Anästhesie

Ratiopharm Satelliten-Symposium auf dem 15. Hauptstadtkongress der DGAI für Anästhesie und Intensivtherapie

Blutdruck im Fokus: Prä-, intra und postoperativ

 

1. Präoperative Identifikation von Risikopatienten

Prof. Dr. med. Berthold Bein, Kiel

Berlin (20. September 2013) - Eine Hypotension nach Einleitung einer Allgemein‑ oder Regionalanästhesie ist häufig zu beobachten. Neben der Einsch ätzung des allgemeinen Anästhesierisikos an Hand der Einteilung der American Society of Anesthesiology (ASA) und des kardialen Risikos an Hand des Revised Cardiac Risk Index nach Lee und Mitarbeitern konnten für die Inzidenz einer Hypotension nach Einleitung einer Allgemeinanästhesie unter anderem ein ASA Status >I 11, ein mittlerer arterieller Blutdruck vor Einleitung <70 mm Hg, Alter > oder =50 Jahre,und die Verwendung von Propofol und höherer Fentanyldosen als Risikofaktoren identifiziert werden. Auch die perioperative Fortführung einer Therapie mit ACE‑Hemmern ist mit einer ausgeprägteren und therapiebedürftigen Hypotension während der Anästhesie vergesellschaftet. Eine Hypotension nach Spinalanästhesie scheint bei Patienten mit Alkoholabusus, arteriellem Hypertonus in der Vorgeschichte, Adipositas, höherem sensorischem Block und dringlichen Eingriffen häufiger aufzutreten. Auch der aktuelle Sympathikotonus zum Zeitpunkt der Spinatanästhesie spielt hier offenbar eine wichtige Rolle.

HAI 2013: Forschen für die Lebensrettung

DGAI erweitert Deutsches Reanimationsregister

 

Berlin (18. September 2013) – Mit dem Deutschen Reanimationsregister hat die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e. V. (DGAI) die größte überregionale Datenbank in Deutschland zur Erfassung und Auswertung von Wiederbelebungsmaßnahmen etabliert: Mehr als 35.000 Daten zu Wiederbelebungsmaßnahmen von 235 Kliniken und Notarztstandorten in Deutschland wurden hier zusammengetragen [1]. Das unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) stehende Projekt wurde aktuell um ein neues Modul erweitert, zwei weitere folgen zum Jahresende.

 

Spezielle Narkoseüberwachung durch Anästhesisten kann vorbeugen

Verwirrtheit nach Operationen

 

Berlin (18. September 2013) – Orientierungslosigkeit, Angst und Halluzinationen sind Anzeichen von Verwirrtheitszuständen, die auch nach einer größeren Operation vorkommen können. Von dem sogenannten postoperativen Delir sind besonders ältere Menschen betroffen. Die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. med. Claudia Spies, Direktorin der Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt operative Intensivmedizin an der Charité – Universitätsmedizin Berlin, hat auf dem Hauptstadtkongress (HAI) 2013 in Berlin aktuelle Forschungsergebnisse zur Delir-Prävention präsentiert.

 

BfARM

Risikobewertungsverfahren zu hydroxyethylstärkehaltigen Infusionslösungen

 

Nürnberg (4. Juli 2013) - Im März 2013 hatte das BfArM darüber informiert, dass ein europäisches Risikobewertungsverfahren zu hydroxyethylstärkehaltigen Infusionslösungen eingeleitet wurde (Hydroxyethylstärke (HES): Start eines europäischen Risikobewertungsverfahrens). Im Bulletin zur Arzneimittelsicherheit, Ausgabe 1 - März 2013 hatte das BfArM zu diesem Thema berichtet und bezüglich der Anwendung von Hydroxyethylstärke eine vorläufige Empfehlung ausgesprochen.

