Anästhesie

HAI 2008: Besseres Krisenmanagement bei Grippe-Pandemie erforderlich

 

Notfallmediziner fordern besseres Krisenmanagement:
Gefahren einer Grippe-Pandemie häufig unterschätzt


Berlin (16. September 2008) - Die Intensivstationen deutscher Krankenhäuser sind derzeit nur unzureichend auf eine Grippe-Pandemie vorbereitet. Grund dafür, so Experten ist, dass die Gefahr einer Influenza-Pandemie oft unterschätzt wird. Bricht eine Pandemie aus, ist ein gut funktionierendes Krisenmanagement überlebensnotwendig. Auch ohne Massenansteckung ist ein Influenza-Virus gefährlich: Zwischen 2001 und 2007 starben, laut Robert-Koch-Institut (RKI), rund 31.000 Menschen an einer Influenza. Experten fordern deshalb im Vorfeld des HAI 2008 ein verbessertes Krisenmanagement.

Künstliche Beatmung:

Neue Strategien könnten Tausenden das Leben retten

3D-Neutronentomografie einer Rattenlunge. Bild: Robert Metzke/TUM.München (1. September 2008) - Aktuellen Schätzungen zufolge werden in Europa jedes Jahr mehr als 100.000 Patienten mit akutem Lungenversagen intensivmedizinisch behandelt. Müssen Patienten mehrere Tage künstlich beatmet werden, sinkt die Überlebensrate auf unter 50 Prozent. Viele der überlebenden Patienten tragen schwere Lungenschäden davon und leiden ihr Leben lang unter den Folgen. Die behandelnden Ärzte stehen vor einem Dilemma: Viele Details der Lungenfunktion sind nicht bekannt. Eine genaue Steuerung der Beatmung ist daher kaum möglich. Wissenschaftler der TU München und der Universität Freiburg entwickeln nun ein Modell, das die Grundlagen für eine Feinabstimmung der Beatmung schafft und damit vielen Patienten das Leben retten könnte. Als Bild gebendes Verfahren nutzen sie die Neutronentomografie.

Kleines Volumen, kleine Probleme?

Das optimale Beatmungsvolumen bei einer Narkose beleuchtet Dr. Tanja Meyer-Treschan von der Universität Düsseldorf und erhält ein Graduierten-Stipendium der Novartis-Stiftung

 

Nürnberg (4. Juli 2008) -  Die Narkose-Medizin ist auf einem hohen Standard. Dennoch zeichnet sich in der scheinbar ausgereiften Disziplin eine neue Entwicklung ab – weg von einer aggressiven hin zu einer schonenderen Beatmung. In diesem Zuge ist auch das ideale „Tidalvolumen“ Gegenstand aktueller Studien. Der Begriff umschreibt die Menge Atemluft, die der Patient während einer Narkose bei jedem Atemzug erhält. So will Dr. Tanja Meyer-Treschan vom Universitätsklinikum Düsseldorf jetzt herausfinden, ob bestimmte Risiko-Patienten nach größeren Baucheingriffen von einem kleineren „Tidalvolumen“ profitieren. Ihre Arbeiten würdigt die Nürnberger Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung mit einem Graduierten-Stipendium.

DGSS-Umfrage: 98 Prozent der deutschen Kliniken bieten schmerzfreie Geburt an

Große Unterschiede zwischen Stadt und Land, Ost und West

Boppard (13. Mai 2008) - 98 Prozent aller deutschen geburtshilflichen Abteilungen bieten derzeit die rückenmarksnahe Regionalanästhesie zur Linderung des Geburtsschmerzes an, 1996 waren es nur 89 Prozent. Das hat eine Umfrage ergeben, die in der aktuellen Ausgabe von „Der Schmerz“, dem offiziellen Organ der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS) ver-öffentlicht ist. Fast jedes fünfte Baby (17,5 Prozent) kommt demnach vaginal unter einer rückenmarksnahen Regionalanästhesie (z.B. als Periduralanalgesie) auf die Welt. In Großstädten und Ballungsräumen liegt die Rate sogar bei über einem Viertel. Eine Tatsache, die vermutlich auf den Konkurrenzdruck zwischen den Krankenhäusern zurückzuführen ist, vermuten die Autoren der Studie. Sie werteten Fragebögen aus 397 Kliniken aus, in denen im Befragungszeitraum 297.212 Entbindungen, d.h. 41,3 Prozent aller Geburten in Deutschland, stattgefunden hatten.