-Operation durch den Bauchnabel

Narbenlose Operation im Krankenhaus Neuwerk „Maria von den Aposteln“

Erste Gallen-Operation durch den Bauchnabel Mönchengladbach (13. August 2008) - Erstmalig wurde in einer neuartigen Operationsmethode eine Gallenblase nur durch den Bauchnabel entfernt. Prof. Dr. Frank A. Granderath, Chefarzt der Allgemein- und Visceralchirurgie und Spezialist für minimal invasive Chirurgie im Krankenhaus Neuwerk „Maria von den Aposteln“ in Mönchengladbach, führte die Operation durch die natürliche Körperöffnung durch. Keine weiteren Schnitte wurden benötigt. Für den Patienten bedeutet dies eine narbenlose Operation.
Durch einen kleinen Schnitt knapp unterhalb des Bauchnabels führten Prof. Dr. Granderath und sein Team aus dem Krankenhaus Neuwerk „Maria von den Aposteln“ insgesamt 3 Präzisions-Sonden ein und entfernten die Gallenblase. Es ist somit kein weiterer Schnitt in der Bauchdecke oder ein weiterer Zugang beispielsweise über die Vagina nötig. „Wir ermöglichen dem Patienten somit eine völlig narbenfreie Operation. Der Schnitt im Bauchnabel ist nach der Genesung nicht mehr zu erkennen“, so Prof. Dr. Frank A. Granderath. Er fügt hinzu: „Neben den ästhetischen Vorteilen genesen die Patienten in der Regel schneller, das Infektionsrisiko ist geringer, sie haben weniger Schmerzen und können das Krankenhaus bereits nach wenigen Tagen verlassen.“

17. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Thoraxchirurgen tagen in Bremen: Im Klinikalltag bestmögliche Therapie für Patienten anwenden

 

Bremen (4. August 2008) – Vom 11. bis 13. September 2008 findet im Parkhotel Bremen die 17. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT) statt. Unter ökonomischen und wissenschaftlichen Gesichtspunkten erörtern Ärzte neue Standards klinischer Behandlungspfade: Diese empfehlen von der Aufnahme in der Klinik bis zur Entlassung des Patienten bestimmte Behandlungsschritte. Weitere Themen sind Verletzungen des Brustkorbes, die sogenannte Thoraxtraumatologie und die operative Entfernung von Lungenkrebs mithilfe der videoassistierten Thoraskopie. Praxisnahe Workshops, beispielsweise zur Lungentransplantation und zu Neuerungen im internationalen Klassifikationssystem von Tumoren (IASLC), ergänzen das wissenschaftliche Programm.

Auf neuem Weg zum Herzen

50. neue Herzklappe per Katheter - Essen zählt weltweit zu den führenden Zentren

Herzklappen-Operationsteam der Kliniken für Kardiologie, Thorax- und Kardiovaskuläre Chirurgie und Anästhesie im Universitätsklinikum Essen. 

Essen (9. Juli 2008) - Helmut Breuer hat vor wenigen Tagen seinen 80. Geburtstag gefeiert. Er ist rüstig und fühlt sich gut. Seine Lebensqualität hat er vor drei Jahren wieder erlangt, als er im Universitätsklinikum Essen eine Herzklappe - eine Bioprothese - erhielt. Erstmals wurde diese in Deutschland per Herzkatheter, ohne Eröffnung des Brustkorbs und ohne Herz-Lungen-Maschine implantiert. "Mir geht es seit dem Eingriff so gut", sagt Helmut Breuer, "ich habe 20 Jahre gewonnen."

 

Wie ihm geht es vielen älteren Menschen: Die am meisten strapazierte Klappe im Herzen, die so genannte Aortenlappe, ist das Ventil zwischen der großen linken Herzkammer und der Körperschlagader. Bei jedem Herzschlag geht die Klappe auf und zu. Im Lauf eines 80-jährigen Lebens also mehr als 3 Milliarden Mal. Durch die mechanische Belastung und zusätzliche Faktoren (genetische Faktoren, Risikofaktoren, etc.) kann eine zunehmende Unbeweglichkeit und Enge der Aortenklappe auftreten, die mit einer starken Verkalkung einhergeht: eine Aortenklappenstenose; das Klappenventil ist dicht! Die Leistungsfähigkeit nimmt rapide ab, Luftnot und Herzschmerzen treten auf, bis hin zum Bewusstseinsverlust. Einzige Möglichkeit: die Herzklappe muss ersetzt werden.