Orion Pharma schaltet neue Website frei

www.dexdor.de und die neue Qualität in der Sedierung

 

Hamburg (23. April 2013) – Mit www.dexdor.de hat die Orion Pharma GmbH zum Deutschen Anästhesiekongress in Nürnberg eine neue Produkt-Website gelauncht, die künftig für Ärzte, Apotheker und Pflegekräfte zu einer unverzichtbaren Hilfe werden soll, wenn es um kooperative und komfortable Sedierung geht. Fachbesucher können sich auf eine Website freuen, die neben der medizinischen Basisinformation eine Fülle von nützlichen Informationen für den Klinikalltag enthält – von Patientenvideos und Webcasts über Sonderpublikationen zu Orion Pharma Symposien und Kongressen bis hin zu konkreten Services wie einer kostenlosen Dosing App zur Ermittlung der Infusionsgeschwindigkeit in Abhängigkeit von Patientengewicht und angestrebter Dosierung.

 

Hans W. Striebel: Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin. Für Studium und Ausbildung . Schattauer-Verlag 2012Hans W. Striebel 

Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin

 

Für Studium und Ausbildung

 

Schattauer-Verlag 2012

8., überarb. u. erw. Aufl.

Ausstattung/Bilder: XII, 659 S. m. 284 Abb. u. 78 Tab.

ISBN: 9783794528905

36,95 Euro

BRIA-Projekt (Brückenintervention in der Anästhesiologie)

Chronische psychische Beschwerden bei operativen Patienten

 

Berlin (10. Dezember 2012) - Ein operativer Eingriff bedeutet für viele Menschen eine starke psychische Belastung verbunden mit hohem emotionalen Stress. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des Universitätsklinikums Leipzig konnten nun zeigen, dass diese Beschwerden oftmals keine vorübergehenden Sorgen hinsichtlich der bevorstehenden Operation sind, sondern häufig Hinweise auf klinisch bedeutsame und behandlungsbedürftige psychische Störungen darstellen. Die Ergebnisse der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Studie, an der 1.157 operative Patienten teilgenommen hatten, sind in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift PLoS ONE* veröffentlicht.

 

Patrick Meybohm, Michael St. Pierre, Wolfgang Heinrichs, Berthold Bein (Hrsg.): Fehler und Irrtümer in der Anästhesie . Thieme-Verlag, Stuttgart 2012 . ISBN: 9783131629814 . Patrick Meybohm, Michael St. Pierre, Wolfgang Heinrichs, Berthold Bein (Hrsg.)

Fehler und Irrtümer in der Anästhesie

 

Thieme-Verlag, Stuttgart 2012
272 S., 7 Abb., kart.

ISBN: 9783131629814

 

EUR [D] 49,99 | EUR [A] 51,40 | CHF 70,00

Abb.: Dr. Daniel Hertle, Assistenzarzt der Neurochirurgischen Universitätsklinik Heidelberg, prüft Hirnströme eines Patienten. Photo: Universitätsklinikum HeidelbergKetamin

Narkosemittel beugt Erschöpfungstod von Hirnzellen vor

 

Heidelberg (21. August 2012) - Nach Hirnblutungen, schwerem Schlaganfall oder Kopfverletzungen überziehen elektrische Entladungswellen das Gehirn und verursachen das weitere Absterben von Nervenzellen. Neurochirurgen des Universitätsklinikums Heidelberg haben nun in einer internationalen Studie gezeigt, dass das gängige Narkosemittel Ketamin das Auftreten dieser Wellen drastisch vermindert. Damit gibt es einen ersten Behandlungsansatz für das bisher unkontrollierbare Phänomen. Die Ergebnisse wurden jetzt im Fachjournal „Brain“ veröffentlicht.

 

Der 15,3“-Widescreen-Monitor des neuen Anästhesiearbeitplatzes Perseus A500 ist mit dem Infinity Acute Care System Monitoring (IACS) kombinierbar. (© Drägerwerk AG & Co. KGaA)Assistent im OP: Dräger Perseus A500

 

Neuer Anästhesiearbeitsplatz unterstützt sichere Narkoseführung

 

Leipzig (7. Mai 2012) – Der neue Anästhesiearbeitsplatz Perseus A500 kann mit seinen Assistenzfunktionen die Ausbildung von Nachwuchsanästhesisten unterstützen und so einen Beitrag zur Patientensicherheit im OP leisten. Auf dem Deutschen Anästhesiecongress (DAC) feierte Dräger die Deutschland-Premiere des Perseus A500.

„Mit der Integration zukunftsweisender Assistenzsysteme in die Ausbildung bieten wir unseren Nachwuchsanästhesisten eine stärkere technologische Unterstützung“, sagt Dr. Lars Friedrich, Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin und Lehrbeauftragter an der Medizinischen Hochschule Hannover. „Das hilft ihnen dabei, fit für den praktischen Einsatz im OP zu sein und erhöht so die Patientensicherheit im Sinne der Helsinki-Deklaration.(1)“

DGAI: Mit Trickfilmen nehmen Anästhesisten Kindern die Angst vor der Narkose. Quelle: Foto: Dr. Eggers, www.narkoseteam.deTrickfilme gegen die Tränen vor der Operation

Anästhesisten nehmen Kindern die Angst vor der Narkose

 

Nürnberg (21. Dezember 2011) – Bis zu 60 Prozent aller Kinder haben Angst vor einem operativen Eingriff. Gerade kleine Patienten sind vor einer Narkose (Allgemeinanästhesie) unruhig: Sie lassen sich nur unwillig von ihren Eltern trennen, geschweige denn, eine Spritze geben. Um Kindern eine Anästhesie angenehmer zu machen, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) ein kindgerechtes Vorgehen: Vertrauen aufbauen, auch wenn es Zeit kostet, und eine geeignete Medikation. Eine aktuelle Studie zeigt zudem, dass moderne Medien selbst schwierige Kinder erfolgreich ablenken und ihnen die Angst vor der Operation nehmen. Bei 80 Prozent dieser Kinder konnten Anästhesisten die Narkose auf diese Weise ohne Maske einleiten.

 

Geheimnis Narkose

Warum verlieren wir das Bewusstsein?

 

Hamburg (17. November 2011) - Bei Narkose mit dem Hypnotikum Propofol (1) entsteht in der Großhirnrinde (Kortex) eine hochgradig synchrone Aktivität von Nervenzellen (Neuronen), die offenbar die Kommunikation zwischen Gehirnarealen unterbindet. Das führt zu einem Zusammenbruch der Informationsverarbeitung und damit zum Verlust des Bewusstseins. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie von Dr. Gernot Supp und Prof. Dr. Andreas K. Engel vom Institut für Neurophysiologie und Pathophysiologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und ihren Kollegen Dr. Markus Siegel und Dr. Jörg Hipp vom Zentrum für Integrative Neurowissenschaft (CIN ) an der Universität Tübingen.

 

Orion Pharma führt neues Basis-Sedativum dexdor® ein

Kooperative und komfortable Sedierung auf der Intensivstation


Hamburg (1. November 2011) – Mit der Einführung von dexdor® (Wirkstoff Dexmedetomidin) etabliert Orion Pharma einen neuen Standard in der Sedierungspraxis: die kooperative, kommunikative Sedierung. Aufgrund des besonderen pharmakologischen Profils des hoch-selektiven Alpha2-Antagonisten sind Patienten leicht erweckbar, orientiert und jederzeit ansprechbar. Damit erfüllt dexdor® viele der seit Jahren von Intensivmedizinern und Pflegekräften formulierten Anforderungen an eine neue Sedierungsoption auf der Intensivstation und legt die Grundlage für einen aktiven Beitrag des Patienten zum effektiven Therapiemanagement, eine frühere Extubation und kürzere Beatmung.

Fall des Monats Juni 2011- CIRSmedical Anästhesiologie

Kommunikationsmangel führt zu Intubation bei einem Patienten mit Patientenverfügung

 

Fallbeschreibung1

 

Nürnberg (14. Juli 2011) - Ein polymorbider alter Patient mit Patientenverfügung wird auf der Intensivstation bronchoskopiert. Nach Ende der Bronchoskopie tritt eine akute Luftnot mit Zyanose auf. Die Pflegekräfte weisen den behandelnden Arzt darauf hin, der die Station aber mit der Aussage "Rufen sie den Anästhesisten an!" verlässt. Der für die Intensivstation verantwortliche Arzt ist jedoch nicht erreichbar (sein Pieper hat nicht gepiept als er unterwegs im Krankenhaus war). Zufällig kommt ein Anästhesist aus dem OP-Saal vorbei und wird von den Pflegekräften gebeten, den Patienten zu intubieren. Seine Fragen: "Ist das ein Tumorpatient? Hat der Patient eine Patientenverfügung?" bleiben unbeantwortet. Der Patient wird notintubiert und analgosediert, beatmet und an den für die Intensivstation verantwortlichen Kollegen übergeben. Der Arzt nimmt daraufhin mit der Familie des beatmeten Patienten Kontakt auf, die mit Enttäuschung reagiert und fragt, warum der Angehörige intubiert und künstlich beatmet wird, wenn er doch eine Patientenverfügung hat und dies nicht gewollt hat. Nach Beratung der ganzen Familie lehnt diese jede weiterführende Diagnostik und Therapie ab. Der Stationsarzt informiert seinen Chefarzt, der sich daraufhin bei der Familie entschuldigt und den initial bronchoskopierenden Kollegen auf diesen Fehler hinweist. Es erfolgten Gespräche zwischen der Familie und Ärzten und die Therapie des Patienten wird auf eine basale Therapie umgestellt.

Zwischenfälle in der Anästhesie verhindern

DGAI unterstützt neues Patientenrechtegesetz mit Fehlermeldesystem

 

Hamburg/Nürnberg (7. Juni 2011) – Die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) und der Berufsverband Deutscher Anästhesisten (BDA) unterstützen das aktuelle Vorhaben der Bundesregierung, die Patientenrechte zu stärken. Im Rahmen ihrer 58. Jahrestagung machte die Fachgesellschaft deutlich, dass sie es für wichtig hält, Patienten nach einem fehlerhaften Eingriff unbürokratisch und schnell zu ihrem Recht zu verhelfen. In Deutschland behandeln Ärzte jährlich 17 Millionen Patienten im Krankenhaus. In fünf bis zehn Prozent der Fälle kommt es dabei behandlungsbedingt zu unerwünschten Ereignissen. In Deutschland existieren seit den 70iger Jahren des vorigen Jahrhunderts ärztliche Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen, deren Aufgabe es ist, den Einzelfall zu untersuchen, die Ursache für einen Patientenschaden festzustellen und gegebenenfalls zur schnellen Regulierung des Schadens beizutragen. Die Veröffentlichungen der Analysen der Schadensfälle helfen dabei, künftig Fehler zu vermeiden.

 

Der Monitor des PulmoVista 500 zeigt anhand von Bildern, Kurven und Parametern wie sich die Ventilation regional verteilt. Photo: Drägerwerk AG & Co. KgaANeue Einblicke in die Lunge

EIT-Gerät von Dräger revolutioniert das Beatmungs-Monitoring

 

Hamburg (16. Mai 2011) – PulmoVista 500 ist das erste, für den klinischen Alltag entwickelte, EIT-Gerät (Elektrische Impedanztomografie), mit dem der Intensivmediziner direkt am Patientenbett sieht, wie sich die Beatmung in der Lunge regional verteilt. Mit bis zu 50 Bildern pro Sekunde kann der Arzt die Auswirkungen der Intensivbeatmung in Echtzeit mitverfolgen. Die Uniklinik Leipzig setzt das neue PulmoVista 500 als weltweit erstes Krankenhaus ein.